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 :: Fussballstadion in Zürich für «Gegen»-Euro besetzt ::
 Themen | Wohnungsnot/Squat 04-07-2008 19:09
AutorIn : raumpflege
Heute Abend ist in der Eurostadt Zürich das Fussballstadion Hardturm für eine «Gegenveranstaltung» zur Euro 2008 besetzt worden: Die Aktion will aufzeigen, dass Grossanlässe auch ohne Sponsoring, Sonderregelungen, 1000schaften von Polizeikräften und Überwachung durchführbar sind.
Heute Abend wurde das Zürcher Hardturmstadion, welches ursprünglich für die Euro 2008 neu gebaut werden sollte und seit einem halben Jahr leer steht, von AktivstInnen der Subkultur neu besetzt. Mit viel Lebensfreude ist innerhalb Stunden ein neuer Erlebnispark entstanden – ein selbstverwalteter Begegnungsort für alle! Während der drei Tage dauernden «Brot&Aktion»-Spiele werden unterschiedlichste Sport-Disziplinen wie zum Beispiel ein Ben-Hur-Wagenrennen ausgetragen, es gibt Konzerte, Theater; das Stadion wird von KünstlerInnen aus ganz Europa neu gestaltet.
«Brot&Aktion» richtet sich gegen die Kommerzialisierung des Fussballs. Zürich und andere Euro-Städte haben während der Euro diverse demokratische Grundrecht ausser Kraft gesetzt. Die halbe Innenstadt wurde zur Sonderzone, welche einigen wenigen Grosssponsoren vorbehalten war. Die Bewegungsfreiheit der Stadtbevölkerung wurde mit Absperrungen und Zugangskontrollen eingeschränkt. Während die öffentliche Hand Millionen von Steuergeldern in Sicherheit und PR fürs Standortmarketing investiert hat, verdient die Uefa mit der Euro 2008 Milliarden. «Brot&Aktion» will der Euro ein positives Fest entgegen halten, das für die ganze Stadtbevölkerung offen ist. «Brot&Aktion» ist unser Spielplatz!


Weitere Infos und Bildmaterial auf www.raumpflege.org


Weitere Infos zu zud Besetzung:
Zürcher Hardturm-Stadion für Brotäktschen besetzt

Von 4. bis 6. Juli 2008 finden im Hardturmstadion Zürich die «Brotäktschen»-Spiele statt: Ein Wochenende voller nichtkommerzieller, selbstbestimmter, unreglementierter und ausgelassener Spiele, Konzerte und Parties, kulinarischer und künstlerischer Darbietungen. «Brot&Aktion» nimmt sich einen Freiraum und zeigt, dass Grossanlässe auch ohne Sponsoring, absurde Sonderregelungen, 1000schaften von Polizeikräften, Militäreinsätzen und Überwachung durch Drohnen durchführbar sind.

Heute Abend wurde das leer stehende Hardturmstadion mit den «Brotäktschen»-Spielen neu eröffnet. Mit viel Lebensfreude ist innerhalb Stunden ein neuer Erlebnispark entstanden – ein selbstverwalteter Begegnungsort für alle! Während den über das ganze Wochenende andauernden Eröffnungsspielen werden im Hardturm die unterschiedlichsten Disziplinen ausgetragen: Menschengetriebene Titanengefährte aus Stahl und Traktorreifen schwitzen im Ben Hur-Wagenrennen um die Gunst der Bahn. Nur die mutigsten TischfussballspielerInnen wagen es im Human-Life-Kicker (Joggelikasten mit Menschen als Spielfiguren) gegeneinander anzutreten. Live-Bands aus aller Welt, das Kochteam «Mediterrane Küche», die Equipe «internationale Wandgestaltung», Soundsystems und viele mehr sorgen für Unterhaltung.


«Brotäktschen» steht in der Tradition von Aktionen wie «Reclaim The Streets», «Shantytown» oder «Danslieue». Kultureller Freiraum und Anlässe, die nicht aus kommerzieller Motivation durchgeführt werden, sind in der sauberen Limmatstadt selten geworden. Im Hinblick auf die Euro 2008 haben die Stadt Zürich und andere Austragungsorte bestehende Gesetze aufgehoben und persönliche Grundrechte eingeschränkt, damit Organisationen wie die UEFA Milliardengewinne erwirtschaften. «Brotäktschen» dagegen sind Spiele für alle und ein klares Statement gegen die Kommerzialisierung des Fussballs und immer mehr öffentlicher Räume. Abgeleitet ist der Name «Brot&Aktion» von «Brot und Spiele»; ähnlich wie im Alten Rom dienen Spiele heute der Kontrolle der Masse und lenken von den gesellschaftlichen und politischen Problemen ab. «Brot&Aktion» versteht sich als Kontrast zum herausgeputzten «wir leben Zürich». Während die Stadtregierung mit Marketingaktionen im öffent
lichen Raum eine urbane, weltoffene Stadt propagiert, werden fortlaufend kreative Freiräume verdrängt und günstiger Wohnraum durch Luxuswohnungen ersetzt. Doch wir lassen uns nicht verdrängen!



Brot&Aktion ist erst der Anpfiff!

Brotäktschen ist der urbane Herzschlag von Zürich!

Brot&Aktion trotzt dem Sauberkeitswahn!

Brotäktschen ist unser Spielplatz!

++++++++++

PRESSEINFOS

Kontakt: Mobil-Tel. 079 547 75 52
Medienkonferenz mit Rundgang: Sa, 5. Juli, 13.00, Hardturmstadion
Bilder auf www.raumpflege.org (im Stadion gibt es ein striktes Fotoverbot)


 :: 6 Inhaltliche Ergänzungen : > Ergänze diesen Artikel (.onion )
  Update: Zürcher Hardturm-Stadion für Brotäktschen beset
04.07.2008 19:59  
Der Zürcher Hardturm wurde um 18.30 von ca. 300 Personen besetzt. Die ankommende Polizei griff die friedlichen AktivistInnen bei ihrer Ankunft unmittelbar und ohne Vorwarnung mit Gummischrot an (Distanz ca. 2 Meter).

Ein Vermittlungsversuch von Seiten von Brot&Aktion wurde im Keim erstickt, die Vermittlerin auf der Stelle verhafte. Die Polizei sucht anscheinend die Konfrontantion, von Deeskalation ist von Seiten der Polizei nichts zu spüren. Wir distanzieren uns in aller Heftigkeit von dieser unverhältnismässigem Einsatz und Rufen die Polizei zur Mässigung auf.

Seit 19 Uhr hat sich die Lage nun wieder beruhigt. Lasst uns die friedlichen Spiele beginnen.


AutorIn: updaterin
  schüsse im zürcher hardturmstadion
04.07.2008 19:59  
Schüsse im Zürcher Hardturmstadion
von Gregor Patorski, Nuria Furrer
Die friedliche Aktivisten-Gruppe, welche vor drei Jahren während ein paar Tagen die Shanty-Town-Siedlung an der Sihl betrieb, hat soeben das Hardturm-Stadion besetzt. Auf dem Spielrasen wird zur Zeit von rund 300 Aktivisten eine Siedlung errichtet. Die Polizei reagierte zunächst mit Gummischrot.
Interaktiv-Box
Bildstrecke: Shantytown

Die Aktivisten verschaffen sich Zutritt zum Hardturm-Areal (Bild: 20 Minuten Online)

Der Aufbau im Stadion beginnt (Bild: 20 Minuten Online)
Kontext-Box
Shantytown: Bars, Konzerte und Hippie-Leben an der Sihl
Shantytown abgebaut – tonnenweise Abfall

Kurz nach 18 Uhr erhielten viele Zürcherinnen und Zürcher eine SMS-Botschaft von einem anonymen Absender namens «Brotäktsche» mit folgendem Inhalt: «Besammlung jetzt 4. 7. 18 Uhr. Wir besetzen das Hardturmstadion: Spiele, Live-Bühne, Sound-System, Party. Reclaim the Games! Mir sind Züri!»

Laut Pressemitteilung von raumpflege.org sollen dieses Wochenende, also vom 4. bis zum 6 Juli im Hardtrumstadion Zürich die «Brot & Äktschen»-Spiele stattfinden. Es soll ein friedliches Wochenende voller nichtkommerzieller, selbstbestimmter, unreglementierter und ausgelassener Spiele, Konzerte und Parties, kulinarischer und künstlerischer Darbietungen werden. «Brot&Aktion» will zeigen, dass Grossanlässe «auch ohne Sponsoring, absurde Sonderregelungen, 1000schaften von Polizeikräften, Militäreinsätzen und Überwachung durch Drohnen durchführbar sind».

«Brot&Äktschen» steht in der Tradition von Aktionen wie «Reclaim The Street», «Shantytown» oder «Danslieue».

Polizei schiesst in Menschenmenge

Doch diese friedliche Stimmung hielt nicht lange. Die ersten Polizisten die am Schauplatz auftauchten, schossen laut Augenzeugenberichten aus unmittelbarer Nähe und ohne Vorwarnung mit Gummigeschossen in die Menge. Die vier Polizisten zogen sich zurück und warten zur Zeit auf Verstärkung.

Auf dem Hardturmrasen errichten die Aktivisten zur Zeit ein zweites «Shanty-Town» und bereiten sich auf Verhandlungen mit der Polizei vor.

Ein erster Vermittlungsversuch von Seiten von «Brot&Aktion» wurde im Keim erstickt, die Vermittlerin auf der Stelle verhafte. Um 19 Uhr hat sich die Lage nun wieder beruhigt.

Laut Polizei laufen die Verhandlungen zwischen Besetzern, Polizei und Stadionbesitzer zur Zeit noch.
Zu den Schüssen zu Beginn der Aktion konnte die Polizei gegenüber 20 Minuten Online zur Zeit noch keine Auskunft geben.


AutorIn: 20min
  Fotograf Klaus Rozsa verhaftet
05.07.2008 00:12  
Klaus Rozsa machte beim Hardturm u.a. Aufnahmen, wie die Stapo agreesiv unter Missachtung der Mindestdistanz mit Gummigeschossen gezielt schoss. Dafür wurde er sogleich brutal verhaftet -- und wird nun Strafanzeige gegen die Polizei einreichen (siehe auch untenstehende Pressemitteilung).

Die Fotos von seiner Verhaftung (das 1.) und des verbotenen Nahschusses (das 3.) sind online unter  http://internext.ch/search.aspx?cid=1002

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MEDIENMITTEILUNG: comedia verurteilt willkürliche Festnahme eines Zürcher Fotografen

Heute Abend veranstaltete die Gruppe "Brot und Aktion" gegen die
Fussball-Euro eine politische Aktion mit Konzert im alten Fussballstadion Hardturm in Zürich. Dagegen intervenierte die Zürcher Stadtpolizei mit unerhörter Härte und
Brutalität. Diesen Einsatz fotografierte der Fotojournalist Klaus Rozsa, der sich
zufälligerweise in dieser Gegend aufhielt.

Auf die schroffe Aufforderung, mit fotografieren aufzuhören, wies der
erfahrene Fotojournalist darauf hin, dass er als Medienschaffender
berechtigt ist, einen solchen Polizeieinsatz zu beobachten und zu
fotografieren. Danach wurde er von zwei Polizisten überwältigt, festgenommen
und ohne Angabe von Gründen über eine Stunde auf der Hauptwache Urania
festgehalten. Gegen 20.30 Uhr wurde er, ohne Einvernahme, ohne Protokoll,
ohne Antwort auf die Frage nach dem Festnahmegrund freigelassen - nicht ohne
davor von mehreren Polizeibeamten noch beschimpft und bedroht worden zu
sein.

Die Mediengewerkschaft comedia verurteilt das Vorgehen der Zürcher Polizei
aufs Schärfste.
Mit diesem Vorgehen wird die verfassungsmässig garantierte Pressefreiheit
verletzt und ein Medienschaffender, der sich mit einem anerkannten
Presseausweis legitimieren kann, an seiner Arbeit gehindert. Zusätzlich
besorgniserregend ist, dass solche Fälle von Polizeiwillkür gegen
Medienschaffende sich in letzter Zeit wieder häufen (vgl. die Fälle im
Januar in Bern und Basel).

Die Polizeibehörden müssen sich gemäss einem Leitentscheid des
Bundesgerichts und des Obergerichts Zürich, beide aus dem Jahre 2002,
gefallen lassen, dass ihre Interventionen von Medienschaffenden beobachtet,
festgehalten und fotografiert werden.

comedia wird den Fotojournalisten bei seinem gerichtlichen Vorgehen gegen
die Polizeibehörden unterstützen und fordert die politischen
Verantwortlichen auf, die Aufsicht über die Polizei wahrzunehmen.

Für weitere Informationen: Stephanie Vonarburg, 079 773 40 53.

Fotos der Polizeiintervention und der Festnahme sind zu finden auf
 http://www.internext.ch.

*******************
lic. iur. Zentralsekretärin Sektor Presse und elektronische Medien
comedia, die Mediengewerkschaft
Monbijoustr. 33, Postfach, 3001 Bern
Tel. direkt +41 31 390 66 29; Mobile +41 79 773 40 53; Fax +41 31 390 66 94
stephanie.vonarburg_at_comedia.ch
www.comedia.ch


AutorIn: PigBrother.info
  Linke Szene besetzt Zürcher Hardturm-Stadion
05.07.2008 09:53  
Einige hundert Personen aus der linken Szene haben das leer stehende Zürcher Hardturm-Stadion besetzt. Sie wollen nach eigenen Angaben bis Sonntag eine Gegenveranstaltung zur EURO 2008 abhalten.

Die Polizei griff mit Gummischrot ein und verhaftete zwei Personen. Die Aktivisten brachen gegen 18.30 Uhr das seit bald einem Jahr geschlossene Hardturm-Stadion auf und drangen auf das Gelände vor, wie René Ruf, Sprecher der Stadtpolizei Zürich, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte. Die ausgerückten Polizisten seien bei ihrem Eintreffen mit Flaschen beworfen worden. Ein Polizist wurde verletzt. Die Polizisten reagierten mit Gummischrot und Reizstoff und verhafteten einen Mann sowie eine Frau. Nach Rücksprache mit dem Stadionbetreiber zogen sie sich danach zurück.

«Wir schauen jetzt, was weiter läuft und tolerieren das Treiben», sagte Ruf. Wie ein SDA-Mitarbeiter vor Ort berichtete, handelt es sich bei den Besetzern um ein paar hundert Personen aus der linken Szene, darunter einzelne Vermummte. Mit zwei Traktoren und ein paar Wagen haben sie Material für ein Fest auf das Gelände transportiert und sind nun mit dem Aufbau beschäftigt. In einem Communiqué hatten die «AktivistInnen der Subkultur», wie sie sich darin bezeichnen, ihre Aktion gegen 18 Uhr angekündigt. Demnach wollen sie bis am Sonntag «Brotäktschen»-Spiele veranstalten, nach eigenen Angaben eine Gegenveranstaltung zur EURO 2008. Die Spiele sollen ein klares Statement gegen die Kommerzialisierung des Fussballs und immer mehr öffentlicher Räume sein, heisst es in der Mitteilung.


AutorIn: http://www.nachrichten.ch
  «So etwas Aggressives habe ich noch nie erlebt»
05.07.2008 14:25  
Fotograf Klaus Rózsa ist schon seit 30 Jahren im Geschäft. Was er gestern als Pressemitglied während der Besetzung des Zürcher Hardturmstadions seitens der Polizei erleben musste, wird ihm Zeit seines Lebens in Erinnerung bleiben, wie er gegenüber 20 Minuten Online berichtet.

Herr Rózsa, wie geht es Ihnen?

Klaus Rózsa: Besser, danke. Ich hatte aber eine relativ schlaflose Nacht hinter mir.

Können Sie uns die Ereignisse von gestern Abend während der Besetzung des Zürcher Hardturmsstadions schildern?

Rózsa: Ich fuhr mit meiner Frau zufällig am Hardturmstadion vorbei. Ich hatte meine Profikamera nicht dabei, lediglich eine Digitalkamera. Plötzlich hörten wir Sirenen. Ich begann kaum zu fotografieren, als mich schon Beamte zu Boden rissen.

Was passierte dann?

Rózsa: Ich hatte nicht einmal Gelegenheit, meinen Presseausweis vorzuweisen. Aber das interessierte die Beamten zu diesem Zeitpunkt nicht. Ich gab die Digitalkamera meiner Frau, die weiter fotografierte.

Was geschah weiter?

Rózsa: Als der Einsatzleiter auf Platz war, atmete ich auf. Doch als ich ihm anbot, meinen Presseausweis zu zeigen, entgegnete er: "Ihre Ausweise interessieren mich nicht." Dann wurde auch meine Frau zu Boden gerissen. Danach wurde ich ohne Haftbefehl auf die Polizeiwache gebracht.

Was passierte dort?

Rózsa: Ich wurde in eine Zelle gesperrt. Dort wurde mir beschieden, ich müsse mich jetzt ausziehen, was ich verweigerte. Danach wurde ich abgetastet. Eineinhalb Stunden später wurde ich entlassen. Ohne Einvernahme, ohne Protokoll und ohne Aufnahme der Personalien.

Wie denken Sie über diesen Einsatz?

Rózsa: Ich bin 54 und seit 30 Jahren im Geschäft. So etwas Aggressives habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht erlebt. Als ich die Wache verlassen durfte, rief mir einer der Beamten nach: "Hoffentli wirsch vom Tram verschlirgget!" (Hoffentlich wirst du von einem Tram überfahren). Und das ausgerechnet an dem Abend, als ein 83-Jähriger tödlich von einem Tram angefahren wird (Artikel).

Werden Sie Strafanzeige gegen die Polizei erheben, wie Ihre Bildagentur schreibt?

Rózsa: Ich war Präsident der Schweizerischen Mediengewerkschaft Comedia und bin Mitglied des Stiftungsrats des Presserates. Ich kenne die Presserechte ausgezeichnet. Selbstverständlich werde ich eine Strafanzeige wegen Amtsmissbrauch, Körperverletzung und Freiheitsberaubung anstrengen. Ich werde am Montag mit meinem Anwalt sprechen.

Herr Rózsa, vielen Dank für das Gespräch

(Interview: Aurel Stevens)

 http://www.20min.ch/news/zuerich/story/24913179


AutorIn: 20min
  @ taurig traurig
06.07.2008 13:14  
das wirklich traurige ist, dass es weder die raumpflege leute für nötig halten, noch irgendwelche leute vor ort eigenständige berichte zu schreiben.

offensichtlich verlässt man sich lieber auf die bürgerliche presse, als die darstellung der dinge selber in die hand zu nehmen und eigene berichte zu schreiben. trotz fotoverbot gibt es unzählige leute, die schon nur mit ihren handies zig fotos und filmlis machen. doch wo landen die? und würden die den überhaupt anonymisiert zur verfügung gestellt? wo ist den der ganze emanzipierte anspruch an gegendarstellung geblieben? heutzutage scheint man sich (und da geb ich dir recht) lieber auf das kopieren von presse inhalten zu verlassen, als eigenes zu schreiben.

doch eigenes muss noch lange nicht, wie in deinem fall, auf diskussionen anreissen und rumnörgeln reduziert sein. denn für eine diskussion zu führen ist indymedia schlichtweg nicht geeignet.

schade schade, das hier keine eigenständige berichte stehen und nur pressemitteilungen und presseartikel stehen. aber dies haben sich alle leute die vor ort waren selber zuzuschreiben, den sie hätten die möglichkeit selber über die geschehnisse zu berichten. aber wer die möglichkeit nicht wahrnehmen will, soll sich dann auch nicht beschwerren.

aber indymedia ist ja ne dienstleistung, da muss man selber nix mehr machen (ausser reinkopieren...).


AutorIn: nur so
 :: Nicht inhaltliche Ergänzungen :
  1. was erwartet ihr... — FCZ
  2. taurig traurig — FCZ
  3. du nervst... — janica
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