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 :: Die Velokarawane kommt! ::
 Themen | Anti-Kapitalismus/Globalisierung | Ökologie 11-05-2009 00:00
AutorIn : : http://www.karawane09.tk
Gegen Gentechnologie Der Frühling pulsiert schon spürbar durch die Blutbahnen und allerorten werden neue Blätter und Blüten sichtbar. Und zwischen allen möglichen Gräsern und Kräutern wächst dieses Jahr gleich an zwei Standorten gentechnisch veränderter Weizen im Freiland: Auf den Forschungsanstalten Pully (Lausanne) und Reckenholz (Zürich) finden heuer die zweiten Freisetzungsversuche von gentechnisch verändertem Weizen statt. Höchste Zeit, sich wieder einmal mit dem Thema Gentechnik in der Landwirtschaft zu befassen.

Die Route:

Tag 1 / 9. Mai / Zürich | Tag 2 / 10. Mai / Zürich-Rheinau | Tag 3 / 11. Mai / Rheinau-Däniken SO | Tag 4 / 12. Mai / Däniken-Luzern | Tag 5 / 13. Mai / Luzern-Langenthal | Tag 6 / 14. Mai / Langenthal-Basel | Tag 7 / 15. Mai / Basel | Tag 8 / 16. Mai / Basel-Roggenburg | Tag 9 / 17. Mai / Roggenburg-Biel | Tag 10 / 18. Mai / Biel-Neuchâtel | Tag 11 / 19. Mai / Neuchâtel-Fribourg | Tag 12 / 20. Mai / Fribourg-Yverdon | Tag 13 / 21. Mai / Yverdon-Vallée de Joux | Tag 14 / 22. Mai / Vallée de Joux-Genève | Tag 15 / 23. Mai / Genève-Lausanne | Tag 16 / 24. Mai / Lausanne

Karawane | Hintergrundinfos | Links
Gegen Gentechnologie
Gegen Gentechnologie
Aus diesem Grund findet vom findet vom 9. ? 24. Mai die Velokarawane für eine zukunftsträchtige souveräne Landwirtschaft statt. Sie setzt ein Zeichen gegen den gedankenlosen und gefährlichen Umgang mit Genen. Nur eine vielseitige, naturnahe Landwirtschaft ohne Gentechnik kann längerfristig unsere Ernährung sichern. Deshalb rollt die Velokarawane im Mai von Reckenholz nach Pully und dazwischen durch die halbe Schweiz. Sie ist eine Gelegenheit, seine Meinung kundzutun, sich zu informieren, mit Leuten und Organisationen aus dem gentech-kritischen Umfeld zu vernetzen und nicht zuletzt die wintermüden weissen Waden wieder einmal zu bewegen. Alle sind herzlich eingeladen die Karawane als MitfahrerInnen, HelferInnen, BesucherInnen zu unterstützen!

:: Hintergrundinfos:

Die Feld-Versuche von GVO Weizen, sind Teil des Nationalen Forschungsprogramms NFP 59 und werden von ETH und Universität Zürich durchgeführt. Das NFP 59 soll der bisher gentechfreien Schweiz Informationen über Nutzen und Risiken der Gentechnik bringen und nach Ablauf des Moratoriums als Entscheidungsgrundlage für die weitere Gentechpolitik der SchweizerInnen dienen. Ungefähr dreissig Projekte wurden im Forschungsprogramm zusammengefasst. Neun davon drehen sich um den umstrittensten Teil des Programms, die Freisetzung von transgenem Weizen. Ebenfalls erhofft man sich davon Erkenntnisse über die Koexistenzmöglichkeit der verschiedenen Anbauarten.

Dieser Weizen soll eine relativ hohe Resistenz gegen Mehltau aufweisen, einem Pilzerreger der in ähnlicher Form bei fast allen Kulturpflanzen anzutreffen ist. Die im Labor entwickelte und im Gewächshaus beobachtete Resistenz soll nun in einem dreijährigen Freilandanbau bestätigt werden. Soweit tönen die Pläne des NFP ganz vernünftig, oder?

Leider wird dabei vergessen, dass Mehltau bei entsprechender Sortenwahl und sorgfältiger Aussaat kein wirkliches Problem darstellt. Gentechnologie ist somit schon mal ein unnötiges Pflästerli für eine unprofessionelle Arbeitsweise.

Zusätzlich wird dabei das Risiko einer Auskreuzung transgenen Erbmaterials voll in Kauf genommen und damit die Umwelt und besonders die bestehende Landwirtschaft gefährdet. Denn bei einer Auskreuzung gelangen Pollen der GVO-Pflanzen durch Insekten oder Wind zu normalen Pflanzen und bestäuben sie. Die entstehenden Samen können dann das fremde Erbmaterial der transgenen Pflanzen enthalten. Sobald eine Auskreuzung stattgefunden hat, kann sich transgenes Erbgut selbstständig verbreiten und ist mit keinem bekannten Mittel rückgängig zu machen. Das Erbgut der Ursprungspflanze verbreitet sich damit auch in benachbarten Äckern und bei verwandten Wildarten.

Auf dem amerikanischen Kontinent, wo heute knapp 90% der GMO-Pflanzen (hauptsächlich Soja, Mais, Raps, Baumwolle) angebaut werden, haben sich die fremden Gene innerhalb weniger Jahre auf praktisch allen Äckern ausgebreitet und damit den biologischen Anbau verunmöglicht. Das zeigt, eine Koexistenz ist unmöglich. Wenn nun in einem weiträumigen Territorium wie Kanada oder den USA das Nebeneinander von Bio und Gentech nicht möglich war, muss es in der engen Schweiz wohl nicht erst erforscht werden. Zudem sind alle transgenen Pflanzen (und Tiere) durch das Patentrecht im Besitz ihrer Entwickler, meistens private Saatgutfirmen. Wenn die zufällig ausgekreuzten Gene nun auf dem Acker eines Bauern oder einer Bäuerin landen, sind diese automatisch verpflichtet den Herstellern für ihre patentierten Pflanzen einen hohen Saatgutpreis zu bezahlen. Die Landwirte geraten so in eine ungewollte Abhängigkeit von den Saatgutunternehmen. Die Anzahl der auf dem Markt erhältlichen Anbausorten und damit die Vielfalt und Anpassungsfähigkeit der Kulturpflanzen sinken beträchtlich.

Somit wird klar, die Freisetzungsversuche dienen der Erforschung einer Technologie, welche unkontrollierbare Riskien birgt, bisherige Anbauformen verunmöglicht und die Bauern zu Sklaven der Agrar-Multis degradiert. Eine solche Entwicklung und die damit verbundenen Versuche sind deshalb nicht tolerierbar

Der Aufruf | Homepage der Karawane | Bericht über Gentech im Romp-Zine | Offielle Homepage des Versuchs

:: Links:
gendreck-weg.de | Gen-ethisches-Netzwerk | keine-gentechnik.de | gentech-weg.de.vu
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