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 :: Notizen aus dem ruhigen Hinterland ::
 Themen | WEF 28-01-2004 11:49
AutorIn : spi : http://www.vorwaerts.ch
Sie schimpfen uns hinterwäldlerisch, dümmlich, gar reaktionär. Mit ihrer urbanen Aufgeklärtheit kamen sie Samstag, um uns die Revolution zu lehren. Ob das so schlau war? Die Polemische Reportage eines alpinen Redaktors.
Als ich am Bahnhof Landquart auf die Gruppe warte, die sich Richtung Davos aufmacht, glotzen mich übergrosse Augen aus dem Zug an. Sieben Mitglieder der Big Brother Foundation haben sich am Donnerstag, den 22. Januar, nach Davos aufgemacht, um die Umsetzung der Arbenzschen Spielwiese-Studie zu überprüfen. Bereits aus dem Zug gestiegen, laufen ihnen PolizistInnen aus Zürich entgegen. Eine erste Lagebesprechung wird auf einem Platz abgehalten, dann ab zum Kongresshaus, wo die Luzerner Polizei den Sicherheitsexperten den Zutritt trotz entsprechendem Badge verweigert. ?Verdächtig, verdächtig!? meint Herr Supervisor und notiert dies sofort in seinem Laptop. Das Schweizer Fernsehen hängt sich an, begleitet die Gruppe bis zum Public Eye, dem diese lautlos ein Ei legt: ?Demo, 24.1.04, Chur? steht drauf, und die Leute im Saal applaudieren. Weiter Richtung Open Forum, wo eine öffentliche Debatte zu Biodiversität mit Nestlé-Brabeck stattfinden soll. Der Saal wird gründlich untersucht, die Leute eingehend befragt, die Daten gespeichert. Die Nachricht, dass der schwarze Block auf dem Weg hierher sei, bringt die Mister Spitzel und Wächter nicht aus der Ruhe. Wie immer im Entenmarsch bewegen sie sich Richtung Bahnhof, diesmal ohne PassantInnen zu belästigen.
Die Zürcher Polizei interessiert sich kaum für die Herren und rennt zum vordersten Wagen, wo bereits vier Uniformierte aus demselben Korps zwei Maskierte mit Wipe-Out-WEF-Kappe in Schach halten, die eine verdächtige Schwarze Schachtel mit sich tragen. Kurze Lagebesprechung mit den Augenköpfen im SBB-Umkleideraum, raus in die Kälte und rein ins Open Forum, wo die realen Herren wichtig tuend ins Mikrofon lallen. Drei Augenköpfe stellen sich entlang der linken, drei entlang der rechten Wand. WEF-Direktor Schneider weiss nicht, ob er einschreiten soll, lässt es aber sein, als er den Kameramann der Gruppe sieht: DADAvos, und Schneider lächelt. Nicht dass sie sich stören liessen: Es ist tatsächlich Brabeck, der ein Votum abgibt, der unerhört in den Saal hallt. Ein Augenkopf hat nämlich inzwischen die zwei Maskierten mitten auf die Bühne und vor dem Podium gestellt, den Schwarzen Block dazwischen. Dann wird dieser enthüllt: Drei Plakate weisen auf die Demo vom 24. Januar hin, dann springt Mafalda auf und lacht höhnisch, das Publikum macht's nach.
Eine Parodie, die symbolisch für die Ereignisse der letzten Tage steht. Die nach Arbenzschem Diktat liebe Protestkultur wird rundum kontrolliert, kommandiert und schikaniert, aber schliesslich toleriert. Sie verhindert nichts, doch stören tut sie schon. Bereits am Vortag hatte ein Kommando liebernacktalsfeigenblatt auf die Präsenz von Gewerkschaftsökonom Serge Gaillard am Open Forum mit einem Transparent aufmerksam gemacht: ?Fazit: Rote Köpfe, Technische Probleme mit den Mikrophons, entlarvendes Gedruckse, Beifall von ein paar Zuschauerinnen, Zeitverzögerung... hihihi.? Auch sie verhinderten den Vortrag nicht. Einen Gedankenprozess haben sie dennoch in Gang gesetzt.
Die Geschichte mit den Augenköpfen geht nämlich weiter: Nach der Enthüllung des Schwarzen Blockes fliegt eine rote Rose vom Publikum in die Schachtel, ein Zuschauer bringt Schoggi-Herzli für die AktivistInnen. Auch am Freitag erhält DADAvos mit seinen Strassentheater viel Sympathiebekundungen ? abgesehen vom Flyer einer Skinhead Offensive Graubünden. Etwa fünfzehn Wilde Mannlis suchen die Stadt Chur auf und prallen auf den Geist von Davos. Dank der Hilfe seiner Augenköpfe bemächtigt sich dieser ihrer Weltkugel und verschwindet hinter der UBS, nachdem auch PassantInnen versucht hatten, ihm diese vorzuenthalten. Die Wilden ziehen sich zurück, um abends mit Kuhglocken durch die Stadt zu streifen. Sie wollen den Geist ? und mit ihm die geklaute Welt ? wieder finden. AbendeinkäuferInnen und FreitagsausgängerInnen nehmen gerne die Mobilisierungsflugis entgegen und wünschen dankend viel Glück. Auch Stunden später liegen keine Flugis in der Altstadt herum.
Schliesslich kommt es an der Demo vom Samstag zum Wiedersehen, und die Wildmandlis erobern die Kugel wieder, zerstören später Dollar- und Euro-Symbole unter dem Beifall aller Anwesenden. Die bunte Demo wird ein Erfolg und ist die grösste, die seit Menschengedenken in der Bündner Hauptstadt stattgefunden hat. Zurecht meinen die OrganisatorInnen: ?Wir von DADAvos glauben (...) ein starkes Zeichen gegen das vorherrschende Prinzip des Profits gesetzt zu haben?. Doch da sind die StädterInnen, die uns BerglerInnen seit jeher dümmlich schimpfen, wenn gar nicht reaktionär (siehe vorwärts vom 29. November 2002 und vom 6. Juni 2003). Entlang der Demoroute werden GafferInnen und Journis unsanft von Maskierten mit Eisschneeklötzen beschossen. Zugfahrende kommen nicht mehr von Chur weg, weil ein paar Leithammel freiwillig in den Landquarter Kessel gefahren sind und viele mitgerissen haben. Zwei Stunden lang bleibt ein Zug in Chur stehen, dann platzt den Wartenden der Kragen, die per SMS und Handy immer schlimmere Nachrichten von ihren eingekesselten KollegInnen aus Landquart erhalten. ?Wir machen die Stadt klein!? doch die einzigen, die klein gemacht würden, sind diese Stadtkiddies. Der Bahnhof Chur wird innert Kürze von Grenadieren grossräumig abgeriegelt. Dann fahren die Züge wieder normal, und die StädterInnen verabschieden sich nicht mal.
Auf die Rückkehr haben sie sich nicht vorbereitet, obwohl gerade diese seit Jahren immer Probleme bereitet. Faschos, Bullen, Zivigreiftrupps. Darunter kamen, wieder, auch etliche Unbeteiligte. Ob die AktivistInnen darunter nächstes Jahr wieder gegen das WEF protestieren werden? Konnten wir so unsere Basis verbreiten? Sie lecken sich nun in Indymedia die Wunden, streiten darüber, ob zuerst die Militanten oder die Polizei den Zug in Landquart blockierten. Fluchen übers Vorwärts und ? je nach politischer Gesinnung ? über den reformistischen Farbtupfer oder die militanten Macker. Einige versuchen, den Staat für seine Misstaten verantwortlich zu machen. Kein Wort wird dem WEF mehr gewidmet, dem eigentlichen Problem. Was daran so klug sein soll, will mir selbst nach vierzehn Jahre Unterland nicht in den Kopf.
 :: 8 Inhaltliche Ergänzungen : > Ergänze diesen Artikel
  nix klein machen wir
28.01.2004 12:34  
es war nie die rede, dass wir die stadt klein machen!
nur weil die grünen und die pda nicht aus dem zug kam, um gegen den skandal von landquart zu protestieren - wird die blockade des bahnhofplatzes nun irgendwie - in die kaste "chaoten" reingepfercht.
die absicht, war einfach - gegen die grösste öffentliche massenfischierung und kriminalisierung der bewegung in landquart zu protestieren - und endlich auch gehen zu dürfen.
denn kurz nachdem die, die auf den bahnhofplatz gingen diesen blockierten - hiess es der zug fahre weiter - und so war es.
wenn bürgerliche diskurse von sozialistischen medien übernommen werden, dann steht es schlecht mit der revolution!

trotzdem und gerade deswegen, geht der kampf weiter!
für den kommunismus (darf ich doch als nicht-aufbaumitglied auch posten - oder?)


AutorIn: resistencia
  aufbaumitglied?????
28.01.2004 16:22  
ich kenne nur abonnenten! (bin selbst einer, distanziere mich aber von 'Propaganda' in dieser publikation)mfg


AutorIn: ol
  @ oben (zufall usw.)
28.01.2004 20:41  
kannst du das mal ein bisschen genauer erläutern?


  danke dadavos
29.01.2004 09:23  
war super organisiert die demo in chur. und die augenmenschen und die wilden mannli/froueli und der geist von davos und das schwebende transpi an den ballonen.
unterländlicher dank an dadavos.


AutorIn: unterländerin
  dank..
29.01.2004 10:07  
städtischer dank an die heulsuse von dadavos, welche vor der kurzzeitigen blockierung des bahnhofplatzes seine abmachung mit den polizeikräften gefährdet und wohl das dorf in schutt und asche gesehen hat.

wer hat uns verraten? sozialdemokraten.
wer half ihnen dabei? die arbeiterpartei.


AutorIn: navez
  erläuterung: aufbau...
29.01.2004 11:51  
... die polizei hat a.s. und jehnste abonnenten (ich durfte auch schon 1-einhalb stunden 'plaudern' wegen nem flugblatt, aufdem 'den kampf auf die strasse tragen' stand) in den letzten jahren sowas von scharf gemacht, das es schon fast system hat... die brauchen einen feind, und den 'hegen und pflegen' sie... ich les den aufbau zwar (meist etwas amüsiert dabei, wies beim blick auch is), lasse mich auf dieses sch... spiel aber seit jahren nicht mehr ein, weil ichs durchschaut habe... in den letzten 20 jahren hat die gegenseite sowas von aufgerüstet das sich militanter widerstand a la 80ger ECHT NICHTMEHR lohnt!... hoffe das auch andere diese einsicht haben mfg p.s. eine revolution von unten wär beim aufbau auch mal keine schlechte sache... (hippis in den aufbau? ;D)


  Revolution ?!
29.01.2004 14:20  
Es freut mich sehr, hier ein paar vernünftige postings zu sehen!
Was heisst den Revolution? Kampf, um an die Macht zu kommen? Wenn ich durch Kampf an die Macht kommen will, dann geh ich in die Privatwirtschaft, das ist seit Jahren ihre Doktrin. In einem Kampf gilt immer das Recht des Stärkeren. Die Schutzbedürftigen gehen unter, wie dies auch im Kapitalismus der Fall ist. Kommunismus bedeutet nicht Freiheit, sondern sich unterordnen unter die Ziele der Gesellschaft, und diese Ziele werden von einer (kommunistischen) Regierung festgesetzt. Ich finde auch, unsere Regierung hat die falschen Ziele, aber ich glaub, viele die jetzt grosse Schlagworte rufen würden sich keinem Ziel irgendeiner Regierung unterordnen.
Die RAF hat nichts erreicht, ausser das die breite Masse jegliches Revolutionsgehabe ablehnt. Die breite Masse braucht es aber letztlich für eine Revolution, sonst endet sie in Diktatur. Es braucht tatsächlich eine neue, pazifistisch-kämpferische Revolution. Denn die Antigewalt (Nicht Gegengewalt!) ist die stärkste Waffe die wir haben. Sie vermag eine Logik zu durchbrechen, in der die Polizei unbesiegbar ist!


AutorIn: Harald
  comunismo und harald
29.01.2004 15:01  
kommunismus ist ungleich diktatur!

auch der real existierende sozialismus ist ungleich kommunismus, obwohl sozialistische errungenschaften durchaus vorhanden waren.

'ne kommunistische gesellschaft ist nicht statisch, sondern entwickelt sich gemäss der marxschen theorie, die mensch vielleicht doch auch mal zu lesen und verstehen bereit sein sollte immer weiter.

so unpopulär es sein mag, die machtfrage muss mensch irgendwann stellen, hiefür muss jedoch die idee einer anderen gesellschaft frei von unterdrückung vom menschen durch den menschen gesellschaftsfähig sein.

dafür muss die linke, die radikale - aufklärungsarbeit leisten, in dem sie sich von der bürgerlichen moral löst und die konsequenzen neoliberaler politik hier aufzeigt.

die bürgerliche moral beinhaltet unter anderem die spalterische gewaltfrage, die einteilung in GUT/BÖSE, die dazu geführt hat dass letzten samstag über x-gute fichiert wurden, hierfür den bösen die schuld zuzuschreiben ist sicher richtig.

nur wer sind die bösen, der rev. block oder die wef-politiker-polizei, die genau wissen welche klasseninteressen sie vertreten.

neoliberalismus ist zumindest momentan ungleich diktatur, obwohl deren ideologen in ihren büchern, den rechtsstaat nicht als zwingend erachten um neoliberale politik zu praktizieren - chile grüsst und weint!

der chrampf geht weiter



AutorIn: carlos
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