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 :: Der Fall Eldar S. vor Obergericht ::
14-11-2006 17:49
AutorIn : Muriel : http://
Am kommenden Montag beginnt ein dreitägiger Prozess vor Zürcher Obergericht um den Fall Eldar S. Dabei geht es dem klägerischen Polizeiopfer um gerichtliche Beurteilung jener Vorfälle vom 21. April 2002. Eldar S., damals 19jähriger Tankwart und auf dem Weg zur Migros im HB, wurde auf der Höhe des Eingangs zur Liebfrauenkirche von zwei schwarzgekleideten Schlägern überfallen und übel zugerichtet. Später stellte sich heraus, dass es sich dabei um Zivilfahnder der Stadtpolizei handelt. Leider wurden sie noch immer nicht suspendiert.
Mit Einreichung einer Strafklage Eldars zwei Tager später begann nach der Polizei nun auch die Rechtsstaat-sichernde Justiz ihre Krallen zu wetzen: Eldar wurde (durch Falschinformation an die Medien) selbst auf dem Aushang des Tagblatts als "Drogendealer" geführt, ansonsten schwieg sich die Polizei eisern aus. Erst fünf Wochen später nahm Polizeivorsteherin Esther Maurer überhaupt Stellung, indem sie zu Eldar verbreiten liess, kein unschuldiges Opferlamm zu sein: Er sei, so wisse vom Hörensagen aus Klotemer Schulkreisen, stets zu "Gewalttätigkeiten" bereit.
Mit dieser Ausflucht gelang es Maurer immerhin, die Medien auf ein Nebengeleise zu ziehen. Tele Züri, Tagi, Tagblatt und NZZ machten künftig aus dem arg getroffenen Polizeiopfer ein Monster. Was für die Polizeiseite wie zum Munde geredet war: Fortan konnte sie seelenruhig verbreiten, nicht Eldar sei überfallen und halb tot geschlagen worden, sondern er, der so Gewalttätige, habe auf zwei brave Polizisten eingeschlagen, die nur einer Personenkontrolle und damit ihrer Pflicht nachgekommen seien. So wurde aus dem Opfer flugs ein subtiler, wenn nicht arglistiger Täter gemacht.
Doch wer so kühn spekuliert, darf sich nicht wundern, wenn die Wahrheit auch ab und zu gewinnt. So gab es zwei Zeugen, die wegen Eldars gellender Hilfeschreie zum Geschehen vordrangen und die schwere Haue gegen ihn direkt miterlebten. Natürlich wollte die Polizei im Nachhinein nichts von ihnen wissen und wies beide beim Versuch, sich als Zeugen zu melden, höflich und wie immer völlig korrekt ab. Es bedurfte eines Anwalts, der beide Zeugen direkt zum Untersuchungsrichter führte.
Ein untätiger Bezirksanwalt namens Michael Scherrer, korrupt und käuflich und mit Geldnöten überhäuft, stellte die Untersuchung im Jahr darauf ein. So lag es an Eldars Anwalt, dagegen zu rekurrieren. Und dieser Rekurs hatte tatsächlich Erfolg.
Darauf liess Scherrer seine Gewissheit verlauten, dass sämtliche oberen Instanzen auch auf seiner Seite stünden und also nichts Ungrades an der Behandlung des jungen Tankwarts fänden (womit er vermutlich sogar richtig lag). Denn Scherrer wurde für seine Nicht-Untersuchung nicht getadelt, schon gar nicht von oben.
Weil Scherrer nichts tat, was den Namen "Untersuchung" verdient, stellte Eldars Anwalt einen Ablehnungsantrag gegen ihn. Darauf reagierte Scherrer aber böse sauer und schmetterte seine Abberufung in eigener Sache natürlich entschieden ab. So musste Eldars Anwalt beim Obergericht rekurrieren.
Dort wurde Scherrer aber, wie schon vermutet, brav gestützt. So musste Eldars Anwalt beim Regierungsrat rekurrieren. Dort spätestens befand man die Sache für heikel und ordnete das Obergericht an, auf seinen abschlägigen Bescheid nochmals zurückzukommen.
So begab es sich, dass das Obergericht 6 Monate nach dem 1. Urteil beschied, Scherrer sei der Fall Eldar S. doch aus der Hand zu nehmen. Vielen Dank noch, lieber Regierungsrat, auch für die freie, demokratische Entscheidung des Obergerichts!!
Danach übernahm eine "Spezialabteilung" der kantonalen Staatsanwaltschaft den Fall Eldar S. Und so wurde, nach bald vier Jahren, doch noch Anklage gegen die beiden Polizisten erhoben, gegen Eldar S., der Gerechtigkeit und des Ausgleichs wegen, aber auch. Dann wurde es Januar 06, und schon wurde der Fall Eldar S. vor dem Bezirksgericht verhandelt.
Dort kam ein ebenso korrupter und befangener Einzelrichter zum Schluss, es habe sich bei den wuchtigen Schlägen gegen Eldar bloss um Tätlichkeiten gehandelt, und diese seien leider inzwischen dummerweise verjährt.
So musste er die beiden braven Polihisten notgedrungen freisprechen und ihnen für die gemeine Vorverurteilung durch die bösen Medien je dreitausenddreihundert Franken Genugtuung zuschanzen. Das polizeiliche Gewaltexzess-Opfer Eldar ging dagegen leer aus, denn irgendwann muss ja auch die Gerichtskasse sparen.
Nun beginnt eine zweite rechtsstaatlich inspirierte Runde vor Obergericht. Zwischendurch erhob der vorgenannte Richter auch noch gegen Eldars Anwalt Anzeige, da es ihn enorm stört, dass immer wieder Zeugenprotokolle und andere Gerichtsdokumente auf Umwegen zu den Medien gelangen. Denn die teils sehr aufmerksamen Medienberichte stechen eine sich allmählich herauskristallisierende Bande von Kriminellen in Polizei und Justiz wie Hafer in der Nase.
Doch nun musste das Obergericht die Klage des Richters abweisen wegen Unerheblichkeit. Es konnte nicht zweifelsfrei ermittelt werden, wer auch immer jene Dokumente an die Medien heranträgt, aus denen Polizei und Justiz sich nicht gerne vorlesen. So gibt es ein Protokoll eines Arztes, aus welchem hervorgeht, dass die beiden Polizisten nach der Niederknüppelung Eldars absolut unverletzt waren. Vor Gericht werden sie aber erneut zünftige Nasenbeinbrüche reklamieren, zugefügt durch ihr Opfer Eldar S. Allerdings: Beweise dafür gibt es keine.
Die Spannung steigt, der Reigen für die nächste Ballade des zürcherischen Rechtsstaates unter besonderer Berücksichtigung schuldhafter Prügelpolizisten beginnt!! In der Obergerichtsarena nächsten Montag, vor einer interessierten Schar.
 :: 4 Inhaltliche Ergänzungen : > Ergänze diesen Artikel (.onion )
  Die Bullen sind geständig
15.11.2006 09:26  
Im Urteil des Einzelrichters Peter Schäppi ist auf Seite 15 eine Passage enthalten, mit welcher eigentlich alles gesagt und klar gemacht wäre. Es heisst dort wörtlich:
"Noch vor dem Eintreffen der mittels Funknotruf alarmierten Verstärkung hätten sie ihn unter massivster Körpergewalt zu Boden führen und am linken Arm mit Handschellen am Geländer fixieren können."
Das gesamte Urteil ist übrigens höchst spannend zu lesen.  http://www.eldar.ch/download/urteil_polizisten.pdf



AutorIn: Beobachter Nick
  Bestimmte Bezüge führen nach Kloten
15.11.2006 13:55  
In den Überfall sind möglicherweise auch bestimmte Klotemer Kreise involviert. Die angeklagten Polizisten stammen ebenfalls aus dieser Region. Interessant ist, dass z.B. der Schulpsychologische Dienst gegenüber der Stadtpolizei aus dem Nähkästchen plauderte, und Akten über Eldar S. an diesen übergab. Später liess sich auch ein bereits abgewählter Schulpräsident mit vertraulichen Infos für die Polizeiseite verwenden. Nicht zuletzt stellte sich auch die Klotemer Asylkoordination mit ebenso vertraulichen Infos in den Dienst der Polizei. Damit wird nun versucht, das Polizeiopfer nach Strich und Faden abzuwerten und "unglaubwürdig" zu machen.
In Kloten hängt das sonst so hoch gehaltene Amts- und Berufsgeheimnis scheinbar nicht so hoch.




AutorIn: Balz
  uhrzeit - gerichtsbesuch
16.11.2006 11:45  
weiss jemand um welche zeit die verhandlungen sind? sind sie öffentlich?


AutorIn: toni
  Prozessablauf ist nur grob bekannt
16.11.2006 16:41  
An die BesucherInnen des Prozesses im Fall Eldar S. vom 20.-22. November (nächste Woche), an alle Vorgeladenen und Geladenen:

Die Verhandlungen vor Obergericht beginnen jeweils ab 8.00 Uhr. Verhandlungspausen wird der Vorsitzende der Strafkammer situativ festlegen.

Vom Ablauf her bleibt vieles unklar, das Gericht möchte sich flexibel halten. Etwa so:
Montag: Befragung der angeklagten Polizisten B.S. und R.K.
Danach Plädoyers der Polizeianwälte Baumgartner und Vögeli zur Berufung gegen den Freispruch von Eldar (sie werden behaupten, er sei ihren beiden Mandanten körperlich überlegen gewesen, u.ä. Bocksmist)
Anschliessend Plädoyer zur Anklage gegen Eldar durch dessen Rechtsanwalt Martin Schnyder, allenfalls Replik und Duplik;

Dienstag: Plädoyer Schnyder zur Berufung gegen die vorinstanzlich grosszügig verteilten Freisprüche an die Stadtpolizisten; Plädoyers der Polizeianwälte; allfällig Replik und Duplik.

Mittwoch: Urteilsberatung und Urteilseröffnung. Dies kann länger dauern und dürfte sehr interessant sein life mitzuverfolgen. Die Urteilsberatung erfolgt ebenfalls öffentlich, es darf also zugehört werden, wie solche Freisprüche entstehen.

Uf Widergüx lose luägä!! Ein Stück kontradiktorisch vorgetragener Staatskundeunterricht harrt Deines Genusses...


AutorIn: Komitee Eldar S.
 :: Nicht inhaltliche Ergänzungen :
  1. hmm... — richter
  2. brumm... — aganjuk
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