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 :: Mediencommuniqué RECLAIM THE STREETS ::
 Themen | Wohnungsnot/Squat | Medien/Netzaktivismus | Repression/Knast 12-10-2003 18:12
AutorIn : rts
das offizielle Communiqué zum rts
reclaim the streets

Mediencommuniqué

Beim reclaim the streets – Umzug vom Samstag Abend in Zürich handelte es sich, wie bereits vorgängig angekündigt, um einen friedlichen Demonstrationsumzug für eine lebendige Subkultur. Rund 3000 TeilnehmerInnen haben an diesem Anlass zwischen 20:00 Uhr und 3:00 Uhr ihrer Unzufriedenheit mit der Aufwertungs – und Baupolitik sowie der vom Stadtrat unterstützten Repression gegen alternative Kulturanlässe ausdruck gegeben.

Mit einem der Situation total unangemessenen Auftreten hat die zürcher Stadtpolizei eine Eskalation der Lage provoziert. Ohne ersichtlichen Grund wurde der Umzug unter der Kornhausbrücke massiv mit Tränengas angegriffen. Entgegen den gängigen Richtlinien wurden Distanzwaffen wie Tränengas und Gummigeschosse aus nächster Nähe gegen die ungeschützten PartybesucherInnen in der Langstrassenunterführung eingesetzt. Dabei wurden mindestens zwei Personen durch Gummigeschosse verletzt. Auf die Provokationen seitens der Ordnungskräfte wurde von den rund 3000 PartyteilnehmerInnen nicht eingegangen.

Am frühen Morgen um 2:30 Uhr drängte die Polizei den Umzug systematisch in ein Wohnquartier und versuchte, die Menge mittels eines massiven Tränengaseinsatzes aufzulösen. Bei der daraus folgenden Panik kam es dennoch nicht zu Angriffen auf die Polizei. Einige UmzugsteilnehmerInnen versuchten lediglich, sich durch den Bau von Barrikaden vor dem unverhältnismässigen Gewalteinsatz der Polizei zu schützen.

Die Doktrin der Polizei zeigt einmal mehr, dass die Behörden mit aller Kraft versuchen, unkommerzielle und alternative Projekte mit beabsichtigter Eskalation zu kriminalisieren. Es versteht sich von selbst, dass sämtliche politischen Inhalte durch die Informationspolitik der Polizei von einer öffentlichen Debatte ausgeklammert werden. Trotz der teilweise recht turbulenten Ereignisse der vergangenen Nacht werten die TeilnehmerInnen den Umzug als Erfolg und als klares Zeichen dafür, dass in dieser Stadt ein Bedürfnis nach alternativen Freiräumen existiert. Unser Vorwurf der Repression gegen unkommerzielle Veranstaltungen wurde durch die Ereignisse in drastischer Art und Weise bestätigt.

Die UmzugsteilnehmerInnen aus verschiedenen zürcher Subkulturen und politischen Kreisen werden weiterhin mit Aktionen gegen die marginalisierende und repressive Politik der Stadtregierung protestieren.

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 :: 10 Inhaltliche Ergänzungen : > Ergänze diesen Artikel
  Die NZZ geht auf dieses Communique ein!
12.10.2003 19:13  
Wenigstens die NZZ lässt die Organisatoren (im letzten Abschnitt) auch zu Wort kommen


12. Oktober 2003, 18:52, NZZ Online


Krawallnacht in Zürich
Mehrstündige Zusammenstösse von Demonstranten mit der Polizei
Bei einer unbewilligten Demonstration in Zürich ist es in der Nacht auf Sonntag zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen der Polizei und 500 bis 600 Demonstranten gekommen. Es entstand ein Sachschaden von rund 80'000 Franken, fünf Personen kamen in Haft.


(sda) Zur Kundgebung in den Stadtkreisen 4 und 5 hatten die Jugendlichen per Internet aufgerufen. Sie stammten unter anderem aus der Haubesetzerszene, beteiligt waren laut Polizeiangaben vom Sonntag auch vermummte Exponenten des sogenannten Schwarzen Blocks.

Die Jugendlichen sammelten sich unter dem Motto «Reclaim the street» («Nehmen wir die Strasse zurück») um 20 Uhr auf der Josefswiese. Via Escher-Wyss-Platz zogen sie zur Kornhausbrücke. Dort wurde die Polizei laut eigenen Angaben mit Steinen und anderen Gegenständen beworfen. Die Polizisten antworteten mit Tränengas und Gummischrot. Fünf 17- bis 34-jährige Demonstranten wurden festgenommen, am Sonntag aber wieder frei gelassen. Ein Polizist wurde durch einen Steinwurf am Bein verletzt und musste hospitalisiert werden. Eine Demonstrantin meldete sich auf der Hauptwache und gab an, durch ein Gummischrotstück an der Augenbraue leicht verletzt worden zu sein.

Brennende Container als Barrikaden
Die Demonstranten zogen später durch die Langstrasse Richtung Innenstadt. Nach Mitternacht setzten die Polizisten in der Erismannstrasse erneut Tränengas ein. In der Hohlstrasse sowie an der Kreuzung Bullingerstrasse/Hardstrasse errichteten die teilweise vermummten Leute Strassenbarrikaden und entzündeten Container. Die Polizei wurde massiv mit Steinen angegriffen, sodass auch hier Tränengas und Gummischrot eingesetzt wurde. Nach weiteren Scharmützeln, bei denen erneut Container angezündet und Fahrzeuge beschädigt wurden, löste sich die Demonstration nach rund acht Stunden gegen 04.30 Uhr auf.

Autos demoliert und 14 Tramwagen besprayt
Nach vorläufiger Bilanz belaufen sich die Sachschäden auf rund 80'000 Franken, wie ein Polizeisprecher am Sonntag auf Anfrage der SDA sagte. Unter anderem wurden vier Personenwagen beschädigt und Schaufensterscheiben eingeworfen. Ferner wurden in einem Depot 14 Tramwagen besprayt sowie diverse Billettautomaten entlang der Badener- und Langstrasse. Die Polizei habe gegen die Demonstranten durchgegriffen, um zu verhindern, dass sie in die Innenstadt gelangten. Dies sei gelungen, sagte der Sprecher weiter.

Organisatoren: «Polizeiauftritt unangemessen»
Die Organisatoren der Demonstration geben der Polizei die Schuld für die Eskalation. Die Stadtpolizei sei der Situation «total unangemessen» aufgetreten, teilten sie in einem Communiqué vom Sonntagabend mit. Ohne ersichtlichen Grund sei der Umzug unter der Kornhausbrücke massiv mit Tränengas angegriffen worden. Mindestens zwei Personen seien durch Gummigeschosse der Polizei verletzt worden. Angriffe auf die Polizei habe es nicht gegeben. Einige Teilnehmer hätten lediglich versucht, sich durch Bau von Barrikaden vor dem «unverhältnismässigen Gewalteinsatz» der Polizei zu schützen. Rund 3000 Menschen nahmen laut Organisatoren an dem Anlass teil. Sie wollten ihrer Unzufriedenheit mit der «Aufwertungs- und Baupolitik sowie der vom Stadtrat unterstützten Repression gegen alternative Kulturanlässe» Ausdruck geben.

 http://www.nzz.ch/2003/10/12/zh/page-newzzDLOQIQ8B-12.html



AutorIn: Halif | Web:: http://www.nzz.ch/2003/10/12/zh/page-newzzDLOQIQ8B-12.html
  nie wieder!
12.10.2003 19:17  
also ehrlich - 3000 waren das NIE und NIMMER!!!! glaubt ihr ehrlich, dass es was bringt, zahlen zu verdoppeln??? ich geh sit 20 jahren auf demos - und ich weiss, wie 3000er demos aussehen ....
und ebenfalls ist es gelogen, dass die mehrzahl gegen irgend etwas demonstriert habe. die mehrahl war einfach da, um dem abtanzen und cool sein zu fröhnen. kunststück - der anlass war ja auch von anfang an konzipiert als alternative streetparade. NULL inhalte - und nicht mal die platten phrasen war nur halbplatt. es war mit einem wort PEINLICH.
ich war mit einer gruppe von knapp 10 leuten dabei, bis um ca. 3h. ich muss sagen, ich verstehe nicht, warum man mittlerweile findet, man müsse mit einem saulärm durch die kreise 3, 4 und 5 ziehen. dass es niemand geil findet, nachts aus dem schlaf gerissen zu werden, ist ja wohl klar. und schon gar nicht von einer meute gänzlich apoitischer konsum- und krawallkiddies (wobei letztere den abend wenigstens aufgewertet haben).
diese selbstghettoisierung mit ihrem gleichzeitigen anspruch, "offen" zu sein, ist nunr noch absurd.

"reclaim the streets" - sogar die aufrufe können bloss noch auf englisch sein, wohl, damit ihre plattheit und inhaltsleere nicht zu offensichtlich wird. das war meine letzte veranstaltung dieser art - ich hab keinen bock, als anonyme masse der hedonistischen zurschaustellung einer vollkommen verblödeten ex-linken diffusen szene anzugehören.


AutorIn: ex-ajz / ex-wolgroth
12.10.2003 19:47  
ein polizeisprecher behauptete vor wenigen minuten auf sf1 allen ernstes, der schlumpfverein habe die demo nur deswegen nicht gleich bei der josefswiese abgewürgt, weil es zuviele kleinkinder und babys in der menge gehabt habe. er wurde nicht mal rot beim lügen.


AutorIn: ftp
  Link zu Tagesschau Mittagsausgabe
12.10.2003 20:18  


AutorIn: xxx
  RTS?
12.10.2003 20:22  
das war keine RTS mehr sondern eine perverse Tränengasorgie


AutorIn: foad
  @ exaizexwohlgroth
12.10.2003 20:33  
tja was glaubst du denn? ziel war es ja eigentlich in die innenstadt zu kommen, aber die wurde natürlich abgeriegelt. und du als angeblich alter hase solltest auch wissen dass politisches bewusstsein auch aus dem tränengasnebel wächst. aber bei dir wurde es wahrscheilich schon in den schesenwagen gelegt. ich sag nur: reg dich ab!


AutorIn: haubesetzer
  boom?
12.10.2003 20:42  
wurden eigentlich seit den demonstrationen in lausanne und genf gegen den g8-gipfel(evian) an demos in der schweiz wieder schock-granaten eingesetzt????


AutorIn: S!RuS
  kopf ab!
12.10.2003 20:43  
hähä, der geköpfte Ronnie mcDonnie liegt jetzt noch vor der langstrassenunterführung, den leuten jedenfalls gefällts!


AutorIn: foad
  tja, die bürgerlichen Medien..
12.10.2003 22:21  
Wir kennen sie, wir lieben sie aber nicht. Sie rücken uns fast immer in ein falsches Licht - kein Wunder, sind sie doch ganz und gar unter der Kontrolle von KapitalistInnen. Allerdings haben sie doch noch ein ganz kleines bisschen Eigendynamik: eine Flut von Leserbriefen wäre in den nächsten Ausgaben kaum zu übersehen. Also fluten!? Fragt sich was es bringt, aber ich sehe darin die einzige Möglichkeit, sich in den ach so geliebten bürgerlichen Medien bemerkbar zu machen. Nötig? Ich weiss auch nicht, aber ich lese z.B.im Tagi immer die Leserbriefe, wenn ich schon mal Tagi lese...


AutorIn: ###
  tagessschaulink
14.10.2003 04:11  


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