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 :: Gummibootdemo ::
01-07-2005 11:28
AutorIn : Anti-WTO : http://www.anti-wto.ch
Noch 10 mal schlafen bis zur grossen Gummibootdemo auf der Aare von Bern nach Thun gegen die G8. Es wird also höchste Zeit sich ein Gummiboot zu organisieren. Auf dem Estrich der Eltern oder im Keller der NachbarInnen steht vielleicht noch eins rum. Ab sofort ist auch die Mitfahrzentrale auf unserer Homepage online. Wer noch freie Plätze anzubieten hat oder auf der Suche nach einem Platz ist, kann sich dort eintragen
Sonntag, 10. Juli, Treffpunkt: 12.30 Uhr, Bahnhofplatz Thun, Nach der rund 4-stündigen Aarefahrt gibts ein G8 Bräteln in Bern.

Mitnehmen:
gute Schwimmkenntnisse, Gummiboot, Sonnencrème, Proviant (auch zum Bräteln), Schwimmwesten, Transpis, Fahnen, wasserdichte Megafone und Ghettoblaster.

Wenn es regnet, wird die Demo abgesagt. Infos dazu ab dem 9.7.05 auf der Telefonnummer: 076 540 63 95 oder auf www.anti-wto.ch.

In Schottland und weltweit werden während dem G8-Gipfel Hunderttausende ihren Protest gegen deren Politik zum Ausdruck bringen. Mit der Gummibootdemo von Thun nach Bern zum Abschluss des Resist-Camps in Thun (8.-10. Juli) wollen wir uns diesen Protesten anschliessen und den in der Aare Badenden zwischen Thun und Bern unsere Anliegen näher bringen. Nähere Informationen und das genaue Programm des Basislagers in Thun finden sich auch der Homepage  http://a-g-o.antifa.net


Aufruf zur Gummibootdemo:

G8 abschiffen

Vom 6.-8. Juli 2005 treffen sich die G8, d.h. die sieben führende Industrieländer und Russland im Golfhotel Gleneagles im schottischen Perthshire, um ihre kapitalistische Herrschaftspolitik gegen die Bedürfnisse der Mehrheit der Menschen voranzutreiben. Zu erwarten sind einmal mehr trügerische Absichtserklärungen der Staatschefs zur Verbesserung des Zustandes der Welt – diesmal vordringlich in Sachen „Afrika“ und „Klimawandel“. Was sonst noch so läuft am G8, bleibt der Öffentlichkeit aufgrund des informellen Rahmens des Treffens verborgen.

Seit nunmehr 30 Jahren treffen sich die Staatschefs der acht mächtigsten Industrieländer der Welt (Frankreich, Großbritannien, Deutschland, USA, Kanada, Italien, Russland und Japan) zum so genannten G8 (Gruppe der acht). Der Hintergrund dieser Gipfeltreffen ist die informelle Diskussion vordringlicher „globaler Probleme“ auf höchster Ebene. Dabei verstehen sich die G8 als „informelle Allianz von Nationalstaaten, die auf den gemeinsamen Grundwerten von Freiheit, Demokratie, Menschenrechten, Marktwirtschaft, Freihandel und Rechtsstaatlichkeit Verantwortung für globale Fragen übernimmt“. Tatsächlich jedoch handeln die G8 nur nach den Prinzipien der Marktwirtschaft und des Freihandels, der Rest ist selbstlegitimierende Garnitur. Zusammen mit Vertretern von Weltbank, IWF, WTO, EU und der UNO treiben die mächtigsten Staatschefs die vordringlichen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Themen ihrer Agenden voran, was bedeutet, dass Hindernisse im kapitalistischen Akkumulationsprozess beseitigt und neue Felder der Profitabschöpfung gefunden werden müssen. Diese Politik hat für die Mehrheit der Menschen verheerende Folgen, wie die seit den 80er Jahren andauernde neoliberale Offensive gezeigt hat: Verarmung breiter Bevölkerungsschichten, Flexibilisierung der Arbeit, Präkarisierung der Lebensverhältnisse, Enteignung von lebensnotwendigen Ressourcen, neue Kriege usw.

Für die britische G8-Präsidentschaft 2005 sowie für das diesjährige Gipfeltreffen in Gleneagles hat Gastgeber Tony Blair „Afrika“ zu einem zentralen Thema ernannt. Wie schon am letzten G8-Gipfel in Evian beteuern die Staatschefs, man sei bestrebt danach, Afrika bei der Bewältigung seiner Probleme zu helfen und mehr zur Umsetzung der Millenium-Entwicklungsziele der UNO beizutragen. Letztere zielen offiziell darauf ab, in Afrika die extreme Armut und Aids zu bekämpfen sowie die Bildung zu fördern. Tatsächlich aber wird von den G8 unter den Labels „fostering trade“ und „economic growth“ weiterhin knallharte Interessenspolitik im grossen Stil betreiben, wie etwa das Cotonou-Abkommen von Juni 2000 zeigt: mittels sog. „Economic Partnership Agreements“ (EPAs), bilateralen Wirtschaftspartnerschaftsabkommen soll die Industrie und die Landwirtschaft im afrikanischen, karibischen und pazifischen Raum (AKP-Staaten) liberalisiert und dereguliert werden. Aufgrund der asymetrischen Machtverhältnisse und der Abhängigkeit von Entwicklungsgeldern, können die AKP-Staaten den EU-Forderungen zur Liberalisierung der Märkte, Güter und Dienstleistungen nichts entgegenhalten. Die Abschaffung der Einfuhrzölle in „gering entwickelten“ Ländern zieht erfahrungsgemäss eine Marktüberschwemmung mit zum Teil hoch subventionierten Importen nach sich, so dass die einheimischen ProduzentInnen im „Wettbewerb“ nicht bestehen können und ihre Existenzgrundlage verlieren.

Dies zeigt, dass die G8 die existenziellen Probleme von Millionen Menschen nicht lösen wollen und können, sondern diese Probleme über den Ausbau und die Stabilisierung des bestehenden Herrschaftssystems vielmehr (re)produzieren. Der verschwindend geringe Betrag, den die führenden Industriestaaten an Entwicklungsgeldern zahlen, ist nur ein karitatives Anhängsel ihrer rücksichtslosen Politik und steht in keinem Verhältnis zum Gewinn, den sie durch die Erschliessung der neuen Märkte und der Aneignung von Ressourcen erzielen. Über das zentrale Problem der Verschuldung, die in Afrika und andernorts den Aufbau von demokratischen und sozialstaatlichen Strukturen verhindert, wird auch am G8 nicht ernsthaft diskutiert werden.

Deshalb und aus vielen Gründen mehr gilt es während dem G8 Tony Blair, der verlauten liess: “I am certain that my G8 colleagues and their officials will return home enthusing about the attractions of Scotland and the warm welcome Scotland offers all visitors” einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Auf ins Boot zur Unterstützung der Proteste gegen den G8 in Schottland! Den G8 verschiffen und solidarische Perspektiven entwickeln!
 :: 8 Inhaltliche Ergänzungen : > Ergänze diesen Artikel
01.07.2005 12:38  
wieso macht ihr ein plakat mit einem motiv aus einem rassistischen comic?


  gähn...
01.07.2005 13:36  
damit du und du auch mal wieder was meckern können auf Indy und sich nicht mit dem Hitergrund dieser Demo befassen können oder einfach so zum aufzeigen, dass Du und Du auch in irgendeiner Weise rassistisch bist. Inklusive mir.
Ach nein du hast recht es geht bei diesem Plaki nur darum versteckt zu zeigen, dass Rassimus befürwortet und der G8 Gipfel wird dafür als Plattform missbraucht.
heja wer seinen Vorwand sucht wir ihn immer finden.

adios


AutorIn: nochmals Gähn
  eher umgekehrt, oder?
01.07.2005 14:30  
Zitat aus dem Lead des Artikels:
"Noch 10 mal schlafen bis zur grossen Gummibootdemo auf der Aare von Bern nach Thun gegen die G8. Es wird also höchste Zeit sich ein Gummiboot zu organisieren."

Da müsst ihr aber ganz toll flussaufwärts paddeln....


AutorIn: Tüpflischiisser
  Tim hat die Seiten gewechselt
01.07.2005 17:14  
Die ganz starken können als Pontoniere von Bern nach Thun fahren für den Rest gilt natürlich der umgekehrten Weg...
Wegen Tim und Struppi: Das Plakat habe ich gestaltet. Sicherlich waren mir die prokolonialistischen und antikommunistischen Tendenzen bei Tim und Struppi bekannt. Und dass Hergé ein Antisemit war ist mir auch schon zu Ohren gekommen. Ich finde aber nicht, dass man seine Bilder deshalb nicht klauen und umdeuten darf. Vielleicht haben Tim und Struppi in all
den Jahren was gelernt. Schliesslich haben sie zu Beginn der 90er
Jahre auch schon mal die Seiten gewechselt und hat sich als Revolutionär und Antifaschist geoutet (siehe aufgeführter Link). Das hat bei Tim wohl einen Denkprozess ausgelöst. Inhaltlich ist das Plakat sicher nicht der Hammer. Es sollte einfach die Idee der Form der Gummibootdemo visualisieren und dabei auf bekannte Figuren zurückgreifen, die man/frau in einer solchen Situation nicht erwarten würde. Das ist damit meiner Meinung nach gelungen. Hoffentlich verzeihen uns die KritikerInnen unseren nicht so strengen Umgang mit der düsteren Vergangenheit von Tim und Struppi und fahren am 10. Juni trotzdem mit.


AutorIn: Kapitän Haddock | Web:: http://tintinrevolution.free.fr
  yeeeha!
03.07.2005 23:34  
geili idee das mit der gummibootdemo! bis am samstig!!


  Yeesss!!
04.07.2005 20:46  


  !
04.07.2005 20:47  
das sind wiklich kreative aktionen! freu mich schon!!!!!!
bis dann!!!


AutorIn: jia
  Verschoben
11.07.2005 13:17  
ACHTUNG: wegen dem kaltem und regnerischem Wetter VERSCHOBEN auf nächsten Samstag 16. Juli 2005.


AutorIn: böötler | Web:: http://www.anti-wto.ch/reitschule/anti-wto/index.shtml
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