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 :: mannecafi-flugi / demo 10.1. winti ::
 Themen | WEF 14-01-2004 01:33
AutorIn : schnauz ahoi
text des mannecafi-flugis für die demo vom 10.1.04 in winterthur
liebe leute, hier noch der text des mannecafi-flugblatts, das am 10.1.04 in winterthur an der demo gegens WEF verteilt wurde.

--

WEF-MAN 2004

Das WEF ist eine Organisation, die Anlässe durchführt, an denen sich die Reichsten und Mächtigsten treffen, um Geschäfte einzufädeln und machtpolitische Entwicklungen abzusprechen. Im WEF sind fast ausschliesslich Männer. Es wird eine miese Ausbeutungspolitik vorangetrieben, die zu Krieg, Hunger und Elend führt. WEF-man hat dann auch noch die Frechheit, uns vorzugaukeln, das WEF sei ein wohltätiger Verein und kümmere sich um Probleme wie Armut oder Umweltzerstörung und sein Ziel sei Sicherheit und Wohlstand für alle.

Die Politik von WEF-man bedeutet für uns in der
Schweiz die Zerstörung erkämpfter sozialer Sicherungssysteme, Rentenklau, Erhöhung des Rentenalters, Verhinderung einer Mutterschaftsversicherung. Gleichzeitig werden Steuern für Bonzen gesenkt oder abgeschafft. Der Sozialabbau bedeutet Rückverlagerung von Arbeit (z.B. Alten- und Krankenpflege) in die Familie. Das heisst meistens Vermehrung unbezahlter Frauenarbeit, Doppel- oder Dreifachbelastung. Wer es sich leisten kann, lässt diese Arbeit zu einem miesen Lohn durch oft illegalisierte MigrantInnen verrichten. WEF-man will auch bei der Bildung sparen, das heisst, nur noch die Ausbildungen finanzieren, die kapitalistisch gewinnbringend sind. WEF-man findet rechte Schmiersäcke im Bundesrat cool.

WEF-man bringt die Wunder des transnationalen Kapitalismus überallhin. Wer darauf verzichtet und sich wehrt bekommt einen Polizeiknüppel aufs Dach oder gar einen Krieg. Diese Kriegs- und Wirtschaftspolitik ist eine patriarchale Politik. Es geht wesentlich auch darum, die Privilegien der Männer allgemein und im Speziellen der Bonzenmachos zu verteidigen und auszubauen.

Die neoliberale Wirtschaftspolitik von WEF-man hat zum Ziel, alles Wirtschaften kapitalistisch marktwirtschaftlich zu durchdringen. Im Trikont werden subsistenzorientiertes Wirtschaften und lokale Ökonomien (auch diese sind in der Regel ausbeuterisch und patriarchal) zerstört, indem Land und Kleingewerbe aufgekauft wird und Schutzmechanismen wie Zölle oder Sonderbestimmungen abgeschafft werden. Dadurch wird die kleinräumige Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern zugunsten einer Produktion für den Weltmarkt vernichtet. Die Menschen, die nun nicht mehr für die lokale Ökonomie arbeiten und sich darin versorgen können, produzieren auf grossen Plantagen zu einem Hungerlohn Agrarprodukte für den Weltmarkt und müssen lebensnotwendige Güter für viel Geld kaufen. Die Versorgung von sich selbst, von Kindern und von Alten - auf der ganzen Welt immer noch eine den Frauen überlassene Arbeit - wird beinahe zur Unmöglichkeit. Die Menschen werden gezwungen, unter miesesten Bedingungen als Lohnabhängige für den Weltmarkt zu produzieren, wo sie der Willkür von Vorgesetzten und Arbeitgebern ausgeliefert sind, die vor allem bei Frauen oft mit sexueller Ausbeutung gekoppelt ist.

Die Prekarisierung der Lebensbedingungen durch die neoliberale Wirtschaftspolitik führt zusammen mit der grösseren Mobilität zu Migration aus wirtschaftlicher Not in die sogenannten reichen Länder.

So kommt z.B. die Schweiz zu ihren billigen teilweise illegalisierten ArbeiterInnen in der Putzbranche. In diesem Zusammenhang entstehen die Menschenhändlerringe. Oft mit faulen Versprechungen gelockt und nach Bezahlung eines happigen Preises, werden Menschen in die reichen Länder verfrachtet. Einige Frauen landen so ungewollt oder bewusst gewählt im Sexgewerbe. Die grosse Kohle kassieren die Männer, die diesen Handel und die Bordelle betreiben. Profitieren tun aber auch die Freier. Und die vom Schweizerstaat und WEF-man vertretene Sicherheitspolitik äussert sich dann in Razzien in Rotlichtbezirken, in deren Folge die Sexarbeiterinnen aus der Ukraine oder Nigeria von Schweizerbullen inhaftiert und rückgeschaft werden. Die sexuellen und finanziellen Abzocker müssen nichts befürchten.

WEF-man findet das ganz toll, denn er braucht auch in Davos eine Prostituierte oder doch mindestens eine Menge billiger ReproduktionsarbeiterInnen, oft auch MigrantInnen, die die feinen Essen servieren, das Bett machen, das Hotelzimmer putzen, den Champagner nachfüllen und die Zigarrenbrandlöcher ausbessern.

WEF-man besitzt fast das ganze Kapital auf Erden. Jawohl der ganze Plunder, den es da offenbar zu halten und zu vermehren gilt, das Geld, das Kapital, das gehört fast alles einigen wenigen Männern. WEF-man findet das gut so und will, dass das so bleibt oder dass er noch mehr kriegt.

Wir finden das Scheisse so und wollen eine antipatriarchale Welt ohne Ausbeutung, ohne Macht- und Gewaltstrukturen. Wir wollen keine Privilegien auf Kosten der Frauen, des Südens oder des Ostens. Der Mackerkapitalismus soll zur Hölle fahren. Klassen gehören auf den Müll. WEF-man soll weg.
Wir wollen auch in unserem Alltag etwas bewirken und nicht bloss dem WEF-man die Schuld an der ganzen Scheisse in die Schuhe schieben. Wir wollen einen Widerstand, der auch die eigenen männlichen Privilegien in Frage stellt. Wir finden es wichtig, Reproduktionsarbeit zu leisten, wir putzen, wickeln und trösten. Wir wollen bei Sexismus einschreiten. Wir pfeifen auf Hetero-Normen. Wir wollen eine Gesellschaft ohne geschlechtliche Arbeitsteilung und ohne Ausgrenzung von Schwulen, Lesben, Transen, Intersexen und wen wir sonst noch alles lieben. Geschlechter- und Landesgrenzen sollen aufgelöst werden.

WEF-man meint: "Ob Rasur, Schnauz oder Bart, wir sind wahnsinnig hart."

Wir meinen: "Die gemeinen Macker sind ganz normale Kacker."

antipatriarchales mannecafi (zürich), januar 2004
kontakt:  mannecafi@yahoo.de

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  antwort
14.01.2004 16:36  
lasst mich raten, liebe kaffetrinker: ihr trinkt als leuchtfeuer gegen die globalisierung als gute vorbilder sicher kafi aus der schweiz.
bravo. ich bewundere euch.
ps: nieder mit max havelaar, böser patriarch das, elender.


AutorIn: alic
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