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Folgende Materialien zum Event im beigefügten PDF oder unter https://www.inventati.org/materialienzumevent/ auch in Druckqualität
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Die Mobilmachung des Spektakels S. 5
Im Zuge von jüngeren Grossereignissen wie der Euro 08 lässt sich beobachten, wie sich in einzigartiger Weise Teilgebiete unserer spektakulären Gesellschaft zu einem neuen Verbund zusammenschliessen: dem Meta-Spektakel. Dieser Zusammenschluss von Informationstechnologien, Raum umspannenden Kampagnen und gesellschaftlicher Mobilmachung durchdringt immer weitere Bereiche des gegenwärtigen Seins und richtet dabei den sozialen und physischen Raum auf ein einziges Zentrum aus. War früher der Nationalstaat der Rahmen, in welchem "Gesellschaft" produziert wurde, so entspricht heute das temporäre und flexible Meta-Spektakel den Anforderungen zeitgenössischer Machtausübung viel besser.
"Wir leben Zürich!" S. 21
Städte sind geprägt von Prozessen der Aufwertung und Imagesteuerung, die sie zunehmend unbewohnbar machen. Die Eventisierung der Stadt ist zu einem beliebten und wirksamen Mittel der neoliberalen Stadtentwicklung geworden: nicht nur diverse Kontroll-, Sicherheits- und Vermarktungsdispositive werden vom Event mobilisiert, sondern auch eine zu Kunden degradierte Bevölkerung. So fungiert auch in Zürich die Euro 08 als Vehikel und Drohkulisse, um Umstrukturierungsprozesse voranzutreiben und gleichzeitig eine Identifizierung mit diesen Massnahmen zu erzeugen. Das kollektive Wir-Gefühl, das in einem "aufbereiteten" Stadtraum zelebriert werden soll, festigt herrschende Normen und erlaubt ein rücksichtsloses Vorgehen gegen "Nicht-Dazugehöriges".
Fest | Stadt | Festung S. 33
Beschrieben wird die wechselseitige Wahrnehmung von Festung als Fest und Fest als Festung, mittels derer Ausnahmezustände in Form von Zonen innerhalb des Stadtraumes verankert werden. Die Dispositive einer Festung werden via Fest zunehmend normalisiert und verinnerlicht. Zwischen den Schleusen von Fideris und den Public Viewing Zonen während der Euro 08 besteht demnach nicht nur ein organisatorischer, sondern auch ein struktureller Zusammenhang.
Akustisches Spektakel. S. 43 Das Massengeräusch der Fussballfans als Teil des Dispositivs "EM"
Der Ausgangspunkt dieses Artikels bildet eine autobiographische Schilderung von Elias Canetti: Er sitzt am offenen Fenster seines Zimmers und hört die Aufschreie der Masse vom nahe gelegenen Fussballstadion. Fernab dieses Spektakels, den Geräuschen mit einer gewissen Faszination und gleichzeitig einem starken Unbehagen lauschend, wird Canetti zu einer Figur: zur "Person am Fenster". Diese hört hin, lässt sich vom Massengeräusch irritieren und fragt, was es damit auf sich hat. Um diese Frage kreist auch der Text, in dem das spektakuläre Dispositiv "EM" von der akustischen Seite her betrachtet wird. In lose aneinander gereihten, kurz gehaltenen Kapiteln werden verschiedene Aspekte des Geräusches der Fussballfans-Masse kritisch beleuchtet.
Wieso Wieso Warum Warum? S. 53 Im kybernetischen Meta-Spektakel
Die Wirkungsweisen des Meta-Spektakels können mit denen eines kybernetischen Systems verglichen werden: Dieses konstituiert sich einerseits durch den Verbund der miteinander verschalteten Äste des Events, andererseits mittels der Integration jeglicher Regung in seine Feedback-Schleifen. An dieser Stelle öffnet sich nicht nur eine strukturelle Parallele zum von seinen BürgerInnen performten nation-state, sondern müssen ebenso die Fragen angeschlossen werden, wieso die Euro 08 derart populär ist und warum dieser Massenevent hier zum Anlass der Auseinandersetzung genommen wird. |
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