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 :: Hausbesetzung für ein AJZ in Solothurn ::
 Themen | Pressearchiv 15-08-2009 02:04
AutorIn : Nickname79
14.08.2009 Communique zur Hausbesetzung. Alte Drogenanlaufstelle wurde von Aktivisten/innen besetzt. Nach Jahre langem Verhandeln für ein Autonomes Jugendzentrum in Solothurn, greiffen wir durch.
Communique

Besetzung der alten Drogenanlaufstelle

Wir haben heute, den 14. August 2009, die ehemalige Drogenanlaufstelle in Solothurn besetzt. Wir sind fest entschlossen aus diesem ungenutzten Gebäude, dass der Stadt Solothurn gehörte, ein Autonomes Jugendzentrum kurz AJZ, zu machen. Seit über 2 Jahren, versuchen viele Jugendliche diese Idee zu realisieren. Man wurde von Kurt Fluri (Stadtpräsident Solothurn) abgeschoben auf die Jugendkommission. Diese fand jedoch, sie brauche Verstärkung, vom alten Spital. Und diese Kombination stellte sich jedoch dann als sehr unkompetent und unproduktiv dar und der Stadtrat ignorierte die Idee vieler engagierter Jugendlichen weiterhin gekonnt. Durch einen Zeitungsbericht vom 17. Juni 2009 im Solothurner Tagblatt erfuhren wir auf Umwegen, dass die Regionalplanung (REPLA) in Betracht zog aus dem, jetzt besetzten Haus, ein Autonomes Jugendzentrum zu machen. Jedoch rennt man immer wieder an verschlossene Türen an und das haben wir jetzt satt. Wir sind natürlich bereit zu verhandeln, sofern es sich um eine Person handelt, die auch wirklich etwas zu sagen hat und uns nicht nur ein weiteres Mal verarscht. Wir haben uns heute Abend genommen, was uns schon lange zustünde. Ein selbstverwaltetes Jugendzentrum, das nicht profitorientiert organisiert, in dem kein Konsumzwang herrscht und in dem wir und viele andere Jugendliche uns Selbstverwirklichen werden. Wir nehmen uns das Recht, einen Platz für uns zu erschaffen.

Grüsse aus dem Autonomen Jugendzentrum
 :: 15 Inhaltliche Ergänzungen : > Ergänze diesen Artikel (.onion )
  Neuste Fotos
15.08.2009 09:57  
Samstag Morgen, Grüsse aus dem neuen AJZ in Solothurn!!!!


AutorIn: nickname79
  Jupidei
15.08.2009 10:11  
Auch wir Hausgeister aus Thun erklären uns solidarisch mit den Besetzern!

Weiter so und viel Glück!

freiräumliche Grüsse aus Thun


AutorIn: Hausgeist
  Solikundgebung
16.08.2009 00:56  
Solidaritätskundgebung für das
Autonome Jugendzentrum in Solothurn!!

Sonntag 16. August 2009

16.00 Auf dem Dornacherplatz (direkt vor Besetzung)

Seit über 2 Jahren versuchen viele Jugendliche in Solothurn ein selbstverwaltetes Jugendzentrum zu realisieren. Leider mussten wir feststellen, dass man uns immer wieder abschiebt und nicht ernst nimmt. Jetzt endlich haben Jugendliche Eigeninitiative ergriffen und versucht die Behörden und Volksvertreter zum Dialog zu zwingen. Leider mussten wir trauriger weise feststellen, dass nicht einmal diese, zugegeben, etwas radikale Massnahme Wirkung zeigte. Wir wollen einen kulturellen Platz für uns!!! Wir sind die Zukunft!


AutorIn: Solikundgebung
  Unklar
18.08.2009 00:54  
Bis jetzt war eigentlich alles ok.
Die Medien berichteten, dass der Stadtrat und die Polizei in den nächsten Tagen eine Sondersitzung abhalten wollen und beraten wie es weiter geht. Unser Stapi will jedoch klar durchsetzten, dass es in Solothurn keinen Platz für ein AJZ gibt.
Aber lies es doch gleich selbst.


AutorIn: Nickname
  Werbung fürs AJZ
18.08.2009 01:02  
Heute haben wir in Solothurn Plakate mit dem Solilogo "AJZ statt Ramada" aufgehängt. Unteranderem am Ratshaus und am Landshaus.


AutorIn: Soliaktion
  Medienbericht vom 18. August 2009
18.08.2009 13:37  
Noch immer ist keine Behörde den Dialog mit uns eingegangen. Und einen Räumungsbefehr oder Ultimatum steht auch noch nicht fest. Das einzige, was bis jetzt gegangen ist, ist die Schuldzuschiebung, jenster Politiker, Kommissionen und Stadträte.


AutorIn: Nickname79
  Solothurner Tagblatt + Solothurner Zeitung
18.08.2009 15:08  
Hausbesetzer lassen sich nicht verjagen
Von Ralph Heiniger. Aktualisiert um 10:50 Uhr

Keine Entspannung an der Dornacherstrasse: Die Aktivisten wollen im besetzten Haus bleiben, die Stadt verhandelt nicht.

«Wir wollen nicht abschreckend wirken», sagen die Aktivisten: Die Vermummung würden sie tragen, um von der Polizei nicht erkannt und später bestraft zu werden.
Bild: Beat Mathys


Jugendzentrum an sich stösst nicht auf Widerstand
Pirmin Bischof, Fraktionssprecher CVP, verurteilt die Aktion: «Man kann nicht einfach ein Haus besetzen.» Solange die Besetzung andauert, komme auch kein Dialog mit den Aktivisten in Frage. «Grundsätzlich ist gegen ein Jugendzentrum in der Region nichts einzuwenden», so Bischof. Allerdings glaube er, dass die Nachfrage nach einem solchen Zentrum eher gering sei. Der CVP-Politiker betont zudem: «Ein AJZ im Sinne eines rechtsfreien Raumes ist nicht akzeptabel.»
Für SP-Präsidentin Franziska Roth ist die Besetzung nicht dramatisch: «Solange die Besetzung friedlich verläuft, sollte die Polizei nicht eingreifen», sagt sie. Und: «Kurt Fluri sollte das Gespräch mit den Hausbesetzern suchen, um eine Eskalation zu verhindern.» Im Gegenzug für einen Dialog mit dem Stadtpräsidenten sollten aber die Autonomen ihre Vermummung aufgeben, meint Roth. Auch sie verurteilt grundsätzlich die Besetzung, hat aber Verständnis für das Anliegen der Aktivisten. «Es braucht in der Region mehr Freiraum für Jugendliche. Zu lange hat sich in diesem Bereich eher wenig getan. Es zeichnet sich ab, dass die Jugendkommission und der Gemeinderat sich gemeinsam dem Anliegen annehmen müssen.»

Yves Derendinger, Parteipräsident der FdP, hat kein Verständnis für die Hausbesetzer: «Das darf nicht toleriert werden», sagt er. Dass der Stadtpräsident nicht mit den Hausbesetzern verhandelt, findet er richtig: «Ansonsten setzt man ein ganz falsches Zeichen.» Zudem habe die Stadt ja den Dialog mit den Befürwortern für ein alternatives Jugendzentrum nicht a priori verweigert und erinnert daran, dass das Anliegen auch im Gemeinderat angehört wurde. Auch er ist nicht gegen ein Jugendzentrum, betont aber, dass es in der Stadt genügend Möglichkeiten für Jugendliche gebe.

Für Brigit Wyss, Gemeinderätin der Grünen steht fest: «Die Aktivisten verscherzen sich durch die Besetzung Goodwill.» Die Stadt sollte den Besetzern einerseits ein Ultimatum setzen und gleichzeitig den Dialog suchen, meint sie. Dazu sollten auch die städtischen Fachleute, zum Beispiel die Jugendarbeiter, beigezogen werden, so Wyss.
Ein schwarz vermummter Mann auf dem Balkon, farbige Transparente an den Mauern, dies hinter einem gut gesicherten Zaun. Ein Bild, das eher an ein Kriegsgebiet erinnert, bietet sich seit Samstag in der Solothurner Vorstadt. Aktivisten haben die ehemalige Drogenanlaufstelle an der Dornacherstrasse besetzt.

«Wir warten immer noch auf eine Reaktion der Stadt», sagt ein vermummter Aktivist am Montagnachmittag. Gemeinsam mit einem Kollegen tritt er zur Gittertür, die mit einem etwa zwei Meter langen, 20 Zentimeter dicken Holzpflock gesichert ist. Nach ihrem Dialekt zu urteilen, kommen beide aus der Region. Der Hauptkern der Hausbesetzer stamme aus der Gegend, einige gehören zu jener Gruppe, die schon seit zwei Jahren für ein autonomes Jugendzentrum kämpfe, sagen sie.

«Idealer Standort»

Die beiden Aktivisten reden anständig und besonnen über ihr Anliegen. Im Inneren laufe alles ruhig und friedlich, versichern sie. Zu Sachbeschädigungen werde es nicht kommen.

«Wir hatten mehrere Sitzungen mit der Jugendkommission der Stadt und auch der Repla», sagt der eine. Das alles habe aber nichts gebracht. «Die Hausbesetzung ist eine Reaktion auf die Enttäuschung, die wir auf dem politischen Weg erfahren haben», ergänzt sein Kollege und erklärt noch einmal sein Anliegen: «Es gibt viele Jugendliche in der Region, die nur wenig Geld haben. Das Alte Spital oder das Kofmehl ist für sie einfach zu teuer. Ausserdem haben die Jugendlichen dort auch keine Möglichkeit, selbst etwas zu gestalten.»

Daher kämpfen sie jetzt für ein autonomes Jugendzentrum in der Region Solothurn, vergleichbar etwa mit dem Lakuz in Langenthal.

Ihre Ansprüche seien nicht besonders hoch: Sie hätten im Jugendzentrum gerne eine Bar, einen Konzert- und einen Proberaum und ein Atelier zum Malen und Basteln. «Und wir möchten das Zentrum selber führen dürfen.» Die ehemalige Drogenanlaufstelle sei dafür ein idealer Standort. «Wir sind aber auch für Alternativen offen und zum Dialog bereit.»

Sie hätten sich vorher überlegt, ob ihre Aktion kontraproduktiv wirken könnte, sagen die beiden. «Wir hoffen auf das Verständnis jener Leute, die sich für uns eingesetzt haben.» Man habe sie aber zu lange hingehalten und vertröstet. «Wir fühlen uns nicht ernst genommen. Wir wollen das AJZ ja nicht erst für unsere Kinder.»

Der Stadtpräsident wollte sich am Montag nicht zum Thema äussern. (Solothurner Tagblatt)
Erstellt: 18.08.2009, 10:43 Uhr

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Ist das die Ruhe vor dem Sturm?

Quelle: SZ Widerborstig: Am Sonntag hatten sich die Hausbesetzer auf den Dornacherplatz gewagt, gestern blieb ein Teil von ihnen den Tag hindurch in der ehemaligen Anlaufstelle (hinten rechts) präsent. Urs Lindt
Auch gestern prägten bunte Transparente die ehemalige Anlaufstelle an der Dornacherstrasse. Die Hausbesetzer waren kaum sichtbar, und die Polizei wie der Stadtpräsident hüllen sich in Schweigen. Doch die Forderung nach einem Autonomen Jugendzentrum (AJZ) hat eine Vorgeschichte.
Wolfgang Wagmann
Fehlanzeige sowohl bei Stadtpolizeikommandant Peter Fedeli wie auch bei Stadtpräsident Kurt Fluri: Nein, Informationen gebe es keine, «wir informieren erst, wenn etwas passiert.» Das wäre dann wohl die Zwangsräumung des am Freitagabend okkupierten Hauses an der Dornacherstrasse - hatte doch Fluri Verhandlungen höchstens «über den Auszug der Besetzer» angekündigt (vgl. gestrige Ausgabe). Gestern vormittag war kurz einer der Besetzer auf dem Balkon sichtbar gewesen, ansonsten schien auch von Besetzerseite keine Kommunikation angesagt - die Gittertüre war mittags verriegelt und mit einem massiven Holzbalken zusätzlich von innen gesichert. Und an der Fassade leuchteten auf Leintüchtern Parolen wie «ein Problem löst sich nicht, wenn ihr es ignoriert» oder «mehr als ein Nüt war von Kurt Fluri nicht zu erwarten».
Für Asylbewerber bestimmt
Dass die Anlaufstelle zum geforderten Autonomen Jugendzentrum (AJZ) wird, wie die Gruppierung der Autonomen FreiraumBewegung (AFB) hofft und dies mit der Besetzung durchsetzen will, dafür gibt es keine Anzeichen. Im Gegenteil: Urs Bentz, Leiter Soziale Dienste der Stadt, sieht für das seit der «Adler»-Inbetriebnahme leerstehende Haus einen ganz anderen Verwendungszweck. «Bis eine Neuüberbauung wie Perron 1 entlang den SBB-Geleisen kommt und der Abbruch des Gebäudes erfolgt, möchten wir es für die Unterbringung von Asylbewerbern nutzen. Das macht für uns echt Sinn.» Denn gemäss Bentz sei die Stadt verpflichtet, weitere Asylbewerber aufzunehmen, ansonsten koste dies viel Geld. So gesehen sei der Besitz von Häusern wie an der Dornacherstrasse «vernünftig» - dort will man in der ehemaligen Anlaufstelle acht bis neun Asylbewerber unterbringen. «Dies ist konkret so vorgesehen», bestätigt Bentz die Absichten der Stadt. Im übrigen sei das Thema AJZ bei der Jugendkommission angesiedelt, die Sozialen Dienste befassten sich aktuell nicht damit.
Nicht da, um ein Haus zu suchen
«Seit Monaten herrscht in dieser Sache Funkstille», erklärte gestern Marco Lupi, Präsident der städtischen Jugendkommission zur Thematik, die von einigen Jugendlichen aus der Region im Januar 2008 aufs Tapet gebracht worden war. Zuerst nannte sich die Gruppierung Alternative Bewegung Solothurn (ABS) und versuchte mit Demonstrationen, einem Spontanbesuch im Gemeinderat oder der Teilnahme an einem Podiumsgespräch im Kofmehl Ende Februar ihre Anliegen nach einem Freiraum ohne Konsumzwang zu formulieren. «Wir sind mehrmals mit ihnen zusammengesessen und es sind immer die drei, vier gleichen Leute von ihnen gekommen», erinnerte sich Lupi. Die Anlaufstelle als AJZ sei damals damals zwar gefordert worden, «aber wir hatten damit nichts zu tun.»
Die Gespräche wurden auch von der städtischen Jugendarbeiterin Barbara Kläsi begleitet, doch verliefen sie allesamt im Sand. Marco Lupi: «Unser Job war es nicht, ihnen ein Haus zu suchen, sondern zu vermitteln, falls sie ein passendes Objekt in Aussicht hätten.» Die Stadt verfüge auch nicht über Häuser für ein solches Vorhaben wie ein autonomes Jugendzentrum, glaubt der Kommissionspräsident. Doch habe er habe gespürt, dass die Jugendlichen enttäuscht gewesen seien, und sich nicht ernst genommen gefühlt hätten - «ich verstehe, dass das Ganze für sie eine frustrierende Angelegenheit ist», so Lupi.
Kein Auftrag für die Repla
Im Verlauf des Sommers hatte auch ein Mail-Kontakt zwischen der AFB und dem Präsidenten der Regionalplanungsgruppe Solothurn und Umgebung, Johannes Friedli, bestanden. Die AFB hatte im Juni eine Aussage Friedlis dahingehend interpretiert, dass er ein Autonomes Jugendzentrum in der ehemaligen Anlaufstelle sehe. «Das war bei uns noch nie ein Thema», erklärte Friedli dazu gestern. Darüber könne man nur reden, wenn die Stadt und die Gemeinden einen konkreten Antrag an die Repla stellten. Diese habe deshalb kein Recht, sich einzumischen, betonte Friedli weiter. Auch den Tipp, sich mit ihren Anliegen an die Kulturfabrik Kofmehl und den kantonalen Jugendbeauftragten Marcus Casutt zu wenden, hatten die Jugendlichen abgelehnt. Vor den Ferien brach Friedli den Kontakt ab, nicht zuletzt «weil die Leute nur Forderungen stellten und dabei noch anonym bleiben wollten.»

Quelle: Solothurner Zeitung


AutorIn: Nickname79
  Klarstellung
18.08.2009 15:31  
Klarstellung zu den Zeitungsberichten vom 18. August 2009


Vorweg müssen wir erst mal sagen, dass wir sehr enttäuscht sind in mehrerer Hinsicht. Die Stadt Solothurn, will lieber hässliche, quadratische, nennen wir es mal „Gebäude“, bauen anstatt die alten Häuser dieser so wunderschönen Stadt zu erhalten. Zweitens ist es ein Armutszeugnis, wenn, und da kommen wir auf Herrn Bentz zu sprechen, Solothurn nur Asylbewerber aufnimmt um keine Strafe zahlen zu müssen!

So und nun zu Herrn Lupi, Frau Kläsi und der Jugendkommission. Die Alternative Bewegung Solothurn, ABS, existiert nicht mehr. Aber um die ganze Geschichte zu erzählen beginnen wir ganz von vorne. Es begann alles als sich einige Jugendliche aus Solothurn und der Umgebung im Herbst 2007 zusammengesetzt hatten um einen Brief mit der Idee eines AJZes an die Stadt zu schreiben. In einem Sekretariat wussten sie nicht genau wer dafür zuständig sei und deshalb leiteten sie den Brief an Kurt Fluri. Dieser bestätigte uns, dass er unsere Idee an die zuständige Stelle weitergeleitet habe. Und so entstand im Winter 2007 die Alternative Bewegung Solothurn, kurz ABS. Im Februar 2008 wurden 2 ABS Vertreter zu einer Podiumsdiskussion im Kofmel mit dem Thema „Wie viel Freiraum braucht die Jugend?“ eingeladen. Franziska Roth leitete diese Diskussion. Einige Wochen später kamen dann Marco Lupi von der Jugendkommission und Barbara Kläsi diestädtischen Jugendarbeiterin auf uns zu und wir trafen uns 6 Mal im Alten Spital. Wir entwarfen ein Konzept über unsere Idee. Wir vereinbarten mit ihnen, dass wir, die ABS, Häuser vorschlägt und Herr Lupi und Frau Kläsi klären dann ab, wem es gehört und ob diese Gebäude geeignet wären für unser Projekt. Wir schlugen sicher 15 leer- und freistehende Häuser vor. Keines davon schien aus der sicht der beiden geeignet zu sein. Eines dieser Häuser war, z.B. das Gloriaareal bei der Westumfahrung. Marco Lupi erklärte uns, dass dieses Gebäude an Aldi verkauft sei. Nach unseren Recherchen stimmte das nicht, was sich schliesslich als die Wahrheit herausstellte. Lupi wollte uns im Altwiberhüsli einen kleinen Raum vermieten, den wir nicht selbst hätten gestallten dürfen und in dem wir keine Anlässe durchführen dürften. Daraufhin löste sich die ABS auf mit der Begründung, dass wir uns nicht mehr länger anlügen und hinhalten lassen wollten. Dies teilte die ABS Marco Lupi und Barbara Kläsi genau so mit.
In der Zwischenzeit, schlossen sich immer mehr Jugendliche der Idee von einem Autonomen Jugendzentrum an. Wir organisierten ein Strassenfest, das friedlich und ohne Zwischenfälle verlaufen war. Wir starteten Flyeraktionen in der ganzen Stadt. Am 1. Mai 2008 und am 1.Mai 2009 demonstrierte unsere Idee friedlich mit. Einige ehemalige ABSler und viele neue interessierte und engagierte junge Menschen gründeten die Autonome Freiraumbewegung, kurz AFB. Weitere Aktionen, wie das RaumLos! wo alles was es im AJZ geben sollte auf die Strassen der Altstadt verlegt wurde folgten. Das Gloriaareal wurde für ein Wochenende besetzt. Freitag und Samstag gab es Essen, Live Musik, Filme und Party. An beiden Tagen waren je 120 Personen vom Programm begeistert.
Am 17. Juni 2009 erführen wir, durch einen Zeitungsbericht im Solothurner Tagblatt, dass die Drogenanlaufstelle leer steht und die Repla es in betracht zog, das Haus für ein AJZ, ein Asylbewerberwohnort oder ein Treffpunkt für die Vorstadtschüler zur Verfügung zu stellen. Daraufhin meldeten wir uns unverzüglich bei Johannes Friedli (Regionalplanungspräsident) und folgende E-Mailkommunikation wurde abgehalten:






E-Mail Gespräch zwischen der AFB und Johannes Friedli

Betreff: Nutzung der alten Drogenanlaufstelle
Gesendet: 22. Juli 2009 18:51

Sehr geehrte Damen und Herren
Hiermit stellen wir erneut Antrag für ein Autonomes Jugendzentrum in Solothurn. Wie wir durch den Zeitungsbericht im Solothurner Tagblatt sehr spät erfahren haben, ziehen sie es in Betracht uns die alte Drogenanlaufstelle als kulturellen Treffpunkt zur Verfügung zu stellen. Im Bezug auf Johannes Friedlis Aussage im Zeitungsbericht vom 17. Juni 2009,
Zitat : "Wenn die Stadt und die Agglomerationsgemeinden dieses Anliegen aufnehmen wollen, würde die Repla ein AJZ sicherlich unterstützen." Da Kurt Fluri ( STADTpräsident und REPLA Vizepräsident ) die erste offizielle Person war, der wir unser Anliegen im Januar 2008 kund taten, sollte man doch meinen können, dass die Kommunikation zwischen der Stadt Solothurn und der Regionalplanung etwas produktiver wäre. Da die Stadt ein AJZ begrüssen würde und sie, die Repla unser Vorhaben unterstützen würden, sehen wir keinen Grund diese für alle nicht zufriedenstellende Situation noch länger hinauszuzögern.
Wir hoffen auf allseitiges Entgegenkommen.

AFB / Autonome Freiraum Bewegung
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Wir kontaktierten Herrn Friedli telefonisch. Um alles einfacher zu gestalten vereinbarten wir mit ihm, dass wir ihm unser Projektkonzept per E-Mail schicken würden, was wir noch am selben Abend taten.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Gesendet: 23.06.2009
Betreff: Projektkonzept

Guten Abend Herr Friedli.

Ich habe gesehen, dass Max Wittwer Ihnen dieses E-Mail auch noch weiter geleitet hat.
Es tut uns Leid, dass wir Verwirrung gestiftet haben ;)

Das Konzept ist mehr als Jährig, wir arbeiten gerade daran, es auf den Neusten stand zu bringen.

Ich bin die Kontaktperson der Autonomen Freiraumbewegung, grundsätzlich entscheiden sie, die Gruppe, alle zusammen.
Deshalb, kann es sein, dass manchmal die Antworten 2-3 Tage Zeit brauchen.

Mit freundlichen Grüssen

(*******************) Name und Telefon der Kontaktperson
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Betreff: Projektkonzept der Autonomen Freiraumbewegung für ein AJZ
Gesendet: 24.07.2009 06:27

Sehr geehrte/r (****************)
ich habe ihr "Konzept" gelesen. Von ihrem Anliegen erfahre ich so zum
ersten Mal. Dass sie den guten Ton mit ihrem Mail deutlich verfehlten,
habe ich ihnen schon am Telefon gesagt. Warum sich ihre Anliegen mit den
Angeboten der Kulturfabrik Kofmehl nicht decken, müsste man mir erst
noch erklären.
Meine Empfehlung: bringen sie sich in der KFK ein. Suchen sie das
Gespräch mit der kantonalen Jugendförderung, Marcus Casutt. Suchen sie
das Gespräch mit der Jugendkommission der Stadt. Forderungen und Anträge
können in der gestellten Form nicht verstanden werden. Vielleicht
beantworten sie sich auch die Frage, was die Stadt und die
Regionsgemeinden bereits im Bereich ihrer Anliegen leisten. Ich bin
gerne bereit - zum besseren Verständnis - an einem Gespräch mit den
zuständigen verantwortlichen "Leuten" teilzunehmen.
Mit freundlichen Grüssen - Johannes Friedli


Betreff: AW: Re: Projektkonzept der Autonomen Freiraumbewegung für ein AJZ
Gesendet: Dienstag, 28. Juli 2009 22:29

Guten Abend Herr Friedli

Die Gründe, weshalb das Kofmel keinen Ersatz für unsere Forderungen ist,
stehen eigentlich im Konzept. Aber um den
Tonfall nicht noch einmal zu verfehlen, nennen wir Ihnen folgende Gründe:
Konsumationszwang, Altersbegrenzungen,
Gewinnorientierte Anlässe und die Kofmehlgänger sind nur sehr selten
Sinnesgenossen oder gar nicht denkende Menschen.

Wir haben ein Jahr lang mit Marco Lupi (Jugendkommission) und Barbara Kläsi
(Altes Spital) zusammen versucht zu
erarbeiten unseren Zielen näher zu kommen. Damals hiess die Gruppierung
Alternative Bewegung Solothurn, kurz ABS.
Jedoch ist unser Vorhaben kläglich Gescheitert und wir brachen die
Zusammenarbeit mit ihnen ab, weil wir sahen, dass
wir unseren Zielen weiter denn je entfernt waren und es Zeit- und
Nerfenverschwändung war. Wir haben uns dann wieder
aufgerafft und die AFB wie sie heute existiert gegründet.

Wir können uns nicht vorstellen, in welcher Form wir ansonsten Antrag und
Forderung stellen sollten????

Wir haben uns heute zusammen gesetzt um uns die Frage zu beantworten, was
Stadt und Regionsgemeinden bereits für unsere
Anliegen tun oder getan haben. Und es war eine sehr emotionale und doch
amüsante Diskussion, denn wir kamen einstimmig
auf keine einzige Antwort. Also, beschlossen wir an der Quelle nachzufragen
und das sind nun mal Sie. Sagen Sie uns
doch bitte mal, was Stadt und Regionsgemeinden bereits produktives für uns
getan haben???

Gute Nacht Autonome FreiraumBewegung
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Gesendet: 29.07.2009 17:14
Betreff: AW: Re: Projektkonzept der Autonomen Freiraumbewegung für ein AJZ

Sehr geehrte/r (***************) - Mails werde ich keine weiteren mehr
beantworten. Sie führen offenbar nur zu Missverständnissen. Ich habe Ihnen
mein Angebot zum Gespräch gemacht. Ab 10. August bin ich wieder erreichbar.
Freundliche Grüsse - Johannes Friedli
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Wir haben nichts mehr von Herrn Friedli gehört. Und stehen immer noch vor der offenen Frage, was die Stadt und die Gemeinden schon jemals für uns getan haben sollten.

Und so kam es, dass wir wieder am genau gleichen Punkt standen wie vor fast 3 Jahren.
Wir gaben uns wirklich grosse Mühe und engagierten uns sehr für das AJZ. Es tut uns Leid, wenn wir Menschen, die sich für uns eingesetzt haben, enttäuscht haben. Doch jetzt, da Sie unsere Geschichte kennen hoffen wir auf etwas Verständnis für unsere Aktion. Des weiteren, finden wir es eine Frechheit, dass sich jetzt alle Personen, bei denen wir unsere Idee angebracht hatte, aus der Sache rausreden. Fakt ist doch, hätte man uns angehört und richtig mit uns zusammengearbeitet, wärt ihr jetzt nicht in dieser misslichen Lage und müsstet nicht eure Unschuld oder „Unwissenheit“ hervor reden.

Freundlichst Grüssen die Hausbesetzter im neuen AJZ


AutorIn: Nickname
  Emails an Solothurns Stapi:
18.08.2009 22:29  
Kurt Fluri, Baselstr. 7, 4500 Solothurn

 kurt.fluri@egs.so.ch

Schreibt doch dem einfach mal eure Meinung und Ansicht!

markus25


AutorIn: markus25
  Grosses Fest
19.08.2009 16:08  
Grosse Wochenendparty im neuen AJZ Solothurn!!!

Es sind natürlich alle herzlich eingeladen!

Am Donnerstag 20.08.2009: Vokü, trinken, Filmeabend.

Am Freitag und Samstag 21./ 22.08.2009: Vokü, trinken, Musik : Hip-Hop, Ska, Rock, Techno, Punk, Reggae, Metal, Oldies

Beginn: 19.00 Uhr, Alte Drogenanlaufstelle auf dem Dornacherplatz in Solothurn.


AutorIn: Nickname79
  Leserbrief
26.08.2009 18:48  
Es braucht ein AJZ in Solothurn

Die heutigen Jungen werden oft zu Unrecht abgeurteilt, weil sie sich zeitkritisch äussern und uns zum Nachdenken zwingen.
Unsere Jungen sind die Gesellschft von morgen und haben das Recht mitzubestimmen über die Art und Weise des Zusammenlebens. Unsere Jungen haben von klein auf gelernt selbstkompetent die nötige Verantwortung wahr zu nehmen, auch wenn Sie, Herr Fluri und Sie, Herr Imark das nicht wahrhaben wollen.
Ich habe mit den Hausbesetzern gesprochen und gespürt, wie klar ihre Vorstellungen sind und wie ernst es ihnen damit ist, ein AJZ in Solothurn zu gründen. Auf kreative, eindrückliche Art „kämpfen“ sie mit Farbe und Leintüchern für ihr Anliegen.
Die meisten Ansichten der Jungen kann ich teilen, obwohl ich schon 52 bin! Hören Sie doch hin und übergeben den Jungen diese Verantwortung! Den Jugendlichen gaben wir die Mündigkeit mit 18 . Das heisst, diese volljährigen Jugendlichen können die Verantwortung zum Führen eines AJZ voll und ganz wahrnehmen!
Herr Stadtpräsident geben Sie den Jungen diese Möglichkeit. Halten Sie Wort und hören Sie sich die Botschaft der Jugendlichen an!
Herr Fluri, knallen Sie nicht den Jungen die Türe vor der Nase zu! Dieser Brief ist als Fuss in der Tür gedacht, dass Sie nicht in Versuchung geraten zuzuknallen!


Marianne Schönmann


AutorIn: Marianne Schönmann
  Antwort von Kurt Fluri
26.08.2009 18:49  
Sehr geehrte Frau Schönmann

Woher nehmen Sie wohl die Auffassung, ich mutete den Jungen nicht die nötige Veranwortung zu?

Ihr 'Fuss in der Tür' ist völlig unnötig - ich halte mich an Zusagen und werde deshalb eine Besprechung mit den Jugendlichen organisieren, sobald diese die entsprechenden Kontaktpersonen melden.

Hingegen erstaunt es immer wieder, von Bewohnerinnern und Bewohnern der Region hören zu müssen, dass derartige Häuser offenbar ausschliesslich in der Stadt zu liegen kommen sollten. Wieso könnte sich nicht auch einmal die Region, zum Beispiel Ihre Wohngemeinde, solidarisch zeigen und eine Institution für die Region zur Verfügung zu stellen?
Freundliche Grüsse
STADT SOLOTHURN
Kurt Fluri
Stadtpräsident
Baselstrasse 7
Postfach
4502 Solothurn
Telefon: 032 626 92 01
Telefax: 032 626 92 07
E-Mail:  kurt.fluri@egs.so.ch
www.stadt-solothurn.ch


AutorIn: Marianne Schönmann
  Antwort- Email an Kurt Fluri
26.08.2009 20:53  
Sehr geehrter Herr Fluri, liebe Frau Studer,



ich danke Ihnen für Ihre Zeilen und ich kann Ihnen versichern, dass ich Ihre weiteren Schritte in Sachen AJZ Solothurn genaustens verfolgen werde, weil ich daran persönlich interessiert bin.

Ihre Idee, dass ein AJZ in einer Aussengemeinde denkbar wäre, finde ich unpassend, da doch die Stadt als Zentrum mit öffentlichen Verkehrsmitteln einfacher zu erreichen ist. Dass sich aber Aussengemeinden finanziell am AJZ „beteiligen“ könnten, ist eine gute Idee, die Sie weiter verfolgen sollten.

Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit und Sie hören sicher wieder von mir.



Freundlich grüsst



M. Schönmann


AutorIn: Marianne Schönmann
  Antwort-Email an Kurt Fluri
26.08.2009 20:56  
Sehr geehrter Herr Fluri, liebe Frau Studer,



ich danke Ihnen für Ihre Zeilen und ich kann Ihnen versichern, dass ich Ihre weiteren Schritte in Sachen AJZ Solothurn genaustens verfolgen werde, weil ich daran persönlich interessiert bin.

Ihre Idee, dass ein AJZ in einer Aussengemeinde denkbar wäre, finde ich unpassend, da doch die Stadt als Zentrum mit öffentlichen Verkehrsmitteln einfacher zu erreichen ist. Dass sich aber Aussengemeinden finanziell am AJZ „beteiligen“ könnten, ist eine gute Idee, die Sie weiter verfolgen sollten.

Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit und Sie hören sicher wieder von mir.



Freundlich grüsst



M. Schönmann


AutorIn: Marianne Schönmann
  Es braucht ein AJZ in Solothurn, zum zweiten:
28.08.2009 23:27  


Hatte ich doch recht! Unsere Jungen sind nicht so schlecht, wie oft gesagt wird! Haben doch diese HausbesetzerInnen das Haus in tadellosem Zustand verlassen! Das zeigt, dass diese Jugendlichen weder Randständige, noch Chaoten sind und in der Lage sind ein AJZ selbstkompetent zu führen mit allem Drum und Dran!
Es liegt nun an der Stadt Solothurn, die durch Kurt Fluri vertreten wird, und an den Agglomerationsgemeinden ihren Beitrag zu sprechen, also was für diese Jungen zu ermöglichen.
Die alte Drogenanlaufstelle wird nun mit 91'000 Fr. saniert, damit 8 Asylbewerber untergebracht werden können.
Bei so einer rosigen Finanzlage müsste Solothurn wahrlich in der Lage sein, den volljährigen Jugendlichen ein altes Haus zu überlassen, dass sie dann autonom im Sinne eines AJZ (Autonomes Jugend- Zentrum) nutzen und führen könnten.
Ich glaube, dass viele Steuerzahler meiner Meinung sind:
Unseren Jungen gehört auch ein Teil des „Steuergeld- Kuchens“!
Die Forderung der HausbesetzerInnen ist um ein Vielfaches bescheidener! Die HausbesetzerInnen würden das Haus am Dornacherplatz für eine bescheidene Miete „übernehmen“, da müsste nicht noch für 91'000 Fr. (!) renoviert werden!
Zu Bedenken gilt es, dass die Jugendlichen seit 2 Jahren versuchen ein AJZ zu realisieren. Vergebens! Immer wieder wurden sie vertröstet und abgewiesen!
Ich finde, es ist nun wirklich an der Zeit, dass mal endlich etwas geht und Sie, Herr Fluri, für die Jungen eine passende Lösung ermöglichen.
Die Jungen haben meiner Ansicht nach bewiesen, dass sie vertrauenswürdig sind.
Eine Investition in die Jugend, ist eine gute Sache für die Zukunft.



AutorIn: Marianne Schönmann
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  1. aktuelle lage — derjenige
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