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 :: Erlebnisbericht aus Luzern ::
 Themen | Wohnungsnot/Squat | Repression/Knast 02-12-2007 18:34
AutorIn : Beteiligter : http://
Ein Erlebnisbericht zur Massenverhaftung in Luzern.
Wie ihr sicher schon gelesen habt, wurde gestern quasi eine komplette Demonstration verhaftet, 245 Leute. Als die Leute sich um 20.00 Uhr versammelt hatten vernahm man mal, der Wasserwerfer hätten gerade die Polizeikaserne verlassen. Also sind die rund 150 - bis 200 Leute die am Versammlungsort (Vögelipark) waren, sogleich loszogen. Aber weiter als dem Versammlungsort selbst kamen sie nicht, die Polizei zog sogleich auf. Der ganze Park (!) wurde von derart vielen Polizisten aus allen Seitenstrassen (!) umstellt, dass sofort klar war, wie die polizeiliche Strategie aussehen würde: Die Kundegebung im Keim ersticken. Jetzt wurde es auch den Hintersten und Letzten klar, dass sie einem nun Festnehmen würden.

Die Polizei drängte alle Leute die im Park waren unter Pfefferspray-Einsatz zusammen und umstellten uns alle. Danach begangen sie mit gefährlichen & brutalen Greiftrupps einer nach dem anderen zu Verhaften. So wurden am Boden liegende Leuten in den Bauch getreten oder man bekam, war man das Objekt eines Greifers wurde einfach mal einen Faustschlag ins Gesicht ab. Dies nahm man natürlich nicht hin und so kam es zu einem stundenlangen Gezerre wobei nicht bloss 3 mal Pfefferspray eingesetzt wurde. Die Leute begingen Ketten zu bilden und wehrten sich, so gut es ging gegen jede einzelne Festnahme. So musste die Polizei Person für Person aus den Ketten reissen, wobei die einzigen Möglichkeiten die der Polizei blieben rohe Gewalt oder Pfefferspray waren. Gelegentlich gingen Leute freiwillig aus dem Kessel um der Gewalt zu entgehen oder gingen weil sie schlichtwegs verletzt waren, anderen wurde diese Möglichkeit freiwillig zu gehen verwehrt. Die ganze Szenerie wurde von mehreren Polizisten auf Video festghalten, jede Verhaftete Person wurde ebenfalls per Videocam vor Ort aufgenommen. Wurde man Verhaftet brachten sie einen nach Aufnahme der Personalien in einen Kastenwagen und brachten einem irgendwohin.

Ich wurde dann zusammen mit anderen in eine Zivilschutzanlage (Sonnenberg, ca. 200m unter der Erde) abtransportiert. Die Polizei wurde während der ganzen Zeit in diesem Bunker von Zivilschutzläuten assistiert. Dort angekommen landeten zuerst einmal alle in einen grossen Raum von wo ich dann nach stundenlangem Warten irgendwann mal in einer Sammelzelle landete. Wenn man sich diese Zellen genauer ansah, wurde einem sofort klar dass diese Einrichtung recht neu war, dies sah man z.B. an den neu anmutenden Zellentüren. Auf jeden Fall war man die ersten, die je damals darin eingepfercht wurden. Alle hatten bei der Verhaftung Kabelbinder bekommen (in der ersten Sammelzelle hatte jemand ein Messer dabei), da man diese aber oftmals relativ leicht abbekam gab es für mich dann Handschellen.

Von dieser Sammelzelle wurde man dann irgendwann mal zur Leibesvisitation gebracht und dann in die neben der ersten liegende Sammelzelle gesteckt. In dieser Sammelzelle gab es dann endlich einen Schlüssel (!) und man konnte sich jeder Fesselung entziehen, leider aber gabs da keinen Tabak mehr. Die ganze Sache war eine riesengrosse Warterei und eine tragische Komödie für sich. Diese Sammelzellen bestanden immer aus zwei Räumen, einmal abgetrennt mit einer Tür, einmal ohne. Dieser hintere Bereich wurde dann kurzerhand zur Toilette umfunktioniert. Mit der Zeit war dann diese zweite Sammelzelle überfüllt mit Leuten und es entwickelte sich ein bestialischer Gestank in einem Raum ohne Zuluft. Es war eine Saune.

Hier wurde dann alles, was nicht niet und nagelfest war von den Wänden gerissen und den Polizisten im Gang als Geschenk übergeben. Als dann die Türe zwischen den zwei Räumen herausgehebelt wurde verlegte man uns in die erste Sammelzelle zurück und wir bekamen neue Handschellen bzw. Kabelbinder. Die Stimmung hier kam schon fast einem Knastaufstand gleich. Am neuen Ort war natürlich auch der Handschellenschlüssel wieder dabei und nach einer Reiberei an der Zellentür (wo einem fast das Bein gebrochen wurde) verlegte man dann einen Teil der Leute in Kleinzellen. In einer dieser Kleinzellen hatten sie am Anfang ein paar Frauen eingesperrt und das Guckloch in der Tür zugemacht. Als Folge dessen bekamen sie keine Luft mehr, sie husteten und atmeten von der am Boden verbleibenden Luft während alles ober ihnen wie Nebel aussah, sauerstoffarme Luft.

Anfangs war der Toilettengang und die Wasserversorgung in den meisten Fällen (auch durch die Zivilischützler) relativ gewährleistet. Aber wie es später wurde wurde auch die Versorgung von Wasser und der Möglichkeit auf's WC zu gehen gleich null. Die meisten Zivilschützler verliessen so gegen halb 5 die Anlage. Ich habe dazu auch gehört, dass gewisse Frauen in den Zellen wesentlich schlechter behandelt und versorgt wurden als wir in den Sammelzellen. Auch sei eine Frau geohrfeigt worden, so dass sie nachher blaue Flecken hatte, kann ich aber zurzeit nicht bestätigen.

Die Polizisten in dieser Anlage waren im Grunde völlig überfordert. Sie mussten sich einiges gefallen lassen, hatten keine Pausen und waren von Anfang bis Ende im Dienst. In gewissen Situationen mussten sie Verstärkung herbeiholen. Die ganze Prozedur dauerte eine Ewigkeit und sie selbst wussten wahrscheinlich auch nicht genau wie es weiterging. Irgendwann war man dann auch mal an der Reihe und wurde entweder gleich im Bunker verhört oder wurde dazu zur Stadtpolizei/Kantonspolizei gefahren. Diejenigen Leute die gleich in der Anlage verhört wurden, wurden meist nicht zurück in die Stadt gefahren sondern in irgendwelchen Nachbargemeinden ausgesetzt (O-Ton: Wir wollen euch nicht mehr in der Stadt). Die anderen bei der Stapo oder Kapo wurden dann dort freigelassen wo auch gleich die Leute von der Antirep warteten.

Für mich hatte es manchmal den Anschein als wurden Leute die eher aussehen als hätten sie weniger damit zu tun als andere umso schlechter behandelt, vor allem aber Frauen. Es sollte quasi die Botschaft vermittelt werden das sie sowas am besten nie wieder tun. Wenn ich mir vorstelle, dass diese Anlage für die EM08 umgerüstet wurde läuft mir ein Schaudern den Rücken hinab. Wenn die Polizei denkt, sie könne dann mit den Hooligans gleich verkehren wie mit uns werden sie wohl noch eine Überraschung erleben. Wenn man dort Hooligans hineinstecken will muss man mit Szenen jenseits der gestrigen Tragödie rechnen, gar mit Schwerverletzten. Dass diese ganze Sache schon im vornherein geplant war ist nach dieser Nacht nicht von der Hand zu weisen. Dieser ganze Anlass diente einzig und allein um für die EM08 zu proben und dies gleich den UEFA Bossen zu präsentieren.

Für uns stellt sich nun die Frage wie man dagegen Widerstand leisten will. Könnte man sich einen solchen Samstag einfach mal nur Normalität machen bis die Stadt einlenkt und die Versalmmlungsfreiheit wiederherstellt.
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  «Die Polizei schlug wahllos mit Knüppeln auf uns ein»
03.12.2007 01:30  
Akt. 02.12.07; 23:45 Pub. 02.12.07; 06:20 ast

«Die Polizei schlug wahllos mit Knüppeln auf uns ein»

Teilnehmer der illegalen Boa-Demo kritisieren den harten Einsatz der Polizei. Diese räumt Probleme bei den Abläufen ein.


Ein unbewilligtes Strassenfest gegen die Schliessung der Boa und für mehr kulturelle Freiräume artete am Samstagabend zu einer Massendemo im und ums Vögeligärtli aus. Die Polizei verhaftete 245 der rund 800 jungen Leute. «Die Polizei reagierte völlig unverhältnismässig und schlug wahllos mit Fäusten, Knüppeln und Schildern auf uns ein», sagt Jacqueline Wüst. «Drei Polizisten drückten mich zu Boden, jetzt habe ich überall blaue Flecken», sagt die 18-Jährige weiter.

Die Polizei weist diese Vorwürfe zurück. «Mehrzweckstöcke stehen den Polizisten zur Abwehr zur Verfügung», sagt Ernst Röthlisberger von der Stadtpolizei Luzern. Kritik hagelt es auch wegen der Unterbringung der Festgenommenen in der ehemaligen
Zivilschutzanlage Sonnenberg. «Die Festgenommenen mussten sich nackt ausziehen und wurden teilweise bis am Sonntagmorgen festgehalten», sagt ein anderer Demonstrant.

Pro Zelle seien es rund zwölf Personen gewesen, sie hätten nur Wasser bekommen und ohne Decken auf dem kalten Steinboden ausharren müssen. «Wir werden in Sachen Abläufe und Unterbringung bei Massenfestnahmen über die Bücher gehen», sagt Röthlisberger dazu.

Anne-Käthi Kremer


AutorIn: 20minuten
  Erlebnisberichte auf bitxidenda
03.12.2007 15:14  
Bitxidenda.ch plant, verschiedenste Erlebnisberichte und Kommentare von Verhafteten gebündelt zu veröffentlichen.

Wurderst Du Verhaftet und hast Lust, einen kurzen oder langen Text - Form egal - zu schreiben?
--> Sende dies bis morgen Abend an stm (a) bitxidenda.ch

Ob Du deinen Namen veröffentlichen willst oder nicht, bleibt dir überlassen (bitte anmerken).

Auf breite Opposition!


AutorIn: bitx
  Weiterer Erlebnisbericht
03.12.2007 16:41  
Kurz nachdem die Strassenparty loszog, waren schon überall Polizisten, es gab keine Möglichkeit mehr sich aus dem Vögeligärtli zu entfernen. Die Menschen wurden immer weiter zusammengetrieben, bis es kaum mehr Platz sich zu bewegen gab. Dann begann die Polizei einzelne Menschen mit Greiftrupps rauszuholen, wer sich wehrte wurde mit Pfefferspray, "Mehrzweckstöcken" und Schildern attackiert. Der Pfefferspray verteilte sich in der Luft und man konnte nicht flüchten, viele hatten gereizte Augen, Schleimhäute und Atemnot. Auch der Platz im Kessel wurde immer weniger, die hintersten beim Container wurden fast erdrückt. Um ca. 22:00 wurde ich aus dem Kessel gezogen und von zwei Polizisten abgeführt. Mir wurden die Effekte abgenommen, ich wurde gründlich abgetastet, mit Kabelbindern gefesselt und im Polizeiwagen mit 4 weiteren Verhafteten und 5 PolizistInnen abtransportiert. Wir mussten dann 1h lang (bis 11:00) im Polizeiwagen auf Einlass in die Sonnenberg Zivilschutzanlage warten. Zwei Mitverhaftete mussten die ganze Zeit auf den Knien ausharren obwohl sie immer wieder darum baten auf die (freien) Bänke sitzen zu dürfen, da sie die Beine nicht mehr spürten.

Dann 1h warten im Eingangsbereich der Zivilschutzanlage. Danach nochmal 1h Warten auf die Abwicklung im unterirdischen Bereich des Bunkers (Ende des Eingangstunnels). Die meisten konnten währenddessen die Kabelbinder loswerden, einige konnten rausschlüpfen und andere schnitten sie sich gegenseitig auf. Scheinbar war es aber auch kein Problem richtige Handschellen loszuwerden, da die Schlüssel dazu auf den Gängen rumstanden. Es waren nur ca. 2-3 Polizistinnen vorhanden um die vielen Frauen zu fichieren, also mussten wir sehr lange warten. Ich und eine weitere Frau mussten sehr dringend aufs WC, es wurde aber immer gesagt dies sei erst möglich wenn man an der Reihe sei zur Fichierung. Als die Schmerzen der Blase unterträglich wurden und wir in eine Ecke am Ende des Eingangstunnels urinieren wollten (nach insg. bereits 5h ohne WC), wurden wir davon abgehalten und es ging dann doch noch schneller. Die ganze Zeit über waren sowohl Polizisten wie auch Zivilschutzleute anwesend, man merkte gut, dass die Zivilschutzleute mit der Lage überfordert waren, da sie nicht wussten, inwiefern sie auf unsere Bitten eingehen durften. Der Zivilschutz ist ja auch nicht dafür gedacht, bei Massenverhaftungen zum Einsatz zu kommen.

Endlich ging es weiter, in einen kleinen Raum (ca. 5x2m) wo bereits ca. 15 Personen warteten. Unsere Effekte hatten wir immer noch mit uns, es wäre also kein Problem gewesen Dinge auszutauschen oder belastende Gegenstände zurückzulassen. Das dürfte bei einem solchen Polizeieinsatz nicht vorkommen. Der Raum hatte zwei kleine Öffnungen ganz oben und eine Klappe in der Türe (je ca. 10x10cm). Lüftung gab es keine. Dementsprechend mangelte es dort auch bald an Sauerstoff und wurde heiss und sti(n)kig. Die Leute begannen zu husten und die meisten legten sich auf den Boden, der zumindest noch ein wenig kühl war. Nach ca. 1/2h wurde ich zur Fichierung abgeholt, d.h. nackt ausziehen, und dabei wurden alle Kleidungstücke einzeln abgetastet. Danach in einen anderen Raum (dasselbe Modell wie vorher). Nach nochmal etwa 1h kam ich 3 Stöcke tiefer zum Fotografieren. Von Vorne, von beiden Seiten, alles. Dann das Verhör. Dieses bestand nur aus Personalienaufnahme, Erstellung der Effekteliste, Vorlesen des Grundes für die Ingewahrsahnahme und Möglichkeit zur "ergänzenden Bemerkungen" (keine Vorlesung der Rechte). Danach kam ich noch so 3h in eine Gitterzelle, die gut belüftet war und wo man auch aufs Klo durfte, wenn man darum bat. Diese Zellen waren im Grunde seitliche Nischen im Gang, die mit einem Gitter wie man es bei amerikanischen Gefängnisfilmen sieht abgegrenzt waren (Längsstäbe, all 50cm mit Querverstrebungen). Der Boden war kahler Beton, es gab keine Matten, Decken oder ähnliches, obwohl einzelne über 6h darin ausharren mussten. Es wurde nun nach Frauen und Männern getrennt, was in den vorherigen Zellen nicht der Fall war. Um 6:00 wurde ich mit ca. 15 anderen Leuten aufgerufen und durfte den Bunker verlassen. Wir konnten in einen Polizeibus einsteigen und dachten wir würden an den Bahnhof gefahren. Wir wurden aber an eine Tankstelle in Kriens gefahren wo wir aussteigen mussten (wir wollten nicht, da wir nicht wussten wo wir waren).

Der ganze Polizeieinsatz schien sehr unorganisiert, und es schien als wäre die Schikane der Verhafteten das Ziel.


AutorIn: Verhaftete
  weiterer Erlebnisbericht RTS Luzern 1.12.07
03.12.2007 21:30  
Erlebtes an der RTS in Luzern vom 1.12.07:
Ca. 20:20 im Vögeligärtli(in der nähe des Bahnhofs Luzern) angekommen und bisher keine Polizei gesichtet.
Ca. 20:25 Demo startet, Polizei kommt plötzlich/überraschend von allen Seiten und Kesselt immer enger.
Der Kessel ist nach ca. 15min so weit zusammengezogen das die ca. 200 Leute eng aneinanderstehen. Von der Demo ging Absolut keine Gewalt aus.
Ca. 20:50 Polizei beginnt Leute rauszupicken. Menschenketten. Gerangel. Z.t. Brutaler Polizeieinsatz inkl. Pefferspray.
Ca. 21:20 Meine Ingewahrsamnahme. Taschen leeren. Personenkontrolle. Ganzkörpervideoaufnahme. Kabelbinderhandschellen. Warten auf den Abtransport.
Schlussendlich werden alle gekesselten Leute mitgenommen.
Ca. 22:00 Anstehen im Zivilschutzbunker, danach ab in die ca. 30qm grosse Gefängnisszelle wo schon etwa 15 Leute drin sind. Kabelbinderhandschellen werden dank eingeschmuggeltem Messer abgenommen. Warten auf die Leibesvisitation. Wenig Trinkwasser. Hoffnung bald wieder frei zu kommen. Keine Infos von der Polizei.
Ca. 23:30 In kleiner Kammer einmal alle Kleider ausziehen (bei halb geöffneter Tür) Kleidungsstücke werden durchsucht. Danach Versetzung in die Zelle nebenan die auch ca. 30qm ist. Da sind etwa 20 Leute drin. Ungewissheit. Hitze. Sehr schlechte Luft da die Lüftung ausgefallen war. Aber die allgemeine Stimmung war trotzdem noch gut. Immer mehr Leute werden hineingequetscht, schlussendlich warens in dieser Zelle so um die 60ig! Handschellen(ob Plastik oder Metall) hatte fast niemand mehr an, da ein Schlüssel im umlauf war;-) nur sehr vereinzelt werden Leute rausgenommen. Das weitere vorgehen ist völlig unklar.
Ca. 02:30 Leute werden verständlicherweise unruhig. Uhr und Türe werden demontiert. Aggressive Stimmung kommt auf. Die Bullen haben genug und räumen die Zelle und es geht für ein teil der Leute wieder in die erste Zelle, Die Kabelbinderhandschellen(die aus Metall bringen wegen dem Schlüssel eh nichts mehr, was die Bullen ziemlich ärgert) werden diesmal sehr fest angezogen und trotzdem dauerts nicht lange bis die nervenden Dinger wieder weg sind, zum Teil werden sie sogar von der Polizei selber abgeschnitten.
Ca. 04:00 Erste Leute werden aus unserer Zelle rausgelassen. Keine Info wohin. Zellen und Verhalten der Polizei ist absolut MenschenUNwürdig!(Betonboden, kein Essen, Betteln um aufs Wc zu dürfen oder was zu trinken, Vollbeleuchtung, Aussichtslosigkeit).
Ca. 05:00 Ich werde aus der Zelle gelassen und bekomme meine Persönlichen Sachen wieder, die von allen inhaftierten in je einem Plastiksack Chaotisch im schmalen Gang lagerten. Werde ins Gebäude der Kapo Luzern gebracht um den Papierkram hinter mich zu bringen.
Ca. 05:30 Freilassung, nach 9 Stunden völlig ungerechtfertigtem Polizeigewahrsams. Anzeige seitens der Polizei gibt sehr wahrscheinlich keine. Spaziergang Richtung Stadt am Vögeligärtli vorbei wo wieder alles „normal“ aussieht.

Es waren sehr viele Polizisten im Einsatz auch aus anderen Kantonen(z.b. Aargau, Zug) dazu kamen Gitterfahrzeuge und Wasserwerfer.
Viele verbündete Leute waren um den Kessel und in der Stadt unterwegs und wurden teilweise ebenfalls diskussionslos eingeknastet.
Zweistellige Zahl am Zivilschützern waren aktiv im Einsatz.
Der ganze Polizeieinsatz war von anfang an genaustens geplant.
EM lässt grüssen.


AutorIn: so nicht!
 :: Nicht inhaltliche Ergänzungen :
  1. 7.34 — Bunkianer
  2. danke! — super!
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