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 :: Lateinamerika ist (nicht) Brasilien - Bildung scheidet ::
 Themen | Anti-Kapitalismus/Globalisierung 04-01-2011 12:57
AutorIn : ArDaga Widor : www.ardaga.net
Wo immer mensch in der lateinamerikanischen Geschichte Station macht, der Unterschied zwischen der lusitanischen und der kastilischen Hemisphäre ist nicht die Sprache. Was in der Tat auseinanderhält ist: Bildung. Nämlich die Volks-Bildung. Die allgemeine.
Aus einer südamerikansichen Perspektive

Nicht nur Bahias berühmtester Kommunist, Jorge Amado – 1941/42 im vor den Schergen des Faschistenregimes Getúlio Vargas’ sicheren und polit-literarisch fruchtbaren Exil (er recherchierte, schrieb und erstveröffentlichte dort das Werk „O Cavalheiro da Esperança – A vida de Luís Carlos Prestes“ über die, in der internationalen Guerillageschichte wohl einzigartige, Leistung der Coluna Prestes im Brasilien der 1920er-Jahre) – auch einige andere brasilianische Intellektuelle des ausgehenden 19. und früheren 20.Jahrhunderts, staunten ob der sozialethisch andersartigen Bautätigkeit bei der grossen Nachbarin und Schwester im Süden: la Argentina errichtete Schulen überall. (Das Land hatte gar schon 1884, als zu Brasilien Wirtschaft noch auf offener Sklaverei fusste, den allgemeinen öffentlichen Schulunterricht eingeführt.) Daheim in Brasilien hiess es hingegen: Mörtel & Ziegel zu Gefängnissen.

Wo immer mensch in der lateinamerikanischen Geschichte Station macht, der Unterschied zwischen der lusitanischen und der kastilischen Hemisphäre ist nicht die Sprache. Mensch der will, hüben wie drüben des transatlantisch und päpstlich ausgezockten Tordesillasstriches, versteht und macht sich verstanden beim Gegenüber.
Was uns tatsächlich durch die Jahrhunderte und heute noch immer auseinanderhält ist: Bildung. Nämlich die Volks-Bildung. Die allgemeine.

Auf einer groben Zeittafel sieht das z.B. so aus:

1538, sechsundvierzig Jahre nach Kolumbus’ Auftakt, wird die Uni zu Santo Domigo gegründet.
Im Mai 1551 wird auf König Einser-Karls Befehl die Universidad Nacional Mayor de San Marcos zu Lima, die erste Südamerikas, gegründet.
1613 wird die erste Uni auf heutigem Gebiet Argentiniens eröffnet, zu Córdoba.

1808 (bzw. über zweieinhalb Jahrhunderte später und dreihunderacht Jahre nach Cabral) haben sich schliesslich die Brasogiesen durchgerungen, in Salvador, Bahia es der kastilischen Uni-Mode, zum ersten Mal, nachzutun.

1983 gehen nach der Volksschule 49% der schulpflichtigen Kolumbianer tatsächlich weiter zum (secundária-) Unterricht. Je 61% der Peruaner und Argentinier. In Brasilien sind’s 42%.

1990 bin ich in Asunción und sehe überall Menschen mit Zeitungen, die sitzend im Öffibus oder auf Parkbänken, oder stehend um die Zeitungskioske wenigstens die Schlagzeilen (gratis-) lesen. In Campo Grande, Mato Grosso do Sul, sah ich dies niemanden tun.

1995 bin ich in Quito und sehe überall Menschen mit Zeitungen, die sitzend im Öffibus oder auf Parkbänken, oder stehend um die Zeitungskioske wenigstens die Schlagzeilen (gratis-) lesen. In Salvador, Bahia, sah ich dies niemanden tun.

2000 bin ich in Montevideo und sehe überall Menschen mit Zeitungen, die sitzend im Öffibus oder auf Parkbänken, oder stehend um die Zeitungskioske wenigstens die Schlagzeilen (gratis-) lesen. In Porto Alegre, Rio Grande do Sul sah ich dies (fast) niemanden tun.

Im selben Jahr entnehmen wir Studien (Pisa, Weltbank), dass der Analphabetismus zwischen 1970 – 2000 in México von 25,1% auf 8,9% gesunken ist; in Chile von 11,8 auf 4,4%; in Argentinien von 7 auf 3,3%; in Brasilien von 33,8 auf 15,1%. Nur Argentinien hatte ein geringeres prozentuelles Abnehmen seines Analphabetismus zu verzeichnen als Brasilien. Dazu ist allerdings festzuhalten, dass sich das prozentuelle Niveau des Analphabetismus in Argentinien auf etwa gleicher Höhe mit dem zu Südkorea oder Spanien (je 2,4%) bewegt.

2010 erfuhren wir zu Brasilien schliesslich zweierlei.
A) Dass wir nur mehr zu den acht besten Fussballauswahlen der Welt mit dazu gehören (mit den Nachbarn Paraguay und Argentinien und hinter Uruguay), was wir selbstkultürlich mit Trauer und Ärger eifrigst und nachhaltig kommentier(t)en.
Und B) Dass wir unter 128 von der UNESCO geprüften Staaten im Bildungsranking an 88.Stelle landeten. Hinter Kolumbien. Hinter Paraguay. Hinter Bolivien. Und wie unser wackerer, aber einsamer Rufer in der Wüste und/weil Bannerträger der Bildung, Senator Cristovam Buarque, mit bitterer Ironie feststellte: niemand interessiert’s. Kein Mensch schert sich drum.

Freilich, fragte mensch eine parteiische Seite, die derzeitigen politischen Machtverwalter zulande, da kämen andere Zahlen zum Vor-Schein. Da wird argumentiert, dass die Früchte ihrer richtigen Bildungspolitik erst noch reifen müssten. Zum Beispiel, dass nun nicht mehr nur vier, sondern sechs Stunden Unterricht in der Grundschule Norm geworden sind. Dass 2011 zusätzliche zehn Milliarden R$ in die Bildung fliessen werden. (Was hiezusystems noch lange nicht bedeutet, dass diese Milliarden auch am Ziel ankommen...)

Aber wie sieht institutionelle Bildung in Brasilien hinter diesem Zahlendickicht wirklich aus?

Wer zum Bäcker geht und dreimal Brötchen für eins fünfzig will, muss sich auf längeres Verweilen gefasst machen. Es sei denn, ein gewiefter Geselle hat einen Taschenrechner auf dem Tresen stehen.
Wenn grössere Anschaffungen auf dem Konsumplan stehen, etwa ein Gasherd, ein Moped oder ein Carnevals-Touripaket mit Flug, Nächtigung und Frühstück, so kann alles und überall auf bis zu 60 Raten erworben werden. Mit pantagruel’schen Zinsen drauf. So dass nicht selten Produkt/Leistung hernach viermal so teuer sind, als im Bar- und Ganzzahlfall. Die Mehrheit der Brasilianer ist dennoch überzeugt, dass die Ratenvariante billiger ist. Denn gegenüber dem cash & carry Schild, wo gross 599,- draufsteht, und dem anderen, wo riesen-gross 80,- und deutlich kleiner 20 raten steht, ist’s doch offensichtlich, dass zweitere Variante die bessere ist. (Den Taschenrechner haben bei uns – normalerweise – nur die Ver-Käufer dabei. Nicht die Kundschaft!)

Aber das ist Wirkung!, werfen europäische FreundInnen ein. Wo bleibt die Ur-Sache? Und im Übrigen: auch von Eurobäckergesellen, kann nicht der Vier-fünfzig-Mathematiksprung so mir nix dir nix erwartet werden.

Na gut. gehn wir in die tiefere Praxis hinter den quantitativen Jubelzahlen unsrer Systemverwalter. Ich lebe die letzten anderthalb Jahrzehnte schon nicht mehr in grossen Metropolen, sondern in Kleinstädten. Im brasilianischen Nordosten. Kondensiert sieht das zur secundária (Hauptschule/Gymnasium) dann so aus:
Frau Philosophielehrerin behauptet beim Durchnehmen von Vorurteilen und Rassismus, dass die in Brasilien weitläufigst angewandte herabwertende Verwendung des Wortes Paraguai für alles was keinen Wert hat und/oder gefälscht ist, kein Vorurteil darstelle und kanzelt Gegenstimmen ab: Stimmt ja, nichts von denen dort ist zu gebrauchen!
Herr Englischlehrer kann keinem Touri erklären, wie’s zum örtlichen Postamt geht. (Aber er ist freundlich, und führt ihn an der Hand hin.)
Frau Mathelehrerin ist ohne Rechner (manchmal auch mit) im Supermarkt aufgeschmissen, wenn’s darum geht herauszufinden, welches Produkt preisgünstiger ist: das Tomatenmark in der 250g-Packung zu eins achtzig, oder jenes in der 380g-Packung zu zwei zwanzig.
Frau Geschichtslehrerein stellt den ihr Anvertrauten im Klassenraum eine gewissen Adolf Hitler als US-amerikanischen Staatsmann vor.
Herr Turnlehrer ist namentlich nur den wenigsten SchülerInnen bekannt, denn er kommt im Jahresschnitt 1,5 mal zum Unterricht. (Und das geht noch viel schlimmer: In meiner vorhergehenden Kleinstadt kam der Sportprofessor immer. Bisweilen auch im Lehrerzimmer, für gute Noten oder einen Dress im Handballschulteam, mit Dreizehnjährigen. Und diese Praxis war kein Geheimnis.)
Da sind rechenbehinderte Bäckergesellen, oder des Englischen nicht für einen einzigen Satz taugliche Mittelschulabsolventen noch der harmlosesten Fürs-Leben-Schädigungen.
Und wer was drauf hat zu brasilianischer Schule. Wer wirklich unterrichten, was bewegen will, in Sachen Horizonterweiterung der neuen Generationen, der/dem wird so zugesetzt, dass entweder bald w.o. gegeben und ein anderer Job gesucht wird, oder die gewünschte Null-Niveau-Anpassung an die Übermacht von der Direktion abwärts geschieht.
Das zeigen die Zahlen nicht. Weder von Pisa, noch von Lula. Das wissen nur wir, die wir hier leben. Ist uns aber, siehe oben, völlig wurscht.

So viel zur unmittelbaren Ursache. Deren Wurzeln liegen freilich tiefer.

Mit den spanischen Goldgierigen dazumals, kamen stets auch die professionellen Gottesdiener im Frachtgepäck. Erziehungsanstalten für die Überseeraubauken mussten her. Eliteschmieden. Schliesslich sollte das usurpierte Gebiet an die ferne Krone langhaltig und lukrativ gebunden werden. Doch was heute Eliten vorbehalten ist, kann morgen schon ein Spalt für die breitere Öffentlichkeit werden. So wie’s den “weissen Schulen” in Alabama, spät aber doch, auch ergangen ist.
Die daheim nimmer erwünschten Portugiesen hatten zwar auch ihre padres dabei, aber interessierten sich, des erst noch gut versteckt gebliebenen Edelmetall- und –steinreichtums wegen, mehr für Indianerfleisch. Das männliche für die Zuckerproduktion, den Städtebau, den Ackerbau (...), das weibliche zum sexuellen Zeitvertreib, beim gemütlichen Ansehen der Männer-Produktivität unter der Vormannpeitsche, von der Hängematte aus, und für die Küche. Die padres durften sich idem ihr Indianerkontingent beschaffen, sie aus dem Wald holen, wenn nötig mit Gewalt, sie in dazu gegründete Planquadrat-aldeias stecken und beliebig zu Kreuze und Merkantilistischer Ordnung akkulturieren. Was den schlauen padres bisweilen auch gut mit Festen & Feiern zu allen möglichen Heiligen gelang. Da sind Keimling und Urwurzel Brasiliens: Oben wird von und für wenige ein haltbares Privatimperium brutal zusammengeraubt und –schmiedet, unten wird auf dekulturierende Ignoranz und integrale Ausbeutung, aber auch exaltierte Feste – Ventil für erstere – geschaut. Menschenverbraucher hie, Verbrauchsmenschen da. Willkommen auch im 21.Jahrhundert Brasiliens. Vor allem in den Regionen Norden und Nordosten.

Und selbst zu den Stammländern der Invasion und transkontinentalen Sklavenwirtschaft im heutigen Lateinamerika, hat sich der traditionelle Unterschied gehalten. Portugal findet sich an 34.Stelle, Spanien an 15. im Human Development Index (HDI) vom United Nations Development Program. Die Portugiesen bleiben Schlusslicht Westeuropas. Wobei zu diesem hartnäckigen Abstand bzw. Unterschied sicher auch der tiefere und nachhaltigere Einfluss einer fortschrittlichen und wissens- und kunstfreundlichen Zivilisation von Islamisierten Berbern und Mauren und religiös autonomen Juden auf der kastilischen Seite der Iberischen Halbinsel beigetragen hat. Während zum Beispiel das portugiesische Coimbra nach etwa drei Jahrhunderten unter periphärem Einfluss der islamo-arabischen Kultur 1064 von der Reconquista „wiederberfreit“ wurde, durfte sich die Bevölkerung des spanischen Südens (Málaga, Almeria, Granada) noch bis zum Ende des 15.Jahrhunderts, unter den Nasriden, einer liberalen Atmosphäre erfreuen, bevor wieder alles seinen, seit Kaiser Konstantins’ gewohnten rom-christlichen Lauf nahm, verfolgt, verhaftet, beraubt, ermordet, gefoltert und die überlebenden anderen (Juden 1492 und Mauren 1502) ausgewiesen wurden. Das Wissen der Vertriebenen wurde unter den Exklusivverschluss der Kirche und den mit ihr kollaborierenden Machthabern gestellt.
Und zeit(geist)parallel zu den genannten Massenmorden an den anderen – hunderttausende kamen bei der christlichen Purifikation ums Leben – wurden die („schönen, vertrauensvollen, anmutigen“ – O-Ton im „Entdecker“tagebuch) Indigenen Völker von Columbus’ und Cabrals zum Himmel stinkenden Mannschaften mit deren heilsbringender Ankunft beglückt.

Zurück ins Kontemporäre.
In den 1980er-Jahren schlitterte das, für’s brasilianische Gegenüber seit Anbeginn also beschämend vorbildliche, Bildungssystem Argentiniens in eine, von den prinzipiellen Kurpfuschergilden der neoliberalen Quacksalberei (Weniger Staat – Mehr Privat) Weltbank und IMF zumindest mitdesignte, wenn nicht verordnete, Krise.

Trotz der hohen Alphabetisierungsrate und seiner Vanguard-Stellung im öffentlichen Schulwesen seit dem 19.Jahrhundert, kamen nun argentinische Pädagogen zum Schluss, dass der Unterricht so schlecht geworden war, wie in den anderen Ländern Latein-Amerikas. Und ausser dem Qualitätsabstieg wurde ein weiteres chronisches Phänomen Brasiliens nun auch in Argentinien festgestellt: die Drop-out-Legionen. Als die Wirtschaftskrise ihren Höhepunkt erreichte, und die Hälfte der Bevölkerung unter die Armutsgrenze drückte, erhöhte sich die Nummer der Studienaussteiger zwischen 15 und 24 Jahren, die auch ohne Arbeit blieben, um 38%.
Und zum ersten mal in der Geschichte Argentiniens bekamen Töchter und Söhne eine schlechtere Unterrichtsqualität ab, als zuvor deren Eltern.

Da holte Brasilien etwas auf (siehe die hübschen Zahlen zum Analphabetismus weiter oben – ich nenne sie „hübsch”, weil wir jene, die ihren Namen schreiben können, schlauer Weise nicht zu den Analphabeten zählen).
Allein, es gilt weiter, dass es einen ungeahnten Schwierigkeitsgrad darstellt zu Brasilien – vor allem im Norden und Nordosten, wo die feudalen und sklavenwirtschaftlichen Urstrukturen noch am stärksten weiterwirken – einen Gesprächspartner zu finden, mit welchem mensch Ideen tauschen kann, die über den Korsettrahmen der laufenden Telenovelas, der Fussballmeisterschaft und das nächstanstehende Fest hinausgehen.
Während mensch mit dem Taxifahrer in Trujillo (Peru) oder Barranquílla (Kolumbien) über Lula’s Aussenpolitik und mit jenem zu La Habana (Kuba) über Marcuse und die Black Panther Party diskutieren kann.

Seinen medienexponiertesten Ausdruck findet dieser althergebrachte und trotz allem weiterbestehende Jahrhundertunterschied in der Politik: la Argentina beschliesst in seinem mehrheitlich alles andere als linkslastigen oder gar alternativen Senat die legale Gültigkeit homosexueller Ehen. Als Erststaat Südamerikas.
Und zu Brasilien, mitten drin im Präsidentschaftswahlkampf, ist der in der Wählergunst bei knapp einem Prozent liegende Kandidat Plínio Sampaio der am weitesten links stehenden Partei, die im Parlament vertreten ist, der PSOL (Partido Socialismo e Liberdade, gegründet von ehemaligen, abgespaltenen WeggefährtInnen von Lulas Arbeiterpartei PT, die nicht mehr mit ihm bzw. ihr konnten, nachdem dort nach Machterreichung schlagartig alles vergessen bzw. über den Haufen geschmissen wurde, was da noch die leiseste Spur von demokratischem Sozialismus und einstigen Kernforderungen wie Korruptionsbekämpfung hatte) zwar als Kandidat für die Entkriminalisierung und Freigabe der Abtreibung und auch die Legalisierung der Homosexuellen-Ehe... Aber als Privatmensch, ist er beflissen gleich hinzuzufügen, doch ganz eindeutig (und katholisch) dagegen.
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