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 :: Flugblatt: Tierbefreiung heisst Kampf den Kapitalisten! ::
 Themen | Anti-Kapitalismus/Globalisierung | Ökologie 10-08-2016 08:07
AutorIn : Tierrechtsgruppe Zürich : http://www.tierrechtsgruppe-zh.ch/?p=3929
Rund 500 Personen forderten am Samstag 6. August in Bern die Schliessung aller Schlachthäuser.
Das von der Tierrechtsgruppe Zürich verteilte Flugblatt kann hier nun online abgerufen und verlinkt werden:

www.tierrechtsgruppe-zh.ch/?p=3929
Tierbefreiung heisst Kampf den Kapitalisten!

Im Frühjahr wurde publik, dass beim Migros-Fleischbetrieb Micarna unsägliche Arbeitszustände herrschen. Für viele MitarbeiterInnen ist der Leistungsdruck enorm. Sie sagen, das hohe Arbeitstempo am Fliessband mache sie psychisch und physisch krank. Doch wer zu Hause bleibe, dem drohe die Kündigung. Die Gewerkschaft Unia stellt zudem fest: festangestellte MitarbeiterInnen in der Fleisch-Branche werden immer öfter aussortiert und durch billigere, temporäre Arbeitskräfte aus Osteuropa ersetzt.

Miese Jobs, grosser Profit

Die Fleischindustrie bedient sich immer neuer Strategien um ihre Profite zu steigern. Moderne Schlachthäuser und die für diese Einrichtungen immer weiter entwickelten Maschinen und Abläufe machen das serielle Töten von Tieren zu einem Milliardengeschäft für einige wenige. Bei Micarna in Bazenheid sind vor zwei Jahren noch zwischen 140 und 170 Schweine pro Stunde (z)erlegt worden. Nach einer Modernisierung des Betriebs durchlaufen heute 220 Tiere in der Stunde den Todestrakt.

In modernen Schlachtfabriken werden immer mehr Tiere erschossen, vergast oder mit Elektroschock getötet. Gleichzeitig bringt die Entwicklung der Produktionsbedingungen in der Fleischindustrie eine wachsende Intensität der Arbeit mit sich. Der Arbeitstag der SchlachthofarbeiterInnen wird anstrengender. Grössere Mengen Fleisch müssen in derselben Arbeitszeit produziert werden. Kommt hinzu, dass der ohnehin tiefe Lohn der ArbeiterInnen in den Fleischfabriken nicht dem steigenden Leistungsdruck angepasst wird. Für die Fleischkapitalisten an den Konzernspitzen hingegen verkörpern sich die schlechten Arbeitsbedingungen und die miesen Löhne der ArbeiterInnen vor allem in einem: mehr Geld!

Erhöhung der Ausbeutungsrate

Aufgrund der Lohnknechtschaft im Kapitalismus müssen ArbeiterInnen dahin gehen, wo sie Arbeit finden. Lebenskosten müssen schliesslich bezahlt werden. Die Kapitalisten machen sich diesen Zwang zunutze. Die Fleischbosse in der Schweiz werben vermehrt ausländische Arbeitskräfte an – in Ungarn oder Polen zum Beispiel – welche geringere Lohnkosten verursachen. Damit ist den hiesigen Fleischkapitalisten eine höhere Ausbeutungsrate, also mehr Profit garantiert.
Osteuropäische ArbeiterInnen werden über Temporärfirmen eingestellt. Die Vorteile liegen auch hier auf der Hand: die Chefs der Fleischfirmen und Schlachtbetriebe zahlen die TemporärarbeiterInnen nur für die Zeit, für die sie gebraucht werden. Sobald sie für die Verwertungsbedürfnisse der Kapitalisten überflüssig sind, kann man sie sehr schnell wieder loswerden und auf die Strasse stellen.

Meat the Industry

Bei Micarna hat seit über 10 Jahren CEO Albert Baumann das Sagen. Micarna ist mit einem Umsatz von jährlich 1,5 Milliarden Franken und rund 2‘900 Angestellten jedoch der kleinere der beiden grossen Player in der Schweizer Fleischindustrie. Der grösste Schlächter der Schweiz heisst Bell AG. Seit 2011 führt Lorenz Wyss das in Basel ansässige Unternehmen. Mit mehr als 8‘000 Beschäftigten und Betrieben an 31 Standorten in neun europäischen Ländern erzielt Bell einen Umsatz von ungefähr 2,8 Milliarden Franken im Jahr. Mehrheitsaktionär des kotierten Unternehmens ist mit rund 66% der Aktien der Detail- und Grosshändler Coop. Als Mitglied der Coop-Geschäftsleitung sitz Leo Ebneter als Vizepräsident im Bell-Verwaltungsrat.

Insgesamt werden in der Schweiz jährlich rund 69 Millionen Tiere zu Fleisch gemacht. Die Bosse, welche diesen Massenmord an Tieren veranlassen und zu verantworten haben, organisieren sich beim Schweizer Fleischfachverband (SFF) oder der Branchenorganisation Proviande. Beim SFF leitet Ruedi Hadorn das Geschäft, ein Hardliner was die Verteidigung der Fleischproduktion, der miesen Arbeitsbedingungen in den Schlachtbetrieben und der Naturzerstörung durch die Fleischindustrie anbelangt.

Proviande wiederum ist vor allem dafür bekannt, grosse Image- und Werbekampagnen zu machen, um den Fleischkonsum anzukurbeln. Trotz Milliardenumsätzen der Fleischindustrie erhält Proviande auch noch Steuergelder aus der Staatskasse. Rund 6 Millionen pumpt das Departement von FDP-Bundesrat Johann Schneider-Amman jährlich allein in das Werbelabel „Schweizer Fleisch“.

Das Problem heisst Kapitalismus

Schlachthäuser sind Orte der Brutalität, der Ausbeutung und Unterdrückung. Die Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, die Schlachthäuser zu schliessen. Doch solange sich die Bewegung nicht gegen die Produktions- und Eigentumsverhältnisse richtet, welche diese Barbarei erzeugen, führt sie einen Kampf gegen Windmühlen. Die Mehrzahl der Tierrechts- und TierbefreiungsaktivistInnen wahrt Distanz zu antikapitalistischen Ansätzen. Sie glauben, „dass wir Tierrechte erreichen können, ohne zuerst den Kapitalismus überwinden zu müssen“, wie beispielsweise Tobias Sennhauser, Präsident von tier-im-fokus, sagt. Solche Glaubensbekenntnisse verkennen jedoch, was die eigentliche Triebkraft der Fleischindustrie ist: Das Gewinnstreben der Kapitalisten.

Das Scheffeln von Profiten ist der Grund, weshalb die Eigentümer der Fleischfabriken die Lohnabhängigen ausbeuten und Tiere millionenfach ermorden lassen. Dies ist darum möglich, weil im Kapitalismus die Produktionsmittel Privateigentum einer kleinen Minderheit sind und ihrer privaten Bereicherung dienen. Den Fokus nur auf die Tiere zu richten und Grundrechte für Tiere zu fordern wird das Schlachten daher nicht beenden. Die gigantische und immer weiter wachsende wirtschaftliche und politische Macht der sich im nationalen, aber vor allem auch globalen Kontext monopolisierenden Fleischindustrie kann nur gebrochen werden, wenn wir die Besitzverhältnisse angreifen und der Barbarei die ökonomische Basis entziehen.

Erst wenn die Kapitalisten enteignet und die Produktionsmittel der gesellschaftlichen Kontrolle unterworfen werden, ist es möglich, die Produktion nach vernünftigen und moralischen Kriterien auszurichten. Nur wenn die Produktionsmittel allen gehören, können die Schlachthäuser geschlossen und in eine Lebensmittelherstellung überführt werden, die nicht mehr auf Ausbeutung beruht. Nur eine marxistische Tierbefreiungsbewegung, die diese gesellschaftsverändernden Ansprüche im Bündnis mit der Arbeiterbewegung und der revolutionären Linken in politische Praxis umsetzt, kann dem Schlachten ein Ende setzen. Tierbefreiung heisst demnach nichts anderes als Klassenkampf. Denn die Befreiung der Tiere ist nur im Kampf gegen den Kapitalismus erreichbar!

FLEISCHINDUSTRIE ENTEIGNEN – KAPITALISMUS ABSCHAFFEN
CLASS STRUGGLE – ANIMAL LIBERATION

Tierrechtsgruppe Zürich, August 2016

 http://www.tierrechtsgruppe-zh.ch/wp-content/files/Flugblatt_Schlachthausdemo_2016.pdf
 :: 5 Inhaltliche Ergänzungen : > Ergänze diesen Artikel (.onion )
  Da steckt der Wurm drin
10.08.2016 20:04  
Eure Analyse hat leider den einen oder andern Mangel.
Die Personifizierung von Kapitaismus führt auf ein ideologisches Stumpengeleise. Die Figur des Fleischkapitalisten hat etliche Mängel.
Mit den Pensionskassen und den Vermögen, die sie Verwalten, haben viele Arbeiterinnen ein objetkives interesse an einer wirtschaftlichen und rentablen Ausbeutung von Tieren, da ein Teil ihres zwangsgesparten Geldes dort verlocht ist.
Gerade die Migros als Genossenschaft ist nicht in den Händen eines raffgierigen Kapitalisten mit Zylinder und Zigarre. Eure Kritik an deren fleischverarbeitenden Betriebe in Verbindung mit eurer vulgärmarxistischen Phrasologie erklärt nichts und zeigt, dass ihr nichts versteht.
Bei uns im Block, sind es die proletarischen Männer die das ganze Fleisch am Grill verbruzeln und so ihre Männlichkeit reproduzieren.
Wer, wie alle LeninistInnen, Menschen Knechten will, wird auch Tiere nicht achten können.
Geht doch einfach Tiere befreien.


AutorIn: Erwin Kessler
  Da steckt auch der Wurm drin
11.08.2016 04:49  
Auch wenn der Stumpen kürzer und der Monetensack kleiner ist; In der Gesellschaftsform "Genossenschaft" kann Sklaventreiberei einfach subtiler ablaufen.
Inwiefern äussert sich denn bitte die Reproduktion von Männlichkeit beim Fleisch grillieren???


AutorIn: who
  liebe who
11.08.2016 07:13  
Sicher werden in der Migros alle möglichen Lebewesen ausgebeutet. Nur steckt da kein Fleischkapitalist dahinter, der auf einem Kadaverberg sitzt. Formal sind Hunderttausende Bewohnerinnen der Schweiz Mitglieder. Es gibt genügend Literatur des Migros-Frühling, auf die sich eine Analyse der spezifischen Wertschöpfung bei der Migros stützen könnte. Nur reicht es nicht aus, denkfaul zu sein und den Genossinnen vom rev. Aufbau gefallen zu wollen.


„Männer lieben das Grillen, Sie kochen gerne, wenn es gefährlich ist.“
―Rita Rudner


AutorIn: peter singer
  Peter Denker
11.08.2016 09:57  
Ich würde mal sagen, die Migroskapitalisten sitzen (nicht nur) auf einem Kadaverberg. "Formal" ist reine Schönrederei. Du weisst selber, dass die Realität anders funktioniert: Immer schön dem Geld folgend, wie die formale Demokratie. Somit retourniere ich Dir "denkfaul". In die selbe Bresche passt dann auch noch Dein Zitat, denn wer nicht selber denkt, zitiert.
Da sind genug korrekte Leute um mich rum, dass ich es nicht nötig habe, mich beim Aufbau anzubiedern. Ich will nur mir selber gefallen, der Rest kommt dann, wie er kommen muss.


AutorIn: who
  Männlichkeit und Grillen?
12.08.2016 20:44  
Wer Kapitalisten bekämpfen will und nicht in erster Linie Kapitalismus ist nur einen Steinwurf vom Antisemitismus zu finden. Von der Tierrechtsgruppe Zürich etwas anderes zu erwarten wäre etwas blöd.
Wenn who die Kultur des Fleischessens (ob im Kapitalismus oder nicht) nicht verstehen will und den Zusammenhang der Reproduktion von Männlichkeit (auch proletarischer) oder Schweizerischer Identität am Grill nicht bemerkt haben will, ja nun so denn.
Ein paar Hinweise:

Schweizer Männer: So ist er, der Homo helveticus
 http://www.zeit.de/2011/40/CH-Bewes/seite-2

„Doch der richtige Schritt in die Schweizer Männlichkeit geschieht erst dann, wenn er sein eigenes Sackmesser erhält, in der Regel mit der Gravur seines Namens. Nun kann er ein richtiger Pfadi sein, Stecken schnitzen für Cervelats und Feuer machen. Das ist das perfekte Training für seine wahre Bestimmung: das Grillieren.“



Grillzeit: Die Herren des Feuers
von Tobias Ochsenbein
 http://www.nzz.ch/wissenschaft/bildung/die-herren-des-feuers-1.18570507
Das Grillieren feiert Hochkonjunktur, ob im eigenen Garten, im Park oder auf dem Trottoir. Das Grillieren sei eine Inszenierung urtümlicher Männlichkeit, meint der Wissenschafter.

...Grillieren, das hatte etwas Anspruchsloses, etwas Improvisiertes. Schnell ein Feuer, Fleisch drauf, fertig. ...
Heute ist Grillieren ein Massenphänomen, das den ganzen Sommer hindurch präsent ist.
Grillieren sei ein gewollter kulinarischer Regress in die Vorzivilisation, schreibt der Kulturwissenschafter Sacha Szabo …
Grillzeit
Die Herren des Feuers
von Tobias Ochsenbein
Das Grillieren feiert Hochkonjunktur, ob im eigenen Garten, im Park oder auf dem Trottoir. Das Grillieren sei eine Inszenierung urtümlicher Männlichkeit, meint der Wissenschafter.


Ein Fähnchen für jedes Grill-Brandloch, Zürich, 2013. Heute sind weniger problematische Einweggrills im Angebot. (Bild: PD)
Endlich Sommer, endlich gibt's richtig Fleisch! Nur ein Geruch zieht durchs Land: der von heisser Glut und Grilladen. In Biberist, in Aubonne, in Mundaun, in Täsch, ja überall, im letzten Winkel der Schweiz, werken jetzt die Grillmeister. Wir spüren die Hitze, riechen den Bratgeruch, hören das Fett zischen, fühlen die Verbundenheit am Feuer. Das Grillfest, das ist der Ort, an dem Gemeinschaft entsteht. Das Grillfest, das ist Lagerfeuerromantik unter freiem Himmel.
Das Grillieren, wie wir es heute kennen, ist ein Kind der 1960er Jahre, als das Feuer aus der Küche verbannt wurde. Die bis dahin vorherrschende traditionelle Lebensweise wurde mit der 68er Bewegung aufgebrochen, zu Gitarrenklängen am Lagerfeuer – und mit Grill.
Kulinarischer Rückschritt
Grillieren, das hatte etwas Anspruchsloses, etwas Improvisiertes. Schnell ein Feuer, Fleisch drauf, fertig. Es gab vielleicht Entrecôtes, saftig und zart, vielleicht Würste, mit Haut oder ohne, bio oder nicht, und dazu immer Brot und Bier. Manchmal Kartoffelsalat. Grillieren, das war immer etwas rustikal Bodenständiges.
Heute ist Grillieren ein Massenphänomen, das den ganzen Sommer hindurch präsent ist. Man grilliert nicht mehr nur zu Hause im Garten oder an der Feuerstelle im Wald; man grilliert überall, wo Platz ist: im Park, am See, auf dem Balkon oder der Dachterrasse – manchmal sogar auf dem Trottoir. Die Plätze, die die Grill-Enthusiasten finden, sind temporärer Natur. Die Grillmeister tauchen auf und verschwinden wieder. Ungezwungen, anarchisch.
Beim Grillieren gelten andere Gesetze und andere Sitten. Viel ist improvisiert. Und vor allem wird anders gegessen als beim Dinner am Tisch unter Freunden. Man braucht die Hände, um Spareribs zu benagen, man braucht die Hände, um Hamburger zu essen, und auch die Wurst wird kaum je mit Messer und Gabel verspeist. Die schmutzigen Finger wiederum putzt man praktischerweise gleich an T-Shirt oder Hose ab, Fett und Sauce überall. Grillieren ist, wenn man am Ende eines gelungenen Grillabends aussieht wie ein Schwein.
Das Grillieren sei ein gewollter kulinarischer Regress in die Vorzivilisation, schreibt der Kulturwissenschafter Sacha Szabo in seinem Buch «BBQ. Grillen – eine Wissenschaft für sich» (siehe Interview). Und ein Blick in Print-, Online- und TV-Medien offenbart: Grillieren ist männlich. Denn: Grillieren hat viel mit Abenteuer und Sehnsucht zu tun.
Das Hantieren mit Feuer und rohem Fleisch wirft uns zurück in vergangene Zeiten, an die Seite unserer Ahnen, in die Urzeit, bis zum Ursprung der Zivilisation. Der Mythos besagt, dass sich der Mann damals, Herr des Feuers und der Nahrungszubereitung, als Oberhaupt einer patriarchal strukturierten Gruppe inszenierte und seinen Führungsanspruch durch die Verteilung des Essens rechtfertigte.


Wie wir Schweizer am liebsten grillieren
 http://www.bilanz.ch/people/wie-wir-schweizer-am-liebsten-grillieren-386178
Am Nationalfeiertag schwingen viele Schweizer wieder die Grillzange. Mancher Grill-Experte schwört dabei in Sachen Aroma auf den klassischen Holzkohlegrill. …
Der Holzkohlegrill – unter den Traditionalisten der Grillzunft der Inbegriff der Männlichkeit…


Grillieren wie der Champion
 http://www.gourmet-life.ch/equipment/grillieren-wie-der-champion
Equipment Ulrich Bernold ist der unangefochtene BBQ-Champion der Schweiz. Ob Amateur oder Profi, vom «Grill Ueli» kann jeder noch was lernen. (Jeder!!!)







Grillieren – Inszenierte Männlichkeit
 http://foodofchange.ch/blog/2015/09/25/grillieren-inszenierte-mannlichkeit/

Doch so ungezwungen das Grillieren auf den ersten Blick auch scheinen mag, es ist ein strukturiertes Ereignis, bei welchem die Rollenverteilung klar definiert ist. Der Grill ist die unbestrittene Domäne des Mannes. Während mit Bier angestossen wird, wagt sich der Hausherr mit seinen Freunden an den Grill. Unter grossem Fachsimpeln wird die beste Anfeuer-Methode ausdiskutiert und über die korrekte Garzeit gestritten.



S.P.O.N. - Helden der Gegenwart: Kohle-Feuer-Fleisch-Grill-Kerle!
Eine Kolumne von Silke Burmester
 http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/silke-burmester-ueber-echte-maenner-und-ihre-art-zu-grillen-a-906021.html

Wo seid Ihr? Gibt es Euch noch? Männer, die Feuer machen, Fleisch auf den Rost schmeißen, es ab und zu mal umdrehen, und wenn es fertig ist, essen?…
Es sind die Männer, die aus Grillen eine Wissenschaft machen. Die sich auf Foren über die Vorzüge eines gusseisernen Geräts austauschen, …
Natürlich wird das ganze Gewese wieder als "männlich" verkauft. Grillhefte und Grillwebsites preisen die neue Männlichkeit am Rost. ….


AutorIn: fuck you
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