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 :: reden am 1. mai in zürich ::
02-05-2006 14:48
AutorIn : blabla-sachen : http://
das 1. mai-komittee hat ja dieses jahr brilliert mit einem kulturprogramm. für den politischen teil gabs ja den rev. block und treff. hier noch die reden gehalten im rev. block und bei den aktionen und kundgebungen in zürich. (copy-paste von www.aufbau.org) (ohne die rede über sp... hat ja schon jmd.)

Rede zum Streik bei Swissmetal in Reconvilier:

"Die Fabrik la Boillat der Swissmetal in Reconvillier hat 37 Tage lang gestreikt. Die Arbeitenden waren willig bis zum Ende zu gehen, sie wollten nicht Brosamen, sie wollten die Fabrik. Die ArbeiterInnen und Angestellten wurden aber von den Gewerkschaften runtergebremst und unterbrachen den Streik. Schon 2004 wurde in Reconvilier gestreikt, 10 Tage lang, wild! Der erste wilde Streik der Metallbranche seit dem Arbeitsfrieden von 1937. Der letztjährige Streik hatte einen recht ungewöhnlichen Anfang. Zehn Minuten nach der Entlassung des Werkleiters war die ganze Belegschaft auf der Strasse - kein Zögern, keine Bedenken, kein Bedauern. Die Arbeiter und Arbeiterinnen von Swissmetall in Reconvilier haben etwas klar bewiesen: sie denken mit, sie akzeptieren die Entscheidungen vom CEO Hellweg weder stillschweigend noch untätig. Entsprechend handeln sie, selbstbewusst und entschlossen und 100% solidarisch. Gegen die Entlassung der Kollegen und Kolleginnen, gegen die Schliessung der Giesserei. Und gegen den langfristigen Plan, Swissmetal auszuschlachten und dann zu verkaufen. Wir grüssen von hier aus die Leute von Reconvillier, die ehemals Streikenden und die Unterstützenden! Der konkrete Gegner heisst Hellweg, die Ursache heisst Kapitalismus. Sie machen die Parole Kampf auf der Strasse, Kampf in der Fabrik, das ist unsere Antwort auf ihre Politik wahr. Courage et bonne chance Boillat! À ceux qui veulent dominer le monde, le monde réponds: résistance!"

****

Rede gegen FaschistInnen im Niederdorf:

"Wir sind hier unterhalb des Niederdorfs, in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs, beides beliebte Treffpunkte der Faschisten. Faschos haben keinen Platz am 1. Mai und wir sollten ihnen nicht zu viel Aufmerksamkeit widmen. Dennoch sollen sie kurz erwähnt werden, schliesslich hat das Kapital schon mehr als einmal sie gestützt, wenn es darum ging uns - die Linke - einzumachen. Währschafte Kapitalisten und Kapitalistinnen lieben sie nicht, diese saufenden Dumpfbacken, doch können sie gut mit ihnen leben. Faschisten haben auf alle Fragen einfache Antworten, sie scheinen sich ausserhalb des Rahmens unserer institutionellen Demokratie zu bewegen, doch in den wichtigen Fragen stehen sie felsenfest hinter der Nation. Sie haben einen kultigen Umgang mit dem proletarischen Mann und der gebärenden Ehefrau, sie sprechen vom kleinen Mann und vom sogenannten Volk. Was die Faschisten aber wirklich wollen, ist eine Gesellschaft, die auf Konkurrenz und Autorität basiert, männlicher Autorität, das versteht sich. Der Boss, das Alphatiert, ist fester Bestandteil der faschistischen Ideologie und damit bewegen sie sich sehr passgenau im Kapitalismus. Faschisten sind gegen uns, sie stören uns, sie stehen uns im Weg und sie bedrohen uns. Sie sind ein Problem. Dennoch muss gesagt werden, Faschisten sind ein Abfallprodukt des Kapitalismus und dahin gehören sie auch - in den Abfall! Hinter dem Faschismus steht das Kapital, bekämpfen wir ihn hier und international. Hoch die internationale Solidarität!"

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Rede zur Schweizerisch-Amerikanischen Handelskammer:

"Gerade hier ist die Schweizerisch-amerikanische Handelskammer. Im Grunde macht die Handelskammer die gleiche Arbeit wie das Wef, einfach im beschränkteren Rahmen. Es ist eines der Hinterzimmer des Kapitals, wo Deals abgeschlossen werden. Es ist eines jener Zentren, das sich darum bemüht, amerikanische Investitionen in der Schweiz zu ermöglichen und auch Schweizer Geldern gute Anlagemöglichkeiten in den USA bieten will.
Bei Ausbruch des Krieges gegen den Irak waren ja die Stimmen jener, die sich vom alten Europa eine Abgrenzung von den USA erhofften gross in Mode. Diese Stimmen vergassen, dass die ökonomischen und politischen Beziehungen zwischen den USA und Europa längst bestanden, alt und stark waren. Sie waren nie in Frage gestellt. Nur die Bedingungen wurden in einem Hahnenkampf neu ausgefochten.
Das europäische wie das us-amerikanische Kapital gehen über Leichen, wenn diese die Profitrate wieder ins Lot bringen können. Die Frage ist einzig, wer wieviel profitieren kann, wenn die Karten neu gemischt werden. Und das wird verhandelt, mit harten Bandagen zuweilen. Wir wollen das Ende des Kapitalismus, weil sich soziale Gerechtigkeit und die Klassengesellschaft gegenseitig ausschliessen."

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Rede zu den Streiks bei Gate Gourmet:

"Die Luftfahrt-industrie ist in Krise. Es ist den Unternehmern aus diesen Betrieben deshalb ein leichtes Lohnkürzungen und Arbeitshetze zu rechtfertigen. Gate Gourmet, der Catering Zulieferer der Flugzeuge, hat sie Rechnung aber ohne seine Belegschaft gemacht. In Düsseldorf haben die ArbeiterInnen während genau 6 Monaten gestreikt, ein volles halbes Jahr. In London Heathrow streiken die Gate Gourmet Arbeiter und Arbeiterinnen noch länger, seit August, und sie streiken weiter. Heute am 1. Mai haben sie einen Aktionstag.
Logisch, die Branche steht unter Druck, doch die Arbeiter und Arbeiterinnen wollten und konnten den Druck nicht länger ertragen: es war ein miserables Arbeitsklima. Niemand arbeitet gerne bei ungeregelten Arbeitszeiten, wobei noch regelmässig Überstunden hinzukommen, den ganzen Tag nur noch rennen und schuften und dann soll auch noch der Lohn gesenkt werden. Das war zuviel. Deshalb sind sie in den Streik getreten. Ihr Kampf war nicht erfolgreich, doch auch keine Niederlage. Die ArbeiterInnen aus Düsseldorf bilanzieren positiv. Jetzt kennen sie sich untereinander, sie können sich aufeinander verlassen und sie werden wieder kämpfen, wenn sich solches aufdrängt. Sie wissen, dass der Streik nicht an ihnen gescheitert ist und haben daraus Selbstbewusstsein gewonnen.
Der wichtigste Schritt hin zu einer besseren Gesellschaft ist uns als soziale Bewegung auf der Strasse zu treffen, gemeinsam zu kämpfen und international zu vernetzen. Gegen Staat und Kapital können wir nur erfolgreich sein, wenn wir uns nicht auf ihre Logik einlassen, weder Standortpolitik noch andere bürgerliche Werte zu unseren Werten machen. Wir müssen radikal sein im Denken und im Handeln, besonders aber müssen wir solidarisch sein, denn Solidarität ist unsere Waffe. Hoch die internationale Solidarität!"

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Rede über die Erweiterung der Ladenöffnungszeiten:

"Heute sind die Geschäfte ausnahmsweise geschlossen. Am siebten Tag sollst du nicht ruhen, am siebten Tag sollst du shoppen, gebieten die Ladenbesitzer und viele Konsumenten und Konsumentinnen finden das eine prima Idee. Natürlich: wir alle sind manchmal froh, wenn wir auch noch um halb acht etwas einkaufen können, aber rechtfertigt das die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen der Verkäuferinnen, die ohnehin schon miserable Arbeitsbedingugen haben? Die Verkäuferinnen, es sind ja zum allergrössten Teil Frauen, arbeiten häufig Teilzeit, doch können sie nicht selbst die Arbeitszeit bestimmen, und – im heutzutage immer normaler werdenden Extremfall – arbeiten sie sogar auf Abruf, die schlechten Löhnen sind bekannt. Die Ausdehnung der Arbeitszeit bedeutet eine weitere Flexibilisierung, für Frauen ohne Kinder ein Verlust an Lebensqualität, für Frauen mit Kindern, ein Ding der Unmöglichkeit. Oder kennt jemand eine Kinderkrippe, die Kinder bis neun Uhr abends betreut? Wir müssen uns gemeinsam und solidarisch in jedem Arbeitsbereich gegen die Verschlechterungen der Bedingungen zur Wehr setzen, denn gemeint sind wir alle, die arbeiten oder einen Job suchen! Wer also glaubt, längere Ladenöffnungszeiten sei eine Errungenschaft hat sich geschnitten. Wir bleiben dabei: Wir sind gegen die Liberalisierung der Öffnungszeiten. Der Kunde ist nicht König, und wir sind nicht der Konsumentinnenschutzverein! Die Verkäuferin ist aber eine Arbeiterin und auch ihre Rechte gehören geschützt."

****

Rede gegen Nestlé:

"Hier ist Nestlé, denn Nestlé ist überall Es ist der grösste Konzern der Schweiz und weltweit der grösste Nahrungsmittelkonzern. Seit Jahrzehnten brüllt der Widerstand: Nestlé tötet Babies! Die Parole bleibt aktuell, doch ist sie in der Zwischenzeit verharmlosend. Denn Nestlé tötet nicht nur Babies, Nestlé tötet ganze Dörfer und ab und zu auch noch unliebsame MitarbeiterInnen.
Die toten Babies sind ein Resultat des Millchpulver-Monopols. In neuster Zeit kommt aber ein noch viel grösseres Problem auf die Weltbevölkerung zu: der Kampf um die knappe Ressource Wasser! Woher nimmt Nestlé das Wasser, das es in Flaschen abfüllt und verkauft? Natürlich schöpft es Grundwasser ab und dort fehlt es dann der Bevölkerung. Wasser war auch schon vor den Zeiten dieser Privatisierung in weiten Teilen der Welt ein riesen Problem, die Plünderung der natürlichen Ressourcen verschärft es zusätzlich - selbstredend fehlen den Leuten die Mittel, das Wasser zu kaufen und Felder werden normalerweise auch nicht aus Vittel-Flaschen bestellt. Die Parole Sozialismus oder Barbarei verliert bei diesen Worten ihren Wert. Barbarei ist das bereits.
Daneben zeigt sich Nestlé auch in einem besonders schlechten Licht, was die Arbeitsbedingungen angeht. In den Philippinen streiken die Arbeiter und Arbeiterinnen von Nestlé seit sage und schreibe 4 Jahren! Hier ist es unsere Aufgabe, unsere Solidarität mit diesem langen, bedingungslos geführten Streik zu zeigen. Nestlé unternimmt alles gegen dieses 650 Arbeiterinnen in den Philippinen, Streikbrecher werden unter Polizeischutz ins Werk gebracht, Schlägertrupps überfallen die Streikposten und ein Streikführer ist ermordet worden. Offiziell natürlich nicht durch Nestlé, doch besteht mehr als begründeter Verdacht. Die ArbeiterInnen kämpfen weiter. Kämpfen wir mit ihnen! Hoch die internationale Solidarität!"

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Rede zur Schweizerischen Nationalbank:

"Hier ist die grosse Nationalbank der Schweiz. Jeder Nationalstaat hat seine Nationalbank. Die Nationalbank ist im kapitalistischen Staat so sicher wie das Amen in der Kirche, denn über sie kann die Regierung die Wirtschaft steuern - immer gemäss Wunsch der stärksten Wirtschaftsfraktionen.
Wir leben im Kapitalismus, das heisst wir leben in einer Gesellschaft, die den Profit über alles andere stellt. Wir wollen aber in einer Gesellschaft leben, in der Gleichberechtigung keine Floskel ist, wir wollen eine Zukunft haben und deshalb sollten wir die Zukunft in die eigenen Hände nehmen. Wir kämpfen für eine solidarische Gesellschaft und für eine solche müssen wir schon heute solidarisch sein. Der Feind scheint übermächtig, doch dürfen wir nicht vergessen - wir sind mehr und gemeinsam können wir auch mächtiger sein.
Schweizer Waffen schweizer Geld, morden mit in aller Welt
Bullen, Bonzen, Banken, alle müssen wanken."

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Rede über Beraterfirmen:

"Beraterfirmen trefft ihr viele, wenn ihr euch einmal die Zeit nehmt, die Schilder im Niederdorf zu lesen. - beraten boomt im Moment. Was die BeraterInnen raten ist immer wieder etwa das gleiche. Wo kann der Betrieb verschlankt und gestrafft werden, zu Deutsch: entlassen, Löhne kürzen, Arbeit intensivieren, Arbeitszeit ausdehnen, soziale Sicherheit abbauen und last but not least - schliessen! Da sind wir ausnahmsweise ganz einer Meinung. Beraterfirmen! Macht doch einfach dicht, wir werden euch sicher nicht vermissen.

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Rede gegen das Hooligangesetz:

"Ich muss jetzt etwas sagen, das mir nur schwer über die Lippen kommt. Dennoch sage ich es aus tiefer Überzeugung: Solidarität mit allen Fussballfans! Alle und alles gegen das geplante Hooligangesetz! Das Gesetz trägt den Namen der Hooligans, würde es aber eingeführt, dann würde es gegen alle eingesetzt, die der Obrigkeit unangenehm auffallen. Der Folgen sollten sich alle bewusst sein: Kriminalisierung auf Verdacht, Präventivhaft und – unglaublich aber wahr – stündliche Meldepflicht auf dem Polizeiposten. All das wäre plötzlich gesetzlich verankert und durchaus möglich bis wahrscheinlich. Die Parole: Solidarität mit den Fussballfans ist kein Lippenbekenntnis, wir meinen es ernst! Lassen wir uns nicht spalten, gemeint sind wir alle!"

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Rede beim Barrikaden-WC an der Badenerstrasse - Militär gegen Innen:

"Hier hat die ArbeiterInnenschaft von Aussersihl 1917 eine Barrikade gebaut, um ihr Quartier gegen die Polizei aus dem Kreis 1 zu verteidigen. Erfolgreich, muss dazu gesagt werden. Erst als die Armee ausrückte, die ja in Aussersihl stationiert war, wurde die Barrikade überrannt. Tote und Verletzte waren damals auf der Tagesordnung bei Militäreinsätzen.
Viele Jahre stand der Einsatz der Armee gegen Innen ausser Diskussion, er schleicht sich jetzt aber wieder ein. Z. B. steht die Armee anlässlich des Wefs bereit, gäbe es eine Demonstration, dann wäre sie vor Ort. Die neueste Entwicklung ist, dass die Armee immer mehr Aufgaben übernimmt, die früher der Polizei vorbehalten waren. Mit der zunehmenden Professionalisierung und der Schrittweisen Abkehr vom Milizsystem, kann die Regierung wieder vermehrt auf das Militär zurückgreifen. Sie hat jetzt die Polizeiapparate und das Militär gegen innen zur Verfügung. Das Resultat ist klar: noch mehr Überwachung, noch mehr Kontrollen, noch mehr Repression.
Aber unser Widerstand hängt nicht von ihrer Repression ab. Sie können uns verhaften, uns büssen und verurteilen, den Widerstand sabotieren und behindern. Das zentrale erreichen sie damit aber nicht. Den Grund, weshalb wir auf der Strasse sind, können sie mit Repression nicht verschleiern, unseren Willen, ein besseres Leben zu finden, können sie damit nicht brechen. Das Bewusstsein werden sie nicht mit Repression erobern."

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Rede über den 1. Mai in den USA:

"Wir rufen immer wieder «USA, USA - internationale Völkermordzentrale» und so denken wir auch. Wir sind sicher keine Freunde und Freundinnen der USA, das heisst noch lange nicht, dass alle Menschen dort Feinde wären. Wir erinnern daran: der erste Mai stammt aus den USA, 1886 wurde der Generalstreik für den 8-Stunden-Tag ausgerufen. 1886! - weder die Schweiz noch die USA haben bis jetzt das Ziel 8-Stunden Tag erreicht! Aber zurück. Damals wie heute ging die US-Regierung unzimperlich mit Demonstranten und Demonstrantinnen um. Das Resultat waren unzählige Tote und Verletzte, weshalb die II. Internationale den 1. Mai zum Kampftag ausrief. Bis heute existiert auch in den USA der Klassenkampf, er wird unter sehr harten und schwierigen Bedingungen geführt. Im Moment möchten wir an die Immigranten und Immigrantinnen aus Lateinamerika erinnern, die mit Nachdruck auf ihre Rechte bestehen. Seit 3 Wochen finden immer wieder riesige Demos gegen die neuen Einwanderungsgesetze statt, wie in der Schweiz sind Verschärfungen angekündigt, allerdings regt sich mehr Widerstand dagegen als bei uns. Auf heute, am ersten Mai, ist ein US-weiter Aktionstag angekündigt, an dem alle Lati@ns streiken sollen. Sollte das gelingen, dann könnten Hotel Manager heute ihre Betten selber machen und die WC's schruppen, dann würde in den Flughäfen kein Gepäck geschleppt, keine Büros sauber und Bauarbeiten ständen auch still. Wir grüssen von hier aus die kämpfenden Latinos und Latinas in den USA. Ihr macht das richtige, ihr wollt euer Leben in die eigenen Hände nehmen und wartet nicht darauf, dass jemand für euch kämpft. Wir hoffen aber, dass viele mit euch kämpfen werden. Wir wünschen viel Erfolg! Hoch die internationale Solidarität!"

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Rede über das AUG und das Asylgesetz:

"Wo wir doch gerade von den us-Immigrantinnen reden: auch in der Schweiz gibt es für Leute aus ausserhalb der EU allen Grund zu kämpfen. Es steht die Revision des Ausländerinnen und des Asylgesetzes an. Beide Gesetzesvorlagen sind Ohrfeigen, sie ermöglichen Kontrollen und Repression je nach Lust und Laune der Gesetzeshüter und treiben unzählige in die Illegalität. Sans-Papiers sind gern gesehene billige Arbeitskräfte, allerdings nur solange sie sich still verhalten. Für die Schweiz wir für die USA gilt: Kämpfen wir mit den Immigrantinnen zusammen. Die Grenze verläuft nicht zwischen den zwei Geschlechtern, nicht zwischen Hautfarben, Sprachen oder Kulturen. Die Grenze verläuft zwischen oben und unten. Kein Mensch ist illegal, hier und dort und überall!"

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Rede gegen den Arbeitsfrieden:

"Der Arbeitgeberverband hat einen neuen Direktor. Wir werden uns nicht dazu hinreissen lassen zu sagen, dass wir Hasler nachtrauern, aber wir müssen feststellen, dass sich mit dem neuen - Thomas Daum ist sein Name - eine Verschärfung abzeichnet. Angeblich ist der Arbeitgeberverband nur an den Gesamtarbeitsverträgen interessiert, wenn die Friedenspflicht eingehalten wird. Aber meine Herren! So eine dümmliche Kampfansage. Natürlich wollt ihr die Rosinen und verzichtet auf die Gegenleistung - uns geht es genauso! Wir wollen die Sicherheit und auf die Friedenspflicht verzichten wir gerne. Aber so ist es halt, wir stehen auf der jeweils anderen Seite der Barrikade. Ihr wollt reibungslose, angenehme Ausbeutung, wir wollen die Ausbeutung abschaffen, oder zumindest so klein wie möglich halten. Um dieses Ziel zu erreichen, brauchen wir Kampfmittel und nicht die Friedenspflicht. Demonstrationen, Warnstreik, Streik, alles was der Sache dient ist uns recht und euch unrecht.
Nebenbei sei aber noch erwähnt: Dass die Friedenspflicht in letzter Zeit weniger eingehalten wird, hat mehr damit zu tun, dass die Bourgeoisie den Klassenkampf von oben intensiviert hat, der Klassenkampf von unten macht erst erste Gehversuche als Reaktion darauf. Steckt euch eure Propaganda der Sozialpartnerschaft in den Arsch, ihr seid nicht ernst zu nehmen.
Brecht die Macht der Banken und Konzerne!"
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  Resonanz zum 1.Mai`06, Zureich:
02.05.2006 21:59  
was der gemeine pöbel in form von blicklesern dazu meint: Roter Moritz floh
Nun hat es also den «roten Moritz» getroffen, er musste vor seinen Genossen fliehen. Dass er nach der verlorenen Schlacht nicht mehr den Mut hatte, zum Rednerpult zurückzukehren spricht Bände. Dass von der Politik nun die Polizei verantwortlich gemacht wird, ist nur mit Kopfschütteln zu quittieren.
Daniel Bodmer, Uetendorf

Schwarzer Block
Liebe Blick-Redaktoren, wann werdet ihr den schwarzen Block, die Neonazis und die Autonomen endlich im selben Atemzug nennen und proportional berichten, wenn eine dieser Gruppierungen wieder einen Saubannerzug startet?
Bruno Schlaepfer, Hagenbuch

1. Mai verbieten
Wie war das auf dem Rütli? Musste BR Schmid auch flüchten? Und wer war damals Schuld, die SVP? Verbietet den 1. Mai ebenfalls für das Fussvolk, denn hier sind doch die SP und Grünen schuld. Oder nicht?
Emmy Widmer, Oberriet

Gewisses Mass
Esther Maurer konnte/wollte Leuenberger trotz Anfrage mit ihrer Polizei nicht schützen. Die Polizei hatte den Auftrag, erst einzuschreiten, wenn Plünderungen und Sachbeschädigungen ein «gewisses Mass» erreichen. Stadtpräsident Ledergerber kann nichts tun und wischt resigniert die Tribüne von den Wurfgeschossen. Das Volk tut nichts, es geht nach Hause. Es ist an der Zeit, dass echte Arbeitnehmer und Gewerkschafter ihre Feier wieder selber in die Hand nehmen.
Alex Müller, Oberrieden

Schlimmer als Rütli
Leuenberger vom Podium gejagt. Das ist schlimmer als der Vorfall vom Rütli. Dementsprechend soll man dies auch dokumentieren und hochspielen.
Reto Bieri, Emmenbrücke

Maurer überfordert
Mit einer Hundertschaft gegen 20-30 Hells Angels, aber den Bundespräsidenten bei einer Rede zu schützen, dazu ist die Zürcher Polizei nicht im Stande. Es ist an der Zeit, dass wieder Männer die Führung der Polizei übernehmen, denn diese Frau, E. Maurer, hat die Sache nicht im Griff!
Georges Gut, Zürich

In Zürich möglich
In welchem Kanton kann ein Bundespräsident von Raudis angegriffen werden, ohne dass die Polizei eingreift? Für tägliche Geschwindigkeits- und andere Kontrollen haben wir in Zürich genug Polizisten. Einmal mehr macht sich die Zürcher Polizei lächerlich. Welche Ausrede hat Ledergerber wohl diesmal?
Peter Krautter, Oberwil-Lieli

Ich bin traurig
Da hat also der Bundespräsident eine Rede halten wollen und das Podium wurde gestürmt. Die Polizei schritt nicht ein. Ich bin schockiert, dass diese Vermummten und auch andere Lümmel soviel Macht in der Schweiz haben. Oder soll ich sagen, ich bin traurig, wie es nun in der Schweiz zugeht.
Elsbeth Link, West Palm Beach FL, USA

Linkes Auge zu
Wie lange wird über die linken Chaoten geschrieben? Bei der 1.August-Feier und der daraus folgenden Störung durch Rechte (keine Gewalt) das ganze Jahr. Bei den 1.Mai-Chaoten wird wohl das linke Auge wieder einmal zugedrückt.
Marco Pfiffner, Flims

Kampagne gegen Links
Wo bleibt jetzt die Kampagne gegen die Schande von der Bäckeranlage, gegen die Vermummten, die Linksextremen, von euch liebevoll Chaoten betitelt? Als die national Gesinnten auf dem Rütli Bundesrat Schmid zu Recht wegen seiner Rede und seinem falschen Gedankengut zum Nationalfeiertag auspfiffen, wurde von euch eine widerliche Kampagne losgetreten. Also, startet die längst fällige Kampagne gegen Links.
Meinrad Stöckli, Au-Wädenswil

Spuren hinterlassen
Dieser Abtritt von der Bühne hat Herrn Bundesrat Leuenberger offensichtlich zutiefst verstört. Das Ereignis wird zweifellos Spuren hinterlassen und nicht ohne Folgen bleiben.
Alex Grendelmeier, Aarburg

Eine Bagatelle
Wenn am 1. August ein paar Schreihälse auf dem Rütli eine Rede stören, dann wird es von Blick zur «Schande vom Rütli» dramatisiert. Wenn in Zürich am 1. Mai der Bundespräsident bei seiner Rede in Sicherheit gebracht werden muss und die Umgebung verwüstet wird, dann ist es für Blick ein Scharmützel – eine Bagatelle.
Arthur Gubler, Zürich

1. Mai überdenken
Es ist Zeit, dass wir uns über die Feier am 1. Mai überdenken. Entweder schaffen wir den 1. Mai als Feiertag ab oder die Politiker sind jetzt gefordert bevor es zu spät ist.
Gilberto Matos, Lenzburg

Mir händ alli gärn
Stapi Ledergerber findet, die Polizei hätte früher eingreifen müssen. Zwei Sachen interessieren: Wäre das auch seine Meinung, wenn der Redner Merz oder Blocher geheissen hätte? Und ist er sich bewusst, wieviele seiner SP-Genossen die Polizei aufs Heftigste kritisiert hätten, wäre sie früher eingeschritten? Dass «Links-Autonomen» so wüten konnten, ist der laschen «Mir händ alli gärn»-Politik der linken Parteien zu verdanken.
Heinz Mühlebach, Freienbach


AutorIn: blick dir deine meinung!
 :: Nicht inhaltliche Ergänzung :
  1. im blick gelesen — freiheit
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