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 :: Proteste gegen das WEF in der Schweiz ::
 Themen | Anti-Kapitalismus/Globalisierung | Repression/Knast | WEF 29-01-2008 21:15
AutorIn : Autonomes Medienkollektiv Brennpunkt Bern
Demonstration gegen das WEF am 26.01.2008 in Bern Im Januar findet jedes Jahr in Davos in den schweizer Bergen das „World Economic Forum“ statt und jedes Jahr gibt es antikapitalistischen Protest gegen das Treffen der Spitzen von Wirtschaft und Politik. Die diesjährige Bündnisdemonstration der radikalen Gruppen in Bern versuchte die Stadt mit Massenverhaftungen zu verhindern, um so ihre Handlungsfähigkeit nach dem gescheiterten Marsch auf Bern der SVP am 6. Oktober 2007 im Vorfeld der Euro 2008 unter Beweis zu stellen. Letztendlich gab es doch Proteste in Bern, Zürich, Basel, Winterthur, Delémont, St. Gallen und Davos – wenn auch um den Preis zunehmender Repression.
Demonstration gegen das WEF am 26.01.2008 in Bern
Demonstration gegen das WEF am 26.01.2008 in Bern
Auf Indymedia Deutschland ist ein Feature zu den Anti-WEF-Protesten erschienen:
 http://de.indymedia.org/2008/01/206606.shtml
 :: 1 Inhaltliche Ergänzung : > Ergänze diesen Artikel (.onion )
  ergänzungen und kritik aus der schweiz
31.01.2008 00:23  
Aus ner anderen „schweizerischen“ Perspektive schaut die ganze geschichte dann aber schon bisschen anders aus, weiss nicht genau, mit welchen gruppen bzw. leuten ihr für euren bericht zusammengearbeitet habt. Deshalb hier paar ergänzungen und etwas kritik:

Bereits die Einleitung suggeriert, dass die demo in bern quasi schweizweit getragen und so was wie die zentrale demo war. das ist, zum beispiel aus der perspektive von anderen radikalen gruppen, die sich aus inhaltlichen gründen nicht dem berner bündnis anschgelossen hatten, nicht ganz richtig. die demo in bern war mehr, neben der demo in davos, die von der grünen partei getragen und organisiert wird, also inhaltlich nochmals ganz woanders steht, die „einzige“ demo, zu der so richtig klassisch mobilisiert wurde. Aus dem eine Gewichtung innerhalb der kampagne gegen das wef abzuleiten ist tendenziös!
und: die mobilisierungen gegen das wef sind natürlich, auch abhängig von ihrer stärke und radikalität, von staatlicher und gesellschaftlicher repression betroffen. das hat mit einem antagonistischen verhältnis gegenüber der herrschenden ordnung zu tun und ist nicht etwa der „preis“, den eine bewegung zu zahlen hat.

zur geschichte:

zum glück begann die „globalisierungskritische bewegung“ in der schweiz nicht erst nach den protesten von seattle, sondern bereits bei den vorher genannten Aktionen mit migrantischem hintergrund an einer eigenen position zu arbeiten. Diese schweizer position, die erstmals 1999 nach davos mobilisierte, wurde vor allem von autonomen und anarchistischen gruppen getragen. doch auch die kommunistische gruppe revolutionärer aufbau arbeitete an dem thema. die Mobilisierungen wurden 2000 und 2001 von den gleichen radikalen gruppen getragen, vermochten aber jährlich mehr leute zu bewegen. die bewegung erreichte 2001 ihren höhepunkt, unter anderem mit der demo in zürich, die in riots gipfelte ( und die übrigens im januar 2001, also 4 monate vor genua stattfand!) und der eine unbewilligte aber durchgesetzte demo in davos vorangegangen war. So konnte das wef seine position in der schweiz nicht halten, das sicherheitsrisiko und die damit verbundenen kosten waren der bevölkerung zu unkalkulierbar hoch. es musste im jahr 2002 nach new york und benutzte die anschläge als ausrede, aber dies aufgrund einer politischen niederlage nach der radikalen kritik der bewegung. und die medien fanden die riots in zürich gar nicht lustig…
die sich nach der demo 2001 vollziehende spaltung der bewegung fand unter anderem aufgrund des medialen drucks statt… auch wegen einer gewissen perspektivenlosogkeit der bewegung im jahre 2002, wo das wef eben nicht in der schweiz stattfand.

im jahre 2003 wurde die mobilisierung dann so richtig unter ein grosses dach gezwängt, das sogenannte oltener bündnis. das war der versuch, „den widerstand gegen das wef in die breite zu tragen“. Rückblickend war das ein desaster, nicht „nur“ wegen dem folgenden einbruch in der mobilisierungsstärke. vor allem aus anderen, inhaltlichen gründen. Auch war die „spaltung von Landquart“ eher eine spaltung aufgrund der bereitschaft, bullenkontrollen zu akzeptieren oder nicht.
Dass die mediale berichterstattung nach den riots von bern nicht „auf unserer seite“ war, erstaunt ja wohl nicht. dass die inhaltliche kritik in in den riots unterging, war eine bewusste entscheidung der verantwortlichen redakteure und dient der erhaltung des status quo. das wef erhält nicht wegen ein paar riots neuen zuspruch!

im jahre 2004 kam es zu einer inhaltlichen spaltung der bewegung. nach den erfahrungen mit dem oltener bündnis entschied sich ein teil der bewegung, sich im revolutionären bündnis zu organisieren. erstmals ging es darum, einer anderen strömung der bewegung inhaltlich und auch „auf der strasse“ etwas entgegenzusetzen. die blockadeversuche waren getragen von einem bündnis, das sich dem zivilen ungehorsam verpflichtete. auch die gewerkschaften und die grünen fühlten sich noch betroffen, waren sie doch im vorjahr im oltener bündnis organisiert. das rebü wollte unbewilligt nach davos, falls die bullen kontrollen aufbauen wollten in landquart sollte der zug- und autoverkehr lahmgelegt werden. blockade als druckmittel. der versuch scheiterte, es kam zu einer bewilligten demo in chur und zu einer kleinen demo in davos.

dann, im jahre 2005, wurde erstmals nicht mehr versucht, in davos zu demonstrieren. dieser entscheidung gingen viele diskussionen voran, nicht alle waren zufrieden. die entscheidung fiel: demo in der landeshauptstadt, weil niemand durch die „schleuse von fideris“, eine eigens aufgebaute kontrollstelle der bullen auf dem weg nach davos, durchlaufen wollte. als die bullen die demo nur unter unannehmbaren konditionen bewilligen wollten, entschloss mensch sich zu einem dezentralen aktionstag. und ja, die grössere mediale resonanz ging einher mit inhaltlicher verschiebung hin zu reformismus und offiziellem gewaltverzicht. die demobilisierende wirkung dieser „aktionsform“ hat vor allem inhaltliche gründe, nicht die schwierigkeiten, sich einzuklinken! die inhaltliche verschiebung von widerstand hin zu kritik hatte zur folge, dass das wef an sich nicht mehr angegriffen werden sollte.
die „parallelen“ demos in basel waren vor allem als inhaltlicher gegenpunkt zu den „no-demo“ geschichten in bern gedacht.

der bericht verschleiert inhaltliche differenzen innerhalb des widerstands, die zu „spaltungen“ und unterschiedlichen konzepten gegen das wef geführt haben. der versuch, alle unter ein dach zu bringen, ist im jahre 2003 kläglich gescheitert. seither gibt es menschen in der schweiz, die sich solchen tendenzen entschlossen entgegenstellen. deshalb, unter anderem, ist der widerstand gegen das wef heute so „schwach“. wobei vielleicht dieses jahr, wo mehr oder weniger alle ihr eigene suppe gekocht haben, auch wenn gross bündnis draufsteht, neue möglichkeiten eröffnet. denn eine radikale opposition gegen das wef müssen wir uns in der schweiz erstmal gegen die „eigene bewegung“ erkämpfen, damit neue möglichkeiten sich eröffnen.

und dann:
warum sind alle zahlen in eurem bericht nach oben aufgerundet? es sind doch überall genaue zahlen verfügbar…
und die inhaltliche ausrichtung der kritik am wef, die anknüpfungspunkte im alltag sucht und scheinbar vom berner bündnis jetzt so vetreten wird, die besteht so seit 2003… gut, aber nix neues…


AutorIn: werwiewas
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