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 :: Zum Buju Banton-Konzert im Volkshaus Zürich (Fr 26.6.09) ::
 Themen | Antifaschismus | Feminismus/Gender/Queer 21-06-2009 23:58
AutorIn : Stop Murder Music Bern : http://www.stopmurdermusic.ch
Nur noch Bye Bye ohne Boom? Buju Banton kommt nach Zürich. Im folgenden unsere ausführliche Kritik am Konzert des jamaikanischen Dancehall-Reggae-Musikers BUJU BANTON, das am Freitag 26.6.09 im Zürcher Volkshaus stattfindet. Die gleichen Unterlagen zum "Fall Buju Banton" haben wir bereits Ende Mai auf Anfrage der Geschäftsleitung des Volkshauses zur Verfügung gestellt.

Der Fall Buju Banton
(Ausführliche Hintergrundinfos dazu auch hier:  http://www.stopmurdermusic.ch/reitschule/stopmurdermusic/Texte/DerFallBujuBanton.pdf)

Buju Banton hat bezüglich Homohass-Songs im Dancehall-Reggae eine lange Geschichte und eine unrühmliche Leader- und Vorbild-Rolle. Zwischen 1992 und 2007 spielte er unzählige Male vor begeistertem Publikum seinen ultimativen Homohass-Hit "Boom Bye Bye", in der er die Erschiessung von Schwulen propagierte.

Zwar hat er 2007 unter finanziellem Druck den Homohass-Song-Verzichtserklärung-Vertrag "Reggae Compassionate Act" RCA unterschrieben, doch hat er diesen schon kurz darauf mehrmals gebrochen. Dies führte zur Aufforderung durch die VertragspartnerInnen, der internationalen Stop Murder Music Coalition, dass er und andere unterzeichnende vertragsverletzende MusikerInnen den RCA erneut und unter neuen Bedingungen unterschreiben - dies hat er bis heute nicht getan.

Positiv zu werten ist die Tatsache, dass seit Okt 2007 kein Fall mehr bekannt wurde, der darauf schliessen lässt, dass er Homohass-Songs gespielt hätte. Sein Aufruf an Dancehall-Reggae-MusikerInnen zum Überdenken von Song-Inhalten im Jahre 2008 scheint ernst gemeint gewesen zu sein, doch leider sind ein Jahr danach keine Spuren mehr von diesem Aufruf vorhanden.

Wenn Buju Banton es wirklich ernst meint, sollte es für ihn kein Problem sein, den RCA erneut zu unterschreiben - verbunden mit einer von den RCA-VertragspartnerInnen geforderten Medienkonferenz in Jamaica, um die Ernsthaftigkeit seiner Unterschrift zu unterstreichen. Als "Langzeit-Täter" mit Pionier- und Vorbild-Funktion hat er viel politischen, sozialen und kulturellen Schaden angerichtet - es ist deshalb höchste Zeit, dass er dafür ernsthaft die Verantwortung übernimmt und politische, soziale und kulturelle Wiedergutmachung leistet - die betroffenen Opfer und Hassobjekte sowie deren Angehörigen und FreundInnen haben dies mehr als verdient.

Es stellt sich deshalb die Frage, ob man ihm - wie kommenden Freitag in Zürich - schon eine Plattform bieten oder nicht zuerst seine weitere Entwicklung abwarten sollte.

Angesichts der weltweit zunehmenden homophoben Gewaltbereitschaft und der brutalen Überfällen durch religiöse und politische FundamentalistInnen auf der ganzen Welt - siehe auch das Beispiel Osteuropa ( http://www.sf.tv/videoplayer/embed/b1b33f24-484a-4938-9511-5af1d32c36a7&live=false) - wäre es wohl angebracht, ein Zeichen zu setzen. Auch als VeranstalterIn, KonsumentIn und/oder Konzertlokal-BetreiberIn.
Nur noch Bye Bye ohne Boom? Buju Banton kommt nach Zürich.
Nur noch Bye Bye ohne Boom? Buju Banton kommt nach Zürich.
DER FALL BUJU BANTON
STOP MURDER MUSIC BERN, MAI 2009

BUJU BANTON UND "BOOM BYE BYE"

Quantitativ erscheint Buju Banton mit 2 Homohass-Songs eher als "unbedeutend" - zuoberst an der Homohass- Song-TopTen-Liste stehen ungeschlagen Bounty Killer und Capleton mit je 22 Homohass-Songs. Qualitativ war und ist aber seine Rolle als Wegbereiter von Homohass-Songs wohl als einmalig anzuschauen. Seit 1992 ist in seinem Repertoire der Homohass-Song "Boom Bye Bye" zu finden. Buju Banton setzte damit den Grundstein für eine Welle weiterer Dancehall-Reggae-"Battyman-Tunes" (Homohass-Songs) in den 1990ern (Zu den damaligen Auseinandersetzungen siehe auch  http://www.soulrebels.org/dancehall/d_history_1976.htm).
Ausser "Boom Bye Bye" und dem relativ unbekannten "Gay Waan Rights" aus dem Jahre 1998 - sind uns keine weiteren (publizierten) Homohass-Songs von Buju Banton bekannt - allenfalls gibt es noch "Spezialsongs" für DJs (Dubplates, Specials), aber über dies liegen keine Informationen vor.

Text "Boom Bye Bye"
Auszug aus dem jamaikanischen Patois übersetzt:
 http://seekingasylum.bravehost.com/origins/jamaica/lyrics.html

Whenever Buju Banton comes
Faggots get up and run
Boom bai bai in a faggot's head
Rude boys don't promote nasty men, they have to die
Send for the automatic and the Uzi instead
Shoot them, don't come if we shot them
If a guy comes near me then his skin must peel*
Burn him up badly, like an old tire wheel.

*from acid thrown on him
Originaltext:
 http://www.soulrebels.org/dancehall/u_lyrics_boom1.htm

Obwohl die Erstpublizierung von "Boom Bye Bye" nun 17 Jahre her ist, spielte Buju Banton seine (von der Bedeutung und Bekanntheit her wohl mit Polo Hofers Alperosä u.ä. vergleichbaren) "Hymne" - u.a. auch auf Publikumswunsch - bis mindestens 2007. Der letzte dokumentierte Fall stammt aus den USA. Buju Banton kam aber damals nicht zum Singen, da ihm die Verantwortlichen das Mikrofon nach dem Einspielen der "Boom Bye Bye"-Melodie abstellten.

STOP MURDER MUSIC UND DER "REGGAE COMPASSIONATE ACT" (RCA)
(historische Hintergründe 2004-heute:  http://www.soulrebels.org/dancehall/d_history.htm)

Um der musikalischen Hetze gegen Schwule und Lesben seitens der militant-homophoben Subkultur innerhalb des jamaicanischen Dancehall-Reggae etwas entgegenzusetzen - unter anderem angesichts der z.T. tödlichen Realität in Jamaica - startete am 26.7.2004 die britische Schwulen- und Lesbenorganisation OutRage! zusammen mit 150 Gruppen in Europa und den USA die internationale "Stop Murder Music-Kampagne". Die weltweiten Boykotte, Proteste von homosexuellen und anderen Gruppen sowie Konzertabsagen und Plattenverkaufseinbrüche führten zu Umsatzeinbussen von über 7 Mio $ und zwang die (Dancehall-)Reggae- Industrie dazu, mit Stop Murder Music zu verhandeln. Im Februar 2005 verpflichteten sich die grössten (Dancehall-)Reggae-Labels (VP-Records, Greensleeves Records und JetStar Records) und verschiedene Promotoren (Jammins, Apollo Entertainement) dazu, in Zukunft keine Tonträger mit Homohass-Songs auf den Markt zu bringen und dass die MusikerInnen der Labels z.B. während Konzerten ebenfalls darauf verzichten. Vertragspartner seitens "Stop Murder Music" waren Peter Tatchell (OutRage!), und Dennis Carney (Black Gay Men's Advisory Group).
Zwar hielten sich die Labels (mit einer Ausnahme) an den Vertrag, doch viele Label-MusikerInnen performten weiterhin Homohass-Songs. Gegen diese führte die SMM-Kampagne die finanziell schmerzhaften Boykott- Aufrufe weiter.

Zu Beginn des Jahres 2007 entstand auf Initiative eines Vertreters der Reggae-Musikindustrie in Zusammenarbeit mit der SMM-Kampagne ein neues Papier: Die Homohass-Song-Verzichterklärung "Reggae Compassionate Act" (RCA), die sich an die von Konzertabsagen, Einreisesperren und Umsatzeinbussen gebeutelten MusikerInnen mit Homohass-Songs direkt richtete - unter ihnen auch Buju Banton.
- Inhalt:  http://www.soulrebels.org/dancehall/w_compassionate_001.htm
- Entstehungsgeschichte:  http://www.soulrebels.org/dancehall/d_history_2007.htm - 11.5.07 unten

Ein paar der wichtigsten Musiker unterschrieben den RCA: Auf Erstunterzeichner Beenie Man (23.3.07, 19 Homohass-Songs) folgten Sizzla (15.4.07, 13 Homohass-Songs), Capleton (10.5.07, 22 Homohass-Songs), Buju Banton (23.7.07, 2 Homohass-Songs). Vertragspartner Peter Tatchell von OutRage! reagierte begeistert und rief die Beteiligten der SMM-Kampagne dazu auf, den unterzeichnenden Musikern eine Boykott-Pause zu gönnen.

DAS VERHALTEN DER UNTERZEICHNER

Die ersten Erfahrungen mit den Unterzeichnern des Reggae Compassionate Act zeigten leider schnell, dass diese es mit der Einhaltung des RCA nicht sehr genau nahmen und/oder z.B. die RCA-Unterschrift in Jamaica gar leugneten.
- 13.6.07 - Sizzla singt "Nah Apologize" in Berlin. Mehrere Berichte aus anderen Städten berichten von ähnlichen Geschehnissen.
- 16.6.07 - Beenie Man streitet in einem Interview seine RCA-Unterschrift ab
- 20.7.07 - Beenie Man streitet zwar nachwievor RCA-Unterschrift ab, aber spricht sich gegen homophobe Gewalt aus ("We don't need it").
- 25.8.07 - Nach dem Einspielen des Sounds von "Boom Bye Bye" wird Buju Banton am New Yorker CariFest das Mikrofon abgestellt.  http://www.youtube.com/watch?v=UoNMNmvcVpA
- 27.10.07 - Buju Banton singt Teile von "Boom Bye Bye" am Guyana Music Festival:
( http://www.soulrebels.org/dancehall/d_history_2007.htm - 27.10.07)
Buju Banton was the headliner of the much anticipated first Annual Guyana Music Festival. The promoter of the event, GT Entertainment group, have committed to ensuring that Guyana Music Festival is not discriminatory to any Guyanese citizen. In a public statement, SASOD, a guyanese LGBT, question the choice of the promoters to include Banton as an headliner and requested that Banton publicly condem violence made to gays and lesbians before behing allowed to perform at the festival. Three months after signing the Reggae Compassionate Act, Buju Banton showed that he had no intention to put his homophobic past behind him. The Guyanese newspaper Stabroek writes: 'But the night certainly belonged to the dreadlocked, still very much homophobic Jamaican dancehall star, who had no apologies for his discriminatory lyrics lashing the gay community. "Buju nah like no batty boy and dem batty boy attack Buju", the singer said to an adulating audience who seemed to have been waiting for that exact moment. And perhaps feeling the vibes of the embracing crowd and the urge to sing his controversial song, 'Boom Bye Bye', the singer belted out a few of the lyrics nearing the close of his performance. But Buju was not the only performer to have walked that line. When Peter Tatchell was interviewed by UK Newspaper The Voice, "We offered Buju Banton a deal. We agreed to call off our campaign if he agreed to stop performing songs advocating killing gay people. Buju has now broken this agreement so we will be consulting with our human rights allies in Jamaica and throughout the Caribbean. I suspect they will want to resume the campaign. Most black and gay and human rights groups will now insist there is a world wide boycott of him."
- Artikel: Stabroek:  http://www.soulrebels.org/dancehall/v_article_020.htm

- 25.12.07 - Am Magnum GT Taylor Christmas Extravaganza (Black River, Jamaica) fällt Capleoton (im Duett mit Sizzla) mit musikalischen Homohass-Ausbrüchen negativ auf
- 25.5.08 - Beenie Man spielt Homohass-Song in Miami am The Best of the Best Concert.

DIE REAKTION DER VETRAGSPARTNERiNNEN

Nach den negativen Erfahrungen im Sommer/Herbst 2007 einigten sich die SMM-InitiantInnen im November 2007 auf eine neue Vorgehensweise. MusikerInnen sollten nur noch als RCA-Partner akzeptiert werden, wenn sie folgende Bedingungen erfüllten und nicht einfach vor jeder Europa-Tournee "behind closed doors" den RCA als "Legitimierung" ihrer Auftritte unterschrieben:

A) The act needs to be signed with witnesses for the signature to be considered valid. The act cannot be downloaded from the internet. It has to be obtain by contracting the coalition (OutRage!), BMAG or J-FLAG);
B) A press conference will be organised in Jamaica where the artist will publicly announce his signature and
C) At the same press conference, the artist will need to condem the violence made to gays, lesbians, bi-sexuals and transgenders.
After that, the Stop Murder Music campaign targeting that specific artist will resume against him,
as long as he honour his signature by respecting the text of the Reggae Compassionate Act.
(siehe auch  http://www.soulrebels.org/dancehall/x_compassionate_update.gif)

Diese Haltung vertritt die internationale Stop Murder Music Coalition bis heute. Mit der Aufforderung zur Neuunterzeichnung des RCA unter den neuen Bedingungen, richtet sie sich auch an die vier vertragsbrüchigen Erstunterzeichner. Keine der vier Musikerinnen hat dies bisher getan.

EIGENE ANSÄTZE VON BUJU BANTON

Am 13.5.2008 publiziert Buju Banton in seinem eigenen Label-Magazin (Gargamel Gleaner Vol. 1 Issue 3) einen Aufruf an Dancehall-Reggae-KünstlerInnen, die Inhalte ihrer Songs zu überdenken. Zwar unterstützten eine Handvoll MusikerInnen den Aufruf, doch dieser ist mittlerweilen im Internet kaum noch zu finden und auf Buju Bantons Internetseiten gibt es keine Verweise darauf.  http://www.ttgapers.com/News/2008/5/14/buju-banton-pleads-with-artistes-to-clean-up-lyrics 14.5.09 (unten)
(...)
There are so much things to discuss and share with you but where to begin? I am of the belief that there is a certain force at work in this, our beloved island of Jamaica: a force working to further undermine us as a people who should know by now where we are coming from, and where we are going. Where is unity? Where is trust? Where is loyalty? Where is conscience? How long will brothers be placed in the uncomfortable position of being the buffer between the rich and poor in this country, all in the name of security? The scale is not a balanced one when it comes to dealing with those they say have not, as opposed to those who have. In Jamaica today we have a terrible problem with the guns, the gunman, the politicans, the dons, the deejays, the lesbian and gays, you name it. We are suffering a social decay yet no one, not a single one of our entertainers, have seen the need for a change in the lyrical content they are selling. In times past, entertainers were such a vocal set that even church leaders would quote them during service. What happened? Have we all become followers now, instead of leaders for our people? No wonder these political snipers are getting away with blue murder. Everybody is afraid of what speaking out might bring. I have no friend in high society. My friends are those I can identify with, those who have a heart conscience, those who see our country -- overrun by crooks and cut throats -- and are calling deep inside for their champions to restore their pride and dignity so we Jamaicans can once more hold our heads high and serve this great nation with our all. We have a responsibility. Let's pull together.

Seither (bzw. seit Okt 2007) gab es keinen dokumentierten Fall von Absingen eines Homohass-Songs durch Buju Banton. Was auch JournalistInnen auffiel: Aus einem Bericht auf dem Blog der Miami New Times vom 26.5.08 über das Konzert am Vortag: "Noticeably missing from his set was his notorious hit "Boom Bye Bye", for reasons we can easily speculate yet the audience was not complaining." (siehe auch  http://blogs.miaminewtimes.com/crossfade/2008/05/last_night_best_of_the_best_at.php)

DIE KONZERT-ORGANISATORiNNEN UND SOUNDSYSTEMS VOM 26.6.09
- Haunted Promotion (ZH)
- Sound Haunted (ZH), Warrior Sound (Wuppertal D), Ruff Pack (Biel/ZH)

Die beteiligten Schweizer Konzert-OrganisatorInnen und unterstützenden Soundsystems aus Zürich sind bekannt für ihren unkritischen bis militant-homophoben Umgang mit Homohass-Songs (über die mit dem UClub Wuppertal verknüpften Warrior Sound International ist bisher nichts bekannt, ausser dass sie die Buju Banton-Aftershow im Bootshaus machen werden.). Sie gelten auch in uns nicht gerade wohl gesinnten Kreisen als unseriös.
So behauptete z.B. der Haunted Promotion-Vertreter während der Auseinandersetzungen um das Mavado- Konzert im Mai 2009 gegenüber den Verantwortlichen des Jugendkulturhauses Dynamo, Mavado habe den "Reggae Compassionate Act" RCA unterschrieben. Dem ist nicht so - Nachfragen bei RCA-Verantwortlichen in England (Peter Tatchell) und Jamaica (J-FLAG) ergaben, dass Mavado weder den RCA unterschrieben, noch sich je dafür interessiert hatte.
Die OrganisatorInnen, die beteiligten Soundsystems und deren Umfeld stehen nicht nur in Zürich für den Schweizer Flügel der militant-homophoben Subkultur innerhalb der internationalen Dancehall-Reggae-Szene und organisierten in den letzten Jahren in Zürich mehrere Konzerte mit jamaikanischen Homohassern wie Elephant Man, Bounty Killer und Vybz Kartel.
In ihrem Fahrwasser tummeln sich auch andere Schweizer Soundsystems (z.B. Dubversive Soundsystem ZH), die an ihren Parties fahrlässig bis vorsätzlich auch Homohass-Songs der für solche Songs bekannten MusikerInnen auflegen.

Beispiele aus der Vergangenheit:

Elephant Man (17 Homohass-Songs) 8.5.07, Volkshaus Zürich
Supported by: Cali P and Skarsa Muchi, Sound Haunted, Heatwave Sound
Presented by: Haunted Blake/Global Entertainement

Bounty Killer (22 Homohass-Songs) 12.4.08, Alte Kaserne Zürich
Supported by: Sound Haunted, Ruff Pack (Biel/ZH), Andrew Robinson
Presented by: Haunted Unikcris Promotion
(Bounty Killer stürmte nach seiner vertraglich garantierten homohassong-freien Europa-Tournee (u.a. 2 CH-Konzerte) bei seinem Auftritt in Guyana am 19.4.09 die Bühne und skandierte "All Battyman fi dead")

Vybz Kartel (11 Homohass-Songs) 20.9.08, Alte Kaserne Zürich
Supported by: Vybz Kartel & Portemore Empre (JAM), Black Ice (JAM), G Blunt (Jam), Out and
bad sound (JAM), Slvr Sound (JAM), Blood a Run (ZH)
Presented by: Yard Style Promotion (Dem wah fi war wi so we sen fi di army)

Während sich über "Yard Style Promotion" fast nichts zuverlässiges herausfinden lässt (Blood a Run sind mit Haunted Promotion + Co. befreundet), sind die Kreise um "Haunted Promotion, Blake und Co." (früher "Haunted Unikcris Promotion, Robinson und Co.") bekannt: Im Handelsregister waren seit 13.11.07 Nigel "Andrew" Robinson (ZH) sowie Nicardo Blake (ZH) als deren Gesellschafter registriert. Der Musiker Nigel "Andrew" Robinson hat sich im Februar 2009 aus der Gesellschaft zurückgezogen, als neue Gesellschafterin ohne Zeichnungsberechtigung fungiert Lavyne Amollo aus Neuchâtel. Hauptgesellschafter Nicardo Blake war früher Mitinhaber von "Haunted Blake" und organisierte im Mai 07 zusammen mit "Global Entertainements" (Sven Ronc, Kismet Engene) für stolze Fr. 50.-- Eintritt das Konzert mit Elephant Man im Volkshaus ZH.

In der (Dancehall-)Reggae-Szene haben Haunted Promotion + Co. aber auch aus anderen Gründen einen schlechten Ruf: In Internetforen stösst man immer wieder auf Beschwerden über teure, schlecht organisierte Konzerte und über unzumutbare Zustände für das Publikum.
Im Allgemeinen entsteht ein bisschen der Eindruck, dass Haunted Promotion in die "Geschäftslücke" springen will, die entstand, nachdem die meisten grossen seriösen VeranstalterInnen und Kulturzentren in der Schweiz nicht mehr Konzerte mit den grossen umstrittenen Dancehall-Reggae-Grössen mit Homohass-Song- Vergangenheit bzw. -Gegenwart machen wollten. Dafür benötigt Haunted Promotion aber - angesichts der hohen fünfstelligen Gagen der MusikerInnen - genug grosse Konzertlokale.

FAZIT

Die OrganisatorInnen und Soundsystems des Buju Banton-Konzerts vom 26.6.09 haben in der Vergangenheit nicht gerade "Fingerspitzengefühl" bei der Auswahl von KünstlerInnen gezeigt. Sie boten militanten Homohassern die Möglichkeit, trotz internationaler Kritik ungestört auftreten zu können. Hinzu kommt, dass ihre sonstigen Soundsystem-Parties in der Schweiz nicht immer homohass-songfrei sind. Es stellt sich daher die Frage, ob man ihnen eine Plattform zur Profilierung als "coole" KonzertorganisatorInnen - Buju Banton ist ein "Superstar" - bieten sollte.

Buju Banton hat bezüglich Homohass-Songs im Dancehall-Reggae eine lange Geschichte und eine unrühmliche Leader- und Vorbild-Rolle. Zwar hat er 2007 unter finaziellem Druck den "Reggae Compassionate Act" RCA unterschrieben, diesen aber mehrmals gebrochen. Dies führte zur Aufforderung der Stop Murder Music Coalition, dass er und andere MusikerInnen den RCA erneut und unter neuen Bedingungen unterschreiben - dies hat er bis heute nicht getan.

Positiv zu werten ist die Tatsache, dass seit Okt 2007 kein Fall mehr bekannt wurde, der darauf schliessen lässt, dass er Homohass-Songs gespielt hätte. Sein Aufruf zum Überdenken von Song-Inhalten im Jahre 2008 scheint ernst gemeint gewesen zu sein, doch leider sind ein Jahr danach keine Spuren mehr davon vorhanden.

Wenn Buju Banton es wirklich ernst meint, sollte es für ihn kein Problem sein, den RCA erneut zu unterschreiben - verbunden mit einer Medienkonferenz in Jamaica. Als "Langzeit-Täter" mit Pionier- und Vorbild-Funktion hat er viel politischen, sozialen und kulturellen Schaden angerichtet - es ist deshalb höchste Zeit, dass er dafür ernsthaft die Verantwortung übernimmt und Wiedergutmachung leistet - die betroffenen Opfer und Hassobjekte haben dies mehr als verdient.

Es stellt sich auch hier die Frage, ob man ihm schon eine Plattform bieten sollte oder nicht zuerst seine weitere Entwicklung abwarten sollte.

Angesichts der weltweit zunehmenden homophoben Gewaltbereitschaft und der brutalen Überfällen durch religiöse und politische FundamentalistInnen auf der ganzen Welt - siehe auch das Beispiel Osteuropa  http://www.sf.tv/videoplayer/embed/b1b33f24-484a-4938-9511-5af1d32c36a7&live=false - wäre es wohl angebracht, ein Zeichen zu setzen. Auch als VeranstalterIn, KonsumentIn und/oder Konzertlokal-BetreiberIn.

Bern, 27.5.09

Stop Murder Music Bern
 http://www.stopmurdermusic.ch
Weitere Hintergrund-Infos:
- Soulrebels.org:  http://www.soulrebels.org/dancehall.htm

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 :: Nicht inhaltliche Ergänzungen :
  1. Free Buju Banton! — Reaggae again the System
  2. murder music — so gehts nicht
  3. sind rastafaris jetzt rassisten? — röhm
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