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 :: Einiges zu den Krawallen in Zureich ::
 Themen | Anti-Kapitalismus/Globalisierung | Wohnungsnot/Squat 29-09-2011 23:08
AutorIn : Wütende Krawallanten
Einiges zu den Krawallen die Zureich in letzter Zeit heimsuchten.
I

Nach den ersten Krawallen am Bellevue stürzten sich die spektakulären Medien auf sie, wie gefundenes Fressen. Was zu erwarten war. Sie alle kramten irgendwo ihre „Spezialisten“ hervor, um zu analysieren was denn «das Problem» sei. Das Problem «der Jugend». In erster Linie um sich mal abgrenzen zu können, denn, die Jugend, das weiss Herr und Frau Bünzli, das sind nicht wir, und ihre Probleme, die hat MAN auch nicht. MAN ist schockiert.
Es geht „der Jugend“ natürlich um nichts, wie MAN weiss, oder anders gesagt, um nichts, um das MAN sich zu kümmern hätte. Denn, wenn Leute wirklich Unzufrieden sind, können sie ja „eine Partei gründen“, „friedlich demonstrieren“ oder ähnliches... Natürlich. Denn wie MAN ja weiss, hat jeder die Möglichkeit dazu.
Die Bürger stellen sich natürlich nur den Problemen, die sie lösen können. Und so ist das einzige Problem das man anerkennt, die Jugend selbst, aber sicher nicht «deren Probleme». Sowieso, anerkannt wird sicher nichts, was nicht anerkannt werden will, das wird gehandhabt wie alles das nicht hineinpasst: Als Kriminalität.
Was die Bürger allerdings vor allem schockiert ist eben dieser Fakt; dass da keine Forderungen sind, dass die wenigen, die die Medien interviewen konnten, nicht mal den Versuch unternehmen, sich zu verteidigen, sich zu verteidigen gegen die Vorwürfe die MAN ihnen macht...
«Ob ich daran gedacht habe, dass Polizisten verletzt werden könnten? Klar, das war ja der Sinn»
Das geht natürlich nicht. Menschen zu verletzen; «Ohne Grund».
Wenn hier jemand Menschen verletzt, dann natürlich die Polizei. Das ist legitim. Sie hat einen guten Grund: Das heilige Eigentum und den Staat, auch bekannt unter dem etwas verwirrenden Namen Demokratie.


II

So wird schlussendlich alles auf das «Problem Jugend» reduziert, es gibt keine Probleme, ausser das Problem, dass «die Jugend» so tut als hätte sie ein Problem; das sie - wie MAN weiss - gar nicht haben kann.
Die ganze spektakuläre Debatte ist unterhaltsam. Die Bürger führen ihren Monolog und schaffen es nicht zu verschleiern, dass sie keine Ahnung haben. Wir verstehen nicht, wieso sich einige darüber aufregen, dass die spektakulären Medien gegen die Krawalle hetzen und schlicht Bullenpropaganda verbreiten. Das ist nicht neues und doch schlicht und einfach der Sinn dieser Medien.
Es bringt wenig, wenn die Medien uns als Gesprächspartner, oder als ernstzunehmende Opposition akzeptieren, ausser das sich die Organisationen auf uns werfen würden, um uns zu integrieren, uns falsche Inhalte überzustülpen und schlussendlich der ganzen Sache jegliches Leben zu nehmen.
Schlussendlich haben wir ihnen nichts zu sagen, als das, was mit den Krawallen schon zur genüge kommuniziert wurde.


III

Die «illegalen Parties» in Zureich gibt es schon lange. Sie haben eine Geschichte. Schon vor einem Jahr kam es zu Ausschreitungen nach einer RTS. Damals waren die Medien noch ahnungsloser.
In letzter Zeit wurden immer mehr «illegale Parties» aufgelöst. Sie waren oft zu klein, um verteidigt zu werden, oder zumindest dachten sich das viele. Dass es am Bellevue abgehen würde war irgendwie vorauszusehen, auch wenn die wenigsten mit diesen Ausmassen gerechnet hätten.
Natürlich geht es bei den Krawallen um Freiräume. Aber nicht nur. Es geht darum, dass der komplette Raum unter polizeilicher Besatzung steht. Und dass die Bürger auch immer wieder Freude daran haben Polizei zu spielen. Es geht darum, dass es keine Orte gibt, wo sich Menschen begegnen können, ausser in komplett befriedeten Räumen, von Securitys bewacht. Es geht um den Alltag, um die Leere. Es geht darum, dass wir keinen Bock haben uns zu unterwerfen, und dass, wenn wir endlich mal genug Leute sind, wir zum Angriff übergehen. Wenn die Stimmung da ist.
Es geht darum, um es mit den Worten von Claude Ribaux, einem Soziologen von 20 Minuten, zu sagen, «das wir nicht zivilisiert geboren sind» und dass wir auf die «Erziehung und Bildung» scheissen. Und dass wir das durchaus reflektieren können...


IV

Natürlich ist es klar, das noch keine Revolution ausgebrochen ist, und dass noch nicht mal klar ist, ob sich dabei eine Kontinuität entwickelt, aber auch ist klar, dass «die Bellevue-Krawalle» ein soziales Ereignis waren, dass dort verschiedenste Menschen, die sonst nicht viel zusammen zu tun haben, gemeinsam etwas auf die Beine gestellt haben. Und dass dies eine Woche später gleich nochmals passiert ist, auch wenn die Polizei mit ihrer ganzen Armada angefahren kam. Was leider einigen zum Verhängnis wurde. Hier viel Kraft und Wut denen die deswegen immer noch im Knast sitzen.
Wieso es dieses Wochenende nicht zu Krawallen kam, können wir nur vermuten. Klar ist dass einige Leute versucht haben sich zu versammeln, dass aber ganz Zürich gespickt mit Bullen war. Vielleicht lag's auch daran, dass einige damit beschäftigt waren ein Areal zu besetzen, das gute Aussichten darauf hat Zureich's neues Kultur-Squat zu werden.

Wir zumindest hoffen, dass «der Spuk» noch lange nicht vorbei ist. Dass es zu immer mehr sozialen Unruhen kommt. Dass sich das ganze auf andere Städte ausweitet, was schon zu passieren «droht». Dass solche Krawalle zu richtigen Aufständen ausarten, scheint zwar unwahrscheinlich, aber das waren die vergangenen Wochenenden auch.

Vielleicht sind diese Krawalle nur eine «Modeerscheinung».
Vielleicht.
Vielleicht aber auch nicht.

Die Wette gilt.
 :: 1 Inhaltliche Ergänzung : > Ergänze diesen Artikel (.onion )
  Auf französisch
05.10.2011 21:26  
Einige Gefährten von Le Reveil waren so nett diesen Text ins Französische zu übersetzen:
 http://lereveil.ch/contrib/considerations-sur-les-emeutes


AutorIn: Wütende Krawallanten
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