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 :: Eldar S.-Schlägerpolizist gerichtlich unglaubwürdig ::
05-07-2006 15:05
AutorIn : Chrusch Tschoff : http://
Erneut hat ein Richter einen Stadtpolizisten von der Anklage des Amtsmissbrauchs frei gesprochen. Beschuldigt wurde er durch zwei seiner Kollegen, allesamt handgreiflich in der Urania Betäubungsmittelzentrale der Zürcher Stadtpolizei tätig. Der Richter hat die beiden Zeugen und Berufskollegen infolgedessen als komplett unglaubwürdig, oder als bösartig oder unzuverlässig oder als höchst labil eingestuft. Ihre einen Polizisten belastenden Aussagen fanden bei ihm weisungsbedingt kein Gehör.
Und da stets ein jeder Polizist gesamtheitlich geschützt gehört, wird letztlich auch niemand wegen falscher Anschuldigung angezeigt. Einzelrichter Edgar Hürzeler hat den Prozess drum praktischerweise niedergeschlagen, Rekurse stehen ohnehin keine an. Die Kosten werden der Gerichtskasse überlassen.

Pikant: Bei einem der beiden unglaubwürdigen, dubiosen, unverlässlichen, fahrigen oder zumindest höchst labilen Polizisten handelt es sich ausgerechnet um Reto K., gleichzeitig angeklagter Polizeitäter im Fall Eldar S. In jenem Verfahren wurde dieser, welch krasser Gegensatz, richterlich jedoch zu 100% als glaubwürdiger Ehrenmann taxiert und folglich von jeglicher Schuld befreit. Obwohl er Eldar S. so schwer verletzte, dass dies nach heutiger Gerichts-Praxis zwingend als Tötungsversuch ausgelegt werden muss (Ein Zeuge sagte aus: „Ich glaubte, hier wird jemand getötet!“). Eldar S. ist seit dem Vorfall im April 2002 arbeitsunfähig und traumatisiert.

Ueber die bisweilen rechtsextreme Elastizität von Zürcher Richtern wurde hier schon verschiedentlich alarmiert. Nun liegt abermals ein Fall von hochstehender richterlicher Interpretierkunst vor. Nur: Mit Recht und Gesetz hat diese Praxis nichts mehr zu tun. Vielmehr verdichtet sich der Eindruck, bestimmte Richter würden unter etwas gar stark differierender Tagesform leiden, oder sie hielten die Oeffentlichkeit schlicht zum Narren, oder für dement.

Es ist stossend, wenn ein durch notorisch lügende Offiziere und Vorgesetzte geschützter Polizist mit Freispruch belohnt wird, obwohl er einen Mitmenschen schwer verletzt hat und dadurch dauerhaft schädigt, andererseits als komplett unglaubwürdig gilt, wenn er, den Goodwill derselben Polizeivorgesetzten riskierend, einen krankhaften Sadisten und Berufskollegen der Körperverletzung und des Amtsmissbrauchs überführt.

Einzelne Richter machen es sich zuweilen gar einfach mit ihrer Gewohnheit, Polizisten durchwegs und aus jeder noch so zweifelhaften Lage heraus vollumfänglich freizusprechen. Denn diesmal ging der Schuss daneben: Der Richter war sich der Brisanz scheinbar nicht bewusst, oder er hatte das Studium der Akten praktischerweise gelassen. So bemerkte er auch nicht, dass er mit seinem routinemässigen und fast blindlings erlassenen Bullenfreispruch einen anderen Bullen zwangsläufig schwer kompromittierte, da dieser zufällig in die Eldar S.-Polizei- und Justiz-Affäre verwickelt ist.

Was geschah? Im vorliegenden Fall wurde ein 37jähriger Bulle aus der berüchtigten 3. Dienstgruppe der Stadtzürcher Betäubungsmittelentrale u.a. durch einen dummerweise überführten Eldar S.-Schlägerpolizisten angeschuldigt, er habe einem auf dem Bauch liegenden Verhafteten, dessen Hände auf dem Rücken mit Handschellen fixiert waren, mit der Faust voll ins Gesicht geschlagen. Anschliessend habe er den Kopf des Mannes an den Haaren in die Höhe gezerrt und ihn mit der Bemerkung auf den Boden platzen lassen: „So, jetz häsch hoffentli s'Nasebei au na abenand“.

Nun ist laut dem hoch verehrten Herrn Richter dies alles gar nicht passiert: Weder hat es diese (laut amnesty) typische Polizeibelustigung gegeben, noch hat je ein Polizist so etwas Böses zu dem in griffigem Polizeigewahrsam Aufgehobenen gesagt. Realistischer scheint aber, dass es sich beim nun freigesprochenen Polizisten um einen sadistisch verinnerlichten Kranken (und von daher schützenswerten Polizisten) handelt, bzw. dass der Vorfall so brutal abgelaufen ist, dass sich die beiden Berufskollegen nur noch via Anzeige schützend zu wehren wussten, um sich so mögliche Wiederholungen auf diese Weise zu ersparen.

Einer der beiden den Vorfall bezeugenden Bullen hat „den Dienst mittlerweile quittiert“, wie Pressesprecherin Susanne Birrer bestätigt. Irgend eine Ordnung muss ja schliesslich auch bei der Stadtpolizei sein. Derweil bleibt Reto K. der Zürcher Polizeiwelt bis auf weiteres erhalten. Diesen Herbst wird er im Fall Eldar S., diesmal vor Obergericht, seine absolute Integrität und Glaubwürdigkeit nochmals glaubhaft vorführen und demonstrieren. Die Lage bleibt also weiterhin angespannt.
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  presseartikel dazu
05.07.2006 15:37  


AutorIn: linkerin
 :: Nicht inhaltliche Ergänzungen :
  1. Apropos — Pia Horlacher
  2. ehm — Mosh
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