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 :: ANTIDEUTSCHE DEMONSTRATION IN HAMBURG ::
 Themen | Krieg+Militarismus | Repression/Knast 23-11-2009 16:37
AutorIn : BGHU
Am Sonntag, den 25.10.2009, verhinderten Antisemitinnen und Antisemiten gewaltsam eine vom Hamburger Programmkino b-movie und der Gruppe Kritikmaximierung geplante Vorführung von Claude Lanzmanns Film »Warum Israel«.

Mitglieder des »Internationalen Zentrums« B5, der Gruppe »Sozialistische Linke« (SoL) und der »Tierrechtsaktion Nord« (TAN), die sich mit Mundschutz und Quarzsandhandschuhen auf eine körperliche Auseinandersetzung vorbereitet hatten, verweigerten den Gästen den Zugang ins Kino.


Um die Angreiferinnen und Angreifer vom 25.10. politisch zu isolieren und eine Wiederholung ihres antisemitischen Gewaltspektakels zu verunmöglichen, rufen wir für diesen Tag zu einer Demonstration zum b-movie auf.

Auftaktkundgebung: 13.30 vor der Roten Flora
Abschlusskundgebung: 15.00 vor dem B-Movie
Am Sonntag, den 25.10.2009, verhinderten Antisemitinnen und Antisemiten gewaltsam eine vom Hamburger Programmkino b-movie und der Gruppe Kritikmaximierung geplante Vorführung von Claude Lanzmanns Film »Warum Israel«.

Mitglieder des »Internationalen Zentrums« B5, der Gruppe »Sozialistische Linke« (SoL) und der »Tierrechtsaktion Nord« (TAN), die sich mit Mundschutz und Quarzsandhandschuhen auf eine körperliche Auseinandersetzung vorbereitet hatten, verweigerten den Gästen den Zugang ins Kino. Besucherinnen und Besucher wurden dabei gezielt ins Gesicht geschlagen und als „Schwuchteln“ und „Judenschweine“ beschimpft. Auch in den Tagen darauf wurden Gäste, die von Blockadebeteiligten auf der Straße wiedererkannt wurden, bedroht und, in mindestens einem Fall, auch tätlich angegriffen.

In einer offiziellen Stellungnahme rechtfertigte die B5 die Gewaltausbrüche inhaltlich und tat sie als „kleinere Rangeleien“ ab. Diese Erklärung strotzt abermals vor antisemitischen Klischees: So wird etwa „der Zionismus“ als „rassistisches Projekt“ bezeichnet, mittels dessen „künstlich der jüdische Charakter gewahrt werden“ solle. Denn als künstlich gilt der antisemitischen Denkweise immer das jüdische, als natürlich aber alle anderen Völker.

Wir halten es für unerträglich,

* dass ein Kino sein Programm vom Wohlwollen einer benachbarten Aktion Saubere Leinwand abhängig machen soll;
* dass Linke sich als antisemitischer Kampftrupp formieren, um missliebige Veranstaltungen zu Israel zu unterbinden;
* dass ein Film von Claude Lanzmann, französischer Jude, Résistancekämpfer und Regisseur von »Shoah«, der bedeutendsten Dokumentation über die Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden, in Deutschland zum Angriffsziel einer militanten Blockade werden kann.

»Warum Israel« (1973) zeigt nicht bloß die verschiedenen Facetten der israelischen Gesellschaft. Es geht darin, aus der Perspektive eines Diasporajuden, um die Bedeutung des jüdischen Staates als Konsequenz aus der Shoah. Wer, wie die B5, die Vorführung eines solchen Films als „Provokation“ versteht, der nur mit Gewalt beizukommen sei, steht auf der Seite der Barbarei.

Dieses Spektrum ist seit Jahren dafür bekannt, seinen Antisemitismus gewaltförmig auszuleben. Es sind die gleichen, die sich 2002 mit Gewalt Zutritt zum Freien Sender Kombinat (FSK) verschafften und dort einen Kritiker ihres Israelhasses fachmännisch zusammenschlugen; die auf einer antifaschistischen Demonstration im Januar 2004 die Trägerinnen und Träger eines Transparents »Deutschland denken heißt Auschwitz denken« von der Kundgebung prügelten; die seither bei zahlreichen Gelegenheiten Menschen, die Israelfahnen oder -buttons trugen oder aus anderen Gründen nicht in ihr Weltbild passten, bedroht, geschlagen oder mit Flaschen und Steinen beworfen haben.

Was es diesen Gruppen um die B5 bislang stets erlaubt hat, ihre Übergriffe weiter fortzusetzen, ist die Tatsache, dass sie von der Mehrheit der Linken und Alternativen entschlossene Gegenwehr nicht zu fürchten hatten. Kaum jemand der Linken steht ausdrücklich auf ihrer Seite; aber allzu viele waren dennoch bereit, ihnen ihr Plätzchen im Bündnis, auf dem Stadtteilfest oder sonst wo in der Szene freizuhalten.

Weil wir wissen, dass es ebenso verantwortungslos wie gemeingefährlich wäre, Antisemitinnen und Antisemiten gewähren zu lassen; weil wir wissen, dass die Schlägerinnen und Schläger mit jedem Erfolg nur stärker werden – daher halten wir es für unabdingbar, dass am 13.12., bei der Neuansetzung von »Warum Israel« im b-movie, der Film auf jeden Fall gezeigt wird.

Um die Angreiferinnen und Angreifer vom 25.10. politisch zu isolieren und eine Wiederholung ihres antisemitischen Gewaltspektakels zu verunmöglichen, rufen wir für diesen Tag zu einer Demonstration zum b-movie auf.

Auftaktkundgebung: 13.30 vor der Roten Flora
Abschlusskundgebung: 15.00 vor dem B-Movie


ErstunterzeichnerInnen:
Antifaschistische Aktion HH-West, Antideutsche Gruppe Hamburg, Cosmoproletarian Solidarity, FAU Hamburg, Gruppe bricolage, Gruppe Emancipate, Hamburger Studienbibliothek, Jüdische Gemeinde Pinneberg, Deutsch-Israelische Gesellschaft Hamburg e. V., Landesarbeitskreis (LAK) Shalom der Linksjugend ['solid] Hamburg, McGuffin Foundation, Negative Approach, Projekt-R, Radio Loretta, Rapidas, Einige Leute aus dem Plenum der Roten Flora, Sous la plage, Stop the Bomb Hamburg, Bündnis Hamburg für Israel, Jüdischer Salon am Grindel e. V., Karo Ecke, Tocotronic, Superpunk, Herrenmagazin, Das Bierbeben, fluten, Heimatglück, jack fucking twist, Juri Gagarin, gorges, The Pleasant Delaneys, Sounds Outta Range (Byte FM), Günther Jacob, Regina Behrendt, Ecki Heins, Hans Stützer, Michael A. Bernard (Dramaturg & Kulturmanager), Kathrin Keller, Mathias Möller, René Pollak (Präsident Zionistische Organisation Deutschland), Karl Pfeifer (Journalist), Just, andcompany&Co, Sur l‘eau Lübeck, Antifaschistischer Frauenblock Leipzig (AFBL), Bundesarbeitskreis (BAK) Shalom der Linksjugend ['solid], Gruppe in widersprüchlicher Gesellschaft Bremen, Autonome Neuköllner Antifa (A.N.A.), ELA (Lüdenscheid), Antifaschistische Aktion Brick to Brick [b³] Marl, Gruppe gegen deutsche Normalität Köthen, Antifa Heinsberg, Gruppe IKIS, Jugendantifa Halle, lizaswelt.net, [A:KA] Göttingen, Antifaschistische Gruppe A2K2 (westl. Ruhrgebiet), ...nevergoinghome (Berlin), Left Resistance Wittenberg, Antideutsche Gruppe Brunsberg, antifa[Ak] moers, et2c Münster, Group Merkava Winsen, marlene hates germany (Kiel), Antifaschistisches Bündnis Marzahn-Hellersdorf, le salon des communistes Düsseldorf, antifa and more Burg, gruppe demontage (Oldenburg), Kritische Initiative Schaumburg [K.I.S.], dika (Deutsch-Israelischer Kulturaustausch) e. V., Rote Paprika Marl, alternative youth club Marl, Hummel Antifa - antifaschistische Hochschulgruppe der Humboldt-Universität Berlin, Autonome Antifa Westerzgebirge, Basisgruppe Politikwissenschaft (Wien), theorie praxis lokal in der sozialistischen studien vereinigung Frankfurt am Main, Antifa Reutlingen, casual communists, Freund_Innen der befreiten Gesellschaft, Initiative Studierender am IG Farben Campus aus Frankfurt am Main, Prozionistische Linke Frankfurt, Antifa.Mitte (Berlin), Gruppe Morgenthau, neocommunistinnen (Frankfurt), Gruppe shutdown! (Köln), Israelsolidarische Studenten im Ruhrgebiet
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  Stellungnahme der vermeindlichen "Täter"
23.11.2009 17:29  
Zur Verhinderung der „antideutschen“ Veranstaltung am 25. Oktober 2009 im B-Movie, Hamburg





Von SOL, Hamburg

Als bewusste Linke wissen wir, dass das Machtungleichgewicht nicht nur in der Klassengesellschaft, sondern ebenso tief in der rassistischen Aufspaltung der Welt seit der Conquista und der Versklavung besteht - ein System der weißen Dominanz, das auch aus dem Holocaust wieder dominant hervorging. Es erwürgte die antikolonialen Befreiungskämpfe und festigte das Machtverhätnis neu. Daher rührt der Hass auf den Westen, seine Arroganz und seine Doppelmoral beim kulturellen, wirtschaftlichen und militärischen Export seines ideologischen Wertesystems, das auf Völkermord und Sklaverei aufgebaut wurde und bis heute von ihm geleugnet oder relativiert wird.
Doch das Modell des Westens steht in der Krise, es wankt, in seinen Zentren kommt zunehmend Unruhe auf und ausserhalb stösst es immer mehr auf Widerstand und auf Grenzen. Die Widersprüche spitzen sich zu, treffen schärfer aufeinander.
Unsere erste Aufgabe sollte längst schon sein, eine interventionsfähige Basis gegen jegliche militärischen Einsätze Deutschlands und gegen den staatlich organisierten und in der Mehrheit der Bevölkerung verwurzelten Rassismus zu schaffen. Uns in diesem Kampf hier international zu organisieren, um stark zu sein, wenn das Wanken zum Kippen wird, darauf wird es ankommen. Diese Stärke zu entwickeln, die gestellten Aufgaben anzugehen, erfordert mehr als radikale Parolen.
Es erfordert vor allem eine sehr offene, intensive und kontinuierliche Arbeit. Es erfordert gleichzeitig klare Positionierung gegen die Verbrechen der westlichen Staatengemeinschaft zur Erhaltung ihres Lebensstils, der nur durch die schonungslose Ausbeutung der Mehrheit der Menschheit und des Planeten garantiert wird. Es erfordert eine klare Absage an die VertreterInnen der neokonservativen und rechten Ideen und Ideologien, egal unter welcher Flagge sie segeln.

Am 25. Oktober 2009 wollte die Gruppe Kritikmaximierung im B-Movie den Film „Warum Israel“ von Claude Lanzmann zeigen. Der zu erwartenden pro-zionistischen Veranstaltung und der Provokation den in der B5 organisierten Gruppen gegenüber durch Kritikmaximierung sind wir entgegengetreten. Mit Leuten aus dem Viertel und politischen Organisationen über das B5-Spektrum hinaus konnten wir ihre Hetze stoppen.

Am Sonntagmittag bauten wir vor dem Eingang zum B-Movie einen israelischen Checkpoint nach, der dem Publikum die Realität Israels, welche der Film verschweigt, vor Augen führen sollte. Als die Verantwortlichen des B-Movies für diesen Tag erschienen, wurden sie selbstverständlich am Checkpoint aufgehalten und an der Überquerung gehindert, so wie es an einem Checkpoint in Palästina üblich ist. Die Vorstellung des Films wurde nach kurzer Zeit vom B-Movie abgesagt.

Gleichzeitig wurde sich von - offensichtlich angekündigter - Gewalt durch Antideutsche distanziert. Das B-Movie-Team verließ die Szenerie. Kurz darauf tauchten mehrere bekannte Antideutsche auf und sammelten sich. Darunter ein Bahamas-Autor und ein Teil der FSK-MacherInnen. Sie wurden aufgefordert zu gehen, da der Film vom Kino abgesagt wurde.

Nach beidseitigem Gepöbel wurde die Situation angespannter. Als der Bahamasautor uns als „Links-Nazis“ und „Faschisten“ beleidigte, kam es zu kleineren Rangeleien. Es ist das gewohnte Verhalten von diesem Spektrum, sich als Opfer von Gewalt und die anderen als Täter zu klassifizieren, Lügen zu verbreiten und damit zu versuchen, die Linke zu spalten. Auch der Versuch, die anwesenden St. Pauli-Fans für ihre Sache zu mobilisieren und gegen uns aufzubringen, schlug fehl.

An dem Tag hat keine und keiner von uns – wie jetzt behauptet wird - „Judenschweine“ und/oder „Schwuchtel“ gerufen. Ein solches Verhalten wäre und wird von uns - in welcher Situation auch immer – nicht toleriert.

Nicht der Film, sondern die Tatsache, dass das B-Movie in eine Kooperation mit der Gruppe Kritikmaximierung getreten ist, war der Grund dafür, das wir den Zugang zum Kino blockiert haben. Das B-Movie ist ein direkter Nachbar des Internationalen Zentrums B5 und wir nutzen teilweise dieselben Räumlichkeiten.

Die Grundpfeiler unserer Politik sind der Kampf gegen Rassismus, Sexismus, Faschismus, Kapitalismus und Imperialismus. Sie sind voneinander untrennbar. Es ist nicht möglich, für eine befreite Gesellschaft zu kämpfen und einen der genannten Grundpfeiler außen vor zu lassen. Unser Politikverständnis sowie unsere Praxis sind bekannt und für jede und jeden zu sehen, unser Laden ist offen für alle, die sich selbst ein Bild machen wollen. Nicht offen ist unser Laden für Leute, die rassistische, sexistische, faschistische, antisemitische oder zionistische Positionen vertreten. Auch Leute die imperialistische Kriege, Besatzungen und Vertreibung rechtfertigen und/oder propagieren, haben bei uns nichts zu suchen.

Die Theorie und die Praxis der Antideutschen sind seit Jahren bekannt: die Kriegspolitik der USA mit ihren „westlich-zivilisierten“ Verbündeten werden als „antifaschistische Aktionen“ zum Schutze Israels gefeiert.

Die Gruppe Kritikmaximierung bezeichnet sich selbst als „nicht antideutsch, sondern schon darüber hinaus“, so eine Vertreterin des B-Movies am 19. Oktober auf dem Kino-Plenum. Auch der Chefideologe der Antideutschen, Justus Werthmüller, schrieb in der Bahamas Nr. 57/2009, das die „Attribute (...) kommunistisch, israelsolidarisch und antideutsch“ für sie nicht mehr zutreffen, „stattdessen heißt es heute nur noch: ideologiekritisch.“

Nicht das sie ihre bedingung- und kritiklose Solidarität mit Israel aufgegeben hätten, lediglich könne man den Begriff nicht mehr verwenden, da die antideutsche Bewegung diesen Begriff verwässert.
Inwieweit diese Aussagen zusammenhängen bleibt jeder/jedem selbst überlassen. Wir wissen, welche Leute uns am 25. Oktober gegenüber standen: stadtbekannte Antideutsche, darunter ein Bahamas-Autor und Teile von FSK, die seit Jahren auf verschiedenen Ebenen internationalistische Politik bekämpfen.
Es gehört oft zur Strategie von Antideutschen, sich selbst nicht so zu bezeichnen, deshalb lassen wir Kritikmaximierung zu Wort kommen:

„Entgegen aller legitimierender und wohlmeinender Behauptungen des deutschen gesellschaftlichen Mainstreams handelt es sich nun auch beim Antizionismus, dem Ressentiment gegen Israel, nicht um einen ehrbare Parteinahme in einem völkerrechtlichen Disput zwischen einem bestehenden Staat und einem Staat in Gründung, sondern hauptsächlich um eine Reproduktion des antisemitischen Furors in den Begriffen und der Sphäre des Politischen.“
[Flugblatt „Paradise No!“ von Kritikmaximierung]

Die Gleichsetzung von Antizionismus mit Antisemitismus ist ein Grundpfeiler antideutscher Ideologie, mit der jede Kritik an Israel delegimitiert werden soll. Der Zionismus erweist sich als rassistisches Projekt, künstlich soll der jüdische Charakter gewahrt werden, damit soll die heutige Kolonialkultur aufrechterhalten werden. Dies ist nichts emanzipatorisches sondern reaktionär. Es will die Aufrechterhaltung der Dominierung einer Volksgruppe über die andere mit Krieg, Vertreibung und Besatzung festigen und dient der Unterdrückung der progressiven Kräfte in Israel.
Hier ist auch der Anknüpfungspunkt zu Claude Lanzmann. Er äußerte sich am 24. Januar 2009, also sechs Tage nach der „Operation Gegossenes Blei“, bei der etwa 1500 Menschen getötet wurden, darunter allein 500 Kinder, zur israelischen Armee: „Die Israelis sind keine Killer. Definitiv nicht. Sie töten, aber sie sind keine Killer, das ist nicht in ihrem Blut.“1 Der Bezug der Antideutschen auf Lanzmann ist kriegsverherrlichender Natur und nicht, wie gerne behauptet wird, seine Leistungen in der Resistance gegen die deutschen Faschisten. Wir würdigen die Leistung von Claude Lanzmann im Kampf gegen den deutschen Faschismus. Aber am Beispiel von Otto Schily wird jeder erkennen, dass nicht vergangenes sondern aktuelles Handeln für die Frage, wo ein Mensch steht, ausschlaggebend ist.

Der Film selbst beschreibt die Situation in Israel um die Jahreswende 1971/1972, läßt dabei allerdings keine AraberInnen zu Wort kommen und verschweigt komplett die Auswirkungen von Besatzung und Vertreibung. Er bietet keine ausgewogene Darstellung der Gegebenheiten. Dieser Film, mit seinen Vorzügen und Mängeln, hätte sicherlich laufen und diskutiert werden können, aber nicht als Provokation von Antideutschen. Wie soll dies auch möglich sein, wenn Personen von Antideutschen gleich als Antisemiten beschimpft werden, wenn Kritik an Israel formuliert wird.

Die Antideutschen und die, „die schon darüber hinaus sind“ (gleiche Idee, neuer Name), sind für uns reaktionäre Kräfte, ihr Ziel ist die Zerstörung der internationalistischen und antiimperialistischen Linken. Wir werden auch weiterhin unsere politische Arbeit machen, unseren bescheidenen Anteil leisten im Kampf gegen die Zerstörung von Ländern durch den US-/Deutsch-Imperialismus, zur Überwindung des Kapitalismus für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung. Wenn wir uns aber in den eigenen Räumen und in der unmittelbaren Nähe nicht gegen diese Kriegstreiber und Rassisten wehren, wäre unsere gesamte politische Arbeit ad absurdum geführt. So wurde die Auseinandersetzung am 25. Oktober 2009 in der Brigittenstraße eine von denen, vor denen wir nicht weglaufen konnten und wollten.

Internationales Zentrum B5
2. November 2009

Internationales Zentrum B5,

Brigittenstrasse 5, 20359 Hamburg - St. Pauli


AutorIn: finder
  Israel
23.11.2009 23:05  
"...Wir haben uns in kei­ner Weise gegen Juden als Men­schen und als Re­li­gi­ons­ge­mein­schaft ge­äu­ßert. Die Kri­tik galt dem po­li­ti­schen Pro­gramm des Staa­tes Is­ra­el – und zwar nicht etwa, weil wir die­sen Staat be­son­ders wi­der­wär­tig fin­den wür­den, son­dern weil er ein Bei­spiel dafür ab­gibt, wie feind­se­lig und ge­walt­tä­tig die Auf­tei­lung der Men­schen in Na­tio­nen und Na­tio­nal­staa­ten aus­fällt. Wir haben daran er­in­nert, dass die eu­ro­päi­schen Juden in der furcht­bars­ten Weise Opfer des Na­tio­na­lis­mus an­de­rer Na­tio­nen, vor allem der deut­schen, ge­wor­den sind. Wir haben die schlim­me Lehre the­ma­ti­siert, die die zio­nis­ti­sche Be­we­gung aus der Er­mor­dung der eu­ro­päi­schen Juden ge­zo­gen hat: Als Opfer eines frem­den Na­tio­na­lis­mus fan­den sie es rich­tig, eine macht­vol­le ei­ge­ne Na­ti­on zu schaf­fen, die sich ih­rer­seits rück­sichts­los und ge­walt­tä­tig gegen frem­de An­sprü­che durch­set­zen kann. Mit die­sem Pro­gramm haben be­waff­ne­te Ver­bän­de einen jü­di­schen Staat in einen längst be­sie­del­ten Raum hin­ein ge­pflanzt, die an­säs­si­ge Be­völ­ke­rung ver­drängt und die dort vor­ge­fun­de­nen Staa­ten am­pu­tiert. Als Re­ak­ti­on auf seine Grün­dung und Ex­pan­si­on er­lebt Is­ra­el, dass die pa­läs­ti­nen­si­sche Be­völ­ke­rung – ver­trie­ben, in Flücht­lings­la­ger ver­bannt oder unter aus­län­di­scher Be­sat­zung le­bend – nun eben­falls die zio­nis­ti­sche Lek­ti­on lernt: Auch Pa­läs­ti­nen­ser „brau­chen“ einen macht­vol­len Na­tio­nal­staat, des­sen Grün­dung na­tür­lich ganz oder teil­wei­se auf Kos­ten des is­rae­li­schen Ter­ri­to­ri­ums und Macht­an­spruchs gehen würde. So zeugt sich das Gift des Na­tio­na­lis­mus fort und mün­det in eine end­lo­se Kette von Krie­gen. So­lan­ge je­den­falls, wie die Mensch­heit nicht auf eine bes­se­re Idee kommt, als sich in Form von sich ab­gren­zen­den Völ­kern und Na­tio­nen zu or­ga­ni­sie­ren.

In einer Welt der Na­tio­nen – so unser Flug­blatt – sind Men­schen „recht­lo­se Ob­jek­te frem­der Macht, wenn sie nicht be­rech­tig­te Ob­jek­te einer ein­hei­mi­schen Staats­macht sind“. Für die­ses Pri­vi­leg wer­den sie von ihrem Staat als seine le­ben­di­ge Macht­ba­sis in An­spruch ge­nom­men und, wo nötig, in den Kampf gegen kon­kur­rie­ren­de Ho­heits­an­sprü­che ge­schickt. Für die Exis­tenz des Staa­tes wird die Exis­tenz so man­cher sei­ner Bür­ger ge­op­fert. Is­rae­lis und Pa­läs­ti­nen­ser töten und ster­ben, nicht etwa weil sie nicht mit­ein­an­der leben könn­ten, son­dern wegen der un­ver­träg­li­chen Staats­zie­le der na­tio­na­len Füh­run­gen, denen sie die­nen.

Wir haben fer­ner die These ver­tre­ten, dass die heu­ti­ge Fä­hig­keit Is­raels, mit enor­mer mi­li­tä­ri­scher Über­le­gen­heit seine Um­ge­bung ab­zu­schre­cken und auf pa­läs­ti­nen­si­sche For­de­run­gen keine Rück­sicht neh­men zu müs­sen, ihre Quel­le nicht in den zio­nis­ti­schen Grün­dungs­ide­en, son­dern in der Funk­ti­on hat, die die­ser Staat für die ame­ri­ka­nisch-​west­li­che Kon­trol­le des Nahen Os­tens er­füllt. Die im­pe­ria­len In­ter­es­sen der gro­ßen west­li­chen Mäch­te er­lau­ben Is­ra­el seine Kom­pro­miss­lo­sig­keit und lie­fern die dafür er­for­der­li­che mi­li­tä­ri­sche und fi­nan­zi­el­le Aus­stat­tung, – und die ge­währt auch die Bun­des­re­pu­blik nicht aus Scham über den Ho­lo­caust, son­dern aus welt­po­li­ti­schem Kal­kül.

Sol­che Auf­fas­sun­gen pas­sen nicht in die „Stadt der Men­scherech­te“, meint Alex­an­der Brock in sei­nem Ar­ti­kel und for­dert von der Stadt, Ver­an­stal­tern wie uns Räume zu ver­wei­gern. Un­lieb­sa­me Mei­nun­gen mund­tot zu ma­chen, fin­det er, passt nicht schlecht zur Stadt der Men­sch­rech­te.

Für die Re­dak­ti­on der Zeit­schrift Ge­gen­stand­punkt
Dr. Peter De­cker

Mehr z.B.  http://doku.argudiss.de/?Kategorie=all#175


AutorIn: Gegen jeden Staat
  bescheuerte Reflexe
25.11.2009 13:05  
Viele werden bei der antisemitischen Auseinandersetzung nicht dabeigewesen sein, wissen aber gleich, dass es sich dabei um eine antideutsche Provokation gehalndelt hat. Erbärmlich, sich so zu verhalten, Beschimpfungen ala "Judenschweine" und tätliche Übergriffe zu verharmlosen - wer hier den Antisemitismus nicht sieht und kritisiert, sollte sich nicht Antifaschist_in nennen sondern kann sich gleich mit der Querfront der Autonomen Nationalisten solidarisieren. Die freuen sich nämlich eher über solche Aktionen, als über die Diskussionen bei den Linken.

Hier ein Interview mit dem Regiesseur Claude Lanzmann zu den Vorfällen:
 http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,661980,00.html

Und 2 Artikel aus der Jungle World:
 http://jungle-world.com/artikel/2009/45/39701.html
 http://jungle-world.com/artikel/2009/47/39795.html

Antideutsche nach Antideutschland! Kein Bock mehr auf den ScheiSS hier!


AutorIn: nakam
  ich versteh euch nicht...
26.11.2009 15:36  
warum ist eine vorführung des filmes eine provokation?kritikmaximierung ist keine antideutsche gruppe,sie unterstützen weder den aufruf/noch die demonstration.warum seht ihr nicht,das die vorfälle kein konflikt zwischen "sekten"ist?es betrifft jede/n linke/n,die sol und ihr umfeld sind stalinisten,die selbst die hamburger anti-antideutsche antifa gruppe a2 als "partyzionisten" bezeichnet...wo ist der unterschied,ob nazis oder linke unter einsatz von gewalt und unter homophoben und antisemitischen rufen eine filmvorführung verhindern?!!wieso verwehrt ihr euch der auseinandersetzung mit antisemtischen denkmustern,mit einer position welche israel abschaffen möchte,und dadurch dem weltweit virulenten antisemtismus vorschub leistet???die sol und ihr umfeld lehnt die existenz des jüdischen staates ab(sic!),ein staat der als konsequenz aus dem holocaust enstanden ist...was das in letzter konsequenz hiesse,dürfte jeder/m klar sein.ihr macht mich so traurig und wütend...woher kommt eure ignoranz????


AutorIn: antifa aus deutschland
  zu "nakam" und "antifa aus deutschland"
26.11.2009 22:05  
es gab keine beleidigung die antisemitisch ("Judenschwein") oder homophob ("Schwuchtel") war. das sage ich als jemand der dabei gewesen ist. und wenn andere vermuten, dass die unterstellung es wäre soetwas gesagt worden eine lüge ist, dann rührt das daher, dass sich die antideutschen seit jeher solcher lügen bedienen.

tätliche übergriffe auf rassisten und bellizisten sind ein legitimes mittel, dessen sich bedient wurde. und dies auch nur als wir von den antideutschen als "Linksnazis", "Faschisten", "Affen" usw. beleidigt wurden.

kritikmaimierung ist eine antideutsche gruppe. egal wie ihr taktisches verhalten aussieht. ihr umfeld und ihre unterstützer, aber auch die "besucher" des verhinderten films machen dies, neben ihren typisch (anti)deutschen argumentationsstrukturen (bsp: antizionismus ist antisemitismus), deutlich. ein weiteres beispiel für ihre arbeitsform ist der auftritt von egotronic in der roten flora. das floraplenum lehnt einen auftritt der idf-fans ab und ein paar wochen später treten sie dann doch auf, auf einer party von kritikmaximierung und dem antideutschen radio FSK. eine unverschämtheit gegenüber dem florakollektiv, die noch dadurch gesteigert wurde, dass gezielt plakate der gruppe SENG (eine floragruppe) zum WTO-gipfel in genf und einem vorbereitungstreffen in hamburg (in der flora) überklebt wurden mit den partyplakaten von kritikmaximierung.

die gruppe a2 ist sicher keine explizit anti-antideutsche gruppierung, aber diese werden von der SoL nicht als partyzionisten bezeichnet. (wen dem so wäre, dann hätte ich gerne soetwas wie einen beweis in ihren schriftlichen publikationen, die es ja auf  http://www.sol-hh.de reichlich gibt oder von der gruppe a2)

das SoL stalinisten sein sollen ist ein geücht, welches es fast seit beginn der gründung von SoL gibt. auch dafür hätte ich gerne einen beweis. der positive bezug auf thälmann und die kpd oder ein link zu projekten wie ArbeitZukunft reichen da sicher nicht aus. und in die organisationsstruktur von SoL wird wohl keiner der nicht da mitmacht einblick haben.

ich möchte nocheinmal sagen, dass es nicht um die verhinderung des films ging. es ging darum, dass wir, wenn wir es können, rassistischer, philoantisemitischer und kriegstreiberischer hetze (= antideutsche veranstaltung) einhalt gebieten. das haben wir getan.

[anti]deutschland halt`s maul!



AutorIn: dabeigewesen
  Warum wir den Demoaufruf nicht unterstützen
28.11.2009 12:39  
Da der Demoaufruf "Antisemitische Schläger unmöglich machen – auch von links!" in seiner ersten Auflage u. a. mit Einige Leute aus dem Plenum der Roten Flora unterzeichnet war, begründen nachfolgend Einige andere Leute aus dem Plenum der Roten Flora nun öffentlich, warum wir uns nicht unter diesen Demoaufruf setzen:

(1)
In dem Papier des Plenums der Roten Flora vom 25.11.2009 haben wir zu den Vorfällen am 25.10.2009 Stellung genommen und u. a. begründet, dass wir das B-Movie und sein vermeintliches Recht der Programmfreiheit nicht unterstützen. Damit stellen wir uns auch nicht hinter die entsprechende pauschale Forderung im Demoaufruf - es gab und gibt Kontexte (verwiesen sei z. B. auf die Aust-Verfilmung über die RAF), in denen eine "Aktion Saubere Leinwand" durchaus sinnvoll erscheint.

(2)
In der Darstellung der Auseinandersetzungen seit 2002 wird wieder einmal in unerträglicher Weise polemisiert, dekontextualisiert, reduziert und pauschalisiert:

- Die Rede ist davon, dass 2002 jemand "fachmännisch" [!] zusammengeschlagen wurde.
- Im Januar 2004 sind die Träger_innen nicht wegen ihres Transparents "Deutschland denken heißt Ausschwitz denken" angegriffen worden, sondern weil sie sich mit Israel-, USA- und GB-Fahnen an die Demospitze setzen und damit bewusst gegen die Absprachen im Vorbereitungskreis, keine Nationalfahnen zu tragen, handelten.
- Die "zahlreichen Gelegenheiten", bei denen Menschen "mit Flaschen und Steinen beworfen" worden sind, reduzieren sich unseres Wissen auf die sog. Bahamas-Demo vom 24.4.2004: Hier wurde unter dem Motto "Flagge zeigen! Für Israel – gegen Old Europe" im Rahmen einer bundesweiten Kampagne antideutscher Gruppen von März bis Juli nicht nur in Hamburg gegen linke Einrichtungen, u. a. die Rote Flora, demonstriert.

Erneut wird in diesem Demoaufruf eine differenzierte Betrachtungsweise "aus offenbar rein dramaturgischen Gründen" (Gruppe Arachne im November 2005) zu Gunsten einer Zuspitzung aufgegeben. Wenn dann im nächsten Absatz "entschlossene Gegenwehr" gefordert wird, wird hier die Androhung auch körperlicher Gewalt zumindest suggeriert. Soll die Filmvorführung am 13.12. 'durchgeprügelt' werden?

(3)
Dass dieses Szenario nicht ganz von der Hand zu weisen ist, wird spätestens bei der (stetig wachsenden) Liste der den Aufruf unterstützenden Gruppen deutlich. Hier finden sich nicht nur die Brandredner_innen, die zum militärischen Angriff auf den Iran aufrufen und die "antiimperialistische Baggage" nicht dulden wollen (Redebeitrag von Stop the Bomb & Hamburger Studienbibliothek, 12.8.2009), sondern auch Unterstützergruppen der "Support Israel – and it's Right to Self-defense"-Demo vom 28.7.2006, die zur bedingungslosen Solidarität auch mit dem israelischen Militär aufrufen ([A:KA] Göttingen, An-tifaschistischer Frauenblock Leipzig (AFBL), Hamburger Studienbibliothek, lizas-welt.net, Prozionistische Linke Frankfurt). Bei dieser Crème de la Crème der bundesdeutschen Antideutschen fehlt dann auch nicht der bürgerlich-liberale Bundesarbeitskreis (BAK) Shalom der Linksjugend ['solid] ("Eine bessere Gesellschaft, die Herrschaft und Ausbeutung überwindet, kann nur auf Basis der Aufklärung und der bürgerlichen Gesellschaft errichtet werden.") sowie die Gruppen, die zur o. g. Demo am 24.4.2004 aufgerufen haben ([A:KA] Göttingen, Prozionistische Linke Frankfurt, Antideutsche Gruppe Hamburg).

Besonders perfide ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass die Antideutsche Gruppe Hamburg zusammen mit dem Bahamas-Redakteur Wertmüller ausgerechnet für den Redebeitrag am 24.4.2004 zur Roten Flora verantwortlich zeichnet. In diesem wird die Rote Flora u. a. als "Musentempel der linksradikalen Lebensreformbewegung" ausgemacht, also einer Bewegung, die ja schon einmal Sprungbrett für den Nationalsozialismus war. Obwohl sich daran für die Antideutsche Gruppe Hamburg in den letzten 5 Jahren – zumindest öffentlich - nichts geändert hat, will nun diese Gruppe am 13.12.2009 ausgerechnet von (und womöglich mit?) der Roten Flora zum B-Movie marschieren?
Selbstverständlich können und wollen wir weder den Veranstalter_innen nächtlicher Rituale noch dieser Demo den Achidi-John-Platz als Ausgangspunkt ihrer Aktionen absprechen. Allerdings werden wir nicht die Rote Flora in die Demo "Antisemitische Schläger unmöglich machen – auch von links!" einbinden lassen!

25.11.2009 Einige andere Leute aus dem Plenum der Roten Flora


AutorIn: Einige andere Leute vom Plenum Rote Flora
  Tatsache ist...
29.11.2009 23:20  
Im Januar 2004 galt der erste Angriff des antizionistischen Mobs den Träger_innen des Transparents „Deutschland denken heißt Auschwitz denken“, zu diesem Moment waren noch keine Fahnen Israels und der Alliierten zu sehen. Das Transpi wurde, nachdem die Träger_innen mit Füßen und Fäusten traktiert worden sind, in den Dreck getreten.

Siehe die Stellungnahme der Gruppe K&P Berlin, heute TOP (UmsGanze):
 http://phase2.nadir.org/rechts.php?artikel=196&print=


AutorIn: Rocko
  kein streit zwischen "sekten"
30.11.2009 14:46  
Die Sol versucht das ganze zu entpolitisieren,und als innerlinken Konflikt darzustellen.In dem Flugblatt,welches sie bei der widerlichen Aktion verteilten,wird der Film als "pro-zionistische" Propaganda bezeichnet.(Im übrigen wusste kein/r der anwesenden Stalinisten wovon sie redeten,denn gesehen hatte den Film keine/r.)Und jetzt wird behauptet,es ginge nicht um den Film???Gesteht es doch ein,diese Aktion war antisemitisch(das sehen ja nich nur die "Zionisten" so),ihr habt einen Fehler begangen,seid weit übers Ziel hinausgeschossen und habt euch damit ins eigene Fleisch geschnitten.Doch anstatt sich zu Reflektieren,verteidigt die Sol die Aktion mit haarsträubenden Argumenten,und genau das macht sie so stalinistisch:Ihre Politik der innerlinken Säuberung und die mangelnde Fähigkeit zu Selbstkritik...


AutorIn: oldschool Afa
  Aufruf zum poplinken Kritikspektakel am 13.12.
04.12.2009 05:07  
Quelle:  http://b-g-h-u.blog.de/

Am Sonntag, den 25.10.2009 verhinderten Linkzsnazistinnen und Linksnazisten gewaltsam eine vom Hamburger Programmkino »B-Movie« und der Gruppe Kritikmaximierung geplante Vorführung von Claude Lanzmanns Film »Warum Israel«.

Eine Braunfront aus Mitgliedern des antiimperialistischen Zentrums »B5«, der Gruppe »Sozialistische Linke«, der »Kommunistischen Assoziation Hamburg« und eine Bande vulgär-adornöser Hartz 4-Veganer, die sich mit Mundschutz, Quarzsandhandschuhen und Morgensternen auf eine körperliche Auseinandersetzung vorbereitet hatten, verweigerten den Gästen den Zugang ins Kino. Besucherinnen und Besucher wurden dabei gezielt ins Gesicht geschlagen und beschimpft. Mit Rufen wie »Ho-, Ho-, Horst Mahler - Che Guevara - Hitler«, »Hoch die internationalsozialistische Solidarität« und »Rindermörder Israel« wurden sowohl die Grenzen der Aufklärung als auch die Bereitschaft zum Rückfall in die Barbarei unmissverständlich unter Beweis gestellt. Einer Genossin wurden hundert Peitschenhiebe angedroht, sollte sie die Brigittenstraße erneut ohne Kopftuch betreten.

Kritimaximierung = Claude Lanzmann

Ein Ruck ging seitdem durch die Medien. Von der BILD über die jungle world bis zur französischen »Le Monde« - alle waren betroffen, fraßen uns aus der Hand und übernahmen unsere in Nuancen leicht modifizierte, polit-moralisch jedoch eindeutig noch zu rechtfertigende Sicht der Dinge. Die deutsche Öffentlichkeit schreit auf, wenn sie hört, dass in Deutschland »Judenschweine« gerufen wurde. Wie und warum genau sie das tut, ist eine komplett zu vernachlässigende Frage. Ob es wahr ist, dass – wie wir es behaupten - »Judenschweine« gerufen wurde, ist dabei ebenso absolut irrelevant. Wichtig ist: Es hat funktioniert! Sogar Genossen, die am Tag vor Ort waren und wissen, dass es nicht gerufen wurde, glauben es heute fast.

Dabei ist hinlänglich bekannt: Claude Lanzmann selbst hat die Gruppe Kritikmaximierung gegründet und nach seiner einstigen Résistance-Kampfgruppe benannt. Die Entstehung der preisgekrönten Dokumentation »Shoah« ist maßgeblich Kritikmaximierung Hamburg zu verdanken. Claude Lanzmann und die Gruppe Kritikmaximierung also auseinanderhalten zu wollen, als ginge es hier um Nichtidentisches, oder zu behaupten, deutsche Philosemiten würden einen Holocaustüberlebenden mit der Lüge erschrecken, es sei bei der indirekten Verhinderung seines Films »Judenschweine« gerufen worden, ist schlicht und ergreifend antijüdischer Wahn.

Nicht Kritikmaximierung, das Phänomen der Unifizierung der Hamburger Antideutschen aller Couleur war Ziel des Angriffs! Von vorhergegangenen Auseinandersetzungen zwischen Antideutschen und deren Kritikern wissen wir nichts. Auf Claude Lanzmann als Juden hatten die linken Nazis es abgesehen.

Die Bekundungen der »B5«, das Rufen von »Schwuchteln« oder »Judenschweine« würde bei ihnen nicht toleriert werden, sind daher schlicht offenkundige Versuche, den irrationalen Hass auf Juden in eine rationale Aktion gegen eine missliebige politische Strömung umzulügen. Dahinter verbirgt sich nichts geringeres als der notdürftig umlackierte Marxismus-Djihadismus der dummen Kerls, der – wird er nicht aufgehalten – im antiimperialistischen Pogrom zu sich selbst zu kommen trachtet.

United we stand

Wir haben jedoch auch viel Zuspruch und Solidarisierungen erhalten. So wusste Wolfgang Seibert von der jüdischen Gemeinde Pinneberg als erster zu verkünden, dass die antiimperialistischen Angreifer »durchaus als Mitläufer und Handlanger der Neonazis bezeichnet werden können«. Die Rheinische Post entlarvte die Attentäter knallhart als »antisemitische Antifa«, die »in diesem Vorgehen gegen die Meinungsfreiheit an die nationalsozialistischen Kinoblockaden und Bücherverbrennungen erinnern« würde. Jungle World und redok.de wussten den Übergriff mit »Intifada im Hinterhof«, bzw. »Seht nicht beim Juden« historisch treffsicher auf den Begriff zu bringen und sogar Alan Posener wollte Claude Lanzmann in der Welt zurufen: »Courage! Wir sind das Volk, nicht sie.«

Diesen Appell zur nationalen Imagepflege und Läuterung hat auch das Plenum der Roten Flora endlich vernommen: »In Deutschland kann und darf es keine derartigen antisemitischen Verhinderungen von Filmvorführungen geben!«
Zwar ist unseren verkniffenen Genossen die lustbejahende, Schmuddelfilm gewordene Porno-Bastion gegen die Ausbreitung der Scharia, die im »B-Movie« vor einiger Zeit zu sehen war, noch nicht so ganz geheuer. Aber wenn es darum geht, angesagte Ismen hart zu dehnen und das begierige Arbeiten an der langen Kapitalismuskritik endlich in praktisches Handeln zu überführen, drücken gern mal ein Auge zu und lassen einen gerade sein. Wir haben's kommen sehen. Bei Sexismus ist ja auch weniger die Frage, ob bzw. wie er geäußert wird – sondern von wem.

Die Seite der Barbarei

Es ist offensichtlich, wie sehr das Verhindern eines Lanzmann-Filmes durch Antiimperialisten den Aktionen der SA in den Dreißigern ähnelt.

Nicht nur, dass auch die SA regelmäßig mit Holz- und Pappgewehren israelische Checkpoints nachstellte um antideutsche Veranstaltungen zu blockieren und dabei »Nazis raus« rief. Dass sich auch in den internationalistischen Zentren der SA neben linken Solidaritätsorganisationen und Antirep-Gruppen ebenso migrantische Netzwerke trafen, die sich gegen die Abschiebung ihrer Angehörigen zur Wehr setzten, wäre ebenfalls zu erwähnen - auch Hitler war ja österreichischer Arbeitsmigrant! Unvergessen neben den Film-Verhinderungen der SA auch ihre Film-Vorführungen: Genau wie in Hamburgs »B5« standen beim historischen Vorläufer in regelmäßigem Turnus Filme über die imperialistischen Kriege Deutschlands, restriktive Asylpolitik oder Repressionen gegen Linke auf dem Spielplan. Von den Mumia Abu-Jamal-Soligruppen der SA will man in der »B5« ebenfalls noch nie gehört haben.

Zwar singt man auf St. Pauli noch nicht das Horst-Wessel-Lied, sondern tarnt sich perfide mit der Internationale – aber Antifa heißt Angriff und Zweifel ist Appeasement: Währet den Anfängen!

Es ist in diesem Sinne ein absolutes No-Go:

* dass es noch immer Linke gibt, die deutschen Täterenkeln absprechen wollen, für die Juden dieser Welt sprechen zu dürfen
* dass uns Linke vorwerfen, Claude Lanzmanns Vergangenheit, Angst und Empörung für unsere Zwecke zu nutzen
* dass ein Kino sich dafür rechtferigen soll, bewusst und aktiv mit Antideutschen zusammenzuarbeiten
* dass Linke meinen, antizionisierter Hass auf Juden und unsere so reflexhaft eingeforderte wie begriffslose Israelsolidarität wären bloß zwei Seiten der selben deutschen Medaille
* dass es in der Schanze noch immer Linke gibt, die Nike nicht von Carhartt unterscheiden können und im popkulturell-konsumistischen Lebensentwurf nur den Kniefall vor dem Bestehenden sehen
* dass die neue Egotronic-Scheibe so lange auf sich warten lässt!

[...]  http://b-g-h-u.blog.de/


AutorIn: Bündnis gegen Hamburger Unzumutbarkeiten | Web:: http://b-g-h-u.blog.de/
  Linke Proteste gegen Antisemitismus
09.12.2009 15:04  
Linker Antisemitismus
Wie halten wirs mit Israel, Genossen?

Einige Hamburger Linke verhindern mit Gewalt die Aufführung des Lanzmann-Films "Warum Israel" und sorgen damit für einen Skandal – auch innerhalb der Linken.

HAMBURG taz |

Andreas Blechschmidt ist immer mittendrin. Ob Studentenproteste, Schanzenfest oder Bambule-Demo, wenn Hamburger Linke auf der Straße sind, ist der 43-Jährige oft genug der Anmelder. So auch am Sonntag - und das bei einer Demonstration, bei der er sich vor zwanzig Jahren nicht hätte träumen lassen, auch nur mitzulaufen. Damals habe er als junger Autonomer, flüstert er verschmitzt, noch "Boykottiert Israel!" an Wände gesprüht.

Blechschmidt ist Sprecher der Roten Flora. Das große, mit Graffiti übersäte ehemalige Theater in der Hauptgeschäftsstraße des aufgehübschten Schanzenviertels, am Schulterblatt, ist das politisch-kulturelle Zentrum der Hamburger Linken und eines der wenigen sichtbaren Relikte, das hier an bewegte Zeiten erinnert. Die Demonstration am Sonntag wird hier beginnen. Ihr Motto: "Antisemitische Schläger unmöglich machen - Auch Linke!"
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Anlass ist der Vorfall am 25. Oktober, als die Vorführung des Films "Warum Israel" des Regisseurs Claude Lanzmann im Kino "B-Movie" gewalttätig verhindert wurde. Kinobesuchern wurde ins Gesicht geschlagen, sie sollen als "Judenschweine" beschimpft worden sein. Die Täter: Linke. Genauer: Leute aus dem "Internationalen Zentrum B5" in der Brigittenstraße 5, nur wenige Meter vom Kino im Viertel St. Pauli entfernt.

Seit Lanzmann in einem Interview erklärte, dass nie zuvor irgendwo die Aufführung eines Filmes von ihm verhindert worden sei, sorgt der Vorfall nicht nur in Hamburg für Empörung. Den Demonstrationsaufruf haben neben etlichen linken Gruppen auch Akademiker wie Micha Brumlik und Norbert Finzsch oder Popbands wie Tocotronic und Superpunk unterzeichnet. Noch mehr Unterstützer findet die Erklärung "Es darf keine antisemitische Filmzensur in Hamburg geben", darunter Cem Özdemir, Franziska Drohsel, Detlef Claussen, das Hamburger Institut für Sozialforschung und der Musikclub "Uebel & Gefährlich", der den Film im Januar in Anwesenheit des Regisseurs zeigen will.

Der Regisseur: Claude Lanzmann wurde mit dem neunstündigen Dokumentarfilm "Shoah" (1985) berühmt. Der heute 83-Jährige war Kämpfer der Résistance. Im Interview mit der taz erklärte er, sein Film "Tsahal" (1994) beantworte die Frage, warum die Armee Israels mit anderen Augen betrachtet werden müsse als andere Armeen.

Der Film: "Warum Israel" (1972) ist Lanzmanns Debüt. In dem Film fragt der Regisseur Israelis - Intellektuelle, Polizisten, Dockarbeiter und Gefängnisinsassen – nach ihren Gründen, in Israel zu leben. "Warum Israel" ist seit 2008 auf DVD erhältlich.

"Es ist das erste Mal, dass sich eine solche Initiative gegen antisemitische Übergriffe von links gebildet hat", sagt Andreas Benl von der Hamburger Studienbibliothek, Mitinitiator der Demo. Dabei ist dieser Übergriff nicht der erste seiner Art aus dem Umfeld der B5. Und es ist nicht das erste Mal, dass die Hamburger Linke über ihr Verhältnis zu Israel diskutiert.

Der erste Streit tobte Ende der Achtzigerjahre, ausgelöst von einer Demonstration zur ersten Intifada, die der damals in Hamburg einflussreiche Kommunistische Bund (KB) als zu einseitig kritisierte. Und von der Wandmalerei an einem der besetzten Häuser in der Hafenstraße in St. Pauli, die in haushohen Lettern zum Boykott Israels aufrief.

Zwanzig Jahre später vor der Hafenstraße 108: Von dem Wandbild ist längst nichts mehr zu sehen, 1988 ließ der Senat es übermalen. Eine Mittvierzigern mit Dreadlocks und einem Pappkarton mit Lebensmitteln unterm Arm rollt mit den Augen: "Hätte es dieses Wandbild nur nicht gegeben, dann würden nicht immer wieder Leute danach fragen", lacht sie. Ob sie auf dem Plenum über den jüngsten Hamburger Antisemitismus-Streit diskutiert haben? "Wir reden nicht mehr so viel über Politik, mehr über Miete und so. Aber jetzt, wo dus sagst: Da hätten wir mal drüber reden sollen." Eine andere Bewohnerin, die damals schon dabei war, sagt: "Wir haben es uns damals mit dem Antisemitismusvorwurf sehr einfach gemacht. Die Antisemiten waren für uns nur die Nazis."

Karl-Heinz Dellwo hat die Debatten um die Hafenstraße nur aus seiner Zelle in Celle verfolgt, wo er wegen seiner Beteiligung an der Geiselnahme in der deutschen Botschaft in Stockholm 1975 seine zweifach lebenslängliche Strafe absaß. Das ehemalige RAF-Mitglied ist heute Filmemacher und hat sein Büro im Schanzenviertel. "Einen Film zu verhindern heißt ihn zu vernichten, und einen jüdischen Film zu verhindern heißt einen jüdischen Film zu vernichten", sagt der 57-Jährige. Er findet Sartres Überlegungen zur Judenfrage wichtig. "Wer den Juden ihren Ort, Israel, in der Welt streitig macht, erklärt, dass sie nicht zu ihr gehören sollen", sagt er bestimmt. Die B5 mache auf ihn den Eindruck eines "politischen Altersheims mit Katakombenmentalität".

Wer sich mit diesen Leuten unterhalten will, muss tatsächlich in Katakomben steigen. Genauer: In den Keller der B5. Hier trifft sich die Gruppe Sozialistische Linke (SOL), die maßgeblich an der Verhinderung der Filmvorführung beteiligt war. Ein Mann in den Fünfzigern mit langem grauen Zopf sagt zu den SOL-Aktivisten: "Eure Aktion fand ich ja nicht so gut. Lanzmann ist zwar Zionist, aber trotzdem." Offensichtlich kennt man sich, will diese Diskussion aber lieber untereinander führen.

Ein Aktivist von SOL - Ende zwanzig, schwarzer Kapuzenpullover mit der Aufschrift "Antikapitalismus", meint: "Es gibt in Palästina Leute, die alle Juden töten wollen, und es gibt zionistische Kräfte, die einen Staat von Nordafrika bis zur Türkei wollen." An einer Wand hängt ein Palästinenserschal, zurechtgeschnitten in der Form des israelischen Staatsgebietes einschließlich der Palästinensergebiete. Der junge Mann fährt fort: "Uns ging es nicht um den Film, sondern um die Gruppe ,Kritikmaximierung', die den Film zeigen wollte. Dieser Gruppe geht es nicht um Israel, die wollen uns provozieren." Heute Abend will SOL selbst den Film zeigen. "Nicht weil Lanzmann etwas gesagt hat, sondern weil wir ihn zeigen wollen."

Martin Schnitzer, Sprecher des Kinos B-Movie, das am kommenden Sonntag zum zweiten Mal versucht, den Film vor ausverkauftem Haus zu zeigen, kann darüber nur lachen: "Auf dem Flugblatt der B5, das sie vor Ort verteilt haben, wird der Film als zionistischer Propagandafilm bezeichnet."

Für die Gruppe "Kritikmaximierung", eine Handvoll junger Intellektueller, die sich in den Räumen des freien Radios FSK treffen, ist klar, warum sie so ein Hassobjekt sind: "Dass solche Leute uns der antideutschen Zersetzungsarbeit bezichtigen, gehört zu deren wahnhaften Momenten ihres Weltbildes, das sich immer zeigt, egal ob es um Israel oder die USA geht," sagt ein Mittzwanziger. Aus dem Umfeld der B5 würde man sie als "Partyzionisten" beschimpfen, fügt er lachend hinzu. Er scheint ein bisschen stolz darauf zu sein.

Auf die Unterstützung der als Zentralorgan der Antideutschen verschrienen Berliner Zeitschrift Bahamas müssen sie am Sonntag übrigens verzichten. Begründung: Die falsche Präposition. Anders als im Demonstrationsaufruf formuliert, sei "Warum Israel" kein Film zu Israel, sondern einer für Israel.

Dabei sind Stimmen für Israel in der Hamburger Linken keine kleine Minderheit; mit der "Karo Ecke" gibt es sogar eine Bar, in der die Fahne mit dem Davidstern an der Wand hängt und die sich selbst als "antideutsche Kneipe" bezeichnet. Doch ganz so selbstverständlich toleriert wird diese Haltung nicht: "Ich krieg hin und wieder mal Drohungen, dass mir die Fenster eingeschmissen werden", erzählt die Wirtin, die ehemalige DJ Luka Skywalker. Auch Lars Quadfasel von der Hamburger Studienbibliothek sieht ein Aggressionspotenzial unter den linken Antizionisten: "Die haben eine geringe Affektkontrolle." Er weiß, wovon er spricht: Drei Tage nach dem Vorfall vor dem Kino wurde ihm auf einem U-Bahnhof ins Gesicht geschlagen.

Thomas Ebermann, 58, Mitgründer der Grünen und 1987/88 Abgeordneter im Bundestag, betrachtet diese Leute aus der B5 dennoch als Randfiguren. "Wenn ich denen in der Fußgängerzone begegne, weil die da Material auslegen, geh ich an denen vorbei wie an den Zeugen Jehovas." Ebermann, in den Siebzigerjahren einer der Wortführer des KB, verteidigt im Rauchabteil des Schanzen-Bäckers seine frühere internationalistische Kritik. So blöd, wie manche sie heute darstellen würden, seien sie damals nicht gewesen. Und sie hätten sich nicht wie die Antiimperialisten von heute blind mit jeder Bewegung in der Dritten Welt solidarisiert: "Wir haben in den Befreiungsbewegungen Mosambiks sehr wohl nach Sozialrevolutionärem gesucht und mit roten Wangen darüber diskutiert, wie viel recht Rosa Luxemburg in ihren antinationalen Schriften hatte."

Christiane Schneider, 61, hielt länger als Ebermann am antiimperialistischen Weltbild fest. Über diverse K-Gruppen fand sie den Weg zur Linkspartei, deren stellvertretende Fraktionssprecherin in der Hamburger Bürgerschaft sie heute ist. Im roten Rollkragenpulli sitzt sie im Fraktionsbüro am Domplatz und erzählt, warum sie öffentlich gegen Verhinderung der Filmvorführung protestiert hat. Auf der Homepage des Hamburger Landesverbandes sei ein Pamphlet veröffentlicht worden, das die Gewalt gegen die Kinobesucher gerechtfertigt habe. "Da war in einem menschenverachtenden Jargon von ,Backpfeifen' und einer ,milden und besonnenen Reaktion' die Rede. Etliche Leute haben mir dann gesagt, dass sie meine Stellungnahme schon okay fanden, aber dass ich auch Israel hätte kritisieren sollen."

Nur eine halbe S-Bahn-Stunde, aber eine gefühlte halbe Welt vom Schanzenviertel entfernt liegt Pinneberg, von wo aus Wolfgang Seibert diese Vorgänge verfolgt. Seibert ist 62 Jahre alt und Vorsitzender der kleinen Jüdischen Gemeinde, die in einem der typischen Pinnerberger Reihenhäuser residiert. Der kleine, grauhaarige Mann mit Brille und Bauchansatz erzählt heiter von seiner Zeit beim Frankfurter SDS und bei der DKP, wo er wegen "bürgerlichem Anarchismus" rausflog. Genüsslich zieht er an seiner Zigarette, ehe er ernst wird: "Der Antizionismus schlug immer mehr in Antisemitismus um", erzählt er, irgendwann in den Siebzigern, inzwischen bei den Spontis, habe er es sattgehabt. "Ich war selber strammer Antizionist, aber dass der Staat Israel existieren musste, davon war ich überzeugt. Mein anarchistischer Großvater, der Auschwitz überlebt hatte, hat mich zusammengestaucht und mir klargemacht, welche Bedeutung Israel für die Juden hat."

Resigniert verabschiedet sich Seibert aus der Politik. Später beginnt er sich mit dem Judentum zu beschäftigen und entdeckt darin Elemente von Befreiung und Gerechtigkeit. 30 Jahre lang interessiert er sich kein bisschen mehr für die Linken. Bis letztes Jahr, als Neonazis am 1. Mai in Hamburg demonstrieren wollen und er sich nach langem Zögern dazu durchringt, zur Gegendemonstration zu gehen. Er nimmt eine Israel-Fahne mit und wird deswegen von Teilnehmern angepöbelt. "Doch dann kamen zwei Leute aus dem Schwarzen Block und sagten denen, dass sie sich verdrücken sollen. Ich könne selbstverständlich mit meiner Fahne mitlaufen und zwar in der ersten Reihe. Da war ich baff. Verdammt, dachte ich, bei den radikalen Linken hat sich aber was geändert."

VON DORIS AKRAP

 http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/wie-halten-wirs-mit-israel-genossen/


AutorIn: Antifa Züri
  False Flag Happening für Judenhasser
11.12.2009 00:23  
Shosanna Dreyfus & Sgt. Donny Donowitz

False Flag Happening für Judenhasser oder wie man den Bock zum Gärtner macht

Ein obskures Bündnis aus so genannten "Linkssozialisten" (SoL) und der israelfeindlichen B5-Szene inszenierte am 09.12.2009 eine gefakte Veranstaltung, um den Film "Warum Israel" des antifaschistischen Regisseurs Claude Lanzmann einem judenhassenden Mob zum Fraß vorzuwerfen.

 http://www.sol-hh.de/
 http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=7794&Itemid=252#JOSC_TOP

Etwa 35 dümmliche Israelbasher und lupenreine Antisemiten, die intellektuell kaum das Wasser halten können, aber dessen ungeachtet glauben, sich mit Lanzmann auf einem Bildungs-Level zu befinden, quakten danach fröhlich-verquer jede Menge "antizionistischen" Schwachfug im Rahmen einer "kritischen Würdigung" des Films.
Die im Vorfeld stattgefundene, als "politische Positionierung" mehr schlecht als recht getarnte, Diffamierung israelsolidarischer Linker sollte darüber hinwegtäuschen, dass es gerade die selbsternannten "Antizionisten" sind, die eine erneute "Judenselektion" offensiv praktizieren.

 http://b-g-h-u.blog.de/2009/12/03/antisemitische-schlaeger-unmoeglich-linke-7507043/comment_ID/11691000/comment_level/1/

Am besten lässt sich die ganze Verlogenheit dieser Mischpoke an folgendem Statement aus der Ankündigung des Spektakels ablesen.
"Rassisten und Antisemiten sind - wie gewöhnlich - von der Teilnahme an Veranstaltungen in der B5 ausgeschlossen."
Na klar doch, bis auf die Rassisten und Antisemiten der B5-Szene.
Die ganze Veranstaltung war deren grosse Vernebelungsaktion, um vom gewaltätigen und antidemokratischen Kern ihrer antisemitischen Klientel abzulenken. Da kann Mensch mal wieder sehen, wie verzweifelt diese unappetitlichen Gestalten in Wirklichkeit sind.
Die echte Wiederaufführung findet natürlich weiterhin am 13.12.2009 um 16.00 Uhr im Kino B-Movie statt und wird von einem breiten linken Bündnis getragen!

 http://b-g-h-u.blogspot.com/

Deshalb gilt gerade jetzt und hier:
Die Umtriebe aller Antisemiten von rechts UND links öffentlich machen!
Am 13.12.2009 in Hamburg Solidarität mit Israel zeigen!


AutorIn: A.Bundy
  hallo "dabeigewesen"
15.12.2009 19:22  
Du irrst (oder lügst), wenn du behauptest, es sei am 25.10. nicht "Judenschweine" von den Leuten aus dem B5 Umfeld gerufen worden.

auchdabeigewesen

P.S. Warum die Typen es jetzt leugnen? Weil sie schon immer gelogen haben und weil sie "Judenschweine" zu rufen eben gar nicht so schlimm finden.


AutorIn: auchdabeigewesen
 :: Nicht inhaltliche Ergänzungen :
  1. zum glück — zürcher
  2. psyche — rudi
  3. bizarr, traurig — united?
  4. Antideutsche sind nicht links - sondern reaktionär! — egal
  5. Raus mit diesem Kack! — NO nation!
  6. Solidarität — mafalda
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