|
Heute Abend wurde das Zürcher Hardturmstadion, welches ursprünglich für die Euro 2008 neu gebaut werden sollte und seit einem halben Jahr leer steht, von AktivstInnen der Subkultur neu besetzt. Mit viel Lebensfreude ist innerhalb Stunden ein neuer Erlebnispark entstanden – ein selbstverwalteter Begegnungsort für alle! Während der drei Tage dauernden «Brot&Aktion»-Spiele werden unterschiedlichste Sport-Disziplinen wie zum Beispiel ein Ben-Hur-Wagenrennen ausgetragen, es gibt Konzerte, Theater; das Stadion wird von KünstlerInnen aus ganz Europa neu gestaltet. «Brot&Aktion» richtet sich gegen die Kommerzialisierung des Fussballs. Zürich und andere Euro-Städte haben während der Euro diverse demokratische Grundrecht ausser Kraft gesetzt. Die halbe Innenstadt wurde zur Sonderzone, welche einigen wenigen Grosssponsoren vorbehalten war. Die Bewegungsfreiheit der Stadtbevölkerung wurde mit Absperrungen und Zugangskontrollen eingeschränkt. Während die öffentliche Hand Millionen von Steuergeldern in Sicherheit und PR fürs Standortmarketing investiert hat, verdient die Uefa mit der Euro 2008 Milliarden. «Brot&Aktion» will der Euro ein positives Fest entgegen halten, das für die ganze Stadtbevölkerung offen ist. «Brot&Aktion» ist unser Spielplatz!
Weitere Infos und Bildmaterial auf www.raumpflege.org
Weitere Infos zu zud Besetzung: Zürcher Hardturm-Stadion für Brotäktschen besetzt
Von 4. bis 6. Juli 2008 finden im Hardturmstadion Zürich die «Brotäktschen»-Spiele statt: Ein Wochenende voller nichtkommerzieller, selbstbestimmter, unreglementierter und ausgelassener Spiele, Konzerte und Parties, kulinarischer und künstlerischer Darbietungen. «Brot&Aktion» nimmt sich einen Freiraum und zeigt, dass Grossanlässe auch ohne Sponsoring, absurde Sonderregelungen, 1000schaften von Polizeikräften, Militäreinsätzen und Überwachung durch Drohnen durchführbar sind.
Heute Abend wurde das leer stehende Hardturmstadion mit den «Brotäktschen»-Spielen neu eröffnet. Mit viel Lebensfreude ist innerhalb Stunden ein neuer Erlebnispark entstanden – ein selbstverwalteter Begegnungsort für alle! Während den über das ganze Wochenende andauernden Eröffnungsspielen werden im Hardturm die unterschiedlichsten Disziplinen ausgetragen: Menschengetriebene Titanengefährte aus Stahl und Traktorreifen schwitzen im Ben Hur-Wagenrennen um die Gunst der Bahn. Nur die mutigsten TischfussballspielerInnen wagen es im Human-Life-Kicker (Joggelikasten mit Menschen als Spielfiguren) gegeneinander anzutreten. Live-Bands aus aller Welt, das Kochteam «Mediterrane Küche», die Equipe «internationale Wandgestaltung», Soundsystems und viele mehr sorgen für Unterhaltung.
«Brotäktschen» steht in der Tradition von Aktionen wie «Reclaim The Streets», «Shantytown» oder «Danslieue». Kultureller Freiraum und Anlässe, die nicht aus kommerzieller Motivation durchgeführt werden, sind in der sauberen Limmatstadt selten geworden. Im Hinblick auf die Euro 2008 haben die Stadt Zürich und andere Austragungsorte bestehende Gesetze aufgehoben und persönliche Grundrechte eingeschränkt, damit Organisationen wie die UEFA Milliardengewinne erwirtschaften. «Brotäktschen» dagegen sind Spiele für alle und ein klares Statement gegen die Kommerzialisierung des Fussballs und immer mehr öffentlicher Räume. Abgeleitet ist der Name «Brot&Aktion» von «Brot und Spiele»; ähnlich wie im Alten Rom dienen Spiele heute der Kontrolle der Masse und lenken von den gesellschaftlichen und politischen Problemen ab. «Brot&Aktion» versteht sich als Kontrast zum herausgeputzten «wir leben Zürich». Während die Stadtregierung mit Marketingaktionen im öffent lichen Raum eine urbane, weltoffene Stadt propagiert, werden fortlaufend kreative Freiräume verdrängt und günstiger Wohnraum durch Luxuswohnungen ersetzt. Doch wir lassen uns nicht verdrängen!
Brot&Aktion ist erst der Anpfiff!
Brotäktschen ist der urbane Herzschlag von Zürich!
Brot&Aktion trotzt dem Sauberkeitswahn!
Brotäktschen ist unser Spielplatz! ++++++++++
PRESSEINFOS
Kontakt: Mobil-Tel. 079 547 75 52 Medienkonferenz mit Rundgang: Sa, 5. Juli, 13.00, Hardturmstadion Bilder auf www.raumpflege.org (im Stadion gibt es ein striktes Fotoverbot)
|
|
Ein Vermittlungsversuch von Seiten von Brot&Aktion wurde im Keim erstickt, die Vermittlerin auf der Stelle verhafte. Die Polizei sucht anscheinend die Konfrontantion, von Deeskalation ist von Seiten der Polizei nichts zu spüren. Wir distanzieren uns in aller Heftigkeit von dieser unverhältnismässigem Einsatz und Rufen die Polizei zur Mässigung auf.
Seit 19 Uhr hat sich die Lage nun wieder beruhigt. Lasst uns die friedlichen Spiele beginnen.