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 :: Revolutionärer 1. Mai Berlin-Kreuzberg (SPONTANDEMOs) ::
 Themen | Anti-Kapitalismus/Globalisierung 03-05-2006 18:55
AutorIn : Kreuzberge Nächte sind lang!
Spontandemonstration Oranienstr. ca. 18.15 Uhr | Front-Transpi In Berlin-Kreuzberg gab es zum Revolutionären 1. Mai zwei große Spontandemos am Abend und die üblichen Auseinandersetzungen mit der Polizei.
Fotos, Bericht und Bilanz.
Spontandemonstration Oranienstr. ca. 18.15 Uhr | Front-Transpi
Spontandemonstration Oranienstr. ca. 18.15 Uhr | Front-Transpi
Spontandemonstration Oranienstraße, ca. 18.15 Uhr | Seitentranspi
Spontandemonstration Oranienstraße, ca. 18.15 Uhr | Seitentranspi
Spontandemonstration Oranienstraße, ca. 18.15 Uhr | Seitentranspi
Spontandemonstration Oranienstraße, ca. 18.15 Uhr | Seitentranspi
Feiernde Massen auf dem sog.
Feiernde Massen auf dem sog. "Myfest" in Kreuzberg
2. Spontandemo ab 20 Uhr, ca. 3000 TeilnehmerInnen
2. Spontandemo ab 20 Uhr, ca. 3000 TeilnehmerInnen
Alle Banken in Kreuzberg und drumherum mit Stahlplatten u.ä. geschützt
Alle Banken in Kreuzberg und drumherum mit Stahlplatten u.ä. geschützt
Bullen am Heinrichplatz
Bullen am Heinrichplatz
Bullen werden nicht ernst genommen
Bullen werden nicht ernst genommen
Kreuzberger Jugendliche mögen keine Bullen
Kreuzberger Jugendliche mögen keine Bullen
Glascontainer auf der Straße
Glascontainer auf der Straße
Widerstand gegen den Polizeistaat!
Widerstand gegen den Polizeistaat!
Oranienstraße
Oranienstraße
Oranienstraße
Oranienstraße
Container brennen in der O-Straße
Container brennen in der O-Straße
Punkrock in Kreuzberg :-)
Punkrock in Kreuzberg :-)
Revolutionäre 1. Mai 2006 in Berlin-Kreuzberg K36
Bilanz

mit Fotos

Ein Autonomes 1. Mai Plenum hatte zu einer unangemeldeten Demonstration um 18 Uhr auf dem Oranienplatz aufgerufen. Der gesamte Kreuzberger Kiez war bereits total voll von feiernden und neugierigen Massen wegen des sog. "Myfest" aber auch wegen dem traditionellen Fest mit Politständen auf dem Mariannenplatz, aber natürlich auch wie in jedem Jahr in Erwartung auf eine Revolutionäre 1. Mai Demo im Kiez.

Bereits vor 18 Uhr saßen Zivilpolizisten am Oranienplatz herum und kauten Sonnenblumenkörner oder taten so als ob sie Bier tranken. Angekündigt war es, eine Spontandemo am O-Platz schon bei Beginn verhindern zu wollen.
Derweil spazierten viele Menschen wegen der angekündigten Spontandemo Richtung O-Platz oder warteten in der Oranienstraße.

Jedoch ging es in für "Autonome" erstaunlicher Pünktlichkeit um ca. Punkt 18 Uhr am Rande des Oranienplatzes los, ein Transpi und zahlreiche Fahnen tauchten auf und im schnellen Tempo zogen ein paar hundert Menschen durch die Oranienstraße. Die Demo ging lautstark mit dem Transpie "Kein Krieg, Kein Hartz! Kein Demoverbot! 1. Mai - Straße frei" durch die Straßen im Kiez, zahlreiche Parolen wie "Hoch die Internationale Solidarität" oder "1. Mai Straße frei - nieder mit der Polizei" wurden gerufen, teils waren Menschen vermummt. Schnell schlossen sich immer mehr Menschen der Demo an, bei der 2. Runde durch das "Myfest", welches ebenfalls angekündigt hatte, mittels Bühnen und sog. "friedlich Feiernden" die Spontandemo verhindern zu wollen, waren es zwischen 1000 und 1500 Menschen.

Die Zivilpolizisten und PMS (Berliner Sondereinheit) und ihr Einsatzchef liefen irgendwann seitlich an der Demospitze und hatten vor, Menschen aus der Demospitze herauszugreifen um die Demo zu beenden. Jedoch mußte sich diese Zivieinheit bei der 2. Demorunde in der Oranienstraße zurückziehen, sie hatten die Order vom Polizeipräsident bekommen, zu diesem Zeitpunkt im Myfest nicht die Demo zu eskalieren, da sich bereits zu viele Demonstranten angeschlossen hatten und es natürlich auch überall Zustimmung von den ZuschauerInnen des Festes gab.

Diese Spontandemonstration führte auf das Mariannenplatzfest, wo sie dann aufgelöst wurde. Weitere Gruppen der Berliner Zivil-Sondereinheiten (PMS und Co) - ca. 50 wie es hieß, waren in der Naunynstraße und sind dann zum Mariannenfest geeilt um dort auf dem Fest als auch drumherum noch "OrganisatorInnen" der Spontandemo ausfindig zu machen, was ihnen allerdings nicht gelang. Es gab keine Festnahmen.
Protection 05 - arbeitslose Jugendliche die vom "Myfest", Kotti e.V., der Naunynritze (bezirkliches Jugendzentrum) und der Polizeidirektion 5 ausgebildet wurden, auch um sich DemonstrantInnen in den Weg zu stellen, hatten von ihrem Chef die Order bekommen, sich doch nicht einzumischen, damit sie nicht Ziel von Attacken durch "Autonome" oder durch MigrantInnen-Kids aus Kreuzberg werden - letztere haben ebenfalls kein Bock auf diese angehenden Hilfspolizisten. Im Internet wurde im Vorfeld ausführlich über die Funktion von Protection05 und dem Myfest als "Aufstandsbekämpfungsprojekt" aufgeklärt, so dass die Myfest-Organisatoren angesichts der breiten Zustimmung im Kiez für eine Revolutionäre 1. Mai Demo in K36 wohl kalte Füße bekommen hatten - sie wollten nicht zur Zielscheibe werden.

Das Myfest füllte sich immer weiter.

Inzwischen hatte sich auch Körting & Co und verschiedene Politiker diverser Parteien in ihrer Stammkneipe am 1. Mai, der Tapas-Bar "Sol y Sombra" westlich vom Oranienplatz eingefunden und sinnierten teils über alte Zeiten. Traditionell treffen sich in dieser Kneipe/Restaurant jedes Jahr die Politiker und Behördenmenschen um ebenfalls live am 1. Mai dabei zu sein, wahrscheinlich berichtete dort auch Bullenpräsident Glitsch von seiner Erfahrung, angeblich auf der 1. Spontandemo - zumindest seitlich und in Sichtweite mit der PMS-Sondereinheit - dabei gewesen zu sein.

Gegen 20 Uhr entstand spontan eine weitere Revolutionäre 1. Mai Spontandemonstration mit dem Fronttranspi: "Myfest ist Scheiße - Für einen Revolutionären 1. Mai". Die Demo wurde angeführt von zahlreichen Jugendlichen - es schlossen sich nach einer Runde durch den Kiez an den Bühnen vorbei immer mehr Jugendliche aber auch "Berufsjugendliche" jeglichen Alters an. Vor allem gab es jetzt die berühmte "Kreuzberger Mischung" von kurdisch-, türkisch- und arabischstämmigen Jugendlichen, Jungprolls, Präkarisierte, Studenten, Altprolls, Autonomen, Antifas, Punks, Revolutionäre-1.-Mai-Touristen aus verschiedenen Ländern usw. Inhalte wurden auf die Straße getragen indem durchgängig Parolen gerufen wurden, wie "Viva la Revolucion" "Hoch die Internationale Solidarität" "USA - Internationale Völkermordzentrale" "1. Mai Straße frei - nieder mit der Polizei" oder "Randale - Bambule - Rütlischule", "Abschiebung ist Folter, Abschiebung ist Mord" "Nie wieder Deutschland" , etc.
Die Demo drehte bis zur Dämmerung mehrere Runden durch den gesamten Kiez an sämtlichen Bühnen vorbei von wo aus sich immer mehr Menschen der Demo anschlossen, so manche Bühne am Rand begrüßte die Demo, bei den Kurden gabs revolutionäres Liedgut. Zeitweilig waren es ca. 3000 Menschen auf dieser 2. Spontandemonstration. Der Bullenpräsident hatte die Order an seine Zivil-Bullen-Einheiten herausgegeben auf keinen Fall diese Demonstration anzugreifen, damit den DemonstrantInnen kein "Anlaß geboten" werde, sie anzugreifen und somit das "Myfest" außer Ruder laufen würde.
Siehe Zeitungsartikel vom 2.5., Morgenpost, "Security-Projekt Ziel des Hasses der Autonomen"
 http://morgenpost.berlin1.de/ausgabe/2006/05/02/berlin/826377.html
Der Artikel bezieht sich unter anderem auf den Indymedia-Artikel über das Myfest-Aufstandsbekämpfungsprojekt:  http://www.indymedia.ch/frmix/2006/04/40255.shtml



Die Zivil-Bullen-Gruppen und PMS waren teils bekannt und konnten daher nicht unentdeckt agieren, da einige von ihnen mit Foto im Vorfeld auf einer Internetseite veröffentlicht wurden:  http://sondereinheit.fateback.com , wie ein Artikel auf Indymedia berichtete:  http://de.indymedia.org/2006/05/145183.shtml

Eine Einsatzzentrale wurde dieser Einheit von "Kotti e.V." (Kreuzberger Präventionsprojekt in Zusammenarbeit mit Quartiersmanagement und der Polizeidirektion 5) in der Adalbertstraße 87 zur Verfügung gestellt.

Irgendwo flogen die 1. Flaschen. Am Heinrichsplatz wurden die am Autohaus stehenden Bullenwannen mit Steinen und Flaschen angegriffen, als dies massiver wurde stürmte die 1. Einheit der Polizei auf den Mariannenplatz. Dort eskalierte die Polizei weiter so daß immer mehr Menschen sich an den Scharmützeln beteiligten. Die postierten Ziviaufklärer hatten keine Handhabe mehr. Irgendwann nach mehrmaligem Hin- und Her brannten die ersten Müllcontainer die in der Oranienstraße Richtung Görlitzer Bahnhof auf die Straße geschoben wurden. Das rießige Feuer und die Rauchschwaden machte immer mehr Menschen aus den umliegenden Straßen aufmerksam auf den Kampf gegen die Bullen so daß immer mehr hinzukamen als auch in anderen Straßen die sich nach und nach verteilenden Bullengruppen von Menschen angegriffen wurden bzw. versucht wurde, diese Bullen aus den Kiez zu drängen. Glascontainer sind umgekippt worden und am Görlitzer Bahnhof wurde ein Luxuswagen umgekippt und verbrannt.

Die Bühnen spielten wärend der Auseinandersetzungen mit den Bullen ihre Musik weiter und boten so gute Aufenthaltsflächen für alle, um sich von den Bullen zurückzuziehen. Erstmal war ein Flutlicht von den Bullen am Heinrichsplatz installiert worden, da der Platz wahrscheinleich von oben aus einer Wohnung südlich des Heinrichsplatz heraus von Bullen abgefilmt wurde.

Die Kosten für den Einsatz der 1200 Bullrn-Unterstützungskräfte des Bundes und anderer Bundesländer liegen bei 750 000 Euro.
Am 1. Mai gab es 107 Festnahmen, 66 Polizisten sollen verletzt worden sein, doppelt so viele als im letzten Jahr.

Video von Bullenbesetzung am Heinrichplatz:  http://www.interpool.tv/video/kreuzberg2006.wmv




Wie immer endete alles zu später Stunde, in irgendeiner Kreuzberger Lieblinkskneipe.

Fazit:

Eine Spontandemo und Revolutionäre 1. Mai Demonstration im Kreuzberger Kiez lässt sich nicht verbieten oder blockieren, auch nicht durch das Myfest - im Gegenteil: durch die vielen Menschen im Kiez ist es jederzeit möglich eine Demonstration anzufangen. Da es in diesem Jahr Drohungen seitens der Sicherheitsbehörden via Presse gab, hatten sich wohl viele bei der 1. Spontandemo relativ zurückgehalten bzw. wurden nicht so viele Transpis und Fahnen mitgenommen, um nicht im Vorfeld aufzufallen. Die 2. Demo, die mit ein paar Fahnen und einem Transpi gestartet wurde und schnell auf ca. 3500 Menschen anwuchs zeigte aber, daß es zu jeder Zeit ab 18 Uhr möglich ist eine große und lautstarke Demo zu organisieren, im nächsten Jahr sollten daher noch mehr Fahnen und Transparente in diese Demos mitgebracht werden, und Megafone.

Mit dem Revolutionären 1. Mai 2006 wurde eine weitere "Tradition" der Revolutionären 1. Mai Spontandemos in Kreuzberg 36 eingeführt: sich den Kiez nicht nehmen zu lassen und einfach mal auf das "überflüssige Ritual der Anmeldung" - wie es im Vorfeld in einer Pressemitteilung des "Autonomen 1. Mai Plenum" hieß, "zu verzichten"!

Im nächsten Jahr sind es 20 Jahre Revolutionärer 1. Mai und kurz danach sind die Proteste, Demos und Aktionen gegen den kommenden G8 Gipfel 2007 in Heiligendamm. Viele Gruppen haben bereits jetzt für den Revolutionären 1. Mai 2007 zu einer großen gemeinsamen Demo in Berlin-Kreuzberg aufgerufen, um einen Auftakt für die Anti-G8-Proteste im nächsten Jahr in Berlin am 1. Mai zu organisieren.

HERAUS ZUM REVOLUTIONÄREN 1. MAI 2007!
SPONTANDEMO: 18 UHR ORANIENPLATZ


HOCH DIE INTERNATIONALE SOLIDARITÄT!
 :: 12 Inhaltliche Ergänzungen : > Ergänze diesen Artikel
  Artikel enthält leider einige falsche Behauptungen
03.05.2006 19:53  
- das am abend war keine Spontandemo, sondern wie eingangs erwähnt, seit einigen Wochen geplant. Die Zahl der Teilnehmer lag bei etwa 500 und nicht bei 1500
- auf der 2. Demo am Abend (das war wirklich eine Spobtandemo) waren dann vielleicht noch mal 800 Leute - 3000 ist völliger Unsinn - was soll diese Lügerei?

Die einzige Demo, die an diesem Tag mehrere tausend Leute zusammenbrachte, war die Mayday-Demo, die von einem breiten Bündnis (organisiert überwiegend von anarchistischen, undogmatischen kommunistischen, autonomen Gruppen) organisiert wurde. Schätzungsweise nahmen dort zwischen 4000 und 5000 Leute teil.
Bericht und Fotos:  http://de.indymedia.org/2006/05/145224.shtml


AutorIn: Jemand aus Berlin
  realitätsverlust
03.05.2006 20:56  
zur ersten ergänzung:

du hast wohl den ganzen tag nichts besseres zu tun als unter ALLE berichte zum 1.mai in kreuzberg deine falschen behauptungen zu setzen. es scheint dir ja gar nicht zu passen daß es in berlin nicht nur mayday-party-veranstaltung gab sondern auch noch andere erfolgreiche aktionen (wenn man die entpolitisierte mayday-parade denn als erfolgreich ansehen will, denn erfolg hat nicht nur was mit der quantität sondern auch mit qualität zu tun, und auf der mayday-parade war z.b. nicht ein tranpsa oder eine parole gegen krieg. aber an krieg zu denken wenn man spaß haben will ist ja eh nur lästig).
auf der 18 uhr demo in kreuzberg waren 1500 leute, auf der 20 uhr 3000. da kannst du das noch so runterspielen, komm doch einfach mal nächstes jahr selbst nach kreuzberg, aber wahrscheinlich sind dir die leute da zu prekarisiert ;-)
trotz verbote, polizeiarmee, myfest-und mayday-befriedungskonzept:
die "spontanen" 1.mai-demos in kreuzberg sind die powervollsten und entschlossensten die man in berlin sehen kann - da wird auch das selbstbeweihräuchernde abfeiern der mayday-PARTY nichts dran ändern. da müssen sich einige wohl noch mal mit der linkspartei zusammen setzen, wie sich denn kreuzberg effektiver befrieden läßt...


AutorIn: graf zahl
  03.05.2006 21:56 = nerviger Maoist oder Bulle?
03.05.2006 21:34  
Mal abgesehen davon, daß Du ständig den Nick wechselst und jetzt mit "Graph Zahl" den Nick eines regelmässigen Indymedia-Schreibers geklaut hast (um wohl glaubwürdig zu erscheinen?), nervt dein Gespamme und Dein Gelüge. Sämtliche Indymedia-Berichte reden von wahlweise 200 bis 800 Teilnehmern. Der einzige, der hier mit diesen Fantasiezahlen kommt, bist du! Wenn du jetzt anfängst mit verschiedenen Nicks zu posten, machst du dich auch nicht gerade glaubhafter. Was willst du mit den Falschindomationen eigentlich erreichen? Alle, die dabei gewesen sind, wissen, wieviele Leute vor Ort waren und alle anderen glauben wohl eher den seriöseren Indymedia-Schreibern.


AutorIn: Jemand aus Berlin
  Zeitungsartikel: 200 bei Abend-Demo
03.05.2006 21:58  
"Dies galt auch für die Demo von 200 Autonomen, die spontan durch das Kreuzberger Kiezfest zogen - wie gewohnt mit roten Flaggen und schwarzen Kapuzen."
 http://www.taz.de/pt/2006/05/02/a0239.1/text.ges,1

"Rund 200 Störer zogen gegen 18 Uhr und noch einmal nach 20.30 Uhr hinter dem Banner "Myfest ist scheiße" ihre Runden durch den friedlich feiernden Kiez um die Oranienstraße. Die türkischen Tänzer räumten am Mariannenplatz unaufgeregt die Straße und lächelten die Aggression der "revolutionären" Demo weg."
 http://morgenpost.berlin1.de/content/2006/05/03/berlin/826568.html

"Nach mehreren friedlich verlaufenden Demonstrationen war es am Tag der Arbeit mit Einbruch der Dunkelheit zu den befürchteten gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. Aus einer Gruppe von etwa 600 zum Teil vermummten Jugendlichen am Heinrichplatz wurden Flaschen, Steine, Farbbeutel und Feuerwerkskörper auf die Polizeibeamten geworfen. Auch Besucher des Myfestes wurden belästigt. Zudem habe eine Barrikade aus Mülltonnen gebrannt"
 http://www.bbv-net.de/public/article/nachrichten/politik/deutschland/329936



Ich glaube das mit den angeblich 3000 bis 4000 auch nicht - soviele nahmen eher am Maydayumzug am Nachmittag teil:

"Seit dem späten Nachmittag zieht die erste EuroMayday-Parade Berlins durch die Stadtbezirke Kreuzberg und Neukölln. Der mehrere Kilometer lange Zug, an dem sich viele tausend Menschen beteiligen, übertraf alle vorherigen Erwartungen."
 http://de.indymedia.org/2006/05/145224.shtml


Warum beschimpfen Maoisten eigentlich Teilnehmer der eigenen Demo, wenn sie kritisiert werden? Was machen Maoisten mit Kritikern, wenn sie an der Macht sind?


AutorIn: Zeitungsartikel: 200 bei Abend-Demo
  an den jemand aus berlin
03.05.2006 22:03  
So ist das halt in Berlin-Kreuzberg am 1. Mai: alle haben Bock auf eine Revolutionäre 1. Mai Demo, und da reicht es aus zu einer spontanen Demo aufzurufen, die nicht angemeldet wird. Der Mayday in Berlin z.B. wurde sogar von der konservativen Presse beworben, als auch von Parteien, nur damit Potential aus Kreuzberg abgezogen wird. An Deiner Stelle würde ich mal überlegen, warum die Springerpresse ohne Hetze und allem zum Mayday aufgerufen hat, und gegen die angekündigte Spontan-Demo, die halt nicht brav bei den deutschen Behörden angemeldet wurde sondern im Gegenteil sogar von den Bullen verhindert werden sollte, so krass gehetzt wurde.

Gut nur dass die wirklich Präkarisierten auf so einen Quatsch nicht reinfallen und sich eben am Revolutionären 1. Mai abends in Kreuzberg beteiligen.

Und was soll dieser Schwachsinn dann noch im Nachhinein den Revolutionären 1. Mai schlecht reden zu wollen, genau wie das die Mayday-Leute schon im Vorfeld getan hatten, in dem sie den Schwarzen Peter der Gewalt der 18 Uhr Demo unterschieben wollten, um selbst keinen Stress von den Bullen und Behörden zu bekommen.



AutorIn: xxy
  @ xxy aka Artikelschreiber aka Lügner
03.05.2006 22:28  
"So ist das halt in Berlin-Kreuzberg am 1. Mai: alle haben Bock auf eine Revolutionäre 1. Mai Demo"

Alle? Oh? Kreuzberg hat nur 200 Einwohner? Na das ist mir aber neu.
Der Oberbrüller ist auf jeden Fall, eine seit Wochen angekündigte Demo als "Spontandemo" zu bezeichnen.



AutorIn: Jemand aus berlin
  Zur indy.ch Version und zum Thema allgemein
03.05.2006 22:30  
Grübel...

Nochmal "Spontandemos" in Kreuzberg... ein schon viel relativierter Artikel... jetzt in der Schweiz mit voll romantischer Bildparade...

Da wird ein überarbeiteter Artikel angekündigt. Ich denke: "Sicher Zahlenangaben und und und revidiert..." und sehe nach, aber stelle fest: Nichts von alledem. Weiterhin heißt es dort u.a.: "Zeitweilig waren es ca. 3000 Menschen auf dieser 2. Spontandemonstration. Der Bullenpräsident hatte die Order an seine Zivil-Bullen-Einheiten herausgegeben auf keinen Fall diese Demonstration anzugreifen, damit den DemonstrantInnen kein "Anlaß geboten" werde, sie anzugreifen und somit das "Myfest" außer Ruder laufen würde".

So ein Stuss auch. Nein, nein nein. Ich war da (wie andere auch, die das genau so wie ich sehen). NIEMALS 3000 und auch sonst kann Mensch bei Lektüre des Berichts an manchen Stellen nur noch rätseln: Syndrom des verblendeten Propagandisten? Berichterstatter mit galoppierenden (kollektiven) Realitätsverlusterscheinungen? Satire, geschrieben von welchen, die das nicht können, so dass es wie voller ernst rüberkommt?

Und zur "Order" des Herrn "Bullenpräsidenten": hoffentlich glauben die LeserInnen den Scheiß nicht. Die Polizei war mehr als präsent, aus taktischen Gründen klar auf ZurückhaltungsSHOW (d.h. vorgegebene, also gespielte Zurückhaltung) eingestellt aber deshalb echt nicht weniger offensiv und ging genau bei diesem verzweifelten Versuch ein riot anzuzetteln sowas von zynisch vor... Die sind nicht mehr oder weniger offensiv, sondern nur DIFFERENZIERT offensiv - schon gar nicht in Kreuzberg am 1. Mai - das ist ein absoluter Schwerpunkt ihrer "neuen" Methoden ("Neue" steht in Anführungsstrichen, weil die Methoden sooo neu mittlerweile gar nicht mehr sind, aber viele offenbar noch gar nichts davon gecheckt haben!). Wie schon in der Vergangenheit ist die so genannte Spontandemo - die keine war, weil sie vielmehr eine sogar von Mainstreammedien angekündigte "nicht angemeldete" Demo war - denen direkt in die Arme gelaufen. Die Gesa stand nicht von ungefähr direkt hinterm Heini (Für NichtberlinerInnen: Heinrichplatz) samt Hundestaffeln, der ganzen Palette Spezialoperateure vom Dienst, Einsatzinfrastruktur für die relevanten Bereiche etc.

Wie schon in der Vergangenheit haben sie diese "Demo", die um die Häuserblöcke lief, schlicht und einfach abgepasst und hopp, hopp, hopp, ganz schnell, solide organisiert und dauerhaft unter Kontrolle gekriegt! Das alles, gekonnt unauffällig: dass ausgerechnet janz radikale Kämpfer wie die, die hier schreiben, offenbar tatsächlich glauben, es habe eine Zurückhaltungsorder gegeben ist schon ganz schön komisch... 50-60 Festnahmen sprechen dagegen, erst recht weil es nur Kurzzeitig ein ganz klein bißchen Action gab, die aber mit Riot nix zu tun hatte.

Ich fand es NICHT gerade zurückhaltend, wie da cops ne augenscheinlich mäßige (aber - ich wiederhole: höchst effektiv und offensiv organisierte) Präsenz aufstellen, die das absolut unangefochtene Abführen von Menschen durch die Menge über ganz weite Strecken erlaubt hat. Da wurde nicht rausgezogen und schnell raus aus'm Getümmel. Nee, ich habe mehrere Festnahmen beobachtet, bei denen die Leute mir nichts dir nicht über echt lange Strecken DURCH DIE MENGE abgeführt wurden. Die Festnahmetrupps waren von den Trupps, die in Abständen herumstanden, natürlich bestens abgesichert, der Zusammenhang war aber anscheinend den Wenigsten klar. Bei den eher seltenen und inhaltlich meist sehr hilflosen verbalen kritischen Äußerungen bzw. Protesten von Herumstenden stellten sie seelenruhig einfach auf Durchzug. Das war keine Zurückhaltung, das war hoch professionelle "Beseitigung" und um die Ecke dann "Abfertigung" (die immer noch möglichst unauffällig umgesetzt wurde, aber gleich deutlich ruppiger von Statten ging) von sehr routiniert herausgefilteterten und -gezogenen Leuten. Das Gante durchgeführt von dem anwesenden Kollektiv (die Menge im Ganzen, vom Festbesucher bis zum Streetfighter in spe) im weitesten Sinne gegenüber sehr zynisch und abfällig einggestellte Cops.

Das mit dem Feuer habe auch ich beobachtet. Gerade deshalb sind die Übertreibungen schade, die dem Bericht die Glaubwürdigkeit nehmen. Das Feuer hat eine riesige Anziehungskraft bewirkt. Ich habe aber zig Stimmen aufgeschnappt, die bemerkten, wie lange es brannte und dass es Absicht war. Auch ich habe das über eine sehr lange Zeit beobachtet und aus den Flammen auch noch sehr lange eine unglaublich dunkle und stinkige, ohne Frage giftige Rauchwolke aufsteigen gesehen und haargenau dasselbe gedacht. Die Bullen hatten dabei zweifellos die Möglichkeit - auch ohne eskalatorische Auftritte - für eine Löschung zu sorgen, aber nichts getan.

Die meisten Leute, die das kritisch interpretierten, blieben bei der Vermutung, man wolle der Presse das nötige Futter liefern. In der Tat hatte die Presse Zeit sehr Stimmungsvolle Bilder anzufertigen. Ich habe auch eine zusätzliche Vermutung: Die Festnahmetrupps arbeiten Schulter an Schulter mit den Bedo-Trupps zusammen, die nicht umsonst Beweis- und Dokumentationstrupps heißen. Nun, während sich alle mehr oder weniger kritisch wirklich ewig lange der Faszination des Feuers hingaben, wurden zumindest einige (mehrere) der Festnahmen organisiert. Die Zivis am Heini etwa, waren superaktiv und fotografierten was das Zeug hält. Auch ihre Backgroundinfrastruktur war in nächster Nähe positioniert. Die Steuerung der Festnahmetrupps konnte während alle auf das Feuer starrten noch einen ganzen Zahn ruhiger vorbereitet werden.

Nach den ersten Schüben dessen, was ich für nicht viel mehr als ein Versuch, Bullenterror und große Gegenaction vom Zaun zu reißen halte,(Das Anliegen, gegen die Maidemoverbote zu Handeln halte ich für absolut berechtigt, ich finde aber nicht, dass wirklich dieses Anliegen Kern und Funke war) hypnotisierte das Feuer die Leutz in der Nähe so lange, wie es die Bullen brauchten, um Phase zwo zu organisieren. Ich weiß leider nichts verlässliches über die Gefangenen. Ich wette aber, die meisten, die NACH dem Feuer abgeführt wurden (ich habe mehrere beobachtet) werden wegen Actions VOR dem Feuer belangt.

Es war schon sehr interessant. Unschön, echt unschön - und traurig sowieso - aber sehr interessant. Wie mitten in der Menge Pulke in Grün auch noch Schnelldurchsuchungen durchführten, und Rechts und Links kaum ein Mensch das merkte, geschweige denn eine Reaktion zeigte falls doch, war auch schon sehr beeindruckend und meines Erachtens keinesfalls ein Hinweis auf Zurückhaltung der Polizei. Also Augen auf und wenn's geht, Romantik bei Seite legen und die Realität mal gemauer erfassen! Bei angeblich so vielen für radikale Aktion offenen Leuten war angesichts dessen soviel Reaktionslosigkeit erstaunlich oder aber ein Zeichen für das nicht vorhanden sein von Leuten, die dem Anspruch wirklich genügen und auf ihre Weise auch "befriedet" sind, weil sie auser hit and run nicht viel können, was mir weit übler aufstößt als der Teil des Festvolks, der soviel nach Befriedung schreit. Wie scheiße das Pyroschießen abgegangen ist hat schon mal jemand gesagt. Ich kann das nur bestätigen und zwar aufgrund von eigenen Beobachtungen aus nächster Nähe. Leider ist dieser nicht der Ort für genauere Bemerkungen, die aber schon nötig wären!

Ansonsten noch eine Sache, wenn ich nun schon so viel Zeit zum Thema "Spontandemos" aufgebracht habe. Bei der ersten Runde war ich nicht dabei, bei der zweiten schon. Ich bin flink genug und habe es bis zum Heini geschafft, mitzugehen und das Ganze ein Mal ganz und ein Mal halb an mir vorbei ziehen zu lassen und wieder aufzuholen. Auch hier werde ich Details über die Dynamik des "Anwachsens" der Demo nicht erläuern, weil es einfach nicht der richtige Ort ist, aber so viel dürften die zahlreichen verdeckten Beobachter schon von sich aus registriert haben, so dass es kein Beinbruch ist, wenn ich das laut sage: Die Stimmung war irgendwann echt beeindruckend - Touristen bei Seite, die aber meiner Meinung nach nicht die waren, die DIESEN Braten fett gemacht haben - und es waren nicht nur eher ziemlich junge Leute, sondern auch weitestgehend Männer. Das habe ich mir echt von oben bis unten angeguckt. Frauen waren ganz ganz wenige dabei und eigentlich immer mit mindestens nem Mann unterwegs, was ich für eine Sache halte, die einiges aussagt.

Die Stimmung war auf ihre Weise schon ziemlich heftig. Davon ging das, was meiner Wahrnehmung nach die meiste "Seele" hatte - von den Kids mit Migrationshintergrund aus, die sich angeschlossen hatten, ganz gleich, wie schräg mache drauf sein mögen (Schräge Leute gibt es grundsätzlich viele). Die waren "tense", sehr tense (ich verwende den englischen Ausdruck, weil er besser passt). Sie waren nicht aggro, sie waren "tense". So habe ich das zumindest wahrgenommen. In der Naunynstraße war es irgendwann mächtig still, aber die Luft vibrierte regelrecht. Schwer, die Stimmung zu beschreiben, die ich meine, gespürt zu haben. Jedenfalls habe ich gedacht, sie haben Sehnsucht. Sie sehnen sich nach Paris. Ehrlich. Es war das Einzige, das zu der Stimmung passte, die ich da wahrnahm und sie war stark. Aber Paris am Heini, im Schlepptau von so ner komischen "Spontandemo" die alle Jahre wieder am ersten Mai an der Tagesordnung ist und im Angesicht vonner Polizei, die nur wartet, dass sie kommt und voll den Plan hat, ist einfach nicht Paris. Ich hoffe, es hat nicht zuviele von den Kids erwischt, die Paris - (Banlieue) Ende 2005 - herbeisehnten und - wie alle anderen eigentlich auch - nur sehr mäßig auf ihre Kosten gekommen sind.


AutorIn: Kein "Berufsjugendlicher"
  Kein Berufsjugendlicher
03.05.2006 22:36  
Das ganze Teil laden hat mehrmals nicht geklappt. Daher hier in den Ergänzungen nachlesen:

 http://de.indymedia.org/2006/05/145695.shtml


AutorIn: Anmerkungen zum Thema
  jemand aus berlin ist nur ein karnevalsverein
04.05.2006 02:11  
da hab ich wohl in ein wespennest gestochen.
okay, erstens: das war mein erstes posting zum thema, bitte mit verschwörungstheorien mich nicht abnerven (auch wenn ich mich fast geschmeichelt fühle, daß du/ihr mich so hoch hängt, aber ihr überschätzt meine freizeit wenn ihr denkt daß ich einen solchen aufriß machen würde, nur weil einige leute nicht zählen können). wenn ihr's nicht glaubt: checkt doch die ip-adressen, oder fragt beim vs nach, ob ihr mal die verbindungsdaten einsehen könnt, ha ha. wenn ihr mir schon mit verschwörungstheorien kommt, dann lieber mit solchen wie:
warum hat kennedy von vorne eine kugel in den kopp gekriegt die auch vorne wieder raus kam? oder warum ist am 11.9.01 wtc7 in sechs sekunden vom erdboden verschwunden? also bitte, wenn schon mit niveau!
zweitens: ob irgendjemand bei indy "graf zahl" benutz ist ersten kein teil einer cover-legende um eine stattfindene verschwörung zu kaschieren sondern zufall und zweitens aus der sesamstraße, nämlich immer dann, wenn kindern das zählen beigebracht wird!
drittens: zitat:"Alle, die dabei gewesen sind, wissen, wieviele Leute vor Ort waren und alle anderen glauben wohl eher den seriöseren Indymedia-Schreibern."
okay, ich weiß nicht wie seriös indy ist, schließlich kann der letzte depp (fühl dich ruhig angesprochen) was posten, aber wenn dann als beweis für die anzahl der demo vom nächsten pos(t)er artikel der taz und morgenpost genannt werden, ja dann muss es ja stimmen. jetzt warens also nur 200, morgen wahrscheinlich nur noch 20. fragt sich nur warum die cops nicht so'n paar people abgeräumt haben, da waren ja eurer meinung fast mehr zivis im kiez als demonstrant/innen unterwegs, ihr scherzkekse! und die 200 konnten stundenlang durch kreuzberg und das heilige myfest marschieren, dabei teilweise vermummt und mit pyros und böllern um sich werfend und zu guter letzt noch ne halbe stunde bullen mit flaschen bewerfend, bevor die sich getraut haben endlich durchzugreifen. wie heißt die droge, die euch die realität so zurechtlegen läßt?

zitat:
"Warum beschimpfen Maoisten eigentlich Teilnehmer der eigenen Demo, wenn sie kritisiert werden? Was machen Maoisten mit Kritikern, wenn sie an der Macht sind?"
erstmal, was heißt hier teilnehmer? wärst du dabei gewesen würdest du hier nicht so'n dünnpfiff von 200 leuten wiederkauen. und außerdem, ich weiß nicht was maoisten machen wenn sie die macht haben, aber ich würde dich erstmal auf ne krasse entzugs-kur setzen, damit du auch mal wieder merkst wo die realität verläuft.
außerdem was heißt hier "ihre" demo? sicherlich werden auch leute da gewesen sein die sich als maoisten bezeichnen, für die mehrheit gilt das sicherlich nicht. aber ganz besonders scheint das nicht für dich zu gelten, was die tatsache um so erstaunlicher macht: was hast du eigentlich auf einer deiner meinung nach "maoisten-demo" verloren? wolltest du aus lauter angst das die bald die macht übernehmen schon mal bei denen pluspunkte sammeln, hah ha .
komm, geh wieder auf deinen spielplatz, das wird dir kein maoist oder stalinist oder wer auch immer krumm nehmen.

und damit die verschwörungstheoretiker nicht durchdrehen:

ja, es ist wahr, ich habe auch folgende decknamen in konspirativer absicht benutzt, um hinterhältiger weise die ziele des zk, dem ich in blinden gehorsam ergeben bin, durchzusetzen, um meinen beitrag zur übernahme der weltherrschaft in bedingungsloser selbstaufgabe und pflichterfüllung beizusteuern:
1- "nicht"
2- "stalino aka nicht"
 http://germany.indymedia.org/2006/05/145695.shtml





AutorIn: graf zahl
  user
04.05.2006 11:10  


Also langsam reicht es!

Erst postest du einen frei erfundenen Bericht und dann beschmimpfst du mit wechselnden Nick-Names jene, die das korrigieren. Lass bitte Indymedia Schweiz in Ruhe und verpiss dich zurück in deinen Berliner ML-Szenesumpf.

Danke.








AutorIn: @ graf zahl - Langsam reicht es!
  Nun mal konkrete Zahlen
04.05.2006 11:16  
Bei Indy.de gabs gerade den Hinweis, daß der Mao-Johnny von der RIM meinen Namen gekapert hat, um hier bei Indy CH Falschinformationen zu verbreiten.

Hier deswegen mal die Zahlen, die ich bereits am Abend des 1.Mai bei Indymedia BRD gepostet habe:


Am ersten Mai in Berlin nahmen teil:

DGB-Demo am morgen: 7500 Menschen

FAU auf der DGB-Demo: 200 Menschen

13.00 RIM-Demo: 800 Menschen

16.00 MayDay-Parade: 5000 Menschen (Polizei sagt: 4500)

2 abendliche Riotdemos ab 18.00: 400 und 600 Menschen

Riots: unklar, da sich die Leute mit den feiernden Massen vermischten


Artikel vom 1.Mai in Berlin:  http://de.indymedia.org/2006/05/145224.shtml - in den Ergänzungen steht auch was zu den beginnenden Riots (mit Fotos).


AutorIn: Graph Zahl (the real)
  Zu den revolutionären Mai Demos in Kreuzberg
06.05.2006 16:32  
Berlin Mai 20006


Im Mai 1987 wurde der Mythos des ?revolutionären 1 Mai? geboren. Die Rebellion in Kreuzberg setzte andere Signale als die Demos des DGB mit Würstchenbuden und Blasmusik. Das Signal war nicht die Gewalt an sich, die in massiver Form angewandt wurde, sondern der Rückzug des Staates in Form seiner bewaffneten Formationen.

Der erste Mai ist jedoch immer nur aus der jeweiligen Zeitgeschichte heraus zu verstehen. Bis letztes Jahr stritten sich diverse Organisationen um das Alleinvertretungsrecht diesen 1 Mai zu imitieren. Inzwischen sind jedoch lediglich maoistische Gruppen noch existent diese Tradition fortzusetzen. Organisationen wie die der ?Antideutschen? haben sich inzwischen als eine reine Agentenorganisation disqualifiziert. Ebenso sind die ?Autonomen? auf ein Nullpotential reduziert.

So kam es dass 2006 lediglich Maoisten eine revolutionäre Demo anmeldeten. Hier schlossen sich auch unorganisierte an.

Zum Ablauf.
In der Tradition der Linken ging diese Demo mit über einer Stunde Verspätung los. Sie wuchs auf cirka 4 000 Teilnehmer an. Bei der Abschlusskundgebung waren dann wieder nur einige hundert Leute da, die Maoisten unter sich.

Dann pünktlich um 18 Uhr wie aus dem Nichts bildete sich die erste ?spontane? Demo. Sie wuchs auf cirka 3 000 Teilnehmer an. Nach einigen Runden durch den Kiez endete sie unvermittelt auf dem Mariannen platz.
Später so um 20 Uhr wiederholte sich das ganze. Die zweite spontane Demo entstand. Diesmal echt spontan. Sie wuchs auf cirka 4000 Leute an. Die teilweise auch als Block in Erscheinung traten und sich im Rennen übten. Allerdings panikartig und ungekonnt. Nach mehreren Runden wurde dann am Heinrichplatz die Konfrontation gesucht und gefunden.

Bilanz: Es entstand kaum Sachschaden. Die Aktionen bestanden im Werfen von Flaschen und ein oder zwei Mollis. Alle Aktionen waren vereinzelt ohne Organisation. Die Naivität der ?Initiatoren? (Kids) zeigte sich als sie mit dem Transparent bis unmittelbar vor die Bullenreihe liefen und auch prompt dort geschnappt wurden.

Soweit zum Ablauf. Zur Kritik ist zu sagen. Wer hat dabei welches Ziel?

In der Kritik wird vorgetragen. Es fehle dieser Demo an Inhalt auch der Krawall wäre unpolitisch. Nun ein Inhalt ist immer da, fragt sich nur welcher. Und wenn das ganze Jahr über das politische Niveau fehlt dann ist auch am 1 Mai nix anders. Der erste Mai ist nichts anderes als der Rest des Jahres. Gewalt dagegen ist a priori politisch. Sie hat ein Ziel, setzt das Gewaltmonopol des Staates in Frage. Allein dies ist schon politisch.

Von Schreiberlingen mit phantasiereichen Zuweisungen wird ?Kritik? geübt wie die Leute wollen feiern, etc. Alles misslungen, wie auch immer. Diese Schreiberlinge sind jedoch nicht aktiv in Erscheinung getreten, ja haben auch gar nicht diesen Anspruch.
Welches Ziel kann ein erster Mai haben um revolutionär zu wirken?
Nun er muss die brennenden Probleme erfassen, beim Namen nennen und anprangern. (Früher sagte man dazu entlarven) Diese Probleme sind globaler Natur, wer die Rolle des Imperialismus nicht durchschaut wird auch nichts vermitteln können, Wer dies dann in Phrasen bringt wie ?Imperialismus, Kapitalismus, Revolution etc.? Der kann alleine schon wegen der mangelnden Vermittelbarkeit nichts bewirken. Also die Sprache muss die sein welche die Leute verstehen, einfach und schlicht.

Die lernt man nicht am 1 Mai, dies muss man das ganze Jahr über ?üben?. (Hier sind die ?Maoisten? gemeint.)
Wenn sämtliche Organisationen und eine Vielzahl von Individuen sich das ganze Jahr über der Politik enthalten, dann ist auch der 1 Mai ?enthaltsam?.

Dieses mangelnde politische Bewusstsein drückte sich nicht nur in Phrasendrescherei aus, sondern auch in handfester Nichtsolidarität, Leute wurden schon vor der 13 Uhr Demo offen von der Polizei verhaftet ohne dass durch Umstehende auch nur die geringste Reaktion erfolgte. Peinlich! Sie haben es nicht gelernt.

Zum Thema lernen.
Erstens der politische Gegner, also Senat und Polizei in Berlin.
Sie haben in der Tat gelernt. Die Strategie des Rückzugs hat fast perfekt gewirkt. Zivilbullen in Halbuniform gekleidet, wie die Kiezleute, anbiedernd. Kein martialisches Verhalten, das erinnert an den Stier der dann wenn der Torero sich nicht mehr bewegt irritiert stehen bleibt. (Feind ist weg) Wären die Bullen nicht am Heinrichplatz gestanden, es hätte kein Ziel gegeben. Und auch hier war die Strategie die, den Konflikt zu binden und auf den Heinrichplatz zu konzentrieren. Und auch klar der gesamte Kiez war gecleant. Es gab keine Bauwägen oder dergleichen also nix da für Barrikadenbau oder zum Abfackeln.
Und hier wäre zu lernen. Früher wurden Aktionen vorbereitet. Man sammelte Sperrmüll im Hinterhof um ihn dann bei Bedarf herbeizuholen.
Gelernt haben auch die Demonstranten. Sie ermahnten Mitdemonstrierende nicht aggressiv auf Leute einzuwirken. Es wurde kein Eigentum des kleinen Mannes angegriffen. Und die Demo blieb im Kiez was angesichts der Kräftesituation das Beste war. Gelernt aus 2005.
Richtig ist auch dass cirka 50 Prozent der Maifestleute nicht aktiv sich der Demo anschlossen. Hier ist die Vermittelbarkeit politischer Themen zu beklagen auch die Vorgehensweise einfach loszurennen, anstatt die anderen aufzufordern zu verbessern. Auch fehlen klare materielle Ziele die im Vorfeld abzustecken sind. Zum Beispiel lief der Polizeipräsident in der Demo mit!! Und noch ne ganze Menge anderer Ziele. So ne Demo besteht nicht nur aus Rennen und Hüpfen.
Nun zu dem Gefühl, weg von der Ratio
Ja klar der 1 Mai 2006 war auch für die Demoleute ein Erfolg. Nicht weil nix zerstört wurde sondern weil es einfach ein tolles Gefühl war aus dem Nichts heraus eine Stärke von einigen tausend Leuten zu entwickeln und weil auch 2006 für einige Zeit ein rechtsfreier Raum entstand. Die Staatsmacht hielt sich zurück, Vermummung war frei, Parolen waren frei. Eigentlich war erst mal alles frei. Wobei diese Freiheit nur durch Cleverness bestehen konnte. Also zusammengefasst. Der Erlebnischarakter ?Staat ist schwach? war auch 2006 voll zu spüren. Ansonsten war im Mai 2006 eine spielerische Komponente der Gewalt zu sehen: Der Tanz vor den Bullenreihen, der Tanz um die brennende Barrikade, die pulverige Atmosphäre der Gewalt verdrängte das Gefühl der Ohnmacht und gab Kraft, Freude und für einen Augenblick eine andere Wirklichkeit.
Und dies ist das innere Feuer welches auch das Signal ist für 2007. Aber dann bitte im Vorfeld zusammenarbeiten. Und lasst eure ideologischen Klugscheißereien zu Hause.


AutorIn: Jonny
 :: Nicht inhaltliche Ergänzungen :
  1. namen sind schalalala schall und rauch — nochn nick
  2. der erste mai in berlin wie man ihn kennt — erlebnisorientierter jugendlicher
  3. nicht Rütli Schule, aber da gelandet — Autor von dem Artikel
  4. Lieber Jonny — dont ask me
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