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 :: Bern, Biel, Burgdorf, Solothurn und Thun – Mai bis Juli 2007 ::
 Themen | Antifaschismus 15-04-2007 20:12
AutorIn : antifa-kampagne.ch : http://www.antifa-kampagne.ch
Ein Land der Ausschaffungsknäste? Freies Wort für Genozid-LeugnerInnen
und RassistInnen? Parlamentssitze für HitlerverehrerInnen? Strasse
frei für Nazi-SchlägerInnen? Nein danke! Wir haben es in der Hand:
Kämpfen wir gemeinsam gegen Ausgrenzung, Rassismus und Nationalismus!
Bringen wir die Dinge in Bewegung!
antifa-kampagne
antifa-kampagne
Mit wuchtigem Mehr haben die Schweizer Stimmberechtigten am 24.
September 2006 das schärfere Asyl- und Ausländergesetz gutgeheissen –
und damit eine der restriktivsten Asylgesetzgebungen in Europa
überhaupt. Klar ist: Die oft und gerne bemühte «humanitäre Tradition»
des Landes ist leeres Geschwätz. Seit den 1980er-Jahren kennt die
Asyldebatte hierzulande nur noch eine Richtung: Rechte von
Migrantinnen und Migranten abbauen.

Justizminister Christoph Blocher nutzte als Abstimmungssieger die
Gunst der Stunde, um eine Attacke gegen die Antirassismus-Strafnorm zu
reiten – notabene bei einem Besuch in der Türkei, einem Land, welches
die Menschenrechte mit Füssen tritt. Blochers SVP schürt derweil den
Kulturkampf gegen den Islam: Die rechtspopulistische Partei engagiert sich an vorderster Front gegen den Bau von Minaretten in der Schweiz. Und geht im Wahljahr 2007 mit billigster Stimmungsmache – der Lancierung einer Volksinitiative gegen «kriminelle Ausländer» – auf Stimmenfang.

Wölfe im Schafspelz

Auch die rechtsextreme Partei National Orientierter Schweizer PNOS
kämpft für die «zügige Rückführung kulturfremder Ausländer in ihre
Heimat». Die durch und durch antidemokratische Partei schimpft sich
grosspurig Kämpferin für ein «europäisches Europa», während sich ihr Aktionsradius faktisch auf die Regionen Burgdorf/Langenthal und
Interlaken reduziert. Die Handvoll PNOS-Aktivistinnen und -Aktivisten, die gerne den Biedermann mimen, können nur schlecht kaschieren, aus welcher Ecke sie stammen: HolocaustleugnerInnen, RassistInnen und Naziskins sind es, die sich als «eidgenössische Sozialisten» in der Politik versuchen.

Rassistische Slogans in Sportstadien, brutale Übergriffe und
Anpöbeleien auf offener Strasse – etwa ein Zehntel der Jugendlichen hat direkte Erfahrung mit gewaltbereiten Neonazis – und nächtliche Schüsse auf Flüchtlingsheime: Rechtsextreme Gewalt kennt viele Gesichter. Der Rechtsrock ist ihr übler Soundtrack: zum Hass anstachelnd, Gewalt verherrlichend, zutiefst rassistisch, sexistisch und antisemitisch. Nach wie vor ist die Schweiz ein Konzertparadies für Neonazis – obwohl das Bundesgericht rechtsextremen Konzerten eigentlich bereits 2004 den (privaten) Boden entzogen hat.

Rechtsextreme fallen nicht einfach vom Himmel. Sie sind Ausdruck einer gesamtgesellschaftlichen Stimmung, die zunehmend von
Fremdenfeindlichkeit und Entsolidarisierung geprägt ist. Die
Brutalisierung der Wirtschaft treibt den Konkurrenz- und
Verdrängungskampf auf die Spitze – und fördert so das Bedürfnis, auf noch Schwächeren herumzuhacken, den Frust an Sündenböcken
abzureagieren. Die Demagogisierung der Politik, wie sie die SVP mit
kostspieligen Inseratekampagnen betreibt, empfinden Neonazis als
Aufmunterung für eigene Untaten.

Nix wie Antifa!

Eine Bewegung mit Geschichte: Seit Jahren sorgen wir antifaschistische und antirassistische Gruppen und Organisationen dafür, dass den Blochers, Schlüers, Hirschis, Lüthards, Segessenmanns & Co. ein eisiger Wind entgegen bläst – mit unterschiedlichen Mitteln, auf unterschiedlichen Ebenen. Und wir lassen nicht locker: Keine Ausschaffungen – Bleiberecht für alle! Keine Bühne für PopulistInnen!

Kein Quadratmeter Strasse für Neonazis! Kein Gemeindesaal für
RechtsrockerInnen! Das Übel an der Wurzel packen – Kapitalismus
angreifen!

Mit einem bunten Strauss von lokal organisierten Aktionen und
Happenings – von der lautstarken Demonstration über freches
Kasperlitheater, einen lehrreichen Stadtrundgang, erhellende
Diskussionsabende, rauschende (Konzert-)Partys und einer rasanten Gummibootfahrt bis zum antirassistischen Fussballturnier – wollen wir diesen Frühling und Sommer ein unmissverständliches Zeichen setzen für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Ausgrenzung und martialisch aufgerüstete Polizeiaufgebote ins Leere laufen lassen: Vorsicht, wir sind selbstdiszipliniert unterwegs.

«Die Dinge in Bewegung bringen! – eine antifaschistische Kampagne», getragen von einer Vielzahl von Gruppierungen (in alphabetischer Reihenfolge): Anarchistische Aktion Bern, Antifa Bern, Antifa Oberland, Augenauf Bern, Ausstellungskollektiv Brennpunkt Faschismus, Autonome Gruppe Bern, Bündnis Alle gegen Rechts, Gassenküche SIKB, Infoladen Bern, Libertäres Antifaschistisches Kollektiv Thun (LAKT), Organisation Socialiste Libertaire (OSL) Biel/Bienne, Repro und Soletta Antifascista.
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  Bürgi-Medien
16.04.2007 17:22  
Ein Bürostuhlrennen auf dem Bundesplatz?

Flitzen schon bald Bürostühle über die legendären Platten aus Valser Gneis? Antifaschistische Gruppierungen wollen auf dem Bundesplatz offenbar ein Bürostuhlrennen veranstalten.

Der Startschuss für das rasante Roll-Spektakel soll am 9. Juni fallen. Die Aktion ist Teil der Kampagne «Die Dinge in Bewegung bringen», mit der linksgerichtete Gruppen wie etwa die Antifa Bern oder Augenauf Bern diesen Sommer für Aufsehen sorgen wollen. Geplant ist ausserdem eine Gummiboot-Demo von Thun nach Bern. Motto: «Auf dem Lande, auf dem Wasser – nieder mit den Menschenhassern.» Etwas Ähnliches gab es bereits vor zwei Jahren: Damals hatten Linke mit mehr als 50 Böötli auf der Aare gegen den G8-Gipfel protestiert. Zum Abschluss der Antifa-Kampagne soll am 7. Juli in Bern eine grosse Demo stattfinden.

(ram)


AutorIn: 20minuten
  Liberale Medien
17.04.2007 17:29  
Abkehr von «Abendspaziergängen»

Dezentrale Happenings von Bern bis Solothurn
In Bern findet erstmals seit sieben Jahren kein «Antifaschisti-scher Abendspaziergang» statt – stattdessen ruft das linksautonome Bündnis zu 20 lokalen «Aktionen und Happenings», die während zweier Monate in Bern, Biel, Burgdorf und Thun sowie in Solothurn stattfinden.

Der gründlich entglittene «7. Antifa-Abendspaziergang» vom April 2006 brachte das vorläufige Aus für diesen Anlass, der alljährlich bis zu 1500 Jugendliche in Berns Gassen lockte: 100 ausscherende Militante lieferten sich eine wüste Strassenschlacht mit der Polizei, eine völlig unnötige wie sinnleere Eskalation, die das organisierende «Bündnis Alle gegen Rechts» (BAgR) in Verlegenheit, weil auch szeneintern in peinliche Isolation stürzte. Dieser Leidensdruck bewirkte aber dann, dass das BAgR endlich über seinen Schatten sprang und von der alten Konfrontationslogik abkam: Den Neuaufbruch markierte im letzten August ein Antifa-Festival mit 3000 Besuchern samt behördlich bewilligtem «Sonntagsspaziergang», an dem 750 Leute, teils Vermummte, völlig gewaltfrei durch Bern zogen.

Jetzt, mit ihrer Kampagne 2007, gehen die Antifas noch wesentlich weiter, um sich mit grundsätzlich neuer Strategie einer breiteren Öffentlichkeit zu öffnen. Wie das von lokalen Antifa-Gruppen im Mittelland gebildete Aktionsbündnis bekanntgab, sind vom 4. Mai bis 7. Juli in fünf Städten nicht weniger als 20 dezentrale «Aktionen und Happenings» geplant – von der klassischen Strassenprotestaktion über Musik- und Kinoanlässe, Vorträge und Diskussionen bis zu Jux im Stil alternativer «Spassguerilla».

Von Bildung bis Bürostuhlrennen

• In Bern finden drei Vorträge über «Rechtsextremismus im Schatten der SVP» (4. 5.) sowie Black-Metal- und Rockmusik «im Spannungsfeld von Satanismus, Heidentum und Neonazismus» (2. und 15. 6.) statt. Zwei Dokumentarfilme beleuchten Nazi-Skinheads (17. und 31. 5.), zwei «Büchertipp»-Abende widmen sich Migration und Sexismus (1. und 22. 6.), und Stadtrundgänge zeigen lokale Berner Aspekte der «Geschichte von Antifaschismus und seinen GegnerInnen» (16. und 29. 6.). Weiter geplant sind in Bern ein «Antifaschistisches Bürostuhlrennen» (9. 6.) und ein Antifa-Kasperlitheater (29. 6.) sowie eine Abschlusskundgebung am 7. Juli.

• In Biel gibts am 25. Mai eine «rot-schwarze kulturpolitische Nacht» mit Konzerten und drei Filmbeiträgen zu Asylpolitik, Antirassismus und Globalisierungskritik.

• In Burgdorf ist für den 11. Mai ein «Wagenkonzert mit guter Musik und interessanten Redebeiträgen» geplant.

• Von Thun aus soll am 23. Juni auf der Aare eine «Antifa-Gummiboot-Demo» nach Bern führen – nachdem 2005 die globalisierungskritische Berner Anti-WTO-Koordination ein vergleichbares Happening durchführte und mit 50 Booten gegen den G8-Gipfel demonstrierte.

• In Solothurn schliesslich findet am 19. Mai ein Fussball-Grümpelturnier («1. Antira-Cup Soletta – Rote Karte dem Rassismus») statt.

Polizei «ins Leere laufen lassen»

Mit diesem «bunten Strauss von lokal organisierten Aktionen» will die Antifa-Bewegung «ein unmiss-verständliches Zeichen setzen» gegen Rassismus und Nationalismus von Rechtsradikalen wie den «eidgenössischen Sozialisten» von der Pnos («Partei National Orientierter Schweizer»), die als Biedermänner aufträten, indes kaum kaschieren könnten, dass sie «HolocaustleugnerInnen, RassistInnen und Naziskins» seien. In der Schweiz hätten etwa ein Zehntel der Jugendlichen direkte Erfahrungen mit Neonazi-Pöbeleien, so das Antifa-Bündnis in seiner Presseverlautbarung. Sodann gelte der Protest dem neuen Asyl- und Ausländerrecht, durch das die humanitäre Tradition zum «leeren Geschwätz» verkomme, und schliesslich gelte es, die SVP zu bekämpfen, die drauf und dran sei, «einen Kulturkampf gegen den Islam zu schüren». Und im Übrigen wolle man mit dem neuen Happening-Konzept dafür sorgen, dass allfällige «martialisch aufgerüstete Polizeiaufgebote ins Leere laufen» würden, so das Bündnis.

Polizeidirektor positiv gestimmt

Berns neuer Sicherheitsdirektor Stephan Hügli (fdp) hat vom Konzept der Antifa-Kampagne 2007 gestern auf Anfrage grundsätzlich mit Genugtuung Kenntnis genommen. «Dass nicht mehr primär auf Provokation abgezielt wird, was ja auch dem Antifaschismus-Anliegen nicht gerecht wurde, weil das Echo stets negativ war, freut mich – und wir sind auf alle Fälle bereit, im Gespräch eine gute Lösung im Sinne aller, auch der Organisatoren, zu finden. Wir stellen uns da jedenfalls nicht im Geringsten quer.»






Der Bund, Rudolf Gafner [17.04.07]


AutorIn: Der Bund
  Bürgi Medien
17.04.2007 17:33  
Die Antifa-Bewegung erfindet sich neu
Die Antifa arbeitet an ihrem Image. Statt auf unbewilligte Demos setzt sie neu auf Bürostuhlrennen und Filmabende

Seit gestern ist klar: Dieses Jahr gibt es keinen antifaschistischen Abendspaziergang mehr. Nachdem 2006 der 7.Spaziergang in Gewalt unterging, mussten die Organisatoren die Kontraproduktivität dieser Demos eingestehen: Vier von sieben «Spaziergängen» gerieten in den letzten Jahren ausser Kontrolle und endeten in Strassenschlachten mit riesigen Sachschäden. Gleichzeitig geriet die Antifa-Bewegung zum Synonym für dumpfen Vandalismus. In den letzten Monaten haben sich darum die verschiedenen lokalen Gruppierungen zusammengesetzt und Strategien diskutiert, wie sie ihre Botschaft künftig glaubhaft in der Öffentlichkeit bekannt machen können. Das Resultat gaben die Aktivistinnen und Aktivisten gestern per Communiqué bekannt: «Mit einem bunten Strauss von Aktionen und Happenings wollen wir diesen Frühling und Sommer ein unmissverständliches Zeichen setzen für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung, Ausgrenzung», heisst es darin. Im Rahmen der Kampagne «Die Dinge in Bewegung bringen» seien Anlässe in Bern, Biel, Solothurn, Thun und Burgdorf geplant.

Gummiboot-Demonstration

Um die politischen Inhalte zu transportieren, setzt die Antifa auf verschiedenste Mittel. In Bern sind beispielsweise am 9.Juni ein «antifaschistisches Bürostuhlrennen» auf dem Bundesplatz sowie eine Gummibootdemo am 23.Juni auf der Aare geplant. Das Motto: «Auf dem Lande, auf dem Wasser – nieder mit dem Menschenhasser.» Etwas Ähnliches gab es bereits vor zwei Jahren: Damals hatten Linke mit mehr als 50 Booten auf der Aare gegen den G-8-Gipfel protestiert. Neben dem Spassfaktor soll aber auch Inhaltliches geboten werden. In der Reitschule stehen in den Monaten Mai und Juni diverse thematische Film- und Literaturabende mit anschliessenden Diskussionsrunden auf dem Programm. Und auch die Demo darf natürlich nicht fehlen. Zum Abschluss der Antifa-Kampagne soll am 7.Juli in Bern eine grosse, «selbstdisziplinierte» Kundgebung stattfinden.

Kornhaus statt Reitschule

Dass die Antifa-Bewegung mit derlei Aktivitäten punkten kann, hat sie im vergangenen Sommer bewiesen. Damals holten die Aktivisten erstmals seit dem Jahr 2000 wieder eine polizeiliche Bewilligung für einen Umzug ein, der prompt ohne Zwischenfälle oder Sprayereien über die Bühne ging. Gut besucht war ebenfalls die Themenausstellung «Brennpunkt Faschismus», die am selben Wochenende in der Galerie des Kornhausforums – und für einmal nicht in der Reitschule – stattfand. Es ist offensichtlich: Die Antifa Bern ist im Aufbruch und sucht nach Wegen aus ihrer Selbstisolation.





Pascal Schwendener [17.04.07]


AutorIn: Pascal Schwindeler
  Bund Kommentar
17.04.2007 17:35  
Kommentar: Neue Kredibilität

So viel inhaltliche Knochenarbeit war noch nie in der mittlerweile 13-jährigen Geschichte der Berner Antifa – auch war noch nie so viel konstruktive Kreativität erkennbar. Die Eskalation am «Abendspaziergang» 2006 hatte die Bewegung in die Glaubwürdigkeitskrise gestürzt, mit sturem Fundamentalismus in Gestalt eines unbedingten Willens zum Unbewilligten und Dialogverweigerung war das «Bündnis Alle gegen Rechts» geradewegs auf dem Marsch in sektiererische Randständigkeit. Aber am Abgrund stehend, setzte in den vermummten Köpfen (selbst-)kritisches Nachdenken ein.

Dies dafür um so nachhaltiger: Die im letzten Sommer eingeleitete Abkehr vom Frontalkollisionskurs, die Bereitschaft zum Dialog sowie die beeindruckende Disziplin – bei 3000 Teilnehmenden gab es nicht auch nur eine Sprayerei zu orten – sprach für neue Glaubwürdigkeit der Antifas und ihrer Inhalte. Und mit seiner Kampagne 2007 scheint das autonome OK endlich an jene Verlässlichkeit anzuknüpfen, für welche die «Abendspaziergang»-Bewegung in ihren besten Jahren, 2000 und 2001, in Bern weit über Rot-Grün hinaus Respekt genoss.

Gewiss: Skepsis bleibt am Platz. Immerhin garantiert das gestern präsentierte Konzept noch nicht, dass bewilligt demonstriert wird, Provokationen ausbleiben oder die Organisatoren nicht irgend eine Schlaumeierei im Schilde führen, um Politik, Polizei und Presse vorzuführen. Fürs erste aber verdient die Antifa, dass man ihr vertraut und sie ernst nimmt – wie es der neue Polizeidirektor Stephan Hügli (fdp) tut, indem er weise und «gschpürige» Signale behördlichen guten Willens sendet. Im Übrigen: Das teils krause Anarcho-Weltbild mancher Antifa-Käuze mag Bürger und zumal Bürgerliche befremden – immerhin aber eint Antifaschismus Liberale wie Libertäre.






Der Bund, Rudolf Gafner [17.04.07]


AutorIn: Schlaumeier
  LESERBRIEF: Erfreulich: Antifa schlägt neuen Weg ein
18.04.2007 07:15  
Mit Interesse habe ich von den zahlreichen und bunten Aktionen der Antifa-Bewegung gelesen, welche für den Sommer 2007 geplant sind. Dass sich die AntifaschistInnen nach Jahren der ideologischen Selbstbeweihräucherung und des sinnlosen Säbelrasselns nun offensichtlich für einen neuen Weg entschieden haben, freut mich. Wir dürfen trotz der negativen Erfahrungen der letzten Jahre nicht vergessen: Die Antifa setzt sich eigentlich für ein Kernanliegen von uns allen ein: Bekämpfung des Faschismus und entsprechende Sensibilisierung der Öffentlichkeit.

Die geplanten Infoveranstaltungen und kreativen Aktionen scheinen dafür wesentlich besser geeignet als eine umstrittene Demo mit ungewissem Ausgang. Zwar werden sich NationalsozialistInnen auch dieses Jahr nicht in Luft auflösen und womöglich ein weiteres Mal am Ersten August für Unruhe sorgen. Doch dank dem neuen Weg wird wieder das Kernanliegen der Antifa im Zentrum des öffentlichen Interessens stehen. Dies ganz im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, als man sich nur über den entstandenen Sachschaden ärgern konnte.

2007 könnte somit zu einem Meilenstein in der Geschichte der Antifa-Bewegung werden. Sie könnte dieses Jahr beweisen, dass ihr der politische Inhalt und nicht die Auseinandersetzung mit der Polizei am Herzen liegt. Es bleibt zu hoffen, dass der neue Weg von allen AktivistInnen goutiert wird. Es wäre schade – und der Bewegung einmal mehr abträglich – wenn sich einzelne Splittergruppen trotz neuem Weg gewalttätig in Szene setzen müssten. In dem Sinne hoffe ich auf kreatives Wirken und einen friedlichen Demo-Sommer.

Bernhard Eicher
Präsident jungfreisinnige stadt bern


AutorIn: Bernhard Eicher | Web:: http://www.bernhard-eicher.ch.NOGOOGLERANKING
  Bärni: Wahlkampfgeheuchel oder nicht weit genug gedacht
20.04.2007 12:22  
Hallo Bärni, Dein Wahlkampf in Ehren, aber es wird sogar den "linken" und liberalen WählerInnen auffallen, dass da was nicht stimmen kann.

Du stehst auf der anderen Seite der Barrikade, Bärni!
Aber hey, wir wissen Du wärst gern einer von uns. Also, Du kannst gerne zu uns rüber kommen und Dich engagieren. Entsage Deine Ämtern und der Partei, Denk Deine Ansichten zu Ende und hör nicht in der Mitte auf: Freiheit (nur für die Wirtschaft und die Reichen? Mit Hierarchien und 9 Stunden Knochenarbeit täglich? Mit Knästen? Die Freiheit nach FDP?! Freiheit für alle!) Gleichheit (wenn die einen Arbeiten müssen und grad genug haben um die Rechnungen zu begleichen, während die anderen mehr Erben als sie je Ausgeben können? Die Chancengleichheit der FDP?! Alles für alle! ) Solidarität (Wo nur Egoismus zählt? Wo nur die Kohle zählt, Wo Parteiinterne Machtkämpfe das Klima vergiften? Wo die einen nicht Mitbestimmen können, während ihre Grundrechte beschnitten werden, sie sich aber an die Gesetze halten müssen? Die Solidarität der FDP?! Solidarität ist unsere Waffe: Einer für alle, alle für einen!)

Hier noch ein Text vom letzten Jahr:

Wir werden oft gefragt, warum wir an Antifa-Demos immer auch gegen Kapitalismus* und Staat demonstrieren und nicht ausschliesslich gegen Rechtsextremismus. Wir möchten deshalb an dieser Stelle noch einmal erklären, warum wir unseren Protest nicht alleine gegen Neonazis und andere RechtsextremistInnen richten:

Die (Un)Werte des Kapitalismus sind auch Teil des Fundaments des Faschismus

Das „Recht des Stärkeren", Konkurrenzkampf, Ausbeutung und Patriarchat* werden in faschistischen Systemen genauso propagiert wie Nationalismus*, Rassismus, Antisemitismus* und Führerkult.

Wie im Faschismus werden auch im Kapitalismus Menschen in wertvollere und nutzlose oder sogar schädliche unterteilt. Während der Faschismus die „Rasse“ als Kriterium der Wertung verwendet, werden im kapitalistischen System die Menschen nach dem Profit, der aus ihnen geschlagen werden kann / dem Geld, das sie besitzen, bewertet. Natürlich spielen auch im Kapitalismus rassistische oder sexistische Unterscheidungen eine wesentliche Rolle.
Von der kapitalistischen Verwertungslogik, in der nicht der Mensch, sondern die Rendite zählt, und dem Nationalismus, bei dem der eigene Staat, das eigene Land, als überlegen propagiert wird, ist es nur noch ein relativ kleiner Schritt bis zur faschistischen Ideologie.

Hinter Sexismus und Homophobie* stehen die gleichen Denk- und Handlungsmuster wie hinter dem Rassismus: Menschen werden aufgrund von Unterschieden diskriminiert* beziehungsweise bevorteilt.

Wir sind deshalb davon überzeugt, dass sich konsequente AntifaschistInnen mit Themen wie Kapitalismus, Staat und Herrschaft auseinandersetzen müssen. Antifaschistische Arbeit kann letztlich nur erfolgreich sein, wenn sie sich auch gegen die anderen Missstände und Ungerechtigkeiten richtet, unter denen die Welt leidet und auf denen der Faschismus basiert. Antifaschismus ist immer auch der Kampf für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung, ein Kampf für Freiheit und Solidarität.

Gleichzeitig können und dürfen wir bei unserem Kampf für eine gerechte Gesellschaft die Faschos nicht aus dem Blick verlieren. Wir müssen Neonazis und faschistischen Gruppen direkt und vehement entgegentreten um sie zu schwächen. Es gilt zu verhindern, dass sich die schrecklichen Verbrechen und Völkermorde der Geschichte wiederholen. Es gilt zu erreichen, dass die grausamste Herrschaftsform, die die Menschheit kennt, nie wieder praktiziert werden kann!

„Wer, wenn nicht Du – wann, wenn nicht jetzt?“

Lautet das Motto des diesjährigen Antifaschistischen Abendspaziergangs. Denn wir können Antifaschismus nicht an die Bullen oder die PolitikerInnen und ihre Parteien delegieren, denn sie sind Teil des herrschenden, ungerechten Systems. Wie sollen Leute, die Flüchtlinge ausschaffen (lassen), Leute, die Armen die Sozialhilfe kürzen und Reichen Steuergeschenke machen, Leute, die FaschistInnen ungehindert menschenverachtende Parolen grölen lassen, während sie antifaschistische und soziale Proteste verbieten, einkesseln und zusammenknüppeln (lassen), wie sollen diese Leute ernsthaft etwas gegen faschistische Tendenzen und Diskriminierung in der Gesellschaft tun können und wollen?!

Der Staat ist kein Verbündeter im Kampf gegen Rassismus, Sexismus und
Ausbeutung!

Es liegt an Dir – an uns – endlich die Grundlage für eine gerechte, basisdemokratische, freie und solidarische Gesellschaft zu schaffen! Packen wir es an! (von  http://www.buendnis-gegen-rechts.ch )





AutorIn: Antifaschist
 :: Nicht inhaltliche Ergänzung :
  1. Antwort, die doch keine ist.... — Bernhard Eicher
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