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 :: F.d.V in Jena: Schweizer Neo-Nazis mischen mit ::
 Themen | Antifaschismus 03-06-2006 11:49
AutorIn : AGB : http://www.gipfelblockade.net
Auch dieses Jahr planen Neonazis aus Deutschland am 10. Juni 2006 ein europaweites Neonazifest in Jena. Nachdem in der letztjährigen Ausführung des Fests der Völker die Schweiz durch die Burgdorfer Neonazi-Rockband Indiziert und PNOS Gründer Jonas Gysin (musste allerdings kurzfristig seinen Auftritt absagen) als Festredner prominent vertreten war, mischt auch in Jena die Schweizer Neonazi Szene aktiv mit. Mit dabei sind wie schon im letzten Jahr viele Schweizer Neonazis und Nationalisten. Wie der Webseite des Anlasses zu entnehmen ist, wird die im Vohrjahr ins Leben gerufene „Motorrad Divison Schweiz“ die Schweiz mit einem Infostand vertreten. Doch was hat es mit dieser sonderbaren Vereinigung auf sich?
Diese neu gegründete Organisation welche unter dem Moto „Motorrad Verein National Heimattreu“ agiert, hat in dem Vorstand einige bekannte Neonazis. Einer davon ist André Pagin Alias „30.Januar“ und ist die Person, welche diverse Nazi-Kurzfilme auf verschiedenen „Blood& Honour“-Foren veröffentlichte. Robert Walser, auch bekannt unter dragon@motorrad-division.ch, ist einer der führenden Personen des Vereines und seine geschäftliche Mobilfunknummer deckt sich mit der Telefonnummer der Kontaktseite der MDS im Internet (-> 076/423 68 92). Schenkt man den Ausführung auf der Webseite des Vereines Glauben, so soll sogar ein eigenes 80m2 grosses Vereinslokal für sogenannte interne und externe Nutzung zur Verfügung stehen…
Durch Recherchen ist uns bekannt, dass die MDS keine Kontakte zu anderen Kameradschaften knüpfen musste, sondern selbst aus vielen Komponenten solcher Neonazistrukturen besteht.
Aus aktuellen Anlass hat der Verein „Motorrad Divison Schweiz“ ein Mitglied des Vereines (Stampfli) offiziel ausgeschlossen und den Verein in eine Organisation umfunktioniert. Nachfolgende Auszüge aus der öffentlichen Pressemitteillung lassen einen Einblick in die Funktionsweise der Organisationen erahnen:
[..]Dies bedeutet, dass nicht mehr ein aus mehreren Personen bestehender Vorstand, sondern der Präsident das alleinige Entscheidungsrecht in allen Belangen besitzt.[..]…[..] keine Leute, die sich nicht 100% unserer Sache verschrieben haben[..]..[..]Und den Leuten die unsere Ehre beschmutzen soll gesagt sein: Diese Zeiten sind ein für alle Mal vorbei![…].
Das nachfolgende Bild zeigt die „Motorrad Divison Schweiz“ auf einem ihrer so genannten Ausflüge:


Motorrad Division Schweiz.

Die MDS wir aber sicher nicht die einzige Organisation am Fest der Völker in Jena sein. Es werden auch andere Schweizer Neonaziorganisationen erwartet, jedoch nicht so öffentlich angekündigt wie die MDS.
Das aktive Auftreten diverser Komponenten aus der Neonazi Szene aus der Schweiz ist keinesfalls ein Zufall. Das Fest der Völker widerspiegelt beispielhaft das Bemühen der europäischen Rechten zu einer engen und europaweiten Vernetzung im Rahmen der neu gegründeten Europäischen Nationalen Front. Das Fest der Völker dient als weiterer Termin für eine Begegnungs-und Organisationsstelle für eine europaweite neofaschistische Front. Nicht zufällig decken sich die Absichten des Anlasses und der ENF nahezu deckungsgleich.

Hier nun der ausführliche Artikel gegen das Fest der Völker in Jena 2006:
Bild

Bereits zum zweiten Mal planen Rechtsextreme aus den Reihen der NPD und der "Freien Kameradschaften" am 10. Juni 2006 ein europaweites Neonazispektakel in Jena. Mit dem so genannten "Fest der Völker" wird erneut versucht, den Schulterschluss neofaschistischer und neonazistischer Parteien und Organisationen in Europa nach innen zu festigen und nach außen zu präsentieren. Wie schon im Vorjahr sollen Redner aus diesem Spektrum sowie mehrere Bands auftreten, die zum großen Teil den militanten Neonazi-Netzwerken "Blood and Honour" und "Hammerskins" angehören.

Mehr: Altenburg: Auftakt zum braunen Musiksommer | Polizei schafft "NBZ" in Altenburg (Thür.) | Weitere Artikel zum Thema
Das erste "Fest der Völker" am 11.06.2005

Am 11.06.2005 luden Thüringer Neonazis zum ersten Mal Gesinnungsgenossen aus ganz Europa nach Jena zu einem "Fest der Völker" ein und mehrere hundert folgten dem Ruf. Viele zunächst interessierte "Kameraden" aus den europäischen Nachbarländern wie z.B. aus der Tschechischen Republik ließen sich jedoch durch die Verbotsdiskussionen im Vorfeld abschrecken und reisten nicht oder nur in sehr kleinen Gruppen an. Der Tag verlief auch nicht ganz nach den Vorstellungen der Veranstalter und Gäste. Am frühen Morgen besetzten hunderte Menschen, von Antifas über Gewerkschafter, Bürgerinnen und Kirchenvertreter bis hin zu führenden Politikerinnen der Stadt aus den Reihen der PDS, der Grünen, der SPD und sogar der CDU den durch das Oberverwaltungsgericht Weimar den Neonazis zugewiesenen Platz Am Gries in Jena-Ost. Durch Blockaden der beiden Zugänge am "Nord- und Südpol" konnten die Neonazis nicht aufbauen und Toilettenwagen und Brauereifahrzeuge blieben vor dem Ziel stecken.







Das "Fest der Völker" musste danach im wenig festlichen Ambiente am Rande der Stadt auf einem staubigen Parkplatz neben einem Baumarkt stattfinden, zu dem die Organisatoren und die bis dahin noch nicht allzu zahlreichen Gäste im Polizeikonvoi geleitet wurden. Im Anschluss an den geglückten "Frühstückscoup" zogen mehrere tausend DemonstrantInnen den Neonazis weiter entgegen, wurden jedoch von einem martialischen Polizeiaufgebot gestoppt und gaben ihren Protest gegen die NPD und "freie Kameraden" vor deren örtlichen Stützpunkt, dem so genannten "Braunen Haus" in Jena-Altlobeda, zum Ausdruck.




Der bulgarische Neonazi Bojan Rassate schwingt seine Rede.






Isabell Pohl von der "Aktiven Frauen Fraktion" (AFF) und "Freie Aktivisten Erfurt".


- Europaweites Neonazitreffen am 11.6. in Jena (Indymedia - 06.04.2005)
- »Fest der Völker« - Info-Sammelthread (Indymedia - 10.06.2005)
- [Jena] Bilder vom "Fest der Völker" (Indymedia - 11.06.2005)
- "Fest der Völker" in Jena am 11.06.05 (Black-Red-Press)
- Fest der Völker...? (Eckis Fotowelt)
- "Fest der Völker" (Wikipedia)
- "Fest der Völkchen" (BNR/turnitdown)


Das "Fest der Völker 2"

Bereits auf dem ersten Fest kündigte der Anmelder und Organisator Ralf Wohlleben an, die Veranstaltung in den nächsten 15 Jahren jährlich in Jena stattfinden zu lassen und meldete dies auch bei der Versammlungsbehörde an. Zunächst war der 17. Juni 2006 im Gespräch, doch wurde es später um eine Woche auf den 10. Juni vorverlegt. Es soll um 12 Uhr auf dem Jenaer Seidelplatz nahe der Innenstadt beginnen.

Die Zahl der BesucherInnen dürfte gegenüber dem Vorjahr unter anderem durch zur WM anreisende Nazi-Hooligans und Skinheads beträchtlich steigen (2005: 500-800), so dass derzeit um die 1000 Neonazis und mehr aus ganz Europa für die Neuauflage des "Festes der Völker" erwartet werden. Auf der Website der portugiesischen Neonazi-Organisation "Frente Nacional" wurde Werbung für das Neonazi-Spektakel in Deutschland gemacht, verbunden mit einer Nennung von angeblich etwa 7000 zu erwartenden BesucherInnen, was jedoch völlig unrealistisch erscheint.

Motto und Aufruf der Neonazis

Das Motto des Festivals und der geplante internationale Charakter verdeutlichen die Modernisierungs- und Internationalisierungsbestrebungen der NPD und der extrem rechten Szene in Europa. "Fest der Völker" war der Titel eines Propagandastreifens von Adolf Hitlers Lieblingsregisseurin Leni Riefenstahl über die Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin. Der Untertitel "Für ein Europa der Vaterländer" und der Aufruf zeigen die Übernahme des Ethnopluralismus-Konzepts der Neuen Rechten durch die NPD, knüpfen aber gleichzeitig auch an den Europa-Gedanken der Waffen-SS an.

Inhaltlich reihen sich Wohlleben und Co. in diesem Jahr in die in erster Linie von Neonazis aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt betriebene "Antikapitalistische und Antiglobalistische Kampagne" ein. Dabei versuchen sie, an die zunehmende Kritik am kapitalistischen System und der immer schneller fortschreitenden Globalisierung anzuknüpfen, und bieten als gefährliche Alternative einen "nationalen Sozialismus" nach dem Vorbild des NS-Regimes an. "An Stelle der volksfremden und raumlosen kapitalistischen Ideologie" wollen sie "souveräne Nationalstaaten", "raumorientierte nationale Volkswirtschaften" und "eigene Autarkie" setzen. Dabei wird gänzlich verkannt, dass der globale Kapitalismus auf der Konkurrenz der Nationalstaaten und damit der Nationen beruht. Es geht auch nicht um die Folgen des Kapitalismus und der Globalisierung für jeden einzelnen Menschen, sondern lediglich darum, sich selbst, das "eigene Volk" und Deutschland unter den aktuellen kapitalistischen Bedingungen besser zu platzieren. Es geht nicht um eine Alternative zum Kapitalismus, sondern um eine Globalisierung "zu deutschen Konditionen". Armut, Ausbeutung und Sozialabbau wären demnach völlig in Ordnung, solange sie nur "made in Germany" sind und der deutschen Volksgemeinschaft dienen.

So heißt es in der mittlerweile üblichen Diktion "moderner Nazis" gleich in der ersten Aufrufzeile nach dem Motto "Wir sind Europa!": "Der Wille und die Interessen der Völker Europas geraten angesichts der von den Globalisten gelenkten Politik immer mehr ins Hintertreffen. ... " Weiter geht es mit wilden Gedankensprüngen von den Abstimmungen gegen die EU-Verfassungen und "Brüsseler Eurokraten" über eine bejammerte "Auflösung der Völker und die Wandlung der dazugehörigen Menschen in nomadische Arbeitssklaven ohne Bindung an Heimat, Kultur und Familie" bis hin zur klassischen extrem rechten Pseudo-Kritik am Kapitalismus und den bekannten Phrasen von einem mit "Masseneinwanderung, Entwurzelung und Amerikanisierung einhergehende(n) kulturelle(n) Zerfall" und angeblichen "Rassenunruhen" in Frankreich, England, Spanien oder Portugal. Dies und besonders die Klage über den "von einigen wenigen gewünschte(n) 'gesellschaftliche(n) Wandel'" und damit einhergehender "Kriminalität, Werteverfall und Egoismus" ist jedoch kein Spezialthema der extremen Rechten, sondern dürfte leider auch mancher BürgerIn ein "Naja, eigentlich haben sie ja doch Recht!" entlocken.

Der Aufruf schließt mit den Worten: "Dagegen stehen wir! Die Globalisten habe ihre Rechnung ohne uns und ohne die Völker gemacht. Mit dem Fortschreiten der Entwurzelung und Vermarktung der Völker und Menschen wächst allerorten auch ein gesunder Nationalismus. Wir setzen an Stelle der volksfremden und raumlosen kapitalistischen Ideologie auf souveräne Nationalstaaten, die mit raumorientierten nationalen Volkswirtschaften auf ein Europa der Vaterländer, ein friedliches Miteinander und gleichberechtigte Partnerschaften zur Sicherung der eigenen Autarkie bauen. Die Idee der Zukunft spricht die Sprache der Völker und nicht die einer 'One World'! Europa wird leben oder mit uns untergehen! "

Selbstverständlich würden wir die letztere Lösung eindeutig begrüßen und sind auch gerne bereit, daran tatkräftig mitzuwirken.

Die Organisatoren



Das Neonazifest steht unter der Federführung von Ralf Wohlleben, dem stellvertretenden NPD-Landesvorsitzenden und Jenaer Kreisvorsitzenden sowie Betreiber des "nationalen Wohn- und Schulungsprojektes" in Altlobeda. Unterstützt wird er durch die Führungsspitze der extrem rechten Partei, deren Bundesvorsitzender Udo Voigt ebenfalls als Redner auftreten soll.




Zur Organisationsleitung gehören führende Neonazis aus Thüringen, die auch bei anderen Veranstaltungen eng mit Wohlleben zusammenarbeiten. Neben dessen langjährigen Busenfreund und Mitbewohner Andre Kapke aus Jena ist vor allem der Altenburger Neonazi Thomas Gerlach zu nennen. Beiden wurde auf der Ende 2005 veröffentlichen CD/DVD vom ersten "Fest der Völker" namentlich für die Einladung und Organisation gedankt. Thomas "ACE" Gerlach ist Gründer und Führer der Kameradschaft "Nationale Sozialisten Altenburger Land" bzw. der Bürgerinitiative "Schöner Wohnen Altenburger Land". Er gehört zu den führenden Kräften beim "Freundeskreis Halbe" (FKH), der braunen Knasthilfe HNG und dem "Kampfbund Deutscher Sozialisten" (KDS). Auf ihn geht unter anderem die Beteiligung des portugiesischen Neonazis Mário Machado zurück, der wie Gerlach bei den "Hammerskins" aktiv ist und den Gerlach schon mehrfach in Lissabon besucht hat, so zum Beispiel bei einem europäischen Neonazi-Treffen am 19.11.2005 in Lissabon als Vertreter der "freien Kräfte", des "Freundeskreises Halbe" und des KDS zusammen mit Axel Reitz sowie Peter Malborn als Vertreter der NPD.

Auch die übrigen Thüringer NPD-Größen wie Frank Schwerdt, Patrick Wieschke, Sebastian Reiche, Michael Burkert und Martin Rühlemann dürften in die Vorbereitungen involviert sein. Zumindest im letzten Jahr waren auch bundesweit agierende Rechtsrocker wie Christian Hehl aus Ludwigsburg und weitere Aktivisten aus dem Umfeld des verbotenen "Blood and Honour"-Netzwerkes vor Ort vertreten. Zuständig für den technischen Ablauf der Rechtsrock-Feier ist vermutlich wie im Vorjahr der Geraer Neonazi Jens Fröhlich, Sänger der Bands "Eugenik" und "Totenburg", ehemals Mitbegründer von "White Youth Deutschland", der "Blood and Honour"-Jugendorganisation, und weiterhin in diesem Spektrum aktiv.

Geplante Redner auf dem "Fest der Völker"

Für das "Fest der Völker 2" sind zwölf Vertreter nationalistischer und neofaschistischer Organisationen und Parteien aus ganz Europa angekündigt. Dies zeigt beispielhaft die zunehmende Vernetzung der extremen Rechten in Europa, insbesondere im Rahmen der neu begründeten "Europäischen Nationalen Front" (ENF), der mehrere der Parteien angehören.



Udo Voigt (D):
Seit 1996 Parteivorsitzender der extrem rechten NPD. Am 25. August 2005 wurde er wegen Volksverhetzung zu vier Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. In einem Interview der "Jungen Freiheit" 2004 bezeichnete er Hitler als einen "großen deutschen Staatsmann" und die BRD als ein "illegitimes System" (mehr Infos bei Wikipedia).



Mário Machado (P):
Führer der portugiesischen Neonazi-Organisation "Frente Nacional" und Mitglied der "Hammerskins". Wegen Mordes an dem schwarzen Portugiesen Alcindo Monteiro am 10. Juni 1995 in Lissabon - Also auf den Tag genau 11 Jahre vor seinem Auftritt in Jena! - wurde er zu 4 Jahren und 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Er war bereits Redner beim Nazi-"Trauermarsch" am 11. Februar 2006 in Dresden. Machado kündigte für das am Tag nach dem "Fest der Völker" in Köln stattfindende WM-Spiel Ausschreitungen seiner Anhänger gegen die Mannschaft und Fans aus Angola an (mehr Infos hier und dort).

Morten Borup (DK):
Vertreter der extrem rechten "Dansk Front" (mehr Infos).



Alessandro Mereu (I):
Leiter der italienischen Neonazi-Organisation "Vertice Primo" sowie Sänger der Band "Hate for breakfast" (mehr Infos).



Robert Vesterlund (S):
Vertreter des schwedischen Anti-Antifablatts "info14" und der Neonazi-"Gefangenenorganisation" "Gula Korset" - dem schwedischen Pendant zur deutschen HNG. Er ist einer der bekanntesten schwedischen Neonazis und gilt als Mitorganisator eines 1993 gescheiterten Anschlags auf eine linke schwedische Politikerin. Auch wird ein Zusammenhang mit der Ermordung des 41jährigen Björn Söderberg, Mitglied der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft SAC, am 12. Oktober 1999 vermutet (mehr Infos).

Alexander Krassnow (RUS):
"Freier Nationalist" und extrem rechter Publizist aus St. Petersburg, der unter anderem in der NPD-Parteizeitung "Deutsche Stimme" veröffentlicht (mehr Infos).



Bojan Rassate (BG):
Anführer der bulgarischen Neonazi-Vereinigung "Gvardija". Rassate, mit bürgerlichem Namen Bojan Bojanov, war bereits im Vorjahr als Vertreter für die 2001 gegründete BNS - "Bulgarische Nationale Union", aber auch "Bulgarische Nationalsozialisten" - nach Jena gereist. Gegen ihn wird seit 1999 polizeilich ermittelt. Außerdem wurde er 2002 wegen Körperverletzung an einem Roma angeklagt (mehr Infos hier und dort).



Michal Lassak (SK):
Vertreter der verbotenen Neonazi-Partei "Slovenská pospolitost ? národná strana" (SP-NS) (mehr Infos hier und dort).



Milan Hroch (CZ):
vermutlich Alias von Michal Podolák, Vertreter der Neonazi-Organisation "Narodní odpor ", hervorgegangen aus der "Blood and Honour"-Division Böhmen (mehr Infos hier und dort).



Wolf Kussé (B):
Vertreter der rechtsökologischen und neoheidnischen Organisation "Groen Rechts" (mehr Infos hier und dort).



Nick Griffin (GB):
Vorsitzender der extrem rechten "British National Party" (BNP) (mehr Infos hier und bei Wikipedia).



Daniel Reinheimer (H):
"Freier Nationalist" aus Ungarn.

Geplante Bands auf dem "Fest der Völker"

Zwischen den Reden der "europäischen Nationalisten" sollen wie im Vorjahr Bands spielen, die zum großen Teil den militanten Neonazi-Netzwerken "Blood and Honour" und "Hammerskins" angehören. Mit Liedern wie "Ein Volk, ein Reich, ein Führer", tätowierten Hakenkreuzen und dem Zeigen des Hitlergrußes verherrlichen sie bei ihren Auftritten offen den Nationalsozialismus.



Before the war (SK):
Slowakische Death-Metal-Band, die bereits zum zweiten Mal nach Jena kommt. Der Sänger Michal Martinkovic ist aktiv bei "Blood and Honour Engerau", andere Mitglieder spielten zuvor in der NSBM-Band "Urdung 88" (NSBM = Nationalsozialistischer Black Metal, 88 = "Heil Hitler") (mehr Infos hier und dort).



Vérszerzödés (H) / English Rose (GB):
Ebenfalls schon im letzten Jahr spielte die bekannte ungarische RAC-Band. Auf ihren Veröffentlichungen wie "Aryan Dreams 88" sind Lieder wie "Ein Volk, ein Reich, ein Führer" enthalten. Am 18. März 2006 fand in Nógrádsáp nördlich von Budapest ein Unterstützungskonzert für das zweite "Fest der Völker" statt. Bei dem von "Blood and Honour Hungary" und "Prospect of the Nation Hungary" organisierten Konzert traten "Mi ujra itt vagyunk" und "Verszerzödes", "Blitzkrieg" (Chemnitz) und "Eternal Bleeding" (u.a. Altenburg) auf (mehr Infos hier und dort).



English Rose ist eine "Blood and Honour"-Band um Steve "Jonesy" Jones aus Leicestershire.



Hate for breakfast (I):
Neonazi-Band aus Italien, die mehrfach bei "Blood and Honour"-Konzerten in ganz Europa aufgetreten sind. Sie spielte bereits auf einem Rechtsrock-Konzert am 29. Oktober 2005 mit den Bands "Feher Törveny" (Ungarn) und "Eternal Bleeding" (Sachsen/Thüringen) im sächsischen Bergen direkt der Landesgrenze zu Thüringen. Das Konzert wurde organisiert und angemeldet von einem "aus Jena stammenden jungen Mann". Es wird ein Zusammenhang mit dem "Fest der Völker" bzw. Ralf Wohlleben und Andre Kapke vermutet (mehr Infos hier).



Gigi & musikalische Begleitung (D):
Projekt des deutschen Rechtsrockers Daniel Giese, der bei anderen bekannten Neonazibands wie "Stahlgewitter" und "Saccara" beteiligt ist und vermutlich auch hinter den "Zillertaler Türkenjägern" steht. Besser bekannt ist das Projekt unter dem Namen "Gigi und die braunen Stadtmusikanten" mit Veröffentlichungen wie "Braun is beautiful". Es stellt mit Sicherheit eines der Zugpferde für das deutsche Neonazi-Publikum dar (mehr Infos hier).

Asynja (S):
Schwedische Frauenband aus dem Umfeld von "Blood and Honour" und der Partei "Nationalsocialistisk Front" (NSF). Die Nazi-Folkband trat am 29. April 2006 auf einer konspirativen NPD-Veranstaltung in Tarnow (Mecklenburg-Vorpommern) auf, die wegen der Verbindungen der Bands zum "Blood and Honour"-Netzwerk und der Unkenntnis der Behörden über den Charakter der Veranstaltung für Aufsehen sorgte. Im Nachhinein erklärte der Polizeisprecher Volker Werner: Es seien womöglich Gruppen aufgetreten, "die eine Verbindung zum Blood&Honour-Netzwerk haben". Die angekündigte Konsequenz: "Wenn solche Veranstaltungen bekannt sind, würden wir einschreiten" war jedoch eine von vielen Seifenblasen im Kampf gegen Neonazi-Konzerte geblieben (mehr Infos hier).

Vorgesehene Infostände

Mittlerweile ist es bei derartigen Neonazi-Festen üblich, dass zahlreiche Organisationen versuchen, mit Infoständen Propaganda oder Waren wie Rechtsrock-CDs, Bücher und Klamotten an Mann und Frau zu bringen. Für den 10. Juni in Jena sind bisher angekündigt:

- Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD)
- Junge Nationaldemokraten (JN)
- Kameradschaft Eisenach
- Mitteldeutsche Regionalzeitungen
- Antikapitalistische & Antiglobalistische Kampagne
- Mädelring Thüringen
- Gemeinschaft deutscher Frauen (GDF)
- Deutsch-Ungarischer-Freundeskreis
- Motorrad Division Schweiz
- Zeitungsprojekt Hier & Jetzt
- U.S.G.I. (United Skingirls Italy)
- Veneto Fronte Skinheads

"Antikap"-Demonstration am 1. April 2006 in Arnstadt.

Informationen zu den verschiedenen Infoständen hier und dort.

Unterstützer

Als finanzielle und logistische Unterstützer treten fünf Neonazi-Versände und -Labels auf, die zum Teil schon im letzten Jahr vor Ort waren und ihre Produkte zum Verkauf anboten.

- PC-Records aus Chemnitz (Sachsen)
- Gjallarhorn Klangschmiede aus Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz)
- Germania-Versand aus Sondershausen (Thüringen) - Betreiber ist Patrick Weber, Vorsitzender des NPD-Kreisverbandes Nordhausen-Sondershausen und Beisitzer im NPD-Landesvorstand
- Whitenoise-Records aus Lahnau (Hessen)
- NMV-Medienvertrieb aus Eberswalde (Brandenburg)

Informationen zu den verschiedenen Unterstützern hier und dort.

Angekündigte Neonazi-Skinheads aus europäischen Nachbarländern

Erwartet werden z.B. Anhänger der italienischen "Veneto Fronte Skinheads" (mit Infostand angekündigt) und neben dem Redner "Hroch" alias Michal Podolák noch weitere Aktivisten der tschechischen "Blood and Honour"-Nachfolgeorganisation "Národní odpor" (NO, "Nationaler Widerstand") und der "Bohemia Hammer Skins " (BHS).




Veneto Fronte Skinheads




Národní odpor

Vergleichbare Veranstaltungen

Das "Fest der Völker" stellt nur den Höhepunkt einer ganzen Reihe von neonazistischen Polit- und Musikevents in Thüringen dar. Eingerahmt wird es vom 5. "Thüringentag der nationalen Jugend" in Altenburg und dem 4. NPD-Open-Air "Rock für Deutschland" in Gera. Diese beiden Veranstaltungen werden von denselben Organisatoren geplant und durchgeführt, haben allerdings eine eher regionale Bedeutung. Hinzu kommen zahlreiche Demonstrationen, Kundgebungen und Schulungsabende sowie die Auftritte von Rechtsrock-Bands und "nationalen Liedermachern", von denen allein im Jahr 2005 in Thüringen mindestens 40 stattgefunden haben.

Thüringen hat bereits Erfahrung mit Neonazi-Konzerten in einer Größenordnung von mehr als tausend BesucherInnen, spätestens seit dem Abschiedskonzert von Michael "Lunikoff" Regener und weiteren Rechtsrockbands am 2. April 2005 in Pößneck im Anschluss an einen NPD-Landesparteitag. Nicht auszuschließen ist, dass Pößneck oder ein anderer Ort in Thüringen Austragungsort des Pressefestes der NPD-Parteizeitung "Deutsche Stimme" am 5. August 2006 wird. Momentan sind weder der Ort noch das Programm bekannt. Neben den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen zählen auch Rheinland-Pfalz oder Saarland zu den heißen Kandidaten für 2006. Das DS-Pressefest ist das zur Zeit größte Neonazi-Event in Deutschland und vermutlich auch in Europa, das zuletzt am 7. August 2004 im ostsächsischen Mücka mit etwa 7000 TeilnehmerInnen über die Bühne ging.

Das "Fest der Völker" und die anderen Open-Airs zeigen deutlich, wie die NPD in jüngster Zeit immer stärker auf das Zugpferd Rechtsrock setzt, um die "Kameraden" und "Kameradinnen" zu ihren Veranstaltungen zu locken. Anders als die meist klandestin organisierten Bonehead-Konzerte können solche Veranstaltungen vom Versammlungsgesetz geschützt ohne Probleme auch im Freien stattfinden und mehrere hundert bis tausende BesucherInnen anziehen. Nach dem so genannten "Aufstand der Anständigen" im Jahr 2000 ging für kurze Zeit die Zahl der Rechtsrock-Konzerte bundesweit beträchtlich zurück und die Polizei sorgte auf Grund der "Konzertverordnungen" dafür, dass zahlreiche Skinhead-Konzerte nicht stattfinden konnten oder abgebrochen werden mussten. Zur selben Zeit verstärkte die NPD ihre Bemühungen, im "vorpolitischen Bereich" aktiv zu werden und durch Rechtsrock anpolitisierte Jugendliche für die Partei zu gewinnen. Eines der neuen Konzepte ist, Konzerte mit Neonazi-Bands als politische Veranstaltungen der NPD anzumelden. Neben den Bands treten Redner aus dem NPD- und "Kameradschafts"-Spektrum auf, um zum einen den Veranstaltungen einen politischen Charakter zu geben und zum anderen, um die Jugendliche mit den extrem rechten Positionen und Forderungen bekannt zu machen. Das Angebot wird wie in Jena durch Informations- und Verkaufsstände ergänzt, bei dem sich extrem rechte Organisationen und Publikationen wie Zeitungen und Zeitschriften, aber auch Rechtsrock-Versände und -Labels ihrem Publikum vorstellen und Material zum Verkauf anbieten.

Neonazis versuchen damit auf aggressive Weise, in den Zentren größerer und kleinerer Städte "national befreite Zonen" auf Zeit zu errichten, in denen sie sich ungehindert bewegen, ihre Ansichten propagieren und rechten Lifestyle vorleben können. Die Gefahr reicht weit über die konkrete Bedrohung von Linken, MigrantInnen und Andersdenkenden an dem jeweiligen Tag und in der jeweiligen Stadt hinaus. Bei diesen Treffen einen sich Alt- und Neonazis und rücken NPD, andere Neonazi-Organisationen und "Freie Kräfte" näher zusammen. Sie ermöglichen bundesweiten und sogar internationalen Kontakt, lassen neue Netzwerke entstehen und bestärken die Naziszene in ihrem politischen Bewusstsein. Gleichzeitig sollen insbesondere Jugendliche angesprochen und für die extrem rechte Propaganda gewonnen werden.

Ein breites Antifa-Bündnis ruft zum Protest gegen Neonazismus und Rassismus auf

"Wir fordern kein Verbot der Veranstaltung", sagte eine Vertreterin des Jenaer Antifabündnisses, "sondern den Mut der Jenaer Bürger und Bürgerinnen, sich mit uns den Neonazis am Seidelplatz entschlossen entgegen zu stellen. Nur direkt vor Ort können sie gehindert werden, ihre mörderische Ideologie weiter zu verbreiten. "

Das breite Bündnis, dem das lokale Aktionsbündnis gegen Rechts, IG-Metall Jena, Infoladen Jena, JAPS Jena, JG-Stadtmitte, Kokont Jena, der Stura der FSU Jena, Attac Jena, ASJ und Einzelpersonen angehören, wendet sich jedoch nicht nur gegen das "Fest der Völker", sondern sieht darin einen Ausdruck des erstarkenden Rechtsextremismus. Damit gehen zunehmender Nationalismus und Rassismus einher, die bis weit in die Mitte der Gesellschaft reichen. In seinem Aufruf stellt das Bündnis daher fest: "Den neonazistischen Vormarsch begünstigt die Relativierung der Menschenrechte durch staatliche Politik. Wer Flüchtlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen in Heimen unterbringt oder in Abschiebeknäste einsperrt, wer ihnen verbietet, ohne Genehmigung ihren Landkreis zu verlassen, leistet rassistischem Denken Vorschub. " Daher sollen auch diese Zusammenhänge in öffentlichen Aktionen thematisiert werden.

Noch etwas deutlicher heißt es im Aufruf der im Bündnis mitwirkenden Gruppe ASJ: "Die neonazistische Ideologie findet ihre Anknüpfungspunkte in Teilen der etablierten Politik und in der Gesellschaft. Die "bürgerliche Mitte" bietet mit ihrem gelebten Rassismus ... den Nährboden. Der von der NPD geforderte "Schutz des deutschen Volkskörpers vor Überfremdung" ist bereits Bestandteil der Politik, die Sortierung nach Deutschen und Fremden, nach Inländern und Ausländern kaum hinterfragte Realität. Sie kritisieren daher auch das bürgerliche Engagement, das sich wie üblich auf "ein gemeinsames deutliches Zeichen" weitab vom Ort des Geschehens und ebenfalls mit einigen Rednern und Musik beschränkt. "Im Zuge der Gegenmobilisierung zum "Fest der Völker" formieren sich natürlich auch die zivilgesellschaftlichen Standortschützer. Doch der Anspruch des "Aufstandes der Anständigen" verkennt gänzlich, dass die bürgerliche Gesellschaft Teil des Problemzusammenhangs ist. So antifaschistisch sich die bürgerliche Mitte in einem Akt der Selbstinszenierung auch geben mag, eine direkte und inhaltliche Auseinandersetzung mit den Nazis und ihren kruden Theorien findet nicht statt. Diese müsste natürlich auch die dringend notwendige Kritik am kapitalistischen System beinhalten. Statt dessen herrscht politische Apathie und blindes Vertrauen in den selbstregulierenden Markt. Zunehmend formiert sich das Verlangen nach einem starken Staat und seiner führenden Hand. ... Es genügt daher nicht, sich mit blumigen Worten gegen Neonazis auszusprechen, zumal wenn eineN dabei in erster Linie die Sorge um den Standort Jena und den guten Ruf umtreibt. Es geht auch nicht um die Frage, wer die bunteren Feste feiert. Zum einen muss Neonazis direkt und unmissverständlich gezeigt werden, dass es keinen Platz für sie gibt, zum anderen gilt es, ihre gesellschaftlichen Ursachen zu bekämpfen. ?

Neben zahlreichen verschiedenen Informationsveranstaltungen, Demonstrationen und Kundgebungen im Vorfeld ist für den Sonnabend eine breite Palette an Veranstaltungen angekündigt, darunter:

- Friedensgebet (evangelische Kirchgemeinde), ab 6.00 Uhr Oberaue am Märchenbrunnen
- "Kein Fest der Völker - Jena wehrt sich! " (Antifabündnis Jena), ab 08.00 Uhr Seidelplatz
- "Keine völkischen Feste! " (Aktionsbündnis gegen Rechts), ab 08.00 Uhr Jenaische Straße in der Nähe des Neonazi-Stützpunktes in Altlobeda
- "Nie wieder Faschismus! " (Gewerkschaftsjugend), ab 10.00 Uhr Parkplatz am Stadion
- "Für eine humane Gesellschaft kämpfen - gegen Nazis handeln", ab 10.00 Uhr Stadionvorplatz
- "Wir stehen auf gegen Neonazis! " (JG & Kirchgemeinde), ab 11.55 Uhr Petersenplatz
- Um 13.00 Uhr beginnt auf dem Inselplatz/Parkplatz Lutherplatz (am ehemaligen Horten-Kaufhaus) östlich der Innenstadt ein von ASJ organisiertes mahnendes Gedenken an die Massaker der deutschen Wehrmacht und der SS in Lidice (Tschechien), Distomo (Griechenland), Oradour-sur-Glane und Tulle (beide Frankreich), die sich alle am 9. beziehungsweise 10. Juni jähren.

Bereits am Freitag Abend soll auf dem Seidelplatz ein großes Konzert mit mehreren Bands und zahlreichen Aktionen veranstaltet werden, zu dem alle Menschen aus Jena und von anderswo herzlich eingeladen sind. Je mehr Leute, desto schöner wird unser Fest!









Ältere Indymedia-Artikel zum "Fest der Völker" 2006

Jena (Thür.): Braune Kommunikationsguerilla
von Alte Schmierfinken jagen [ASJ] - 31.03.2006 01:40

Jena (Thür.): Besondere Gäste zur Fußball-WM
von Antifaschistischer Schutzwall Jena [ASJ] - 09.04.2006 15:34

Altenburg: Auftakt zum braunen Musiksommer
von Aufklärer-Staffel und Abfang-Jäger [ASJ] - 14.05.2006 23:08

Polizei schafft "NBZ" in Altenburg (Thür.)
von AG Südthüringen [AGST] / ASJena [ASJ] - 22.05.2006 12:03



Aktuelle Informationen

Operation Voelkerball (ASJ): http://www.voelkerball.de.vu/

We will do it again! (Antifa-Bündnis Jena) http://www.nazis-stoppen.tk/

10. Juni 2006: Fest der Völker verhindern! (JG Stadtmitte) http://fdv.jg-stadtmitte.de/
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  indiziert
04.06.2006 17:56  
Die Band "Indiziert" hatte zum Konzert geladen. Die Burgdorfer Behörden (Schweiz) machten sie auf geltende Rechtsnormen aufmerksam und ließen sie spielen. Die GFL-Präsidentin des Kantons Bern spricht von einer "Provokation". In Burgdorf sei es in den vergangenen Jahren wiederholt zu rechtsextremen Gewaltvorfällen gekommen.

Nach dem jünsten Vorfall, einem vermutlich (!) rechtsextrem motivierten Angriff auf eine Familie, beschloß der Burgdorfer Gemeinderat verschiedene Maßnahmen - wie gezielte Wegweisungen oder Fernhaltungen.

Wieder ins Leben gerufen wurde auch die Aktion Courage gegen Gewalt. Noch während der laufenden Courage-Aktion ersuchte ein "Spiel- und Freizeitclub Grabenkeller" um eine Konzertbewilligung. Im Rahmen des Bewilligungsverfahrens habe nichts darauf hingewiesen, daß etwas nicht in Ordnung sein könnte, sagte Paul Moser, Leiter der Stadtpolizei, auf Anfrage. Die Aufgabe einer modernen Verwaltung sei es auch einmal rasch und kulant zu handeln.

Am frühen Abend seien dann er und Stadtpräsident Franz Haldimann (SVP) durch anonyme Anrufer darauf aufmerksam gemacht worden, daß die "rechtsextreme", bereits wiederholt mit der Justiz in Konflikt geratene Band "Indiziert" auftreten werde.

Moser sowie Gemeinderat und Gerichtspräsident Peter Urech (FDP) hätten dann vor Ort mit den Veranstaltern gesprochen. Diese seien auf die Auflagen betreffend Recht und Ordnung aufmerksam gemacht worden. Dabei seien auch die Antirassismusstrafnorm oder das Leugnen des Holocaust angesprochen worden.

"Die Notenblätter der Band haben wir aber nicht kontrolliert", sagte Moser. Kontrollen über Stichproben hinaus seien schwierig. Das Konzert sei von der Polizei nicht besucht worden. Und: Solange Rechtsextreme sich ans Gesetz hielten, hätten sie das Recht, Konzerte durchzuführen.

Im Umfeld der Veranstaltung sei alles ruhig und friedlich verlaufen, führte Moser weiter aus. Er räumte allerdings ein, "daß angesichts der kurzfristig beantragten Bewilligung nicht alles optimal gelaufen ist."

Die Burgdorfer Großrätin und GFL-Kantonalpräsidentin, Johanna Wälti-Schlegel, spricht von einer "Provokation für die Burgdorfer Bevölkerung" und von einem "Markieren" seitens der Band. Auf einem Plakatständer vor dem Lokal lud die Band offen zur Veranstaltung ein: "Konzert Indiziert - Eintritt: frei".

Sie frage sich, ob das Bewilligungsverfahren und die interne polizeiliche Kommunikation in Burgdorf verfeinert oder angepaßt werden müßten. In der kommenden Junisession komme sie mit dem Kommandanten der Kantonspolizei zusammen, um Fragen rund um den Rechtsextremismus zu erörtern. Dabei werde die Problematik solcher Konzerte sicher auch ein Thema sein.

Daß die rechtsradikale Band in Burgdorf ungestört feiern könne, werfe ein "mehr als nur merkwürdiges Licht auf die offizielle Position der Stadt Burgdorf in Sachen Rechtsextremismus", schrieben die "AntifaschistInnen Burgdorf" in einer Medienmitteilung.

"Indiziert" klagt auf seiner Homepage, daß sich im Zusammenhang mit dem Konzert in Burgdorf die Frage stelle, von welcher Seite nun ständig provoziert und Öl ins Feuer gegossen werde. Es sei "wie üblich zu keinerlei Zwischenfällen gekommen".


AutorIn: white noise
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