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Dass Rechtsextreme versuchen sich linke und andere Symbolik und Rhetorik anzueignen um sie mit ihren rassistischen und menschenverachtenden Ideologien zu füllen, ist gewiss nicht neu und reicht zurück in die Anfangszeiten des „Nationalsozialismus“. Ebenfalls hinlänglich bekannt ist das Rechtsextreme immer wieder versuchen Subkulturen zu unterwandern und für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. In gewissen Fällen leider mir grossem Erfolg. So ist es der extremen Rechten zum Beispiel gelungen die Subkultur der Skinheads so stark zu instrumentalisieren, dass in der öffentlichen Wahrnehmung Skinheads mit Rechtsextremen gleichgesetzt werden.
Aber auch in der New Wave, Neofolk und Gothik Szene tummeln sich eine Reihe von neokonservativen und neofaschistischen Bands. Eine davon ist die „Camerata Mediolanense“. Wie bei fast allen Bands aus der rechtsextremen Dark-Wave-Szene ist auch bei „Camerata Mediolanense“ die faschistische Gesinnung nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Zwar gab die Band gegen Ende 2000 ein Interview in der inzwischen verbotenen deutschen Ausgabe des „Blood&Honour“-Magazin, dem Organ des gleichnamigen Neonazi-Netzwerks. Die „Kameraden“ beendeten das Interview sogar mit dem Wunsch, dass die Leserschaft „Gelegenheit hat, an einem der nächsten Camerata Mediolanense teilnehmen zu können“. Solch offensives Vorgehen bildet aber eher die Ausnahme. Soleil Noir, die Veranstalter dieses Anlasses, streiten jegliche Nähe zur extremen Rechten ab. Diese Pseudo-Distanzierungen verkommen aber zu blankem Hohn, wenn man sich die an Soleil Noir Anlässen auftretenden Bands genauer anschaut. Verdeckte, aber auch offene rechtsextreme Äusserungen finden sich zu Hauf. Dass einige Personen, die sich bei Soleil Noir beteiligen, über beste Kontakte zu Blood & Honour Romandie verfügen, zeigt ihren wahren Kern umso mehr. Auch kommt es immer wieder vor, dass Mitglieder von Blood & Honour Romandie Konzerte von Soleil Noir besuchen und ungehindert den Hitlergruss machen. Bands und VeranstalterInnen aus diesem Unfeld bemühen sich in der Regel insbesondere gegenüber der Öffentlichkeit, darum nicht in die rechtsextreme Ecke gestellt zu werden und verstecken ihre menschenverachtende, rassistische Gesinnung unter dem Deckmäntelchen der Freiheit der Kunst. Das entspricht auch dem elitären Selbstverständnis dieser „Künstler“. Nur den „Eingeweihten“ soll sich die Botschaft offenbaren.
Beim genaueren hinschauen, wird aber schon klar, wessen Geistes Kinder, hier musizieren: Faschistische Symbole werden zu Hauf verwendet - schon auf dem Plakat das die Veranstaltung in Fribourg ankündigte, prangerte gross die „Schwarze Sonne“ in Form eines zwölfarmigen Hakenkreuzes (ein Abbild der „Schwarzen Sonne“ die von SS-Leuten im Obergruppenführersaal der Wewelsburg angebracht wurde).
„Alle Bands der braun-schwarzen Dark-Wave- Szene- von Camerata Mediolanense über Allerseelen, Blood Axis über Death in June, der Blutharsch, Kirlian Camera bis hin zu NON, Von Thronstahl und Waldteufel – spielen nicht nur mit (prä)faschistoiden Symbolen und Motiven, sie führen eine regelrechte „faschistische Synthese“ (Zeev Sternhell) auf. In ihren Songs und ihrem Artwork verdichten die Akteure der rechten schwarzen Szene Methapern und Mythen aus dem Spektrum der Konservativen Revolution und des Italienischen Faschismus. Durch gezielte Intentionen erscheint die Verdichtung als geschlossenes Konzept. Die Präsentation ihrer „ästhetischen Projekte“, ob in der Lyrik oder in der Performance, bedingt eine intensive Reflexion über die zwei Jahrhunderte altem „Mythen der Rechten“ Bewusst werden Motive und Fragmente aus dem ästhetischen Fundamentalismus der extremen rechten aufgegriffen, und gezielt werden die Argumentationen und Visionen dieser antimodernistischen Revolte wiedergegeben“ (aus „Ästhetische Mobilmachung“ von Andreas Speit, 2002)
Uns ist es egal, welcher Subkultur sich Neonazis und Rechtsextreme zugehörig fühlen und wie sie ihre Propaganda verbreiten wollen. Wir werden sie immer und überall bekämpfen
Kein Fussbreit dem Faschismus!
Antifaschistische Aktion, Kommando nazifreie Subkultur
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Rund 30 Linksextreme haben am Samstagabend eine Bar in Freiburg gestürmt. Sie setzten Tränengas ein, zertrümmerten mit Baseballschlägern Scheiben und demolierten das Mobiliar. Danach griffen sie die Polizei an.
Die vermummten Männer hatten die Bar «Elvis et moi», in der eine private Gothic-Party stattfand, kurz nach 20 Uhr gestürmt. Es habe sich um einen kommandomässig organisierten Angriff gehandelt, sagte ein Polizeisprecher gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Von den 13 anwesenden Gästen wurde niemand verletzt.
Eine erste Polizeipatrouille musste sich vor der gewalttätigen Gruppe zurückziehen. Eine zweite Patrouille wurde ebenfalls mit Stöcken und Wurfgeschossen angegriffen. Zudem sprühten die Vermummten Pfefferspray in ein Polizeiauto.
Schutz mit Dienstwaffe
Die Beamten setzten sich mit Tränengas zur Wehr und zogen nach Angaben des Polizeisprechers sogar ihre Dienstwaffen - allerdings ohne davon Gebrauch zu machen.
Ein Polizist wurde bei der Auseinandersetzung leicht an der Hand verletzt. Einer der Angreifer, der festgenommen worden war, wurde von seinen Kameraden wieder befreit.
Danach gelang den Vermummten die Flucht. Obwohl die Polizei Strassensperren errichtete und Züge durchsuchte, blieben die Angreifer bisher unauffindbar. Rund 30 Beamte waren im Einsatz, derzeit läuft ein Ermittlungsverfahren.
Unpolitische Gruppe
Die Polizei geht davon aus, dass es sich um eine Abrechnung zwischen den Angreifern und den Veranstaltern der Party handelte. Der Anlass war von einer Gruppe namens Soleil Noir organisiert worden, die sich auf ihrer Website als völlig apolitisch bezeichnet.
Allerdings lehnt die Gruppe die globale Vereinheitlichung, «die grosse, fade Suppe des Multikulturalismus» ab. Die Party-Teilnehmer hätten «eine gewisse grossdeutsche Ästhetik» gepflegt, sagte der Polizeisprecher. Es handle sich aber offenbar nicht um Neonazis.
Quelle: SDA/ATS