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 :: Stellungnahme des Bündnis alle gegen Rechts zum 7. AS ::
 Themen | Antifaschismus 02-04-2006 22:57
AutorIn : zugeschickt : http://
Im folgenden ist das Communiqué des Bündnis alle gegen Rechts dokumentiert:
Stellungnahme des Bündnis alle gegen Rechts zum verhinderten 7. Antifaschistischen Abendspaziergang vom 1. April 2006

Trotz der massiven Hetze und Drohungen im Vorfeld haben sich 1800 Leute bei der Heiliggeistkirche eingefunden um gegen Faschismus zu demonstrieren. Die Polizei war mit einem absolut unverhältnismässigen Aufgebot vor Ort präsent und blockierte die vorgesehene Demoroute, welche ihr im Vorfeld mitgeteilt worden war. Nachdem sich die Polizei vor Ort weigerte, den Abendspaziergang auch nur kurz durch die Innenstadt laufen zu lassen, entschieden wir uns dazu, die Demo zu wiederholen und verbreiteten über Lautsprecher und Flugblätter folgende Nachricht:

"Liebe AntifaschistInnen, liebe GenossInnen, die Bullen wollen uns nicht laufen lassen, weil wir der Meinung sind, dass Antifaschismus keine Bewilligung von Polizei und Behörden braucht. Wir werden uns aber nicht in die Knie zwingen lassen! Wir werden uns jetzt geschlossen in die Reitschule zurückziehen und dort noch ein wenig feiern. Den 7. Antifaschistischen Abendspaziergang wiederholen wir nächste Woche. So müssen die Bullen ihr Grossaufgebot nächste Woche wieder aufbieten. Das hat für sie grosse Kosten und Überstunden zur Folge - ein konstruktiver "Sachschaden" sozusagen...
Wenn wir uns nicht spalten lassen und Demos, die sie nicht laufen lassen, einfach wiederholen, werden sie an ihrer eigenen Kosten-Nutzen-Logik scheitern. Denn eine Stadt, die es nicht einmal fertig bringt, einen Schwarm Saatkrähen zu vertreiben, wird uns Antifas erst recht nicht los!
Das funktioniert aber nur, wenn wir uns jetzt nicht auf ihre Provokationen und auf ihre Eskalationslogik einlassen und ihnen keinen Anlass für einen Angriff auf unsere Demo geben und damit verhindern, dass sie ihr unverhältnismässiges Vorgehen und Aufgebot rechtfertigen können!
Auf dass sie sich an unserem Widerstand die Zähne ausbeissen: Geduld und Hartnäckigkeit sind die Tugenden der AntifaschistInnen!
Kraah, Kraah - Antifa!
Heraus zum 7.1. Antifaschistischen Abendspaziergang in Bern, 8.April 2006, 20:30 Uhr, Heiliggeistkirche
Euer Bündnis Alle gegen Rechts"

Die grosse Mehrheit der DemoteilnehmerInnen folgte unserem Aufruf und zog sich friedlich in die Reitschule zurück. Einige wenige konnten sich jedoch nicht mit der neuen Taktik abfinden und liessen ihrem Frust freien Lauf.

Wir wollen an dieser Stelle festhalten, dass die Berner Behörden, die ein
Bewilligungsverfahren schwerer gewichten als die Ausübung von Grundrechten, und die Polizei mit ihrem Verhalten (Routenverweigerung, Grossaufgebot und Absperrungen in unmittelbarer Nähe der Demo, sowie Verhaftungen im Vorfeld der Demo) diese Ausschreitungen mitverschuldet haben.

Wir wollen jedoch nicht abstreiten, dass einige der DemoteilnehmerInnen aus politischen Motiven handelten, als sie die Polizei angriffen.
Den Leuten allerdings, welche unter anderem die ersten Sachbeschädigungen begingen und bei der Speichergasse die Polizei angriffen, ging es allerdings nicht um die verhinderte Demo oder um politische Inhalte, wie ihr Verhalten und die absolut willkürlichen und kontraproduktiven Sachbeschädigungen zeigen. Bei ihnen handelt es sich um die selben Leute, die für die völlig unverständlichen Ausschreitungen um die Reitschule und für
diverse Übergriffe auf ReitschulaktivistInnen verantwortlich sind. Wir distanzieren uns ausdrücklich von dieser Gruppe, ihrem untragbaren Verhalten und diesen kontraproduktiven Sachbeschädigungen.

Unser Konzept basierte darauf, dass sich die DemoteilnehmerInnen nicht auf die Provokationen und auf die Eskalationslogik von Polizei und Behörden einlassen und - wie in den vergangenen Jahren - selbstdiszipliniert zur Reitschule gehen würden. Denn so wäre es unser Meinung nach möglich gewesen, der zunehmenden Repression gegen Demonstrationen der ausserparlamentarischen Linken endlich eine Strategie entgegenzusetzen.

Die Ausschreitungen vom vergangenen Samstag haben im Bündnis Alle gegen Rechts lange Diskussionen ausgelöst, denen weitere folgen werden. Dies wird Zeit in Anspruch nehmen.

Das Bündnis Alle gegen Rechts ist vor diesem Hintergrund nicht mehr bereit den 7. Antifaschistischen Abendspaziergang zu wiederholen.
Wir bitten alle, die sich auf die Wiederholung / Durchführung des 7. Antifaschistischen Abendspaziergangs gefreut haben, um Verständnis.

Allen, die mithelfen wollten, unser Konzept umzusetzen und uns auch in diesem Jahr wieder unterstützt haben, wollen wir an dieser Stelle ein weiteres Mal herzlich danken!

Aber keine Angst, der Kampf geht weiter, denn Geduld und Hartnäckigkeit sind die Tugenden der AntifaschistInnen!

Bündnis Alle gegen Rechts
 :: 8 Inhaltliche Ergänzungen : > Ergänze diesen Artikel (.onion )
  Kluge Worte
03.04.2006 00:35  
Kompliment an das Bündnis. Ich bin wirklich froh, dass ih euch von der völlig beschissenen Mobstrategie so explizit distanziert. Lieder ist nun anzunehmen, dass ein weiterer Versuch schwerlich zu stande kommen wird, da man wohl mit weitaus weniger Teilnehmern rechnen muss. Hoffentlich werden jetzt nicht noch mehr Leute angezogen, die nur auf Krawall aus sind. Mit diesen sinnlosen Aktionen haben sie die Grösse, welche die Veranstalter zeigten, zunichte gemacht. Die Bewegung, welche die Bevölkerung auf die herschende Problematik aufmerksam machen will, hat nun einen sehr schweren Stand, da sie schlicht nicht mehr ernst genommen wird und unter der Mehrheit der Bevölkerung bloss noch Verachtung, nicht mehr Denken hervorruft.
Es ist nun wirklich nicht antifaschistisch, einen Secondhand Shop, ein Alternatives Kino und eine absolut nicht faschistische Bar anzugreifen!!! Ich stand mit euch auf der Strasse um gegen Menschenverachtung zu stehen, warum mussten sich dann 100 Idioten Menschenverachtend benehmen?? Es wurde mutwillig die Gesundheit von völlig unbeteiligten Leuten gefährdet und sogar Menschen, die an der Demoteilnahmen und Ausschreitungen zu verhindern versuchten bedroht und angegriffen. Das hat nun wirklich nichts mehr mit Antifaschismus zu tun.

Fuck the Riot Kids.



AutorIn: teilnehmer
  Zivis
03.04.2006 15:03  
Es hat einige Vermmumte Zivis gehabt die Leute abführten, hat die Antirep nichts mitbekommen?Bitte um Aufklärung.


AutorIn: Beobachter
  Probleme
03.04.2006 18:13  
Ich kann gut verstehen, dass die organisatoren des 7. Antifa-Spaziergangs in Bern enttäuscht sind. Doch es lässt sich auch dieses Mal erneut erkennen, dass die militante Linke vor neuen Problemen steht.

Auf grund der emotional geladener stimmung war es abzusehen dass es nicht viel braucht das die situation eskaliert. Einkesslungen sämmtlicher unbewilligter Demos in der letzten zeit, schärfere Repression und steigende frustration und wut über verhalten von polizei, grosskapitalisten/innen und letztendlich natürlich auch nazis steigerte die möglichkeit einer eskalation ins unendliche und zurück.

die taktik des Bündnis gegen Rechts leuchtet ein. den abendspaziergang wiederholen damit massivste sicherheitskosten anfallen.
ebenso verständlich ist die andere position. wenn wir so viele sind dann wollen wir auch versuchen die demo durchzusetzen und ein kraftvolles zeichen gegen setzen, dass wir uns nicht aufhalten oder einfach so einmachen lassen.

beides hat jedoch nichts mit dem zu tun, was schlussentlich vor der reitschule passiert ist. entgegen der behauptung von der polizeidirektorin waren es weder militante organisierte züricher -noch romands nehme ich an- die, die polizei vor der reitschule angriffen und wahllos scheiben einschlugen.

und damit kommen wir auch zur problemstellung. immer mehr kids missbrauchen militante und revolutionäre anlässe um ziel- und wahllos zu randalieren, leute zu verprügeln und ihre crew-tags an die fassaden anzubringen.

wir müssen vesuchen eine strategie zu entwickeln die nicht mit autoritärem auftreten von demo-ordnungshüter (versagte am samstag) zu tun hat.

wir werden sicher nicht aufgeben:
auf die strasse zum 1. Mai 06!


AutorIn: zürcher
  Neue Strategie
03.04.2006 22:59  
Liebe Leute

Das es so (Massenverhaftungen, Riesenkessel, Bullen soweit das Auge reicht) nicht weitergehen kann ist wohl allen klar; dass die militante Linke andere Konzepte für Grossmobilisierte Demos, wo auch unorganisierte Leute kommen können, auch; Desshalb schreien alle immer nach neuen Konzepten, neuen Ideen, Inovation etc.

Letzten Samstag hat das BAGER eine neue Strategie ausprobiert. Ich finde das einen mutigen und wichtigen Schritt. Vor allem vor dem Hintergrund, dass eine solche Demo viiiiel Vorbereitungszeit (schätze ca. 6 monate) und viiiiel Geld (schätze grob 10'000 SFr) braucht. Viel Arbeit wurde riskiert.

Es wäre viel sinnvoller zu diskutieren, was denn nun eigentlich schief gelaufen ist, als Vorwürfe zu machen.

Lassen wir den ganzen Spalterquark (nebenbei hier völlig fehl am Platz, wer hier von Spaltung redet hat keine Ahnung). Höhren wir auf die Faust im Sack. Schauen wir, wie wir sie wieder heraushohlen und gegen die ganze Systemscheisse richten können. Wir brauchen konstruktive Disskussion! (Vielleicht nicht auf Indymedia)


PS: "Creative Actions" etc. und verdeckte mobilisierung sind keine Konzepte für Grossdemos! Es sind andere Konzepte, die (noch) funktionieren.

PPS: In der Verteilten Broschüre habe ich einen Text zu genau diesem Thema gelesen.


AutorIn: Stratege
  Zivis in Bern
04.04.2006 00:17  
Im TV-Ausschnit siehe Link sind einige bekannte(vermummte) Zivis zu sehen, und das waren keine BAgR Leute.

bericht realplay

tages-übersicht


AutorIn: Hans Salzmann
  ergänzung zur ergänzug "probleme"
04.04.2006 00:36  
absolut einverstanden mit dem was du geschrieben hast. ich bin ebenfalls dagegen sich von irgendwelchen kids missbrauchen zu lassen.

mit diesem "problem" ist jedoch sehr schwierig umzugehen und es müssen diskussionen forciert werden wie mit diesem "problem" umzugehen ist.

das problem ist eigendlich ein gesellschaftliches problem. die gesellschaft provoziert und fördert genau sollches verhalten. unser problem ist jedoch das wir unwillendlich eine plattform für jugendliche anbieten ihren -berechtigten- frust gegenüber der gesellschaft auszulassen. Ihre agressionen sind jedoch nur sehr bescheiden zielgerichtet und lässt sich mit unseren inhalten nur entfernt vereinbaren.

Der 1. Mai (inbesondere in Zürich) wird desshalb zu einem "spannenden" anlass. Das revolutionäre 1. Mai Bündnis Zürich hat letztes Jahr gezeigt wie politische Inhalte militant vermittelt werden können ohne dass dabei etliche scheiben zu bruch gehen und es zu riesen krawallen kommt. die verantwortung für eventuelle zusammenstösse von jugendlichen und den bullen wurde bereits im vorfeld abgelent. Es wurde ihnen auch keinen rahmen geboten uns missbrauchen zu lassen. es wurde jedoch klar keine "verurteilungen" ausgesprochen, da man für gewisse anliegen verständnis hat. wenn diese kids am 1. Mai selbst was auf die beine stellen um ihren unmut kundzutun ist das ok, aber wir bieten nicht den rahmen dafür und übernehmen auch nicht die politische verantwortung. Diese position wird im hinblick auf den 1. Mai 06 hoffendlich wieder vertreten.

in diesem sinne sehen wir uns am 1. Mai 06 und ein danke an das BAgR.





AutorIn: ebenfalls zürcher
  stellungnahme reitschule
04.04.2006 11:18  
Communiqué der Reitschule Bern zum 1. April 2006



In Folge der Ereignisse rund um den «7. Antifaschistischen
Abendspaziergang» mussten gestern, Samstagabend in der Reitschule ein
Doppelkonzert im Dachstock und ein Anlass im Frauenraum kurzfristig
abgesagt werden. Mehrere hundert Gäste konnten während langer Stunden
wegen der Auseinandersetzungen die Reitschule nicht verlassen. Zudem
waren alle in der Reitschule Anwesenden wiederholten
Tränengaseinsätzen der Polizei ausgesetzt. Zur Zeit ist uns nicht
bekannt, wie viele Personen sich deswegen in ärztliche Behandlung
begeben haben. Wir möchten wieder einmal daran erinnern, dass
Tränengas in geschlossenen Räumen lebensgefährlich ist.


Das Bündnis «Alle gegen Rechts» hat sich am Samstag Abend in unseren
Augen ernsthaft und aktiv bemüht, gewaltsame Konflikte zwischen
Demonstrantinnen und Polizei zu verhindern. Es ist leider an der
Sturheit der Berner Behörden, die ein Bewilligungsverfahren über die
Ausübung der Grundrechte stellt und mit einem riesigen Aufgebot
Bürgerkriegsstimmung schürte, aber wohl auch an der eigenen Rhetorik
der Militanz gescheitert.


Die Reitschule bedauert die Vorfälle sehr und auch die kurzfristige
Absage der Anlässe und entschuldigt sich bei allen Besucherinnen und
Besuchern.


Reitschule Bern, 3. April 2006


AutorIn: c&p
  Artikel BernerZeitung
04.04.2006 12:32  
Abendspaziergang läuft sich tot

Hundert Randalierer verwandelten den antifaschistischen Abendspaziergang in einen Saubannerzug. Die Organisatoren der Demo distanzieren sich von den Chaoten und überlegen, ob und wie weiterspaziert wird.

Das Konzept der Demoorganisatoren ist nicht aufgegangen. Das Bündnis Alle gegen Rechts hatte am Samstagabend mitgeteilt, der Abendspaziergang werde um eine Woche verschoben. Via Lautsprecher forderte es die 1000 Demonstranten auf, diszipliniert von der Heiliggeistkirche zurück in die Reitschule zu spazieren. Doch aus dem Spaziergang wurde ein Saubannerzug. Rund 100 Randalierer scherten aus und richteten im Bollwerk Schäden von 100 000 Franken an. Der demoeigene Ordnungsdienst war überfordert.

Das Bündnis zeigt sich tags darauf von den Randalierern überrascht. «Wir distanzieren uns ausdrücklich von dieser Gruppe, ihrem untragbaren Verhalten und diesen kontraproduktiven Sachbeschädigungen», heisst es in einem Communiqué. Man wolle das Geschehene erst einmal überdenken und verzichte deshalb auf die Wiederholung des Abendspaziergangs am Samstag.
Ganz und gar nicht überrascht sind dagegen erfahrene Demoorganisatoren. Sie schimpfen das Bündnis «naiv». Es sei klar gewesen, dass gewaltbereite Demonstranten – insbesondere aus Zürich – nicht bereit sein würden, einfach nachzugeben und wieder nach Hause zu gehen. Mit militanten Störern hätte die Antifa am Samstag darum unbedingt rechnen müssen.
Die Stadtratsparteien dagegen üben sich in Zurückhaltung. Obwohl in der Samstagnacht Molotovcocktails gegen Polizisten flogen und laut Polizeisprecher Franz Märki beinahe ein Beamter «als brennende Fackel rumgerannt» wäre, blieben die Reaktionen weit gehend aus. Lediglich drei Jungparteien liessen sich verlauten. Die Junge SVP und die Jungfreisinnigen verurteilten die Ausschreitungen in scharfem Ton. Die Junge Alternative distanzierte sich ebenfalls von den Krawallmachern. Ihre Kritik gilt aber vorab dem «übertriebenen Polizeiaufgebot». Die «flächendeckende Präsenz der Uniformierten» habe nämlich die ohnehin schon angespannte Stimmung «zusätzlich aufgeheizt».
Alles in allem scheint der Vorfall das politische Bern nicht gross zu berühren. Mit unerklärlicher Leichtigkeit nimmt man von dem Vorfall Notiz. Eine Aufarbeitung scheint in der demoerprobten Bundesstadt nicht Not zu tun.

Die Antifa will nicht mehr

Anders im Bündnis Alle gegen Rechts. Dort haben die Krawalle «lange Diskussionen ausgelöst». Die Aufarbeitung werde noch «einige Zeit in Anspruch nehmen», liess das Bündnis die Medien wissen. Tatsächlich wird im Bündnis schon lange über die Gewaltfrage diskutiert. Die Kerngruppe selbst, die Antifa Bern, stellte wegen der Gewalttätigkeiten schon 2004 die Zukunft der Abendspaziergänge in Frage. Die Demos hätten sich in eine Richtung entwickelt, die kaum noch dazu geeignet sei, Inhalte zu vermitteln, liess die Antifa damals verlauten. «Wir wünschten uns einen bunteren und breiter abgestützten Abendspaziergang, der mit weniger martialischem Auftreten auskommt», schrieb sie. Da eine Öffnung und Erneuerung nicht mehrheitsfähig sei, trete sie aus dem 1994 gegründeten Bündnis zurück.

Die Frage ist, wie viele Gruppierungen dem Bündnis nach den jüngsten Ereignissen den Rücken kehren. Ein Blick auf die einschlägigen links-autonomen Internetseiten lässt vermuten, dass es einige sind.

 http://www.espace.ch/artikel_196974.html


AutorIn: c&p
 :: Nicht inhaltliche Ergänzungen :
  1. danke trotzdem aber schade — danke trotzdem
  2. Kann ich verstehen! (an die journis) — Blurri
  3. es sind immer die andern.. — rattenfänger
  4. s — d
  5. Schönrednerei — DemoteilneherIn
  6. eine faschoschwalbe macht noch keinen faschismussommer — unterscht löli
  7. Bewegungstöter! — Parasit
  8. Bravo — Feuerwehrmann
  9. Fakten auf den Tisch — anti-fa
  10. nur geträumt.... — Nena
  11. doppelt gemoppelt — 1800
  12. @karin (anti-fa) — anti-greenhorn
  13. Tiefschlag — che
  14. buhhh — anti-fa
  15. .. — burn
  16. Spaltung — Treuer Spaziergänger
  17. ja ja ja — tut nichts zur sache
  18. nein nein — nobis
  19. nicht jammern — anti-BAgR
  20. zur frage wegen zivis — nozensur
  21. bekannte zivis??? — NAT
  22. du — ich
  23. ICH HALTE ZUM BüNDNIS GEGEN RECHTS — terror
  24. Am 8. April trotzdem nach Bern! — AGBe
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