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Am 25.November 2009, am internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen fand heute eine Kundgebung auf dem Stauffacherplatz in Zuerich statt.
20 bis 30 Frauen und Männer verteilten Flugblätter, Reden wurden gehalten und auf Transparenten und Schildern waren Parolen in deutsch, türkisch und kurdisch zu lesen.
Auf einem Transparent stand: Schluss mit Gewalt an Frauen! Sexismus und Krise zerhauen! Den Kommunismus aufbauen!
Dannach wurde Eva Herrmann im Volkshaus ein Besuch abgestattet. Ihr reaktionäres Familienmodell und die von ihr vertretenen bürgerlichen Ideologien aus dem letzten Jahrhundert wollte sie auf Einladung der EDU (Eidgenössisch-Demokratische-Union) im Volkshaus in Zuerich vortragen. 25 Personen konnten im Saal die Veranstaltung massiv stören. Durch lautes Klatschen, Pfeiffen und Parolen rufen. Die VeranstalterInnen und Verantwortlichen der EDU drohten mit der Polizei. Da fing der Spass erst richtig an! Schön laut war es im Saal. Das Publikum beschimpfte uns und wir gingen auf die Bühne um ein Transparent zu entrollen: “Eva geh heim! Kinder Küche Herd sind kein ganzes Leben wert!“ Nach kurzen Gerangel und Versuchen das Transparent zu entreissen, musste die EDU und Herman die Lage so hinnehmen. Nach 40 Minuten verliessen wir mit einem kurzen Statement kollektiv den Saal und wurden von 20-30 Leuten draussen lautstark unterstützend empfangen.
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Hier noch das von uns an der Kundgebung verteilte Flugblatt:
Schluss mit Gewalt an Frauen! / Sexismus und Krise zerhauen! / Den Kommunismus aufbauen!
Wir sind heute auf der Strasse, am internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, weil Gewalt nach wie vor zum Frauenalltag gehört. Laut UNO wird weltweit jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben körperlich oder sexuell missbraucht. Gewalt hat aber auch andere, zum Teil weniger offensichtliche Aspekte: Psychische Gewalt, Sexismus, gesellschaftliche Rollenzwänge, Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse, strukturelle Gewalt, Prostitution; oder offensichtliche wie Frauen-handel, Gewaltpornografie, Vergewaltigungen im Krieg, Beschneidungen, Steinigungen, u.a.
Gewalt an Frauen ist weder ein privates Beziehungsproblem, noch ein Ausdruck einer naturwüchsigen männlichen Aggression. Vielmehr ist es ein Phänomen, welches durch die gesamtgesellschaftlich bedingten Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen begründet ist. Überlebenskampf, Konkurrenz- und Leistungsdruck, jeder gegen jeden, sind Stichworte dazu. Der Kapitalismus hat die vorgefundene Frauenunterdrückung genutzt und zu einem grundlegenden Bestandteil seiner Ordnung gemacht. Die unbezahlte private Hausarbeit, die weltweit fast ausschliesslich von Frauen verrichtet wird, ist nötig, damit der Kapitalismus den maximalen Profit aus der menschlichen Arbeitskraft pressen kann. Die daraus resultierende ökonomische Abhängigkeit der Frau vom Manne und die damit verbundene Unterdrückung, ist die Grundlage, auf der Männer in der Kleinfamilie Gewalt gegen „ihre“ Frauen ausüben können.
Aber nicht nur im Privaten sind Frauen von Gewalt betroffen. Sexuelle Belästigungen von Vorgesetzten sind keine Ausnahmen. Laut einer Studie vom Eidgenössischen Büro für Gleichstellung und dem SECO 2008 werden mehr als 50% der sexuellen Erressungen am Arbeitsplatz von Vorgesetzten ausgeübt. Je abhängiger eine Frau von ihrer Stelle ist, je unsicherer ihr Arbeitsverhältnis und je mehr sie unter Bewährungsdruck steht, desto eher wird sie Zielscheibe sexueller Übergriffe.
Diese enge Verbindung zwischen Wirtschaft und Gewalt lässt den Schluss zu, dass sich die Gewalt an Frauen in Zeiten der Krise verschärft. Einerseits weil Frauen oft Stellen besetzen, die als erstes abgebaut werden, also Teilzeitjobs, prekäre und vertragslose Jobs. Wenn frau aber angewiesen ist auf diese Stelle, wird sie eher Gewalt und Belästigung erdulden ohne sich zu wehren. Andererseits erhöht die Krise den Konkurrenzdruck, den Arbeitsstress, die Überforderung und die Angst vor Entlassungen. All diese Stressfaktoren wirken sich negativ auf unsere individuelle Lebenssituation aus und verschärfen gewalttätige Konfliktlösungen. Mitverantwortlich für die Verschärfung der Situation ist unter anderem auch die WTO (Welthandels-Organisation): 1994 erarbeitete sie das Handelsabkommen GATS mit dem Ziel, die Dienstleistungen weltweit zu „liberalisieren“. So sind immer mehr staatliche Bereiche (Gesundheit, Bildung, Wasser- und Energieversorgung) von Privatisierung betroffen – mit verheerenden Folgen. Die ärmere Bevölkerung kann sich dadurch oftmals die Grundversorgung nicht mehr leisten. Davon sind Frauen besonders betroffen, da nun vermehrt Aufgaben wie Pflege wieder unter private Verantwortung fallen.
Am 29. November findet eine grosse Demonstration gegen die WTO-Minister-Konferenz in Genf statt. Lasst uns auch dort den Protest auf die Strasse tragen, denn: Im Kapitalismus gibt es keine Frauenbefreiung! Weg mit Gewalt an Frauen, heisst weg mit dem Kapitalismus! Gegen patriarchale Gewalt, die Faust geballt! |
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SAMEDI 28 NOVEMBRE, GENEVE