|
:: Internationaler Tag der Arbeit
Im Jahr 1890 wurde der Erste Mai zum ersten Mal mit Massenstreiks und Massendemonstrationen als "Kampftag der ArbeiterInnenbewegung" im Gedenken der Opfer des Haymarket Riot weltweit ausgerufen. Am 1. Mai 1886 begann in Chicago ein mehrtägiger, von den Gewerkschaften organisierter Streik, um eine Reduzierung der täglichen Arbeitszeit von zwölf auf acht Stunden durchzusetzen. Als am 3. Mai die Polizei einschritt, um eine Versammlung von Streikenden, wurden sechs Arbeiter getötet und einige weitere verletzt. In der folgenden Nacht versammelte sich eine Menge von mehreren tausend Streikenden und marschierte zum Haymarket-Square. Wiederum versuchte die Polizei, auch unter dem Eindruck der gewalttätigen Auseinandersetzungen zuvor, die Versammlung aufzulösen. Der Protestmarsch wurde aber fortgesetzt und verlief friedlich. Die Lage eskalierte am nächsten Tag, dem 4. Mai, als jemand eine Bombe in die Menge warf, die sich wieder am Haymarket-Square versammelt hatte. Zwölf Menschen starben, unter ihnen acht Polizisten. Die Polizei eröffnete daraufhin das Feuer und tötete und verletzte eine unbekannte Zahl von Protestierenden. Da einige der Redner dieses Tages AnarchistInnen gewesen waren, ging man davon aus, dass ein Anarchist die Bombe geworfen hatte. Ein Beweis für eine solche Verbindung konnte allerdings nicht erbracht werden. Obgleich niemand überhaupt den Bombenwerfer erkannt hatte, wurden acht Männer, welche den Streik mitorganisiert hatten, angeklagt und für schuldig befunden. Es gab keine Beweise für eine Verbindung der Angeklagten zu dem Bombenanschlag. Vielmehr argumentierte der Richter, dass der Bombenwerfer auf Grund der Ideen der Männer gehandelt hatte und diese damit ebenso schuldig wären, als hätten sie selbst den Anschlag verübt. Albert Parsons, August Spies, George Engel und Adolph Fischer wurden gehängt. Louis Lingg beging in seiner Zelle Selbstmord. Oscar Neebe wurde zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Todesurteile von Michael Schwab und Samuel Fielden wurden von Gouverneur in lebenslange Haft umgewandelt.
:: ArbeiterInnen Kämpfe heute - Internationale Solidarität
In Reconvilier beganen die ArbeiterInnen von Buntmetallwerkes „La Boillat“ am 25. Januar dieses Jahres einen ein-monatigen Streik. Die Belegschaft von Swissmetal protestierte damit dagegen, dass die Ende 2004 in Bern unterzeichnete Protokollvereinbarung nicht eingehalten wird. Tausende Menschen soldarisierten sich mit den ArbeiterInnen an Kundgebungen in Reconvilier und in Bern. Ein selbstverwaltetes Zentrum, die Uzine3, wurde in Reconvilier eröffnet. In Frankreich gab die Regierung nach wochenlangen Protesten und Streiks ein und der "Contrat Permiere Embauche" (CPE - eine Lockerung des Kündigungsschutzes). Dutzende Unis wurden besetztz und an landesweiten Streiktagen beteiligten sich Millionen AbreiterInnen. Die Zanon Fabrik in Argentinien ist weiterhin in Hand der ArbeiterInnen. Seit dem Wirtschaftskollaps im Dezember 2001 wurden zahlreiche Fabriken besetzt und werden nun von ArbeiterInnen selbstverwaltet. Um sich gegen die staatlichen Repression ist die ganze Belegschaft mit Steinschkleudern ausgerüstet. Der Streik bei Gate Groumet endete am 7. April 2006 - nach 6 Monaten! Und in Nepal ist Revolution angesagt [2]. Seit über 2 Wochen ist das Land durch einen Generalstreik lahm gelegt und täglich brechen tausende DemonstrantInnen die vom König verordnete Sperrstunde.
:: Überlegungen für einen revolutionären 1. Mai in Zürich
Wie im „Manifest für einen starken 1. Mai“ dargestellt, sind Mobilisierungen, die nicht behördlich abgesegnet und in geordnete Bahnen gelenkt wurden, im Moment schwierig durchführbar. Es wäre aber falsch, sich dieser Situation einfach zu unterwerfen. Dieses Jahr wird in Zürich zwar nicht zur Nachdemo mobilisiert wie bis anhin. Trotzdem wollen wir an der Nachdemo festhalten. Dazu einige Überlegungen. Es gab in den letzten zwanzig Jahren immer wieder Situationen, in denen der Staat mit seiner militärischen Überlegenheit Besammlungen verhinderte, z.B. bei der Häuserbewegung Ende der 80er Jahre oder bei Antirepressions-Demos in der zweiten Hälfte der 90er Jahre. Auch damals wurde nicht einfach resigniert, sondern es wurden immer wieder Formen gefunden, welche dem etwas entgegensetzten und schliesslich dazu führten, dass Demos wieder möglich wurden. Auch die jüngsten Einkesselungen und Demoverbote gegen die Antiglobalisierungsbewegung haben nicht zur Resignation geführt, sondern zu einer Vielzahl fantasievoller Aktionen und Manifestationen. Ausgehend von diesen Erfahrungen heisst das für den diesjährigen 1. Mai in Zürich, dass wir zwar nicht zur Nachdemo mobilisieren wie bis anhin, um nicht von vornherein in einen vorbereiteten Kessel hineinzulaufen. Wir wollen uns die Strasse aber trotzdem nehmen! Am Morgen finden bekanntlich in den verschiedensten Städten dezentrale 1.Mai-Demos und Veranstaltungen statt. Die Idee ist, dass danach am Nachmittag möglichst viele Leute in Zürich an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten die verschiedensten Aktionen, Kundgebungen etc. durchführen und sich mit ihren Möglichkeiten und Mitteln die Strasse zurückholen. Dazu braucht es einen revolutionären Treffpunkt zum informieren, diskutieren, mobilisieren, handeln; verhungern und verdursten wird niemand. Dieser Treff ist auf dem Kanzleiareal beim Helvetiaplatz. Es ist wichtig, dass sich möglichst Viele, die verschiedensten Gruppen und Leute, am revolutionären 1. Mai beteiligen. Es geht ja nicht nur um diesen Tag, sondern auch darum, mittelfristig die Möglichkeit zu erkämpfen, sich die Strasse überall wieder geschlossen nehmen zu können. 1. Mai – Strasse frei!
:: Faschoaufmärsche verhindern vs. Sozialabbau bekämpfen?
Es war ja nur eine Frage der Zeit, bis sich die extreme Rechte in der Schweiz dazu berufen fühlen würde, ihre verblendete Meinung auch am 1. Mai verbreiten zu müssen. "Man kann ja wenigstens so tun als habe man soziale Anliegen", war wohl der Gedanke. Die Linke hat dieser Gedanke in den letzten Jahren in die etwas verzwickte Lage gebracht, einerseits faschistische Mobilisierungen gerade an diesem Tag nicht dulden zu können. Andererseits darf sie sich keinesfalls von den FaschistInnen davon abhalten lassen, am 1. Mai gegen Sozialabbau, Kapitalismus und imperialistischen Krieg zu kämpfen. Wir denken das wirksamste Mittel gegen FaschistInnen ist eine revolutionäre Linke, die bewusst und entschlossen für eine solidarische Gesellschaft kämpft, in der faschistische Ideologien und chauvinistisches Verhalten ohnehin der Vergangenheit angehören! Zum Erfahrungsaustausch haben wir militante Antifas aus dem süddeutschen Raum eingeladen, welche im Umgang mit Faschoaufmärschen geübt sind, aber nichtsdestotrotz einen revolutionären 1. Mai in Stuttgart durchführen werden. Mittwoch, 26. April, 19.00 Uhr
|
|
Die Logik des Kapitals Schachmatt setzen!!!
DEMO: 17h Theaterplatz / LUZERN !!!!
danach revolutionäres Fest am See beim Pavillon mit Konzerten, Essen, u.v.m.
letztes jahr vergessen wir nicht....