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 :: OSL - die libertäre Bürgerpolizei ::
 Themen | Anti-Kapitalismus/Globalisierung | G8 (Évian) | Repression/Knast 14-11-2012 15:13
AutorIn : Ein wütender Chaot
Folgender Text ist eine Richtigstellung gewisser Falschaussagen in der letzten Nummer der Zeitschrift der FAU Bern Di Schwarzi Chatz. Bezeichnenderweise ist der Titel im Inhaltsverzeichnis verkürzt - von OSL steht plötzlich nix mehr. Ein Schelm, wer böses denkt...

Eine Genossin aus Lausanne meinte zudem, ich solle klarstellen, dass die alten bärtigen Männer der OSL sich äusserst selten in den Squats blicken lassen. Deshalb soll präzisiert werden, dass das "Nahestehen" von Häusern wie das Espace autogéré, der Laiterie oder des Désert in dem Sinn gemeint ist, dass diese Häuser die Politik der Befriedung und der Kollaboration in Lausanne mittragen.
In der Nummer 20 von Di Schwarzi Chatz erwähnt ein gewisser FFS den Tortenangriff auf Aristide Pedrazza im Rahmen des internationalen anarchistischen Treffens in St.-Imier vom 8. zum 12. August 2012. Der Vorfall wird mit folgenden Worten beschrieben: „Ein Vortrag wurde gestört, weil der Referent angeblich „Berater der Stadtpolizei Lausanne“ gewesen sein soll. Nach einer Torte, die ihm ins Gesicht geschmissen wurde, hagelte es Vorwürfe und „Fascho!“-Rufe, wobei sich einige Teilnehmer_innen dazu aufgefordert fühlten, den Referenten anzugreifen.“ (1) In einer Fussnote wird zudem behauptet, es sei „Absoluter Schwachsinn“ (2), dass er „Berater der Stadtpolizei Lausanne“ gewesen sein soll. So formuliert ist es natürlich auch Schwachsinn, Pedrazza war persönlicher Berater vom damaligen PdT-Staatsrat Josef Zisyadis, der von 1996 bis 1998 das Waadtländer Justiz-, Polizei- und Militärdepartement leitete. Pedrazzas feierlicher Einzug im Departement kann in der Zeitschrift L'Hebdo vom 17. Oktober 1996 nachgelesen werden (3).

Der damalige Generalsekretär des Departements Vincent Grandjean war des Lobes voll für den neuen Mitarbeiter: „Er ist ein loyaler, sehr professioneller und sehr zuverlässiger Mann […].“ (4) Etwas weiter unten kann man lesen, dass sich Pedrazza „definitiv mit der Polizei versöhnt hat“ (5). Er macht auch gleich klar, wie er seine Rolle als „Revolutionär“ versteht: „Eine der Aufgaben der Linken ist es, eine demokratische Sicherheitspolitik anzubieten.“ (6) Neben der zentralen Falschaussage hat der Autor oder die Autorin des Artikels auch sonst gewisse Dinge verwechselt. Die „Fascho!“-Rufe galten dem Tortenwerfer und obwohl die anwesende OSL-Prominenz die betreffende Person kannte, kam es niemanden in den Sinn, den wütenden Mob zurückzuhalten, der sich aufmachte, ihn zu verfolgen. Leider fühlte sich auch niemand dazu „aufgefordert, den Referenten anzugreifen“. Zumindest hat sich der wütende Mob ziemlich schnell in eine Ansammlung solidarischer Genossen verwandelt, denn nachdem den Leuten die Aktion und der Hintergrund erklärt wurde, waren nur noch zwei, drei Leute aus dem OSL- und FLM-Umfeld empört darüber.

Die OSL (Organisation socialiste libertaire) ist eine „Föderation libertärer Gruppen der Westschweiz“, zu der auch die jurassische FLM (Fédération libertaire des Montagnes) gehört. Sehr gross ist diese Föderation freilich nicht, neben den Jurassiern besteht die Organisation hauptsächlich aus Pedrazza und seinen Anhängern in Lausanne (die v.a. im Espace autogéré und in der Laiterie zu finden sind) und einigen wenigen Leuten in Biel, die Genfer Sektion existiert nicht mehr. Die Gruppe ist Teil des Netzwerks „Internationale libertäre Solidarität“ und der „Anarkismo“-Plattform.

Pedrazza ist Anführer und Cheftheoretiker der OSL, obwohl es seine Anhänger wohl kaum so formulieren würden. Sein ideologisches Konstrukt nennen sie „sozialen Anarchismus“ und es lässt sich zusammenfassen als sozialdemokratisches Programm mit libertärem Anstrich, ein zentraler Punkt darin ist z.B. die Verteidigung des Service public. Die OSL distanziert sich auch stets von jeglicher Gewalt, wie z.B. während den Protesten gegen den G8 in Lausanne 2003. Gemäss Bund war Pedrazza damals „alleinige[r] Wortführer des Lausanner Anti-G8 Komitees“ (7). In dieser Rolle vergas er natürlich nicht, sich vom Schwarzen Block zu distanzieren. Er bezeichnete Teilnehmer davon als „Genossen, die sich irren“ (8) und den Schwarzen Block als etwas, dass nicht zur „reinen anarchistischen Tradition“ (9) gehöre.

Diese Politik der Befriedung führt die OSL auch in der Stadt Lausanne, wo die Linke so vereint ist, dass sich Trotzkisten, Stalinisten und Anarchisten bestens verstehen. So unterhält die OSL z.B. einen regen Austausch mit der trotzkistischen Partei SolidaritéS, Frucht davon ist das „Forum des luttes et des résistances“ („Forum der Kämpfe und Widerstände“). Pedrazza zählt auch Freunde in der POP („Parti ouvrier populaire“ - Waadtländer Sektion der PdA), z.B. den ehemaligen Lausanner Polizeivorsteher Marc Vuilleumier (10), der für etliche Repressionsschläge gegen Genossen verantwortlich war. Als im Januar 2012 der Squat „Turbo Mongol“ in Lausanne brutal von der Polizei angegriffen wurde (11), wussten gewisse Leute aus dem OSL-Umfeld nichts gescheiteres als „unseren Freund“ Marc Vuilleumier anzurufen, der natürlich behauptete, nichts davon gewusst zu haben.

Diese paar Elemente sollten reichen, um zu zeigen auf welcher Seite der Barrikade Pedrazza und seine Anhänger stehen. Auch das Treffen in St.-Imier war diesbezüglich bezeichnend, doch alle kamen, um die „Einheit der Anarchisten“ zu feiern – und der OSL einen wirksamen Propagandastreich zu ermöglichen. In Lausanne erlaubt die OSL der institutionellen Linken eine gewisse Kontrolle über die Besetzerszene, was mit einer relativ grosszügigen liberalen Politik ihr gegenüber belohnt wird. Gewisse Squats, die der OSL nahestehen bekommen Heizöl im Wert von 15'000 Fr. pro Jahr geschenkt von der Stadt, anderen wird das Dach gratis repariert. Wer sich dieser Ordnung nicht fügen will, wird bestraft, wie die Genossen von „Turbo Mongol“. Diese Leute wollen wohl kaum die Revolution, sie dürften sich eher davor fürchten. Zurecht.

Ein wütender Chaot

(1) Di Schwarzi Chatz 20, S. 11.
(2) Ebd.
(3) Der Artikel ist hier online verfügbar:  https://ch.indymedia.org/demix//2012/08/87236.shtml.
(4) L'Hebdo vom 17. Oktober 1996, S. 31.
(5) Ebd., S. 32.
(6) Ebd.
(7) Bund vom 13. Mai 2003, konsultiert auf  http://www.bermuda.ch/reitschule/anti-wto/pressespiegel/ebund_evian_Nachrichtendienst rechnet mit bis zu 3700 Militanten.shtml, konsultiert am 6. Oktober 2012.
(8)  https://ch.indymedia.org/fr/2003/04/7880.shtml.
(9) Ebd.
(10) Nicht zu verwechseln mit dem marxistischen Historiker, der den gleichen Namen trägt.
(11) Siehe  https://ch.indymedia.org/demix//2012/01/84989.shtml.
 :: 6 Inhaltliche Ergänzungen : > Ergänze diesen Artikel (.onion )
  Schaffe,schaffe Häusle baue
14.11.2012 16:36  
"Gewisse Squats, die der OSL nahestehen bekommen Heizöl im Wert von 15'000 Fr. pro Jahr geschenkt von der Stadt, anderen wird das Dach gratis repariert."

Kannst du diese Info verifizieren? Oder ist das alles Gerüchtekessel?


AutorIn: Staunender
  Leider nicht...
14.11.2012 17:14  
Diese Info kommt von einigen ziemlich gut informierten Leuten aus Lausanne. Ich werde mich informieren, ob es irgendwo ein Dokument dazu gibt. Ein Indiz zumindest scheint mir die Tatsache, dass zum Beispiel das Espace autogéré in den Berichten der Stadt Lausanne ( http://www.lausanne.ch/search/Search.asp?q1=espace+autog%E9r%E9) immer sehr gut wegkommt: Gebrauchsvertrag stets verlängert seit 1995, abgelehnte Lärmklagen, Lob für die "Selbstverwaltung" usw.


AutorIn: Ein wütender Chaot
  @ was solls
14.11.2012 18:45  
EHEMALS besetzte Häuser...

Ich finde man soll da nichts vermischen.

Gruss


AutorIn: Staunender
  Die linke und nette Stadt und ihre Alternativen
14.11.2012 21:48  


Ich habe zwar keinen Beleg für die angesprochenen Aussagen gefunden. Vielleicht find ich den noch in den Berichten der Stadt, vielleicht nicht. Nur soviel: Das Dolce Vita, die Vorgängerin des Espace autogéré, wurde 1985 mit einem Kredit von 150 000 Fr. von der Stadt Lausanne renoviert ( http://www.lausanne.ch/search/Search.asp?q1=dolce+vita, erstes Resultat, S. 1). Als das Abenteuer 2000 als Espace autogéré nach einigen Jahren im Exil weitergeht, "entdeckt" die Stadt sieben Jahre später plötzlich, dass dort Konzerte statt finden, ohne dass sie die Bewilligung dazu haben ( http://espaceautogere.squat.net/shownews.php?id=1174640633). Als die Frage im Stadtrat diskutiert wird, verteidigt der im Text erwähnte Marc Vuilleumier (!), damals Kulturminister, später für die Polizei verantwortlich, das Espace autogéré ( http://www.lausanne.ch/search/Search.asp?q1=centre+autog%E9r%E9+%E0+cet+..., erstes Resultat, S. 14), es bezahlt bis heute weder Steuern noch sonst welche Abgaben, braucht auch keine Bewilligungen (Ausschank, Konzerte etc.) und dieses Privileg wird explizit von der Stadt zugestanden. Ausserdem heisst es in einem Bericht der Stadt von 2002, dass das Espace autogéré sehr eng mit der Jugendförderung der Stadt zusammenarbeitet ( http://www.lausanne.ch/search/Search.asp?q1=espace+autog%E9r%E9+%28squats, erstes Resultat, S. 42).

Leider hab ich noch anderes zu tun, als doofe Bürokratenberichte zu lesen. Zudem vermute ich, dass einige schlicht nicht glauben wollen, und sich deshalb an den zwei unbelegten Aussagen festkrallen...


AutorIn: Ein wütender Chaot
  Steuern zahlen
14.11.2012 22:03  
Ich will mich nicht festkrallen. Mir gehts einfach da drum dass man überlegt was man schreibt.
Auch wenn man wütend ist.
Das Espace a. zahlt keine Steuern? Das tu ich auch nicht...
egal ich checks nicht.
Kulturzentren (legale) sind keine Squats!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


AutorIn: Staunender
  Es geht um Politik, nicht Moral
14.11.2012 22:52  
Du zahlst auch keine Steuern? Schön! Hat in Deinem Fall auch der Stadtrat Deiner Stadt entschieden, dass Du keine zahlen musst, da Du eine Ausnahme bist? In Lausanne gibt es im eigentlichen Sinn überhaupt keine Squats, da sie alle Nutzungsverträge haben (ausser jene, die vor kurzem besetzt wurden). Das Espace autogéré wurde tatsächlich auch nie besetzt, es wurde von der Stadt gegeben. Nur, wieso nennen sie sich selber Squat? Wieso behauptet La Gale am letzten Konzert dort, das Espace autogéré sei Resultat eines "zwölfjährigen Machtkampfes mit den Bullen"? Die Realität sieht ganz anders aus...

Es geht nicht darum, dass das Ganze unmoralisch oder böse wäre, sondern darum, dass man diesen Leuten nicht vertrauen kann. Es gab übrigens auch noch den 1. Mai 2009 in Lausanne, vielleicht erkennt ja wer die Namen wieder: "Während des Umzugs versuchten die Bullen zweimal gegen den Block von Action autonome zu intervenieren, es gab auch einige Verhaftungen. All das geschah mit dem Einverständnis der Gewerkschaftsführer der UNIA, die den Umzug organisiert hatte, und unter der Befehlsgewalt des Polizeiverantwortlichen, der Abgeordnete von A gauche toute (ein Bündnis zwischen dem POP und Solidarités) und Mitglied der POP (Parti ouvrier populaire, Volkspartei der Arbeiter, die Waadtländer Fraktion der PdA) Marc Vuilleumier. Diese gleiche Bande rief danach zu einer Demonstration am darauf folgenden 9. Juni auf, um eben diese Repression zu verurteilen, ein Aufruf, dem die Betroffenen logischerweise nicht folgten." ( https://linksunten.indymedia.org/de/node/51246) In der angesprochenen "Bande" waren übrigens auch Pedrazza und Co. dabei, die Betroffenen der Repression wurden nicht mal gefragt bezüglich Antirepdemo (denn es war jedem klar, dass niemand Lust hatte, dieses falsche Spiel zu spielen). Lausanne ist wohl die einzige Stadt der Welt, wo die Repression und die Antirepression von den gleichen Kreisen organisiert wird. Vielleicht hilft das für's Verständnis.

PS: Es geht nicht nur um die "Politiker", die Politik der angesprochenen Herren wird in Lausanne auch von ziemlich vielen Leuten mitgetragen.


AutorIn: EwC
 :: Nicht inhaltliche Ergänzungen :
  1. tja — was solls
  2. EHEMALS — PSY
  3. PS: — Staunender
  4. geht euch doch alle anscheissen - es ist krise. — szeneblabla
  5. Wizo? — Trotzki
  6. @Trotzki — egal
  7. trozki — Scheisslegal
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