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 :: zum verhinderten 3. Antifaschistischen Abendspaziergang ::
 Themen | Feminismus/Gender/Queer 16-10-2005 21:51
AutorIn : AIO : http://www.a-i-o.ch.vu
Mit Enttäuschung, Entsetzen und grossem Unverständnis blicken wir auf die Geschehnisse des gestrigen Abends zurück. Gleichzeitig sind wir aber umso entschlossener in Thun weiter Zeichen gegen Faschismus und Polizeirepression zu setzen.

Für gestern Abend hatten wir dazu aufgerufen ein kraftvolles, friedliches und lautstarkes Zeichen gegen Rechtsextremismus und rechte Gewalt zu setzen.

In der letzten Zeit kam es in Thun immer wieder zu brutalen Neonaziübergriffen. Der bisherige Höhepunkt erreichte die rechte Gewalt als ein Neonazi mehrmals gezielt auf „Linke“ schoss und dabei eine Person im Oberschenkelbereich traf. Der stadtbekannte Schütze wurde schon zuvor mehrmals mit Schusswaffen im Gepäck von der Polizei kontrolliert und war an mehreren rechtsextrem motivierten Übergriffen beteiligt. Die Thuner Polizei blieb untätig, im Gegensatz zum gestrigen Abend.

Als sich ca. 300 AntifaschistInnen gestern Abend am Thuner Bahnhof besammelten, wurden sie mit einem übertrieben grossen Polizeiaufgebot eingekesselt. Die Polizei forderte die KundgebungsteilnehmerInnen dazu auf, sich vom Bahnhofsplatz zu entfernen, liess aber Leute, welche auf dieses Angebot eingehen wollten nicht aus dem Kessel raus. Als 2 Personen mit einem verantwortlichen Polizisten über den weiteren Verlauf des Abends sprechen wollten und sich mit erhobenen Händen der Polizei näherten, wurden diese mehrmals aus nächster Nähe mit Gummischrot beschossen. Alle DemonstrantInnen reagierten mit lautstarker Empörung, blieben aber trotzdem ruhig und selbstdisziplinert.

Die Stimmung im Kessel entspannte sich jedoch wieder, worauf ein Musiker mit Bass den Antifa- Blues zum Besten gab. Trotz den schlechten Aussichten, blieb die Stimmung gut. Die AntifaschistenInnen spazierten in einer „Bolognaise“ im Kessel umher. Ausserhalb des Polizeikessels sammelten sich mehrere hundert weitere AntifaschistInnen an, welche nicht mehr zu den anderen Demonstrierenden im Kessel gelangen konnten. Die Stimmung innerhalb und ausserhalb des Kessels wurde abrupt schlechter als die Polizei versuchte die Sympathisanten ausserhalb des Kessels mit Gewalttaten zu vertreiben versuchten. Ausserhalb des Kessels kam es zu Scharmützeln, die Polizei setzte mehrmals Gummischrot, Tränengas und Schlagstöcke ein, sogar ein Wasserwerfer wurde aufgefahren.

Die Polizei zog den Kessel immer wieder enger, wobei es zu Übergriffen seitens der Polizei gegen friedliche DemonstrantInnen kam. Um die Leute zusammenzutreiben, setzte die Polizei Schlagstöcke, Pfefferspray und Gummischrot ein. Die Polizei verkündete per Megafon, dass sie nicht gewillt sei, den gesetzlichen Mindestabstand für den Einsatz von Gummigeschossen einzuhalten und feuerte aus 2 Metern Distanz auf Kopfhöhe der DemonstrantInnen mehrere Salven ab. Entgegen der Behauptungen der Polizei geschah dies nicht während eines Ausbruchsversuches, denn einen Solchen hat es nie gegeben. Es gab mehrere verletzte AntifaschistInnen.

Nach diesem brutalen und unnötigen Polizeieinsatz forderte die Polizei die DemonstrantInnen auf, sich einzeln kontrollieren zu lassen und die Personalien anzugeben. Trotz aller Provokationen seitens der Polizei verhielten sich die KundgebungsteilnehmerInnen friedlich und kooperativ. Innerhalb des Polizeikessels kam es weder zu Sachbeschädigungen noch zu Angriffen auf die Polizei. Die Polizei drohte allen TeilnehmerInnen mit einer Anzeige wegen Nichteinhalten einer amtlichen Verfügung, obwohl den DemonstrantInnen keine Möglichkeit geboten wurde, diese Verfügung einzuhalten, da sie den Kessel zu keinem Zeitpunkt verlassen konnten.

Es ist für alle offensichtlich, dass es der Polizei nicht um das Verhindern von Sachschäden ging. Es ging einzig darum, ein antifaschistisches Statement in der Stadt Thun zu verhindern.

Es ist angesichts der „Schwere“ des „Verbrechens“ (Nichteinhalten einer Amtlichen Verfügung) ebenfalls offensichtlich, dass der Grundsatz der Verhältnismässigkeit bewusst missachtet wurde. Ein Menschenrecht, wie die Versammlungs- und Meinungsfreiheit und das Recht auf körperliche Unversehrtheit, darf nur in äusserst schwerwiegenden Fällen verletzt werden, wozu eine fehlende Bewilligung für eine Kundgebung nicht gezählt werden kann.

Unser Dank gilt allen Menschen, welche sich nicht durch die Medienhetze und der polizeilichen Repression davon abhalten liessen, ihre Meinung kundzutun.

Gummischrot und Tränengas können unsere Stimmen nicht verstummen lassen.

Für die Freiheit für das Leben – Nazis von der Strasse fegen.

Mit antifaschistischen Grüssen

Antifa Oberland

Für weitere Fragen wenden Sie sich an:

 antifa@paranoya.ch
 :: 12 Inhaltliche Ergänzungen : > Ergänze diesen Artikel
16.10.2005 22:22  
ich bin überzeugt, mit einer bewilligung wäre das alles nicht passiert. ihr hättet euren umzug durch die stadt machen können...aber eben...


AutorIn: der pate
16.10.2005 23:15  
es posten mal wieder viele faschos auf indy. bitte alle posts löschen die keine inhaltliche ergänzung bringen.


  ich liebe indymedia
16.10.2005 23:44  
aber seit ein paar wochen muss sich bei jedem bericht ein gelangweilter polizist oder ein anders beklagenswertes bürgerliches subjekt vor seinem anpasser-dasein einen moralischen runterholen.
hat sich irgendwas geändert? ist der pnos-leithammel gestorben oder esther maurer? oder habt ihr nun notebooks in euren orangen sirenen-autos und flitzt auf dem internet rum anstatt auf dem gehweg?


AutorIn: wasnlos??
  die braune flut gehört aufgehalten
17.10.2005 07:28  
Ja, wir haben ein Problem mit rechten Deppen.
Ja, die Zustände werden schlimmer. Das ist auf dem Rütli ebenso sichtbar, wie wenn solche Typen wie in Thun geschehen mit Waffen rumlaufen und sie dann auch noch benutzen.
Ja, ich kann nur hinter der Idee des Abendspazierganges stehen.

Nur hilft es der Sache "Antifa" überhaupt nichts, wenn man sich nicht an geltende Regeln halten will. Es kann doch nicht sein, dass wir gegen rechte Gewalt demonstrieren wollen und einige unter uns während des angeblich friedlichen Spaziergangs Sachbeschädigungen im grossen Stil verursachen.

Oder kann mir irgendjemand hier vernünftig erklären, warum es beim Spaziergang vor zwei Jahren in Thun CHF 200'000 Sachschaden gegeben hat?

Die Presse ist ein mächtiges Sprachrohr, wenn man sie zu nutzen weiss. Vielleicht wären positive Schlagzeilen der Sache dienlicher. Überlegt es euch. Und hört nicht auf der rechten Flut Widerstand zu leisten.


AutorIn: bastian
17.10.2005 08:33  
Ist ja klar, dass es in den Medien und von Seiten der Bullen immer heisst, Ausschreitungen wurden verhindert usw.

Fakt ist, dass sich die Polizei und Leuenberger einen friedlichen Antifaschistischen Abendspaziergang gar nicht leisten können, denn so ein übertriebenes Polizeiaufgebot wie am Samstag wäre bei einer friedlichen Demo sogar von den bürgerlichen Medien stark kritisiert worden, also ist es nur logisch, dass die Polizei zum Ziel hatte, Ausschreitungen zu provozieren, was jedoch misslang, da sich die eingekesselten antifaschistinnen ruhig verhielten und auf Provokationen Seitens der Polizei nicht eingegangen sind.


  zu einwänden wie" selber schuld" u.ä.
17.10.2005 10:06  
wenn sich ein spaziergang der antifa bern als selbstdiszipliniert ankündigt, ist er das auch. über die ereignisse mit 200'000 fr schaden in thun bin ich nicht informiert. tatsache ist, dass in bern nach grosser reppression nach grossem schaden (sprayereien vorallem) am nächsten spaziergang sogar das sprayen verboten und kreide verteilt wurde. und das wird auch recht weit durchgesetzt. am samstag wussten alle, dass wir uns nichts erlauben können, wir wollten spazieren, laut unsere meinung kundtun und dann wieder nach hause gehen. das war allen klar. das polizeiaufgebot war erschütternd, in keinem verhältnis und daher eindeutig politisch motiviert. wer da mit einwänden wie bewilligung und ähnlichem kommt, macht die augen zu. ich bin auch überzeugt, dass die möglichkeit, alle teilnehmenden zu fichieren nicht unwichtig war bei der entscheidung zum totalen kessel.
mensch sollte vorsichtig sein mit grossen begriffen, ich weiss. aber ein solches vorgehen von einem staat riecht gefährlich nach faschismus. und das darf unter keinen umständen, von niemandem toleriert und entschuldigt werden.


17.10.2005 11:38  
Warum kann ich die Augen nicht offenhaben, wenn ich eine Bewilligung für eine Demo einhole? Gibt es auch nur einen vernünftigen Grund, eine Demo unbewilligt durchführen zu wollen?

Vor zwei Jahren hiess es auch: Wir wollen spazieren, laut unsere Meinung kundtun und dann wieder nach Hause gehen. Es hiess sogar, dass eine "Sicherheitsorganisation" (bitte behaftet mich nicht auf dem Ausdruck, ich weiss den O-Ton nicht mehr) dafür sorgen soll, dass nichts passiert. Das Resultat waren eingeschlagene Scheiben etc. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob der Spaziergang damals bewilligt wurde oder gar nie nach einer Bewilligung gefragt wurde. Aber wenn eine angeblich friedliche Veranstaltung mit dermassen Schäden endet, frage auch ich mich, was damit bezweckt werden soll.

Und nochmals ein Aufruf: Nutzt die Medien für eure Zwecke. Keine Zeitung in der Schweiz kann es sich leisten, für die braune Bewegung zu sein. Versucht, mit positiven Schlagzeilen auf euch aufmerksam zu machen. Unbewilligte Demos bringen euch nicht die Sympathisanten, die ihr braucht um etwas zu verändern. Und im Prinzip habt ihr die Medien schon auf eurer Seite. Siehe auch den Kommentar im ThunerTagblatt vom 17.10. ->  http://www.espace.ch/artikel_141299.html (wahrscheinlich nur am 17. abrufbar)


AutorIn: bastian
  Sachlich bleiben
17.10.2005 11:46  
Berichterstattung gut und schön, aber bitte bleib bei der Wahrheit. Gummischrot aus 2 Metern auf Kopfhöhe? Dann würde diese Person heute nicht mehr unter uns weilen, da kannst du drauf wetten.


AutorIn: ach ja?
  Schade...
17.10.2005 13:12  
Ich finde es schade ist die solidarität der nichteingekesselten so wenig zu betracht gezogen wird.
Da eine Gruppe von ca. 20-30 demonstranten bis ca.00:30 sich ausserhalb der stadt aufhielten und immer wieder versuchten in die altstadt zukommen,was ncit möglich war da überall zivis und polizisten ausschau hielten. Auch versuchten sie den Kessel aufzulösen und möglichst viel aufmerksamkeit von der Bullerei auf sich zu ziehen. Fast alle haben es geschafft nicht verhaftet zu werden. Als sich dann diese Gruppe teilet , da die polizei versucht diese zu kesseln, wurden ca.5-10 Personen noch verhaftet.Die restlichen kamen am Bahnhof um ca.1:00 an.Wurden aber nicht mehr von der Polizei kontrolliert. Von den eingekesselten demonstranten waren noch ca. 30 am Bahnhof. Die Polizei teilte mit das sie Fahrzeuge nach Bern zur verfügung stelle. So fuhren sie alle nach Bern Wankdorf in den Kastenwägen.Auch die die nicht verhaftet oder kontrolliert wurden durften mit, ohne Auswies oder anderne kontrollen.


AutorIn: Nicht eingekesselte.
  AntiFa Thun
17.10.2005 19:34  
hei wiso hets ds thun so müesse cho?

verärgerte aktivistin


AutorIn: ig
  Kreativer oder Brutaler
20.10.2005 13:32  
angesichts der zunehmend brutalen bullenaufmärsche werden wir uns über kurz oder lang überlegen müssen ob wir noch geistreicher werden wollen(wäre schön) oder ihnen mal so richtig die fresse einklopfen werden

wir können und dürfen nicht länger akzeptieren ,dass bald jede demo unterbunden wird nur weil sie sich im gegensatz zu den nazi konzerten und aufmärschen sicher sind wer für uns üblespack zuständig ist (sonderkomisionen, der bund ,das militär und die verschiedenen kantone)

eure meinung interessiert mich


AutorIn: Alupunk
  Vorgehen der Polizei
03.11.2005 08:32  
Ich finde das vorgehen der Polizei RICHTIG!!!!!!!!!!!


AutorIn: hook
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