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 :: Der zapatistische "Marsch" auf Atenco ::
 Themen | Krieg+Militarismus | Repression/Knast 08-05-2006 09:14
AutorIn : Roman Teak sowie weitere : http://
1 Marsch nach Atenco Der Artikel ist eine Teil-Übersetzung eines Artikels von Indymedia Chiapas. Der Originalartikel findet sich unter:  http://chiapas.indymedia.org/display.php3?article_id=121819
Also lest euch lieber auch nochmal das englische Original durch, da die Übersetzung es notwendig machte, einige Satzkonstruktionen umzuändern.

Die Übersetzung wurde von Roman Teak auf de.indymedia.org veröffentlicht. (  http://de.indymedia.org/2006/05/146109.shtml ) Die Bilder selbst sind von einem Medienaktivisten, welcher sich vor Ort befindet und sind im originalen Artikel nicht vorhanden. Diese wurden durch die Kopiererin hinzugefügt.
Sie zeigen die Demonstration/den Marsch, sowie den Delegado 0 beim präsentieren der Patronen. Im Text wurde an den entsprechenden Stellen auf die Bilder vermerkt.
1 Marsch nach Atenco
1 Marsch nach Atenco
2 Terrorista (spielt auf die von den Medien inszenierte Terrorismushysterie an)
2 Terrorista (spielt auf die von den Medien inszenierte Terrorismushysterie an)
3 Marsch nach Atenco
3 Marsch nach Atenco
4 Delegado 0
4 Delegado 0
5 Delegado 0 mit den gefundenen Patronen
5 Delegado 0 mit den gefundenen Patronen
6 Delegado 0 mit den gefundenen Patronen
6 Delegado 0 mit den gefundenen Patronen
(.....)

Am Nachmittag war Atenco eine besetzte (occupied) Stadt. Brandspuren und zersplittertes Glas, tausende von Polizisten die Wache stehen, in den Türöffnungen lehnen, in den Treppenhäusern liegen und schlafend im Schatten des 'central plaza' verstreut sind. Dennoch war das Klima sehr angespannt.
(...)
Um 5:30 am Nachmittag, state und federal police hoben die "Belagerung" auf, kletterten in ihre Trucks und fuhren davon.

Zapatistas March to Antenco
Am Donnerstag abend riefen die EZLN, sowie lokale Gewerkschaften und Studentenorganisationen zu einem "Marsch" von der Universität von Chapingo nach Atenco am Freitag um 4 Uhr Nachmittags auf.

Um 4 Uhr nachmittags erreichte Marcos die Universität - das Haus in Mexico indem er von Polizeikräften und 'federal intelligent officers' seit Mittwoch Abend umgeben war verlassend.
Etwa tausend Menschen hatten sich zum Zeitpunkt seiner Ankunft bereits zusammengefunden.

Um etwa 5 Uhr verließ der "Marsch" Cahpingo mit etwa zweitausend Menschen. Doch er wuchs weiter an.
Auch wenn man auf Straßenüberführungen stand, war es unmöglich das Ende des "Marsches" zu sehen, welcher den Highway in Richtung Atenco bedeckte. Schätzungen von lokalen Reportern reichen von 4000 bis 10.000 Menschen zu dem Zeitpunkt als er schließlich in Atenco ankam. (Siehe dazu Fotos 1-3)

Als er die Stadt Texoco durchquerte, wo die Gewalt am Mittwoch begann, schlossen die Einheimischen die "Metaltüren" welche benutzt werden um Nachts die Fenster zu bedecken. Damit machten sie die Angst in Texoco sichtbar und hörbar. In den vier Montaen der "Anderen Kampange" ist noch nie etwas wie dies passiert. Dennoch erwartete die Polizei die Demonstranten ("marchers") nicht.
Ein paar Motorradpolizisten fuhren ihm voraus und einige Trucks mit Bundespolizei ("federal police") folgten ihm.

Die Demonstranten erreichten Atenco ohne Konfrontation mit der Polizei. Auf dem "central plaza" hatten sich mehrere "local community leaders" und Eltern, deren Kinder geschlagen und verhaftet wurden sprachen mit der Menge die den Platz füllte.

"Mein Junge war auf seinem Weg zur arbeit, als sie sich ihn geschnappt haben," sagte eine Frau, "ist das Gerechtigkeit?"

Subcommandante Marcos griff die Medienmanipulation der Gewalt in Atenco an und beschuldigte die Regierung, die Zeitungen, sowie die Programmdirektoren von Fernsehen und Radio anzuweisen, Bilder der Polizeibrutalität zurückzuhalten, während sie immer und immer wieder die gleichen Bilder von Demonstranten, welche Polizisten schlagen veröffentlichen.

Marocs hielt fünf leere Shotgun Patronen in die Luft, ("most likely slug shells"), die von Einheimischen nach der Belagerung gefunden wurden. "Hier ist der Beweis dafür, wer den Jungen getötet hat," sagte Marcos. (Siehe dazu Fotos 4-6)

Er bot an, die Patronen Reportern von "Televisa" und "TV Azteca", der größten Mediengesellschaft Mexicos, zu übergeben, aber die Reporter weigerten sich, sich zu identifizieren. Marcos sagte, er würde jedem Reporter, der zustimmen würde sie ungeschnitten und uneditiert ("without cuts or edits") zu senden ein Interview geben. Damit signalisiert er einen Veränderung in der Zapatistischen Medienstrategie während der "Anderen Kampagne" die bisher so aussah, dass alle Interview-Anfragen abgewiesen wurden.

Marcos versicherte erneut die Zapatistische Unterstützung für Atenco und seine politischen Gefangenen.

"Ihr seid nicht alleine," sagte er, "und wir werden weiterhin im ganzen Land mobilisieren, bis alle politischen Gefangenen befreit sind."

Er beschuldigte zudem die Regierung die Repression geplant ("plotting the repression") zu haben:
"Warum waren die Polizisten bereit hier anzugreifen, wenn das Problem in Texoco war," fragte er, "Weil sie wieder den Flughafen² wollen und weil sie kommen um euer Land zu holen."


Marcos sagte, dass die Teilnehmer der anderen Kampagne auf unbestimmte Zeit in Mexico Citybleiben würden und rief zu einer nationalen
öffentlichen Zusammenkunft in Atenco in den nächsten zwei Tagen auf.


Anmerkungen:
² Die Menschen in Atenco haben sich vor einigen Jahren erfolgreich gegen den Bau eines Flughafens gewehrt. Darauf wird hier angespielt-
 :: 4 Inhaltliche Ergänzungen : > Ergänze diesen Artikel (.onion )
  weiter links und artikel zu protestaktionen etc.
08.05.2006 09:30  
Feature auf indymedia.org :  http://www.indymedia.org/en/2006/05/838852.shtml

Fotos & Bericht vom Marsch nach Atenco:  http://chiapas.indymedia.org/display.php3?article_id=121871

ALTO A LA REPRESIÒN EN ATENCO :  http://chiapas.indymedia.org/display.php3?article_id=121689

Solidaridad con Atenco y contra la Represión desde Morelia:  http://chiapas.indymedia.org/display.php3?article_id=121700

La Otra: Evento en la Merced:  http://chiapas.indymedia.org/display.php3?article_id=121722

Concentración en el consulado de México en Barcelona:  http://chiapas.indymedia.org/display.php3?article_id=121733

Protesta delante del Consulado de Mexico en Venezia:  http://chiapas.indymedia.org/display.php3?article_id=121742

Pintas en SanCrisBosnia en apoyo a los compas de Atenco :  http://chiapas.indymedia.org/display.php3?article_id=121744

Protesta en Dinamarca frente a la Embajada Mexicana :  http://chiapas.indymedia.org/display.php3?article_id=121790

La Otra Campaña en Guanajuato con los compañeros de San Salvador Atenco :  http://chiapas.indymedia.org/display.php3?article_id=121802

Marcha en apoyo a Atenco - 5 de mayo:  http://chiapas.indymedia.org/display.php3?article_id=121830

Protesta en la Fira del Turisme en Barcelona en solidaridad con Atenco:  http://chiapas.indymedia.org/display.php3?article_id=121839

El Gobierno Mexicano, un ejemplo de democracia neoliberal, nacional catolicista. :  http://chiapas.indymedia.org/display.php3?article_id=121843

sancristobal se moviliza en apouo aa lo presos de Atenco:  http://chiapas.indymedia.org/display.php3?article_id=121856

4o. Congreso Nacional Indígena en San Pedro Atlapulco, Mex.:  http://chiapas.indymedia.org/display.php3?article_id=121877

Plantón y huelga de hambre en el penal de Santiaguito:  http://chiapas.indymedia.org/display.php3?article_id=121888

REPUDIO Y ESCRACHE EN LA EMBAJADA DE MÉJICO EN ARGENTINA:  http://chiapas.indymedia.org/display.php3?article_id=121897

TODOS SOMOS ATENCO:  http://chiapas.indymedia.org/display.php3?article_id=121909


AutorIn: whatever
  Verschwunde JournalistInnen in Atenco Mexico
08.05.2006 09:35  
WICHTIGER AUFRUF!!! Ruft die Botschaften und Konsulate von México, Chile und Deutschland an!

? In der Migrationsbehörde in Mexiko Stadt sind fünf in Atenco verhaftete AusländerInnen ?verschwunden?
? Vier davon arbeiten für freie Medienprojekte, ein Verschwundener ist Student der anthropologischen Fakultät ENAH in Mexiko Stadt
? Eine Betroffene ist Mitarbeiterin des Zentrums Freier Medien in Mexiko Stadt (CML) und arbeitete an einem Filmprojekt mit Maria Novara. Sie wurde von der Polizei sexuell belästigt

Mexiko Stadt. 5. Mai 2006. Zentrum der Freien Medien (CML) in México Stadt. 19:30
Die fünf während des polizeilichen Übergriffs auf Atenco festgenommenen AusländerInnen verschwanden vor einigen Minuten auf dem Weg von der Migrationsbehörde in Iztapalapa zum internationalen Flughafen. Es handelt sich dabei um die Studentin der Nationalen Schule für Anthropologie und Geschichte (ENAH) Mario Alberto Aguirre Tomic aus Chile und folgende Journalisten: die deutsche Journalistin Samantha Dietmar, Maria Sostres Torrida und Cristina Vals Fernandez ? beide aus Spanien, sowie Valentina Palma Novoa, aus Chile ? (Dokumentar)Filmemacherin, die gerade an einem Projekt von María Novaro mitarbeitete und Studentin des Zentrums für Filmfortbildung (Centro de Capacitación Cinematográfica) ist.
Am Morgen des 4. Mai wurden die Genannten festgenommen, als sie versuchten, für akademische Projekte und für die freien Medien den blutigen Übergriff auf die Gemeinde San Salvador Atenco zu dokumentieren, bei dem 5000 Polizeikräfte (kommunale, bundesstaatliche und föderale) im Einsatz waren. Fernsehaufnahmen haben den Moment der Festnahme festgehalten, als Polizeikräfte brutal auf die fünf Betroffenen einschlagen obwohl diese keinerlei aggressives Verhalten gezeigt haben und deutlich erkennbare Ausweise trugen, die ihre Arbeit als freie Journalisten bestätigten.
Während des Übergriffs und des gesamten Tages wurden die festgenommenen Männer und Frauen heftig geschlagen, sexuell belästigt und auch vergewaltigt. Es gibt viele Schwerverletzte und über 60 Verschwundene zu denen auch die erwähnten fünf StudentInnen und ausländischen JournalistInnen gehören. Die Migrationsbehörde verweigert Auskunft über den Verbleib der Verschwunden zu geben und behauptet, die Betroffenen würden weder bei ihnen noch auf anderen Behörden festgehalten. In Anbetracht der Aggressionen gegenüber der Zivilbevölkerung während der vergangenen Tage ist um das Leben und die körperliche Unversehrtheit der Verschwundenen zu fürchten.
Während der Festnahme von Valentina Palma ? Tochter eines Exilchilenen ? begann sie zu schreien ?Ich bin Valentina Palma?, eine der eingeübten Regeln aus der Zeit der Diktatur für Personen, die einer Repression ausgesetzt sind. Auf diese Weise kann man eine Person nicht ohne weiteres verschwinden lassen, da die Leute in der Nähe mitbekommen, dass gerade jemand festgenommen wurde. Valentina verschwand zusammen mit den vier übrigen Genannten und alle schrien ihre Namen.

Für weitere Informationen:

 http://cml.vientos.info
 http://www.enlacezapatista.ezln.org.mx
Chiacchiera con i tuoi amici in tempo reale!
 http://it.yahoo.com/mail_it/foot/*http://it.messenger.yahoo.com


AutorIn: kopiererin | Web:: http://de.indymedia.org/2006/05/146048.shtml
  Blumen und Macheten
08.05.2006 09:36  
Repression in Mexiko! Reaktion in Deutschland!!! (und der Schweiz)

Am Morgen des 3. Mai kam es in der Gemeinde San Salvador Atenco, nahe Mexiko Stadt zu schweren Zusammenstößen zwischen Polizei und einer kleinen Gruppe von BlumenverkäuferInnen und Campesin@s. Dabei erschoss die Polizei einen 14-jährigen Jungen. Die Aufständischen nahmen mehrere Polizisten als Geiseln. Die Verletzen unter ihnen wurden später freigelassen, die übrigen befreit.
Die StraßenhändlerInnen sollten einem Wal-Mart weichen, obwohl sich ihr Stände seit über 16 Jahren an diesem Platz befinden. Am 2. Mai hatten sie jedoch mit dem Stadtrat ausgehandelt, wie gewohnt an ihrer angestammten Straßenecke Blumen zu verkaufen. Polizeieinheiten versuchten aber dies zu verhindern und empfingen die HändlerInnen und ihre UnterstützerInnen mit Tränengas. Vor allem die Campesin@-Organisation Frente de Pueblos en Defensa de la Tierra, die Front der Dörfer in Verteidigung der Erde (FPDT), Mitglied der otra campaña, der ?anderen Kampagne? stellte sich der Polizei mit Macheten entgegen. Um das Eintreffen von weiteren Polizeieinheiten zu verhindern wurden Zufahrtsstraßen mit brennenden Autoreifen blockiert. Am Abend zog sich die Polizei nach erfolglosen Versuchen in die Gemeinde einzudringen mit über hundert Festgenommen zurück. Indessen rief Subcomandante Marcos auf einem Treffen in Mexiko Stadt dazu auf, die Aufständischen in Atenco zu untersützen. Daraufhin trafen vor allem StudentInnen der UNAM und Punks der zapatistischen Karawane in Atenco ein. Die ganze Nacht über wurden Molotovcocktails abgefüllt und Steinplatten in handliche Wurfgeschosse zerkleinert.
Zwischen fünf und sechs Uhr morgens griff die Polizei die Barrikaden mit circa 5000 Mann von zwei Seiten aus an. Die Straßensperren fielen innerhalb von Minuten. Nach etwa einer Stunde hatten die Sicherheitskräfte Atenco vollständig eingenommen. Wer nicht Schutz in einem der Häuser fand wurde von der Polizei brutal zusammengeschlagen. Ein Student erlitt Schussverletzungen am Kopf und liegt derzeit im Koma. Zum Teil reglose Körper wurden stapelweise auf die Ladeflächen der Polizeiwagen geworfen. In den folgenden Stunden wurde die Gemeinde systematisch nach weiteren Flüchtigen durchsucht. Türen wurden eingetreten und noch einmal über 100 Menschen festgenommen. Schon auf dem Weg in die Gefängnisse wurden zahlreichen Männern und Frauen Säcke übergestülpt, sie wurden entkleidet, schwer misshandelt, sexuell missbraucht und vergewaltigt. Unter den Opfern befanden sich auch Menschen aus Chile, Deutschland und Spanien, die mittlerweile deportiert wurden.
Noch immer kommt es in Atenco und Mexiko Stadt zu Verhaftungen. Die Situation der meisten Gefangenen ist ungewiss. Es gibt jedoch Berichte von weiteren Misshandlungen und Vergewaltigungen. Außerdem werden 80 Personen vermisst. Die Zapatisten haben angesichts der Übergriffe in Atenco die otra campaña bis auf weiteres ausgesetzt und ?Alarmstufe Rot? für die zapatistischen Gemeinden in Chiapas ausgerufen. Subcomandante Marcos hat bekannt gegeben, bis zur Freilassung aller Gefangenen in Mexiko Stadt zu bleiben und zur internationalen Solidarität mit den Betroffen aufgerufen.

Und hier einige Anregungen:

- Besucht, besetzt, bespamt die mexikanische Botschaft in Berlin (Klingelhöferstraße 3,  mail@embamexale.de), oder die mexikanischen Konsulate in Bremen, Frankfurt, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart.

- Beklaut, belagert, boykottiert und beschmiert den Wal-Mart in eurer Nähe!

- Verbreitet diesen Aufruf und lasst eurer Phantasie und Wut freien Lauf!



Gracias,
EZLI (Ejercito Zapatista Liberación Internacional)


AutorIn: kopiererin
  ZNET: Marcos: "Wir bleiben in Atenco bis alle Gefangene
08.05.2006 15:57  
San Salvador Atenco, Bundesstaat Mexiko, 5. Mai. Subcomandante Marcos kehre heute nach San Salvador Atenco zurück, und auch wenn der dortige Empfang nicht so gewaltig ausfiel wie am 26. April, war die Zahl der Menschen, die er mit sich brachte, fast so groß wie jene derer, die ihn bei dieser Gelegenheit erwartet hatten. Die Botschaft der Demonstranten lautete "Ihr seid nicht allein". Er gab bekannt, dass er in Mexiko Stadt bleiben und an den Aktionen teilnehmen wird, bis alle Gefangenen befreit worden sind.

"Gestern und heute waren wir Zeugen einer wahren Lügen- und Lynchcampagne gegen die Frente de Pueblos en Defensa de la Tierra (Volksfront zur Verteidigung des Landes) und der Bevölkerung von San Salvador Atenco. Mit manipulierten Bilder, Fotos und Worte, stellen sich die Massenmedien im Dienst der Lüge. Ein Pressesprecher sagte, er glaube nicht an Zufälle. Er glaubt genauso wenig an die Wahrheit. Natürlich Es ist offensichtlich, dass jene, die für diese Lügenkampagne der Massenmedien zahlen das Geld haben, und wir nicht. Die von Oben, die diese Kampagne finanzieren, stehen nicht auf der Strasse, sie arbeiten nicht in den Fabriken und auf den Feldern, sie leben nicht in den Bergen; wir sind es, jene von unten, die das alles tun. Die Massenmedien führen eine Verleumdungskampagne gegen gute und edle Menschen aus.

"Die Compañeros der FPDT sind Anhänger der Anderen Kampagne, und halten sich an das Versprechen, dass wir uns gegenseitig helfen müssen. Die Compañeros von Texcoco baten sie um Hilfe, weil sie vertrieben werden sollten. Diese Compañeros und Compañeras ersuchten um ein Dialog mit den Bezirkspräsidenten von Texcoco, der zur PRD gehört, und dieses Recht wurde ihnen verweigert, man drohte ihnen mit Vertreibung. Ignacio del Valle, machte sich mit einer Gruppe Männer und Frauen auf, um ihnen durch ihre Anwesenheit beizustehen, so wie das oft getan wird, in allen kleinen und großen Kämpfen von Unten. Wie sollen wir dieser Diskreditierungskampagne gegen diese Menschen glauben, die wir gut kennen, und die sie als Kriminelle hinstellen wollen, wenn wir sie in den schwierigsten Augenblicke an unserer Seite gesehen haben, und die uns stets nur ihre Kraft und ihre Unterstützung gegeben haben ohne irgendetwas im Gegenzug zu fordern."

An die versammelten Reporter und Kameraleute gewandt, die im Augenblick aufnahmen, fragte Marcos "Welches Pressemedium kann stolz darauf sein, Peña Nieto Stimme zu verleihen, ein Idiot und nun auch ein Mörder?" Die Massenmedien "leiten eine Schmierkampagne, und Sie führen sie aus; das einzige das Sie erreichen, ist der wachsende Hass und Unmut, der Ihnen entgegenschlägt. Es werden nicht ihre Bosse sein, die von den Beleidigungen und der Empörung getroffen werden, sondern Sie, die Kameraleute, Reporter, Fotografen, weil Sie die Firmen repräsentieren, die diese Falschdarstellung verkaufen- Hier unten glaubt keiner denen von Oben.

"Wieso meinen die Fernsehsender, die Radiostationen, die Zeitungen, dass wir ihnen glauben würden, wenn sie die Lüge nur oft genug wiederholen, wenn sie früher schon über alles gelogen haben, was unten vorgeht? Das einzige was sie erreichen, ist dass der Unmut wächst, und was gestern hier passiert ist, ist ein kleines Beispiel davon. Und es werden mehr folgen. Auf den ersten Bilder von den Festnahmen, konnte man eindeutig sehen, wie die Polizei Gefangene verprügelte, die bereits bewegungsunfähig waren; am Abend war bereits alles umeditiert; die prügelnden Polizisten waren nirgends mehr zu sehen. Wo sind diese Bilder abgeblieben? Wo sind die Verschwundenen abgeblieben? Wir vermissen zwei Compañeros. Einer ist der Sohn von Ignacio del Valle, sein Name ist César, und der andere ist Ulises Ríos. Sie sollen sie zeigen. Die Angehörige der Festgenommenen haben uns gewarnt, dass die Frauen vergewaltigt werden. Wo ist hier denn ihr Rechtsstaat. Was hat die Polizei hier in San Salvador Atenco zu suchen, wenn es ein lokales Problem in Texcoco gewesen ist? Sie tun das was wir schon letztes Mal gesagt haben, als wir hier ankamen, sie wollen dieses Land zurück, und sie wollen den Flughafen. Dafür haben sich die PRD, die PAN und die PRI eingebracht, und jetzt wollen sie ihre Debatten und Wahlkampagnen darum aufbauen, und um das Privileg wetteifern, wer vor dieser Ungerechtigkeit den Kopf in den Sand steckt, und wer ihr applaudiert und sich damit brüstet, ein hartes Eingreifen zu fordern."

Mit energischer Stimme fuhr er fort: "Hier unten glauben wir nichts davon, und das nicht nur, weil wir diese Menschen kennen, sondern auch weil wir das Vorgehen der Medien kennen. Wir bitten Sie, sich das hier anzusehen". In diesem Augenblick zeigte er fünf Gewehrkartuschen. "Das hier wird von der 'unbewaffneten' Polizei verschossen. Man hat uns fünf dieser Kartuschen überreicht. Hier ist der Beweis dafür, wie unbewaffnet die Polizei gekommen ist; der Beweis dafür, was diesen jungen Compañero getötet hat; der Beweis dafür, dass es nicht darum ging die Ordnung aufrechtzuerhalten, sondern Zerstörung und Tod zu verursachen. Das hier lässt die Polizei des Bundesstaates México zurück." Dann bot er eine der Patronen der Televisa an.

"Das ist die Wahrheit, die Unfähigkeit der PRD im Rathaus von Texcoco, vereint mit der von Peña Nieto und Vicente Fox. Aus drei Idioten wird ein Verbrecher, und der ist dann nach Atenco gekommen". Im Gegenzug, so fuhr er fort, "sind wir gekommen, Compañeros der Anderen Kampagne, denn Sie gehören zu uns, Ihre Gefangenen sind auch die unseren, und darüber hinaus, wurden auch Compañeros und Compañeras von anderen Organisationen verhaftet, die zu uns gehören. Wir kommen um Ihnen zu sagen, dass Sie nicht allein sind, dass wir im ganzen Land weiterhin Mobilisierungen durchführen werden, bis alle Gefangenen freigelassen, und alle Verschwundenen wieder aufgetaucht sind, bis alle Haftbefehle wiederrufen worden sind, und Atenco den Frieden zurückerhält, der an diesem Morgen und an diesem Tag geraubt wurde, als die es von der Staatspolizei und der Bundespräventivpolizei angegriffen wurde."

Ironisch meinte er: "3000 Polizeikräfte gegen 50 Personen, die sich auf diesem Platz befinden. Was für Helden, was für ein Rechtsstaat, was für ein Dreck! Was für ein Privileg, was für eine Ehre für die Regierung, einen Jungen zu töten. Welche Ehre Frauen zu schlagen und zu vergewaltigen, was für eine Ehre alte Menschen zu verhaften und zu verprügeln! Was für eine Ehre hat dieser Rechtsstaat? Wo war der Rechtsstaat zu der Stunde, als der Gouverneur (von Puebla, Mario) Marin ihn sich mit zwei Cognacflaschen erkaufte, zu der Stunde als Señora Sahagun ein Stück des Landes für ihre Söhne kaufte, zu der Stunde als diese Räuberbande, die oben ist, beim stehlen gefilmt und auf Video gezeigt werden?

Er warnte: "Wir werden weiterhin demonstrieren, weiterhin die Leute aufrufen ihnen nicht zu glauben. Gestern haben wir daran gearbeitet, damit in unsere Organisation, die EZLN, alles geregelt ist, falls hier irgendetwas passiert. Ich möchte sie davon in Kenntnis setzen, dass wir auf unbestimmte Zeit hier in D.F. bleiben werden, um an den Aktionen teilzunehmen.

"Mitarbeiter der Presse und Massenmedien: seit Beginn der Anderen Kampagne haben wir uns entschieden, es den Oberen zu überlassen sich um den ersten Preis für Mittelmäßigkeit schlagen. Wir haben niemanden Interviews gewährt, sondern den alternativen Medien den Vorzug gegeben. Ab sofort werden wir dazu übergehen allen Kommunikationsmedien Interviews zu geben, die garantieren, unser Wort ohne Kürzungen und Schnitte zu präsentieren. Um ein erstes Interview zu erhalten, müssen sie eine dieser Patronen veröffentlichen.

Minuten vorher, entrichtete der junge América del Valle, der von der Staats- und Bundespolizei gesucht wird, eine telefonische Botschaft, die auf dem Platz von Atenco wie aus den Tiefen einer Flasche klang: "Unsere Würde ist stärker als die Polizeihunde, die Schläge und das Gefängnis, und wir sagen ihnen: wir stehen hier weiterhin aufrecht. Sie haben uns nicht geschlagen, trotz ihrer Vergeltung! Wenn das organisierte Volk gestern ihr Megaprojekt verhindert hat, wird sich heute zeigen, dass es in Mexiko nicht nur ein Atenco gibt, sondern viele. Und wir sind alle empört und wütend, aber vor allem, entschlossen uns weiterhin gegen dieses repressive politische System zu organisieren. Heute mehr den je, haben wir Grund zu kämpfen, gegen die Mörder von Javier Cortés Santiago, gegen die Vergewaltiger und die Gefängniswärter dieses Landes, und gegen alle Lügner und Heuchler, die dieser Repression Beifall spenden ".

Die Strecke, die Subcomandante Marcos aus der Calle Zapotecos im Obreras Viertel der Hauptstadt, bis zur Universität von Chapingo zurücklegte, war eine Zurschaustellung polizeilicher Mobilmachung, und infolgedessen die angespannteste und gefährlichste Reise, die bisher im Rahmen der Anderen Kampagne geführt wurde. Gefolgt von mindestens 20 Fahrzeuge der jeweiligen Körperschaften, setzte er den Weg durch verschiedene Routen der Hauptstadt fort, und bog dann auf die Strasse Los Reyes - Texcoco. Gegen 16:00 Uhr durchbrach Delegado Zero den Polizeigürtel und erreichte das Haus, in dem er die letzten zwei Nächte verbrachte. Offiziellen Quellen zufolge, waren an dem polizeilichen und militärischen Aufmarsch 120 Kräfte der PFP, PGR, SEDENA, CISEN und Regierung beteiligt, ohne die Gerichtspolizei von D.F. und dem Bundesstaat México zu zählen.

In Chapingo wurde er von ca. 1500 Personen erwartet. Innerhalb einer Stunde, setzte Delegado Zero den Marsch Richtung Texcoco in Bewegung. Es war gegen 18:00 Uhr. Um diese Zeit war die Zahl der Demonstranten bereits auf 2000 Personen angewachsen. Bei der Durchquerung der Stadt Texcoco hatten sich ca. 4000 Menschen dem Zug angeschlossen. Mehrere Gruppen warteten bereits. Die Hauptslogans lauteten "Atenco, escucha, el pueblo está en tu lucha" (Höre Atenco, das Volk kämpft) und "Todos somos Atenco" (Wir alle sind Atenco).

Die Demonstranten riefen Sprüche gegen die Banken, die PRD Regierung von Texcoco, die politischen Kandidaten, die von ihren Wahlplakaten herunterstrahlten, und insbesondere gegen den Gouverneur vom México, Enrique Peña Nieto. Der Aufruf "Freiheit für die politischen Gefangenen" erhielt neue Resonanz. Viele Menschen, schlossen sich dem Zug an. "Wir wollen, dass alle freigelassen werden", riefen einige Frauen am Ran der Strasse Texcoco-Lecheria, und baten die


AutorIn: kopiererin | Web:: http://www.zmag.de/artikel.php?id=1794
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