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 :: Schlachtjahrzeit in Sempach ::
 Themen | Antifaschismus 20-06-2010 17:18
AutorIn :
Nazi an der Schlachtfeier 2008 Aktuelle Entwicklung und Geschichte der Schlachtfeier bei Sempach

Alle Jahre wieder findet im beschaulichen Sempach in der Innerschweiz eine von Traditionen nur so triefende "Schlachtjahrzeit" statt. Und alle Jahre wieder tauchen im Schlepptau der bürgerlichen, traditionsreichen Feier auch die Neonazis, Altrechten und Politfaschos auf und vereinnahmen die Feier mit ihrer Präsenz und eigenen Ritualen wie der separaten Kranzniederlegung zunehmend für sich. Die Organisatoren stören sich an deren Teilnahme kaum, sondern freuten sich absolut unreflektiert über die hohe Teilnehmerzahl. Erst als 2009 eine Gegendemo angekündigt und auch durchgeführt wurde, schien man plötzlich ein Problem mit der Schlachtjahrzeit zu haben - notabene wegen der Linken. So kam es, dass der Kanton für 2010 einen Marschstopp verordnete und die Feier auf einen montäglichen Abendgedenkgottesdienst reduzierte. Die Stadt Sempach hingegen bleibt nach hitzigen Diskussionen bei ihrer traditionellen Feier am Samstag Morgen, einziger Unterschied ist, dass der Marsch zum Denkmal "offiziell" nicht stattfindet. Was also an diesem Wochenende alles geschehen wird, steht in den Sternen. Sicher ist nur, dass auch dieses Jahr mit einem Grossaufmarsch von Nazis gerechnet werden muss.

Nazi an der Schlachtfeier 2008
Nazi an der Schlachtfeier 2008
Schlachtfeier in Sempach - Zusammenfassung des aktuellen Stands

Nach dem sich die alljährliche Schlachtfeier in Sempach zum Gedenken an die Schlacht von 1386 seit 2003 zusehends zu dem beliebtesten Aufmarsch der rechtsextremen Szene der Schweiz entwickelte, entschloss sich im Januar 2010 der Luzerner Regierungsrat, dieses Jahr eine "kreative Denkpause" einzulegen. Faktisch bedeutet dies, lediglich einen Gedenkgottesdienst ohne Marsch zum Denkmal und ohne Feier auf dem Schlachtfeld durchzuführen. Jedoch sind für den Regierungsrat weniger die unheimlichen Patrioten ein Problem, denn die befürchteten Ausschreitungen zwischen "Rechten" und "Linken" sowie der gestiegene personelle und vor allem finanzielle Sicherheitsaufwand zur Durchführung des Anlasses.(1) Bevor im 2009 erstmals eine offizielle Gegendemonstration stattfand - massgeblich organisiert durch die JUSO und Gewerkschaften - störte es weder die Gemeinde Sempach noch den Luzerner Regierungsrat, dass die Schlachtfeier zur Profilierung und Verherrlichung rechtsextremer und nationalistischer Gesinnung missbraucht wurde (vgl. weiter unten). Wie nicht anders zu erwarten, regte sich gegen die vorübergehende Abschaffung der Feier jedoch bald Widerstand aus den Reihen der bürgerlichen Helfer und Wegbereiter der Neonazis, der SVP. So wurde eine Petition ins Leben gerufen, um die Schlachtfeier im gewohnten Rahmen durchzuführen und am 12.3.2010 an den Luzerner Regierungsrat übergeben. Interessant an dieser Sache ist, dass sich die politischen Träger dieser Petition in keinster Weise von Rechtsextremen und deren Gedankengut distanzieren. Im Gegenteil, sie werden nicht müde, den sogenannten "Kniefall" der Regierung vor den "vermummten Linksextremen" zu geisseln und fordern, dass "auch dieses Jahr und alle folgenden wieder eine würdige Gedenkfeier zu Ehren unseres Volkshelden Winkelried und seinen Mitstreitern" organisert werden solle.(2) Wie eine würdevolle Gedenkfeier in den Augen der SVP also aussieht, können wir uns nur allzu gut vorstellen - man muss sich lediglich die Bilder der Schlachtfeier 2008 ins Gedächtnis rufen, an welcher nicht weniger als 241 Rechtsextreme als solche erkannt und fotografiert werden konnten. Trotz den nur allzu offensichtlichen Symbolen wie SS-Totenköpfen, Runen wie Wolfsangel und Triskele, Codes wie "88" (steht für "Heil Hitler"), Gruppennamen wie "Blood&Honour" (ein in Deutschland verbotenes Netzwerk von Rechtsextremen), "Kameradschaft Innerschweiz" und "Nationale Offensive", und gar Schriftzügen wie "Meine Ehre heisst Treue" (Wahlspruch von Hitlers SS), nimmt die SVP in ihrer Petition weiterhin die "jungen Patrioten" in Schutz und unterstellt der Linken, diese lediglich als rechtsextrem zu verunglimpfen.(3) Ob soviel Ignoranz und Nähe zum nationalsozialistischen Gedankengut von Seiten einer (leider) etablierten Partei, kann ein vernünftig denkender Mensch nur noch den Kopf schütteln. Obwohl der Kanton Luzern dieses Jahr keinen Marsch zum Denkmal bewilligen will, ist bislang nicht absehbar, was sich rund um das Wochenende des 26./27. Juni 2010 in Sempach genau abspielen wird. So mobilisieren sowohl stramme SVP'ler für die Sempacher Feier als auch nationalistische und rechtsextreme Gruppierungen wie die PNOS und der Waldstätterbund. Die Letzteren allerdings ohne gegenüber der Öffentlichkeit ein genaues Datum zu nennen. Sicher ist nur, dass auch dieses Jahr mit einem Grossaufmarsch von Neonazis gerechnet werden muss.

Kurzer Rückblick über die Vereinnahmung der Schlachtfeier durch die Nazis

Bereits 2003 und 2004 liefen an der Schlachtfeier rund 50 Rechtsextreme, unter anderem Mitglieder der PNOS und der Nationalen Offensive mit - bis dahin von der Öffentlichkeit und den Medien weitgehend unbeachtet.(4)(5) Im Jahr 2005 liessen die Behörden nach dem Aufmarsch von gut 60 Rechtsextremen gegenüber den Medien verlauten, ein solcher Aufmarsch werde im nächsten Jahr nicht mehr erwünscht sein;(6)(7) trotzdem konnten auch 2006 an die 60 Neonazis ungehindert im Umzug mitlaufen. Zunehmend begannen die Neonazis, den Anlass für ihre Zwecke zu vereinnahmen, sei es durch Verteilen von Flugblättern oder durch eigene Kranzniederlegungen und das Singen der alten Schweizer Hymne "Heil dir Helvetia" im Anschluss an den offiziellen Festakt. Anton Schwingruber, Regierungsrat in Luzern, meinte gegenüber Tele Tell zu dieser Tendenz: «Solange sie sich anständig und ruhig verhalten habe ich nichts dagegen. Wir haben eine Versammlungsfreiheit. Es darf sich jeder hier präsentieren, und ich habe jetzt gar nicht den Eindruck, dass sie gestört haben.»(8) Anstatt Massnahmen zu ergreifen und die Rechtsextremen klar von der Schlachtfeier zu verbannen, wurden die "vielen Jugendlichen" im Jahr 2007 gar freundlich begrüsst. Viele waren es in der Tat, nahmen doch in diesem Jahr bereits 160 Faschos an der Feier teil.(9) Zudem lobte Yvonne Schärli, SP-Regierungsrätin, in einem anschliessenden Interview die Meinungsvielfalt der Schweiz, welche sich in der Anwesenheit der - im Schärli-Jargon - jungen Leuten mit etwas anderen Einstellungen äussere. (10) 2008 gehen die Organisatoren der Schlachtfeier gar noch weiter und heissen "alle die sich an die Regeln halten" willkommen.(11) Dieser Aufruf wird von den organisierten Neonazis gehört und nur allzu gerne befolgt. So nehmen schliesslich knapp 250 Rechtsextreme an der Schlachtfeier teil. Sie machen mittlerweile mehr als einen Viertel der Teilnehmerzahl aus und die Schlachtfeier ist aus der jährlichen Agenda der Neonazis kaum mehr wegzudenken.



Quellenangaben:
 :: 2 Inhaltliche Ergänzungen : > Ergänze diesen Artikel (.onion )
  Wir werden da sein!
21.06.2010 21:41  
Wir lassen es nicht darauf an kommen, ob die Faschos nun nach Sempach gehen werden oder nicht. Wir werden proaktiv vor Ort sein! Jeder der auch dieser Meinung ist, sollte sich uns anschliessen!

Faschos aufs Maul!


AutorIn: Antifa Bern
  Und kein Wort über die Nazis!
22.06.2010 13:15  
Die Schlachtjahrzeit wird zum Riesenfest

Lockere Unterhaltung neben ernsthaften Diskussionen: In Grundzügen ist die Schlachtfeier ab 2011 aufgegleist. Die ganze Schweiz soll künftig nach Sempach blicken.

Jetzt ist klar, wie das neue Konzept der Sempacher Schlachtjahrzeit aussieht: Ab 2011 soll sich die Gedenkfeier zur Schlacht von 1386 fürs grosse Publikum öffnen und ins nationale Rampenlicht rücken. «Es sollen Anlässe für kleine und grosse bis sehr grosse Zielgruppen stattfinden», sagt Harry Sivec, Informationschef des Kantons Luzern, auf Anfrage.

Drei externe Event-Experten wurden beauftragt, Ideen zu entwickeln. Einige Bedingungen: Die Feier soll auf die Restschweiz ausstrahlen, die Schlachtjahrzeit soll für den ganzen Kanton Luzern attraktiv sein und das Risiko für eine Instrumentalisierung durch extreme politische Gruppen soll minimiert werden. Das Konzept steht in seinen Grundzügen; es soll noch im Sommer dem Regierungsrat zur Begutachtung vorgelegt werden.

In diesem Jahr wird es nur einen einfachen Gedenkgottesdienst geben.

Jérôme Martinu, www.zisch.ch


AutorIn: Bürgipresseleser
 :: Nicht inhaltliche Ergänzungen :
  1. Faschos aufs Maul!! — Marx
  2. Kreuznationalisten (siehe Volksfront SVP...) — rascha kocher
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