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 :: Hunderttausende in Rom gegen EU-Gipfel ::
06-10-2003 08:54
AutorIn : Damiano Valgolio, Rom : http://http://www.jungewelt.de/2003/10-06/005.php
Roma Demonstrationen zum EU-Gipfel. Italiens Gewerkschaften rufen zum Generalstreik am 24. Oktober
Roma
Roma
Während die Regierungschefs der EU-Staaten am Samstag in Rom entschieden haben, nichts zu entscheiden, protestierten Hunderttausende in der italienischen Hauptstadt gegen den europäischen Verfassungsentwurf. An der Demonstration des Europäischen Gewerkschaftsbundes ETUC für ein »soziales Europa« beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter rund 250000 Menschen. Gleichzeitig drangen über 50000 Aktivisten in einem zweiten Demonstrationszug bis zum Konferenzgebäude der Regierungschefs vor.

Bereits am Samstagvormittag hatten die Globalisierungskritiker in der Nähe des Tagungsortes mit Blockaden begonnen. Unter ihnen auch rund 50 Aktivisten des »Acrobax«. Das Kulturzentrum im Osten von Rom ist vor einem Jahr von jungen Arbeitslosen besetzt worden. Die jungen Leute, die sich mit Gelegenheitsarbeiten und prekären Jobs über Wasser halten müssen, demonstrierten an diesem Morgen gemeinsam mit den Basisgewerkschaftern der COBAS, um soziale Rechte für die prekär Beschäftigten einzufordern. Als dann die Schaufensterscheiben einer Zeitarbeitsfirma zu Bruch gingen, wurden für den Nachmittag gewaltsame Auseinandersetzungen prognostiert, doch behielten die Aktivisten die Lage unter Kontrolle. Friedlich strömte die Menschenmasse auf das Konferenzzentrum zu.

Die globalisierungskritischen Demonstranten sprachen den Regierungschefs die Legitimation ab, Europa eine Verfassung zu geben. »Ihr seid 15, aber wir sind 400 Millionen«, wurde auf Plakaten das Demokratiedefizit der EU kritisiert, wobei neben Transparenten die allgegenwärtigen Regenbogenbanner sowie rote Fahnen das Bild dominierten. »Die EU-Verfassung wird den Grundstein legen für ein neoliberales Europa der sozialen Ungleichheit, des Kapitals und des Krieges«, erklärte Piero Bernocchi, Sprecher der COBAS-Gewerkschaft. Vittorio Agnoletto vom Europäischen Sozialforum sagte: »Wir demonstrieren, weil ein anderes Europa möglich ist.« Die autonomen »disobbedienti« bildeten einen Frauenblock, der wie bei den Protesten gegen die WTO in Cancun, ganz vorne marschierte. Auf Höhe des Konferenzzentrums versuchten sie, mit Plastikschilden die Polizeiketten zurückzudrängen, doch die Einheiten schlugen sie mit Knüppeln und Tränengas zurück. Bis zum Abend wurden rund 50 Demonstranten festgenommen.

Unterdessen bewegte sich wenige Kilometer entfernt die Demonstration der Gewerkschafter durch das Zentrum von Rom. Der europäische Gewerkschaftsbund ETUC hatte »alle Jugendlichen, Arbeiter und Ruheständler« aufgerufen, in Rom »für ein soziales Europa« auf die Straße zu gehen. Der jetzige Verfassungsentwurf verhindere eine EU, »die auf Solidarität und sozialen Rechten basiert«. Großen Applaus erntete der Vorsitzende der italienischen Gewerkschaft CGIL, Giuglielmo Epifani, als er für den 24.Oktober zur Beteiligung am Generalstreik aufrief. Der Streik gegen die Rentenreform der Berlusconi-Regierung war von einer gemeinsamen Versammlung der drei großen italienischen Gewerkschaften am Samstagmorgen kurz vor der Demonstration offiziell beschlossen worden.

Die Pläne der rechten Regierung, das Renteneintrittsalter in Italien um fünf Jahre zu erhöhen, standen im Mittelpunkt vieler Reden. Savino Pezzotta, Chef der Gewerkschaft CISL: »Mit solchen Reformen wird das Rentensystem nicht gerettet, wie die Regierung sagt, sondern abgeschafft.« Fausto Bertinotti, Vorsitzender von Rifondazione Comunista: »In Frankreich hat die Regierung im Sommer die Renten gekürzt, in Österreich schon im Frühling, jetzt wollen sie es in Italien machen und in drei Monaten vielleicht in Deutschland. Es ist in jedem Land dasselbe, deshalb brauchen wir einen europaweiten Widerstand.«
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  Ergänzende Links
06.10.2003 11:28  
Der Artikel unter  http://de.indymedia.org/2003/10/62886.shtml auf Indy Deutschland enthält eine sehr lesenswerte Ergänzung "Mehr infos jetzt" von MissY, den auch Indy Italien (  http://italy.indymedia.org ) übernommen hat. Auf Indy England unter  http://www.indymedia.org.uk/en/2003/10/278430.html hat es viele Links zu Fotos und zu einem Video über die Aktionen der Disobbedienti (  http://www.lulop.com/site/appbyid.php3?id=857 ).



  Schlägerein zwischen DemonstrantInnen
06.10.2003 11:53  
Ihr wollt es bestimmt nicht wahrhaben, aber es gab ziemlich wüste Schlägereien zwischen gewalttätigen Randalierern und Leuten, die wirklich und friedlich demonstrieren wollen. Ich finds aber gut, dass immer mehr politische DemonstrantInnen genug Zivilcourage finden, um sich den kindischen Randalierern in den Weg zu stellen, denn Gewalt ist absolut sinnlos und dumm.


AutorIn: Leolo
  @ Leolo
06.10.2003 12:15  
Wenn du für solche Behauptungen keine Belege oder Berichte lieferst, erachte ich dich als Faker. Tschüss.


  leolo hat recht
06.10.2003 12:54  
die nur zu gewaltzwecken angereisten tutte bianche, "ungehorsame" und wie sie alle heissen (mit helmen, schlagstöcken und schutzschildern bewehrt), wurden endlich von der mehrheit der demonstranten, die sich den spielregeln entsprechend für veränderung stark machen, in die schranken gewiesen... bleibt zu hoffen, dass sich in zukunft die mehrheit der teilnehmer von demonstrationen gegen die paar actiongeilen gewaltkiddies (linke hooligans, anders ist das nicht zu nennen) durchsetzen werden... linken hools auf die fresse hauen!


AutorIn: robocop
  Steht heute sogar im Tages-Anzeiger
06.10.2003 13:10  
Das von den Schlägereien steht in der gedruckten Ausgabe des Tagis. Ich denke, dass es stimmt, zumal es mir von zwei Freunden aus Roma bestätigt wurde. Der Typ von oben hat also recht mit seiner Aussage.


AutorIn: Bertrand
  die militanten Pazifisten sind die schlimmste
06.10.2003 13:42  
wenns darum geht sachbeschädigungen zu verhindern werden die gewaltgegner immer gleich ziemlich rabiat und schrecken nicht davor zurück ihre fäuste zu gebrauchen. wasser predigen aber wein trinken... demonstriert von mir aus friedlich, aber lasst andere demonstrantINNen die es anders machen in frieden!


AutorIn: pah
  schon vor zwei jahren
06.10.2003 13:59  
ich sah schon in genua kleine schlaegereien und beschimpfungen gegen randalierer.
aber dort liefen die "bb" teilweise unter den "pazifisten" mit.
dieses thema wird uns immer begleiten.


AutorIn: keiner
  Keine Macht den Gewalttätigen
06.10.2003 16:02  
Ich war in Rom und habe es selber miterlebt. Die Vermummten sind nur wegen der Gewalt gekommen, sie haben unsere friedliche Demo aufs übelste ausgenutzt und mit ihren egoistischen Aktionen gezeigt, dass wir uns von denen lossagen müssen. Gewalt ist der Anfang vom Ende.


AutorIn: Eusebio
  Gewalt
09.10.2003 12:35  
Der Anfang vom Ende ist die Gewalt. Aber nur solange keine Gegengewalt aufkommt um die Gewalt zu stoppen.


AutorIn: KH
  @Robocop
11.10.2003 12:37  
hab gehört man kann einen 1 tages kurs zum Bahnpolizisten machen hehe

Und soviel ich weiss hast du den schon belegt

HAHAHAHAHa

dan Nerf die leute in den Zügen und nicht uns !!!!


Deine scheiss Carabinieri Kollgene oder wohl eher möchtegern kollegen sind nämlich mit helmen und schlagstöcken Tränengas schilder etc. angereist
Muahaha die Dissobedienti haben sich nur gewehrt !!

Hey du kleiner Bahnpolizist schutzmacht America lalalalal


AutorIn: Bahnpolizist
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