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an die Medien der Schweiz:
Bekennerinnenschreiben der Kunstguerilla international zu einer Plakataktion gegen das World Economic Forum in verschiedenen Schweizer Städten 31.11.2001 (Fotos offenbar bei Keystone erhältlich)
Eine Image-Korrektiv-Offensive von diesseits des Davoser Bunkers und ein Blick in die Mördergrube des WEF.
Als KünstlerInnen mit wachem Geist verfolgen wir seit einigen Jahren die rhetorischen und dialogischen Anbiederungen von Prof. Klaus Schwab und Co. im Dienste des globalen Bonzenclubs WEF.
Die Globalisierung der Oberen ist nicht mehr als eine riesige Maschine, die Blut frisst und Dollars scheisst. Ein systematischer Hybrid aus einem Human- und Naturressourcen-Fleischwolf, einem Goldesel und einer eisernen Repressionsfaust. Den Herren der entgrenzten Ausbeutung genügt es jedoch nicht, Gesellschaften zu enteignen, Ressourcen zu plündern, Kriege zu führen und den produzierten Reichtum dieser Welt zu horten.
Sie wollen dafür auch noch geliebt werden.
Daher vermeidet es der Homo Davosiensis – eine Gattung, die sich durch Habgier, Machtbesessenheit und Eitelkeit auszeichnet – tunlichst, seine Tätigkeiten mit etwaigen negativ besetzten Begriffen in Verbindung zu bringen. Stattdessen kleidet er seine Machenschaften in ein philanthropisches Gewand und stilisiert sich grossmundig zu einem Heilsbringer der Marktwirtschaft, der die Welt verbessern will. Mit einem Worthülsensalat, bestehend aus irreführenden Floskeln wie ‘Sustainable Development’, ‘Corporate Citizenship’, ‘Corporate Responsability’ oder ‘Stakeholder Value’ füttert er die Öffentlichkeit via Leitmedien – die im übrigen dank ihrer sozialen Normierungstätigkeit selbst Teil des globalen Machtapparates sind.
Der sülzige Endlos-Loop der Vereinbarkeit von Wirtschaftswachstum, Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit ist uns derart suspekt erschienen, dass wir annehmen mussten: dahinter verbirgt sich etwas kloakenhaft Abscheuliches. Doch wie die Leichen im Keller des WEF ans Licht bringen? In nächtelanger Schwerstarbeit entwickelten wir die WEF-Phrasen-Dechiffriermaschine - sie sollte uns Aufschluss über die geheimen Glaubenssätze des Homo Davosiensis geben. Dieses Wundergerät fütterten wir sodann mit Prof. Schwabs Floskeln - heraus kamen die verblüffend erhellenden, inoffiziellen Bekenntnisse aus dem Herzen (der Mördergrube) des WEF, die wir der Öffentlichkeit unmöglich vorenthalten konnten. Der Brisanz der Enthüllungen ensprechend, musste auch das Format unserer Image-Korrektiv-Offensive protzig ausfallen. Aufmerksame StassenbenutzerInnen werden daher in den letzten Tagen nicht umhin gekommen sein, auf APG-Leuchtplakaten diverser Städte die folgenden geheimen WEF-Glaubensätze gesichtet zu haben:
Eigentum verpflichtet zur Ausbeutung. Führend im Abbau von Arbeitsplätzen. 5% unserer Teilnehmer sind Frauen, Afrikaner oder NGOs. Menschenrechte sind Handelshemmnisse. Ungerechtigkeit fördert den Wohlstand. Nachhaltige Ausbeutung auch im Sozial- und Umweltbereich. Zuviel Demokratie ist schlecht fürs Geschäft. Freiheit für Investoren! Die Reichen müssen noch reicher werden.
(Unterzeichnet: Das WEF- Committed to Improving the State of the World)
Mit freundlichen Grüssen
Kunstguerilla international – ein Künstlerinnen-Netzwerk zur nachhaltigen Abschaffung des WEF
Delémont, 05.11.2003
PS 1: Als Zeichen für die Echtheit dieses Bekennerinnenschreibens geben wir die Städte bekannt, in denen die Plakate aufgehängt wurden (zur Überprüfung (Tip): APG fragen):
Basel Bern Genf Lausanne Lugano Luzern Winterthur Zürich
PS 2: Ja, auch Künstlerinnen haben eine gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen. So verneigen wir uns mit einem Knigge vor Klaus Staeck, dem Kölner, in dessen Tradition wir uns mit dieser Aktion sehen und dem wir hiermit unsere besten Grüsse überbringen.
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Doch auf der Bühne "WEF" steht jedem ein Platz im Rampenlicht zu. Für das wurde der Anlass ja auch gegründet.
Somit können sich nun nicht nur Wirtschaftsmogule und Politiker in Szene setzten, nein sonder auch Leute wie Künstler, Steinzeitkomunisten, Möchtegern-Pseudo-Terroristen etc.
Auch nächstes Jahr wird Walti Angst wieder jeder Videokamera vor die Linse rennen um gegen die böse Welt zu wettern.
Tschau Walti und Gruss aus Zürich