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 :: das Strassenfest in Luzern ::
05-12-2007 21:13
AutorIn : grünfisch : http://
Die umstände im Sonnenberg. Erlebniss vom 1. Dezember in Luzern
Wie schon erwähnt wurde das Vogelgärtli um 20 Uhr von Polizisten umstellt. Es gab keine Möglichkeit irgendwie zu flüchten.
Da das Vögelgärtli Öffentlich ist, sind auch Personen verhaftet worden, die nicht damit gerechnet haben.

Egal wer es war: Kinder, Jugendliche und mindestens eine Schwangere Frau befanden sich im Kessel. Es ist bekannt, dass die Schwangere Frau nach langem Diskutieren rausgelassen wurde.
Einige Personen kamen mit dem Druck nicht klar, der ausgeübt wurde und waren mit ihren Nerven am Ende.

Menschenketten die gebildet wurden, sind mit Gewalt auseinandergerissen worden, obwohl immer wieder zu einer friedlichen Lösung aufgerufen wurde.

Den jungen Polizisten wurde gezeigt, wie die Personen festgenommen werden müssen um ruhig gestellt zu sein.

Die Personen wurden in den Sonnenberg abgeführt. Die engen Räume waren von Anfang an viel zu warm, die erste Wasserversorgung wurde erst nach ca. 2-3 Stunden gewährleistet, aufs WC konnte man erst nach langem warten.

Die Räume von ca. 5m länge, 2,5 breite und einer schrägen Mauer hatten nur drei kleine Öffnungen für Luft und es wurden ca. 20 oder noch mehr Personen in einem solchen Raum untergebracht.

Bei einigen Personen waren die Kabelbinder so eng gebunden, dass sie die Hände nicht mehr gespürt haben. Bei einigen konnten die Kabelbinder mit Messern aufgeschnitten werden, denn das Verlangen nach einer Schere ist verweigert worden.

Als einige um zwei Uhr nach mehreren Stunden zur Kantonspolizei Luzern gebracht wurden, kamen ca. noch einmal 10 Personen, die Verhaftet wurden in den Bunker.
Es wurde ihnen gesagt, dass sie die Nacht in den engen Räumen verbringen.
Das ist doch Krank, noch mehr Personen kein Wunder gab es Aufstände!!!

In einem Gespräch von Polizisten ist gesagt worden, dass es nur eine Übung sei.

Geplant war es, dass die Personen, die zur Kantonspolizei gebracht wurden später wieder in den Bunker mussten, doch im Sonnenberg gab es zu viele Personen.

Bei den Polizisten konnte man beobachten, wie aufgeregt sie waren, ein verspannten Gesicht nach dem anderen.
 :: 7 Inhaltliche Ergänzungen : > Ergänze diesen Artikel (.onion )
  keine chance zum entkommen?
06.12.2007 11:20  
das würd ich aber nicht unterschreiben. wir waren nicht vorbereitet. das ist alles. siehe rostock fünf finger system. zudem waren die leute am megaphon gänzlich überfordert und ohne plan. schade da hätte mensch mehr daraus machen können...


AutorIn: teilnehmer
  erinnerungen an landquart-cooptiefgarage
06.12.2007 13:44  
was meinerseits schon als normal angesehen wurde, könnte für die gesetzeshüter schon bald nach hinten losgehn. wurde in landquart noch kritiklos gekesselt, in lugano kritiklos verhaftet, scheint das fass dank luzern kurz vorm überlaufen. erstmals wird nicht mehr nur die polizeinotiz 1zu1 abgeschrieben, nein, es wird endlich kritik an den übereifrigen sicherheitsbehörden geübt.
das thema verhältnismässigkeit wird nicht mehr mit aufbauischem gefahrenpotenzial überspielt, fast ein wunder im vergleich zu den zustimmenden worten der letzten jahre nach jedem kessel.
die nächste em08 übung wird wohl am wef stattfinden, mal schauen ob sie bis dann wieder auf den boden gekommen sind, unsere lieben sicherheitsparanoiker...

mfg bis im januar ;-)


AutorIn: pow löli
  WOZ Artikel
06.12.2007 18:49  
Luzern
Das Aufwärmtraining
Von Dinu Gautier

Eine solche Verhaftung gab es im Kanton noch nie: Die Polizei hielt 245 DemonstrantInnen eine Nacht lang in einer Zivilschutzanlage fest. Verantwortlich dafür war der Euro-08-Sicherheitschef.

Luzern hatte sich herausgeputzt, um der europäischen Fussballelite zu gefallen. Da gab es keinen Platz für eine mobile Strassenparty, mit der Jugendliche gegen die Schliessung des Kulturzentrums Boa und für den Erhalt von alternativem Wohnraum demonstrieren wollten (siehe WOZ 44/07). Auch wenn sie nur zufällig am Vorabend der Euro-08-Auslosung stattfinden sollte. Hunderte PolizistInnen aus der ganzen Zentralschweiz kesselten am Samstag die DemonstrantInnen schon bei der Besammlung um 20 Uhr ein. Diese reagierten mit Sprechchören: «Wir sind friedlich - was seid ihr?» Die Antwort kam postwendend: Teilweise unter Pfefferspray- und Schlagstockeinsatz wurde jedeR einzeln aus der Menge gezerrt und anschliessend gefesselt.

Ausgesetzt am Stadtrand

Polizeiwagen brachten die meisten der 245 Verhafteten in die grösste Zivilschutzanlage der Schweiz - den «Sonnenberg». Die unterirdische Anlage war einst erstellt worden, um beispielsweise bei einer atomaren Katastrophe bis zu 20 000 Menschen unterbringen zu können. Nun «beherbergte» sie eine Nacht lang die Verhafteten, wobei sie ihnen alles andere als Schutz bot.

Er sei zunächst mit über vierzig Personen während längerer Zeit gefesselt in einer heissen Zelle festgehalten worden, erzählt der 22-jährige David Roth, Vorstandsmitglied der Juso Luzern. Dort habe es kein Wasser und keinen Toilettenzugang gegeben. «Der Zellenboden wurde zu einer einzigen Urinpfütze.»

Auch der 32-jährige Dirk, der zum ers­ten Mal in seinem Leben verhaftet wurde, erlebte eine anstrengende Prozedur. Die PolizistInnen seien überfordert gewesen, es habe ein allgemeines Chaos geherrscht, und einzelne Inhaftierte seien im Laufe der Nacht regelrecht durchgedreht. «Mit der Zeit war ich total fertig und wollte nur noch raus.» Nach 6 Uhr früh hätten ihn Polizisten zum Vorort Kriens gefahren und dort «ausgesetzt», obwohl er in Luzern wohne.

Zivilschutz hilft mit

Eins ist klar: Eine solche Verhaftungsaktion gab es im Kanton Luzern noch nie. Schweizweit ist sie höchstens mit dem «Kessel von Altstetten» von 2004 vergleichbar, wo über 400 FC-Basel-Fans verhaftet wurden, als sie in einem Extrazug zum Auswärtsspiel in Zürich hatten reisen wollen.

Und damit zurück zur Euro und zum Fussball: Vor einer Woche durften ausgewählte Schweizer PolizistInnen in Baden-­Württemberg mit ihren deutschen KollegInnen die Verhaftung von Hooligans für die Euro 08 üben. Mit dabei war Beat Hensler, Präsident der Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten. Am Freitag wird er den Medien gemeinsam mit Samuel Schmid das Sicherheitskonzept zur Euro präsentieren.

Am Samstag in Luzern war Hensler der «Führungsverantwortliche» für den Sonnenberg. Hier standen ihm neben den eigenen Beamten zwar keine ausländischen Ordnungshüter zur Verfügung, er konnte aber auf die Hilfe einer unbekannten Anzahl Zivilschützer zählen. Der Zivilschutz wird auch während der Euro 08 zusammen mit Tausenden Militärangehöriger die Polizei unterstützen. Polizeiliche Kompetenzen hat er dabei aber nicht.

Wie eine solche Unterstützung während der Euro 08 aussehen könnte, haben die Gefangenen vom Sonnenberg erlebt. Als sich David Roth nackt ausziehen musste, sei ein Zivilschützer neben dem durchsuchenden Polizisten gestanden und habe zugeschaut. Später habe ihn ein Zivilschützer gar im Auftrag der Polizei mit einer Polaroidkamera fotografiert. Diese Beobachtung bestätigen weitere Zeugen. Der WOZ liegt ausserdem ein Video vor, das mit einem in die Anlage geschmuggelten Handy aufgenommen wurde. Es zeigt, wie Zivilschützer Plastiktüten durchsuchen. Sie enthalten Gegenstände, welche den Gefangenen vorher abgenommen wurden.

Die Polizeidirektorin der Stadt Luzern, Ursula Stämmer-Horst (SP), betont hingegen, der Zivilschutz habe «keine polizeihoheitlichen Aufgaben übernommen.» Sie bezeichnet den Polizeieinsatz vom Wochenende als verhältnismässig: «Luzern stand im Schaufens-ter, die ganze Welt blickte auf uns. Wir konnten und wollten kein Risiko eingehen.» Aber es habe sich nicht um eine Übung im Hinblick auf die Euro 08 gehandelt. Ob geplante oder ungeplante Übung: Die Zentralschweizer Polizeikräfte werden während der Euro die Polizei in Bern verstärken. Dann wird auch Bern «im Schaufenster stehen».

WOZ vom 06.12.2007


AutorIn: Lars
  an pow löli
07.12.2007 03:01  
dass der kessel zum ersten Mal wirklich thematisiert wird hat zwei gründe:

1.) sind die TeilnehmerInnen bis zum schluss friedlich geblieben.... somit können diese nicht als chaoten abgestempelt und somit jedes Vorgehen legitimiert werden!

2.) sind es wohl die luzerner bzw. die Aktion Freiraum die es geschafft hat sensationelle Medienarbeit zu leisten und es geschafft hat, die Medien für sich aktiv zu nutzen! davon könnten einige was lernen....


AutorIn: rebelde
  korrekt und herzlichen glückwunsch
07.12.2007 03:46  
von euch kann mensch noch einiges lernen, stimmt :) ... und dank der handykameras gibts sogar was zu glotzen, ein positiver aspekt moderner kommunikationstechnologie.... allen offensivinformierenden ein herzliches danke.

mfg


AutorIn: prisoner of war löli
  verhaftete Journis
07.12.2007 14:24  
Ich könnte mir denken, dass die kritische Berichterstattung auch dadurch ausgelöst wurde, dass bei dem Polizeieinsatz eben auch Journalisten verschiedener Zeitungen verhaftet wurden und ihnen somit mal einen "Einblick" ins Vorgehen abseits der Pressemitteilungen "ermöglicht" wurde.


AutorIn: zlak
  bla
07.12.2007 15:42  
journis, die verhaftet wurden:

-nlz--> trotzdem keine gute berichterstattung
-3fach-->sowieso immer kritisch; hat aber auch keine grosse mediale bedeutung, da kleines lokalradio
-20min-->dort hat's schon eher was gebracht!

der rest ist jedoch verdienst der medienarbeit der aktion freiraum.... (und dem martialischen vorgehen der polizei, denn sonst wärs wohl sowieso unmöglich gewesen, dat dieses thema in die nationale presse kommt!)


AutorIn: rebelde
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