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 :: Ist der "Tag der Frau" überflüssig? ::
 Themen | Feminismus/Gender/Queer 13-02-2007 21:39
AutorIn : minerva : http://
Am 08. März ist „Tag der Frau“. Braucht es einen solchen Tag?

JA! Denn obwohl das Zugeständnis, einen Frauentag zu organisieren, bereits ein Eingeständnis für die in unserer Gesellschaft herrschende Sonderstellung der Frau ist, ist es doch wichtig, diesen immer noch HERRschenden Zustand erneut allen ins Gedächtnis zu rufen und zwar in möglichst konstruktiver Art. Denn nach wie vor ist die Gleichstellung von Mann und Frau eine (Alp-?)Traumvorstellung, an welche wir uns über lange Zeit Schritt für Schritt angenähert haben, von welcher wir uns aber seit einigen Jahren wiederum Schritt für Schritt entfernen. (Ein Phänomen, welchem alle sozialen Bewegungen ausgeliefert sind. Denn alle progressiven Bewegungen sind ein sehr gutes Beispiel dafür, dass nach einer Phase der Veränderung, des Aufstandes, der aktiven Teilnahme an einem Kampf, sogleich der Gegenschlag folgt, in welchem diese Bewegung entweder totgeschwiegen, lächerlich gemacht oder in eine absurde Richtung gedreht wird.) Die offensichtlichsten Schritte in diese Richtung (natürlich nur die Frauenbewegung betreffend) sind zum Beispiel die extrem sexistische Werbung, die sexistische Selektion im Arbeitsmarkt, sexistische Pornographie, zunehmender sexueller Missbrauch auch ausserhalb der Familie, Sexismus im Privatleben. Oder auch die Tatsache, dass FeministInnen und der Feminismus an sich lächerlich gemacht werden, dass Frauen, welche sich nicht (ganz) in das HERRschende Rollenbild pressen lassen, als „Emanzen“ abgestempelt werden, wobei suggeriert wird, dass es möglichst erstrebenswert sei, keine Emanze zu sein.
Denn noch heute gilt, selbst in linken Kreisen, dass das „Frauenproblem“ erstens sowieso sekundär ist, dass die Probleme der Gleichstellung von Mann und Frau automatisch mit der Befreiung der Gesellschaft einhergehen würde und dass sie ja in den meisten Bereichen bereits erfüllt ist. Was dann sowieso klar ist, ist die Tatsache, dass Frauen schon sehr selbstbewusst sein dürfen, sich politisch engagieren sollen und ihren „Mann“ stehen müssen, aber nur, solang es sich nicht um die eigene Freundin handelt. Denn für sie gilt immer noch: Schön sein, nett sein, Verständnisvoll sein, das hübsche Köpfchen nicht zu fest zu strapazieren und die Zeit für wertvolleres Verwenden als für libertäre, basisdemokratische Projekte, direkte Aktionen oder ähnliches. Natürlich gibt es Ausnahmen. Aber dies sind wirklich Ausnahmen, auch wenn das so eben gezeichnete Bild zugegebenermassen vielleicht etwas „überzeichnet“ ist. Es handelt sich jedenfalls nicht um Einzelfälle, wenn Männer (oder Ehemänner) sich über ihr politisches, berufliches oder auch privates Engagement, welches nicht die Beziehung direkt betrifft, nicht mit ihren (Ehe-)Frauen austauschen wollen, ja diesen Austausch geradezu meiden. Während eine Frau sich meistens für die Tätigkeiten ihres Mannes interessiert, was natürlich auch von ihr erwartet wird. Schon die Formulierung dieses Satzes impliziert, dass der Mann in dieser Hinsicht (und nicht nur in dieser) immer noch der setzende Part ist und dass er darüber entscheiden kann, was in der Beziehung eine Rolle spielen (darf) und was schlussendlich in der Gesellschaft eine Rolle spielt. Dies wird meist nicht explizit so herbeigeführt, ist aber eine logische Folge des Verhaltens von Männern und Frauen, welches sich (leider) auch heute noch auf viele Menschen in derselben Form wie vor 40 Jahren anwenden lässt.


Hat sich denn gar nichts geändert?

Doch!! Auf den ersten Blick ganz klar! Aber diese Änderungen sind meist nur oberflächlich. In unserem grundlegenden Verhalten haben wir uns kaum verändert. Wie auch? Den meisten LeserInnen dieses Artikels dürfte bekannt sein, dass sich Herrschaftsverhältnisse nur sehr schwer ändern lassen. Und wer würde schon sagen, dass eine Verbesserung unserer Situation im Dialog mit den Wirtschaftsbossen dieser Welt zu einer für uns akzeptablen Veränderung der Situation führen würde?? Dies wären aus meiner Sicht nur Zugeständnisse. Eine Revolution muss von der unterdrückten Masse gegen die HERRschende Schicht oder Kaste erfolgen und zum Ziel haben, diese ab einem gewissen Grad in den eigenen Kampf zu integrieren. Dies natürlich nur unter der Voraussetzung, dass diese „Schicht“ (z.B. ArbeitnehmerIn / ArbeitgeberIn --> dies ist eine „weiche“ Einteilung, das heisst, der Wechsel aus der einen in die andere Schicht ist, unter gewissen Umständen möglich) oder auch „Kaste“ (z.B. Mann / Frau, WeisseuropäerIn / SchwarzafrikanerIn --> dies ist eine „harte“ Einteilung, das heisst, ein Wechsel aus der einen in die andere Kaste ist unmöglich), selber die Bereitschaft dazu entwickelt, die ihr (unrechtmässig) zustehenden Vorrechte abzutreten und voll und ganz zu akzeptieren, dass eine weitere Einteilung in diese „Kasten“ als absolut inakzeptabel gilt.
Man hört allerdings von kaum einer Seite, dass es erstrebenswert sei, die Geschlechter abzuschaffen. Die Geschlechterunterschiede, die daraus resultierenden Privilegien in der Gesellschaft, ok, über das kann man noch reden. Aber dass es keine „Frauen“ und „Männer“ mehr geben soll? Unvorstellbar! Kulturverlust, Verleugnung der eigenen Person, der eigenen Identität!

Dies wäre im Moment in den meisten Fällen sogar noch zutreffend, da wir tatsächlich noch in zwei verschiedenen Geschlechter aufgeteilt leben.
Es ist eine Tatsache, dass Mädchen anders erzogen werden als Knaben, dass diese unterschiedliche Erziehung ganz klar zu Unterschieden in der Persönlichkeit und logischerweise zu unterschiedlichem Verhalten führt, jedenfalls bei den meisten. Aber dies ist ein inakzeptabler Zustand und er muss von allen bekämpft werden.

Deshalb ist es umso schlimmer, wenn im Prinzip aufgeschlossene Personen, welche die Welt an sich verändern möchten, dieses Problem ausschliessen und es nicht auch auf sich projizieren. Denn es betrifft uns alle. Erst in einer Gesellschaft, in der ALLE frei sind, und JEDE/R machen kann was sie/er will, in der es nicht mehr darum geht, ein Leben mit Job, Frau, besserer Job, zweite Frau, noch besserer Job oder ein Leben mit Mann, Kind, Haus, Garten, Hund zu führen, sind wir in der Lage, selber zu entscheiden WAS WIR DENN EIGENTLICH ÜBERHAUPT WOLLEN.

Viele von uns denken, dass sie eine liebe, verständnisvolle (und gut zu fickende --> auch das schon wieder: wer fickt wen?) Frau möchten, welche dann für sie einmal Kinder haben wird und sie selber werden sich und ihrer Familie schon zeigen, was sie können, sie werden einen tollen Job haben und erfolgreich sein und ihr Leben dem Job widmen. Oder sie denken, dass sie einmal einen wunderbaren Taumprinzen finden, für Ihn leben dürfen und mit ihm sein Leben gestalten dürfen, dass sie einmal Kinder haben möchten, dass sie die einizige und wichtigste Person im Leben des Mannes sein möchten (da er die wichtigste Person im eigenen Leben ist und sein soll) etc. etc.

Dass nun einige Personen es schaffen, über gewisse solche Denkmuster zu springen, die Hintergründe für den Arbeitszwang, die Hintergründe für das Kinderkriegen und die Hintergründe für die zweigeschlechtliche Ehe (oder auch die zweigeschlechtliche Partnerschaft an sich) erkennen, sollte zwar eigentlich logisch sein, ist aber meistens doch eher ein Glücksfall. Dass man nun nicht über ALLE solche Denkmuster zu springen vermag, erscheint logisch. Deshalb ist es umso wichtiger, sich solche (und natürlich auch andere, in diesem Artikel nicht erwähnte) Denkmuster immer wieder neu vor Augen zu halten und sie auf allen Ebenen zu durchbrechen. Bis dann vielleicht in zwei Jahrzehnten (oder Jahrhunderten?) kein „Tag der Frau“ mehr nötig ist.
 :: 1 Inhaltliche Ergänzung : > Ergänze diesen Artikel (.onion )
  Tag der Frau
09.03.2007 18:27  
Gerade linke Kreise sind leider aussergewöhnlich wenig an Menschenrechten interessiert, wenn diese Frauen betreffen. So befürworten gerade meine linken, männlichen Freunde ganz besonders die Prostitution. Vermutlich aus einem falschen Freiheitsgedanken heraus. Denn 90 Prozent der Prosituierten würden laut einer kanadischen Studie sofort aussteigen, wenn sie könnten. Prositution verstösst krass gegen die Würde des Menschen und ist somit eine klare Menschenrechtsverletzung. Lieber setzen sich also gewisse Linke für die Menschenrechte in einem kleinen Dorf in Südamerika ein statt im Kreis 5, in Zürich. Für die Menschenrechte im Kreis 5 zu kämpfen, hiesse in ihren Köpfen, spiessig zu sein. Für mich hiesse es, den Kauf eines Körpers, den der Frau, mit allen Mitteln zu verhindern. Die Mittel kennen wir: Demonstration, Medienarbeit, Politischer Druck. Es gäbe deren viele.
Gala


AutorIn: Gala Biondi
 :: Nicht inhaltliche Ergänzungen :
  1. @indy — 8. märz
  2. siamo tutti indymedia! — nur so
  3. Toller Beitrag, hier meine Männerposition — Egon
  4. keine geschlechter? — was??
  5. @was, Geschlechtsteile — Egon
  6. ge-schlecht — was?
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