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 :: Die Konsequenz des Veganismus ::
 Themen | Pressearchiv 15-08-2009 13:25
AutorIn : Huesohn der Tierliesser
Gerne wird von Veganern behauptet, dass eine Ernährung ohne tierische Produkte möglich sei. Dies ist natürlich vollkommen richtig, da (wie in einem weiter unten publizierten Beitrag beschrieben) der technologische Fortschritt die totalsynthese des für den Menschen essentiellen Vitamin B12 ermöglicht wurde. Die Frage ist nun aber, wodurch dieser technologische Fortschritt möglich wurde und was dies für konsequenzen für Veganer hat.
Vitamin 12 kann vom Menschen nicht ausreichend körpereigen produziert werden. Auch in Pflanzen kommt das Vitamin nicht vor. Daher war der Mensch bis mitte des letzten Jahrhunderts auf tierische Produkte angewiesen, da das Vitamin durch Bakterien im Verdauungstrakt von Tieren synthesiert wird. Somit hat der Veganer eigentlich nur die Möglichkeit das Vitamin B12 pflanzlich zu sich zu nehmen, indem er ungewaschenes Grünzeug ist, bei dem die Möglichkeit besteht, dass zuvor ein Tier darüber geschissen hat und die Bakterien somit auch da ihre Arbeit tun. Wie vegan solches Gemüse dann noch ist, will ich nun nicht diskutieren, da es im Prinzip ja auch mit tierischem Produkt "beschichtet" (oder eben beschissen) ist. Ob dies für die Qualität einer wirklich natürlichen veganen Küche spricht, mag ich zudem zu auch in Frage zu stellen.
Daher ist die einzige scheinbar vegane Möglichkeit, dass (wie in einem Beitrag weiter unten beschrieben) "dank technologischem Fortschritt" synthetisierbare Vitamin B12 zu sich zu nehmen.
Schauen wir uns das Vitamin B12 und diesen technologischen Fortschritt doch mal genauer an. Vitamin B12 gilt für Chemiker als eines der komplexesten jemals totalsynthetisierten Moleküle der Welt. Es ist also nicht so, dass man dieses Vitamin mal einfach so ohne weitere in der Küche in einer Eintopfreaktion herstellen kann. Bei Betrachtung des Moleküls wird einem schnell klar, dass zur Synthese eines solch komplexen Moleküls auch eine sehr komplexe Vielzahl an Technologien und Geräten notwendig ist. Nun gibt es natürlich ein Gebilde in der heutigen Gesellschaft, das diese Komplexität aufweist und es sich zur Aufgabe gemacht hat eben solche komplexe Moleküle zu synthetsieren. Wir nennen dieses Gebilde hier mal einfach "Pharmaindustrie".
Nun ist es umso erstaunlicher, dass die Veganer nun eben diesen ständig ans Bein pissen, da diese ihnen ja (wie sie selber sagen) die vegane Ernährung erst ermöglichen. Es stellt sich zudem auch die Frage, wie vegan synthetisiertes Vitamin B12 ist, da ja eben diese Pharmaindustrie zur Sicherstellung der Produktesicherheit und insbesondere auch zur Sicherstellung der Sicherheit der Arbeitnehmer Tierversuche durchführt. Für die Synthese eines solch komplexen Moleküls sind eine Vielzahl von Rohstoffen nötig. Der Forscher wie auch der Arbeiter sind auf Daten zur Physiologie dieser Rohstoffe angewiesen, damit sie keine Schäden durch den Umgang mit diesen Rohstoffen davon tragen. Damit man dazu sichere Daten erlangt, sind Tierversuche schlicht und einfach notwendig. Ein anderer Aspekt ist auch die Sicherheit der Umwelt. Früher pflegte die z.B. die basler Chemie alle Abfälle einfach in den Rhein einzuleiten. Die Folge waren ein farbiger Rhein, Ausschläge nach dem Baden und nicht zuletzt auch das Fischsterben. Glücklicherweise ist auch hier ein technologischer Fortschritt geschehen. So werden die Abwässer heute gereinigt und es werden Grenzwerte für Stoffe festgelegt, die in den Rhein gelangen. Dies Festlegung dieser Grenzwerte geschieht natürlich (wie sollte es auch anders sein) über den Tierversuch am z.B. am Fisch selber. Aufgrund solcher Tierversuche verzichtet die Pharma heutzutage auf gewisse Chemikalien, da klar wurde, dass diese in der Umwelt enorme Schäden anrichten und nicht (oder kaum) abgebaut werden.
Aufgrund der oben genannten Tatsachen schiesst sich jeder Veganer, der auf die Möglichkeit veganer Ernährung dank technologischem Fortschritt hinweisst ins eigene Bein. Es ist schlicht und einfach ein Witz die Errungenschaften diese technologischen Fortschritts zu preisen und Gleichzeitig die Methoden dieses Fortschritts zu bekämpfen.

Schlussendlich möchte ich nebenbei darauf hinweisen, dass es wirklich gute Gründe gibt dem Vasella die Bude abzufackeln. Ein Mensch der 40 Mio. SFr. pro Jahr abzügelt ist ein komplettes Arschloch und hat dadurch auch ein gewisses Risiko verdient, dass ihm die Leute an die Gurgel wollen. Dank den ach so tollen Veganer-Mächtegernanarchisten hat die Vaseline nun aber noch das Mitleid der Leute (z.B. Blickleser) bekommen, die ihn eigentlich noch bis vor kurzem auch als Arschloch gesehen haben. Insofern ist die öffentliche Diskussion um seinen Lohn vorerst gestorben und man hat lieber Mitleid mit dem armen Opfer der Tierterroristen... Saubere Arbeit! Wie immer von A-Z durchdacht...



 :: 7 Inhaltliche Ergänzungen : > Ergänze diesen Artikel (.onion )
  "recherche"
15.08.2009 21:04  
"Obwohl frische Pflanzenprodukte keine Cobalamine enthalten, entsteht Vitamin B12 durch Milchsäuregärung in auf diese Weise konserviertem Gemüse.[12] Bekannte milchsaure Gemüseprodukte sind Sauerkraut, saure Bohnen (auch Salzbohnen genannt), Salzgurken oder Oliven. Ein weiterer pflanzlicher Vitamin B12 – Lieferant sind Algen (z.B. Spirulina, Chlorella und AFA). Durch diese Lebensmittel ist es auch jenen Menschen möglich sich ausreichend mit Vitamin B12 zu versorgen, die keine tierischen Produkte konsumieren.[13][14][15]Leguminosen – wie etwa Erbsen, Bohnen, Lupinen oder auch Zingiberales wie Ingwer – leben in Symbiose mit Knöllchenbakterien, welche ebenfalls Cobalamine produzieren. Daher besitzen diese Pflanzen einen – wenn auch geringen – Gehalt an B12-Coenzymen.[16] Auch einige Speisepilze, insbesondere der Champignon, sollen Vitamin B12 aufweisen."

nur wiki und copy paste, aber sieht vertrauenswürdig aus oder? ausserdem funktionierts nach eigener erfahrung ...

"recherche" anstelle von polemik... danke

 http://de.wikipedia.org/wiki/Cobalamine


AutorIn: ich
  keine Ahnung...
15.08.2009 22:42  
... aber Maul aufreissen...

Der Autor dieses polemischen Artikels suggeriert, dass B12 chemisch synthetisiert wird. Dabei ist ihm anscheinbar bekannt, dass diese Substanz von Mikroorganismen produziert wird.
Nun überlegen wir mal; was ist leichter? Chemische Synthese oder biotechnologische Produktion durch bakterielle Enzyme?
Richtig... es ist einfacher B12 biotechnologisch herzustellen...
Die dabei verwendeten Verfahren sind prinzipiell diesselben, wie die, die z.B. bei der Produktion von Citronensäure zur Anwendung kommen. Geht problemlos...

Des Weiteren meine ich, dass der Autor den Sinn einer veganen Lebensweise nicht verstanden hat... es ist m.E. unzweifelhaft, dass der Mensch, um überleben zu können, anderen Lebewesen schadet und Leid verursacht.
Dennoch halte ich die vegane Lebensweise für erstrebenswert, da weniger Leid verursacht wird. Argumentationen a la "Auch Veganer schaden Lebewesen, deshalb ist Veganismus doof." laufen auf das Muster "Ich kann es nicht perfekt machen, deshalb fange ich gar nicht erst an" heraus. Und das ist, denke ich, falsch. Veganismus ist der Anfang eines Prozesses... eines Prozesses, der uns hoffentlich zu einer fairen Welt führt... deshalb fordere ich, dass wir uns diesem Prozess stellen und ihn in Angriff nehmen, und nicht nur tatenlos rumsitzen!

Btw. ich selbst kann mich nicht für Späße wie "Lass uns die Gräber von Vasella's Verwandten schänden..." begeistern, da ich solche Sachen für a) wenig zielführend halte, es b) vermutlich lohnendere Ziele geben würde und c) diese Art von psychischer Gewalt für mich auch keine Art von Notwehr darstellt und somit abzulehnen ist. Nur die Ansicht, dass die Meinung von "Blick"-LeserInnen zu einer Aktion für die Bewertung dieser relevant sein soll, halte ich für ein Armutszeugnis... einmal ganz davon abgesehen, dass der "Blick" wohl auch nicht gerade allzu positiv über eine beliebige andere Aktion schreiben würde...

Na ja...
Was mich aber hierbei immer wieder traurig stimmt, ist die Tatsache, dass sich "Linke", die sich selbst wohl als "emanzipatorisch" oder was auch immer sehen, mit den haarsträubendsten Argumenten gegen Veganismus wenden... und dass nur, weil sie meinen, dadurch eingeschränkt zu werden...
Ich befürchte - und hier kommt mein pauschalisierter Angriff auf die sog. "Linke" - dass sich diese im Prinzip einen scheißdreck um andere kümmert... "Politik" und "Widerstand" sind nur noch Selbstzweck und dienen der Selbststilisierung, das eigene Selbst, das "Ego", steht im Mittelpunkt... mensch ist ja so cool, wenn's mal wieder "krasse Action" gegen die "Bullen" und den "Schweinestaat" gab... aber mensch ist nicht bereit, im Privatleben, wenn's niemand sonst mehr mitbekommt, für die berechtigten Interessen anderer, für das Lebensrecht von nichtmenschlichen Individuen, sich selbst etwas zurückzunehmen...
Und genau das, sich selbst nicht in den Mittelpunkt zu stellen und ein bisschen (aber absolut ertragbar) Verzicht zu üben, fordert der Veganismus und wird deshalb so scharf angegriffen...
Es wird eben nicht mehr auf abstrakte Gefahren geschossen, es wird das Individuum bei der eigenen Verantwortung gepackt... und genau das löst Unbehagen aus, weil mensch sich eben eingestehen muss, dass große Worte von irgendeiner zukünftigen Revolution nicht reichen, dass mensch hier und heute schon konkret handeln muss...


AutorIn: Chemiker
  böse Pharma
16.08.2009 14:56  
Das Argument des Autors, um die Tierrechtstheorie zu verwerfen ist, dass VeganerInnen angeblich die Pharmaindustrie der Tierversuche wegen anklagen und gleichzeitig von ihr verlangen Produkte zu entwickeln, die Tierversuche erfordern.

Mal ganz abgesehen davon, dass Vitamin B12 biotechnologisch hergestellt wird und mit Sicherheit nicht an Tieren getestet werden muss (da ja ein körpereigener Stoff), zeugt dieses Argument von einer sehr schlechtern Recherche.

Der Autor stellt einfach mal die Behauptung auf, dass für die Chemikaliensicherheit Tierversuche notwendig sind. Nichts ist ferner von der Realität. Hier gehts bloss darum, eine Industrie am leben zu erhalten (z. B. Tier-, Käfig-, Futterproduzenten, Labors etc.) und sich rechtlich gegen Klagen von Konsumtenten abzusichern. Keine ernstzunehmende, unabhängige Forscherin behauptet, dass durch Tierversuche die Gefahren einer Chemikalie mit Sicherheit eruiert werden können.

Hier ein Link mit unglaublich vielen Infos dazu:  http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/

TierrechtlerInnen fordern nicht, dass die Pharma aufhört Medikamente herzustellen, sie fordern bloss ethisch korrekte Forschungsmethoden.

Es ist schon unglaublich wie sich ein "Linker" hier darauf stützt, dass die Meinung der Blickleser einen Scheiss gilt und dann noch behauptet, dass uns die Pharmalobby nichts als die Wahrheit erzählt.


AutorIn: Tierrechte
  in/konsequenz
17.08.2009 11:14  
ich denke man muss aufpassen, dass man veganismus nicht zum reizwort reduziert. die stetige nennung von veganismus und der vasella-geschichte schiebt ihn in die gute alte terrorismusecke, wo seit über 120 jahren alles versorgt wird, was unliebsam ist. die ecke, in die geschoben wird, um durch die gemeinsame ausgrenzung die eigene konformität zu bestärken und so die gängigen normen zu perpetuieren, statt sie zu hinterfragen.


ist die verquickung, in diesem falle von veganismus und terrorismus, einmal etabliert, helfen auch (möglicherweise gut gemeinte weil unpolemische) aufklärerisch anmutende ansätze in artikeln wie bspw. der in der woz vom letzten donnerstag nicht viel (  http://woz.ch/artikel/2009/nr33/schweiz/18209.html). jede verbindende nennung wirkt sich konstituierend aus auf das beabsichtigte gebilde von verdrehten veganerInnen, die andere zum glück fackeln wollen.

und – zack! – ist man dann ganz schnell auf der abschussliste, wie das tolle FBI mal wieder beweist:

 http://www.fbi.gov/wanted/terrorists/tersandiego_da.htm

drum: lieber getrennte threads führen über an sich getrennte themen.

zu den brüchen, die im veganismus exisitieren, (pharmaindustrie unterstützen zB) möchte ich beifügen, dass veganismus immer aspiration bleibt. trotz eiserner konsequenz lassen sich haarrisse finden. ist das schlimm?
vielleicht ist das für einige – bezeichnenderweise vor allem karnivor lebende – lustig oder peinlich oder inkonsequent. tja. inkonsequent dünkt mich persönlich eher, ausbeutung und unterdrückung als übel zu erkennen, und dann aus hedonistischen (->"genuss") oder speziesistischen gründen ("-> tier ist nicht gleich mensch") doch nicht einmal das allerkleinste dagegen unternehmen zu wollen: den verzicht darauf nämlich.



AutorIn: f für veganer
  Ein hoch auf die Gentechnologie?
17.08.2009 19:01  
Dass das Vitamin mittlerweile biotechnologisch hergestellt wird, ist sicher eine Tatsache, da dies sicher mehr Profit verspricht. Ob es den Konsumenten gefällt, dass dazu sicherlich transgene Bakterienstämme verwendet werden ist dann wieder eine andere Sache. Wir freuen uns auf einen grün fluoreszierenden Rhein, der dank antibiotikaresistenten Bakterien schon bald genug Vitamin B12 enthalten wird, damit wir unseren B12-Tagesbedarf mit einem Schluck Rheinwasser decken können. Kommt vielleicht daher das B12 in den Algen? Und Sauerkraut bleibt halt Sauerkraut. Sicher nicht das Argument für eine vegane Ernährung.
Bier in Unmengen ist wohl die einzig akzeptable Lösung....



AutorIn: naja
  @ naja
18.08.2009 11:41  
Du vermischst da was...

Es macht keinen Sinn, die Bakterien, die B12 produzieren sollen, so zu verändern, dass ihnen Antibiotika nichts mehr ausmachen... zumal die B12-produzierenden Bakterien eben auch in der Natur vorkommen... beispielsweise im Magen von Rindern...
Von daher sehe ich darin nichts verwerfliches, diese bereits vorhandenen Bakerien zu nutzen.



AutorIn: voll egal
  so what
18.08.2009 13:17  
Dass gentechnisch veränderte Mikroorganismen zur biotechnologischen Produktion zahlreicher Stoffe verwendet werden ist seit langem Standard und in Form von Insulin, Aspartam, Ascrobinsäure, etc. nicht mehr wegdenkbar. Und das ist auch völlig in Ordnung so wenn man nicht als ignoranter Antigentech-Fundi undifferenziert durch die Welt stolpert..


AutorIn: blabla
 :: Nicht inhaltliche Ergänzung :
  1. lieber herr bürgy anarcho — mafalda
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