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 :: Big Brother Awards Schweiz 2003 ::
11-09-2003 10:41
AutorIn : Hack BigBrother! : http://www.bigbrotherawards.ch/2003/index.shtml.de
Wieder einmal werden die BigBrotherAwards in der Schweiz verliehen. Wer dieses Jahr den "beliebten" Preis entgegennehmen wird, erfährt mensch am besten wenn sie/er gleich selbst vorbei geht!
BigBrother wird in unserer Informationsgesellschaft immer wie dominanter und gerade in der aktuellen allgemeinen Terror- und Sicherheitshysterie sind wir besonders gefragt gegen den immer wie mehr erstärkenden Überwachungs- resp. Polizeistaat vorzugehen.

privacy is not a crime, anonymity is not a crime!
Tagtäglich werden unsere Bewegungen und Daten aufgezeichnet, registriert und überwacht: Was wir im Supermarkt einkaufen, mit wem wir telefonieren, wieviel Geld wir wo abheben, durch welche Strassen wir fahren, welche Webseiten wir aufrufen, ... Jeder von uns zieht eine lange Datenspur hinter sich her, die von Datensammlern noch so gerne ausgewertet wird.

Um die öffentliche Diskussion über Privatsphäre, Überwachung und Datenschutz zu fördern, wurden die Big Brother Awards ins Leben gerufen. Mit diesem Preis werden die grössten Schnüffelratten der Schweiz aus Privatwirtschaft und Politik ausgezeichnet.

== Medieninfo «Big Brother Awards 2003» (3d) vom 9. September 2003 ==

** 2 Jahre nach dem 11. September 2001:
Zugriff der USA auf «Flugdaten»
** Die vierte Ausgabe der Schweizer «Big Brother Awards»
** Ueber 80 Nominationen fuer Preise, die niemand will
** Preisverleihung am 1. November im Dachstock der Reitschule Bern

[Diese Medieninfo steht auch als PDF-File zur Verfuegung:
 http://www.bigbrotherawards.ch/2003/presse/pressemitteilungen/bba.pressemitteilung.20030909.3d.pdf]


** 2 Jahre nach dem 11. September 2001: Zugriff der USA auf «Flugdaten»

Vor rund zwei Jahren wurden die USA mit einem praezise geplanten
Luftangriff radikal attackiert. Im Nachgang zu dem spektakulaeren Angriff
wurde die praeventive Ueberwachung systematisch ausgeweitet. Im
Schnellverfahren wurden in den USA die Geheimdienste ausgebaut und
Regelungen des Datenschutzes gelockert. Seit dem Fruehling 2003 fordert
das US-amerikanischen «Bureau of Customs and Border Protection» (CBP) von
Fluggesellschaften, die in in die USA fliegen, persoenliche Daten ihrer
Passagiere weiterzugeben.

** Musterbriefe fuer Einsprachen

Fuer eine solche Praxis bestehen aber weder in der EU noch in der
Schweiz gesetzliche Grundlagen: Die Weitergabe von Daten aus den
"Passenger Name Records" (PNR) an US-Behoerden oder gar die Gewaehrung
eines online-Zugriffs auf diese Daten verstoesst klar gegen die geltenden
Datenschutzvorschriften der EU und der Schweiz! (vgl. unsere Medieninfo
(2d) vom 20. Mai 2003, das Eidgen. Datenschutzgesetz DSG [a] und unsere
Musterbriefe, mit welchen die Flugpassagiere ihr Auskunftsrecht geltend
machen koennen, unter .)

** Ultimatum zum 12. September 2003

Die europaeischen Fluglinien werden gezwungen, die von den USA
geforderte Praxis mitzumachen: Falls sie nicht kooperieren, riskieren sie
hohe Geldstrafen oder gar den Entzug der Landerechte fuer die USA. Gemaess
einem Sprecher des Bundesamtes fuer Zivilluftfahrt (BAZL) setzten die USA
ein letztes Ultimatum auf den 12. September 2003. Die Fluggesellschaft
«Swiss» bat um eine Fristverlaengerung.


** BIG BROTHER AWARDS: Ueber 80 Nominationen fuer Preise, die niemand will

Um auf solche Bespitzelung und auf die zunehmende Ueberwachung und
Kontrolle aufmerksam zu machen, werden seit 1998 in einer international
koordinierten Aktion sogenannte «Big Brother Awards» verliehen. In der
Schweiz findet der Wettbewerb um die Preise, die keiner will, dieses Jahr
bereits zum vierten Mal statt. Die Nominationen erfolgen durch das
Publikum. Bis Ende August konnten Personen und Institutionen vorgeschlagen
werden, die das Grundrecht auf den Schutz der Privatsphaere missachten
oder die Ueberwachung und Kontrolle von Personen oder von Personengruppen
foerdern.

Bis Ende August wurden ueber 80 Vorschlaege eingereicht. Zur
Auswahl standen die Kategorien Staat, Business und Telekommunikation sowie
ein «Lebenswerk-Award» fuer besonders hartnaeckige Bespitzelung. Neben
diesen Negativpreisen wird mit dem «Winkelried-Award» lobenswerter
Widerstand *gegen* Ueberwachung und Kontrolle geehrt.

Nach der Vorpruefung durch eine Fachgruppe wird eine Jury die
definitive Auswahl vornehmen. Ihr gehoeren Personen an, die sich in
verschiedenen Organisationen, Institutionen oder Medien zu den Themen
Ueberwachung, Kontrolle und Verletzung des Grundrechts auf informationelle
Selbstbestimmung engagieren. Die Jury wird den Medien Anfang Oktober
vorgestellt.

** Preisverleihung am Samstag, 1. November, abends in Bern

Nach Anlaessen im Zuercher Kulturzentrum "Rote Fabrik" [8] (2000,
2001) und im Casinotheater Winterthur (2002) findet die Preisverleihung
diesmal in der Bundeshauptstadt statt: Die «Zeremonie der unheimlichen
Art» ist auf den Samstagabend, 1. November 2003 im Dachstock der
Reitschule Bern [5] angesetzt.

Unter den letztjaehrigen Gewinnern der Schweizer «Big Brother
Awards» finden sich die Kantonspolizei Zuerich (Kat. Staat, fuer ihre
Fahndungs- und Journal-Datenbank «Joufara II»), die Firma Q-SYS aus St.
Gallen (Kat. Business, fuer ihr Computerprogramm RAI/RUG), Herr Adrien de
Werra, der damalige Chef im «Dienst fuer besondere Aufgaben» (DBA) beim
UVEK (Kat. Kommunikation, fuer seine Forderung, das Ueberwachungsgesetz
BuePF [b] zu verschaerfen). Der «Lebenswerk-Award» fuer besonders
hartnaeckiges Schnueffeln ging an den ominoesen «Club de Berne».
Der einzige Positivpreis schliesslich, der «Winkelried Award»,
wurde Bert Setzer (Pseudonym) verliehen, fuer die von ihm lancierte «4Q
Card»: eine geklonte Rabattkarte, die sowohl fuer COOP wie fuer Migros
gueltig ist und unter Einhaltung der Anonymitaet benutzt werden kann.
Die letztjaehrige Laudatio finden sich online unter
, jene des
Jahres 2001 unter .

** International koordinierte Aktion

Die ersten «Big Brother Awards» wurden 1998 in Grossbritannien von
der Organisation «Privacy International» verliehen [9]. Inzwischen fanden
ueber 30 weitere Preisverleihungen statt [10], so in den USA, in
Grossbritannien, Oesterreich, Deutschland, Frankreich, Ungarn, in den
Niederlanden, in Japan und in Australien. Weitere Veranstaltungen sind in
Planung.

Die Verleihung der Schweizer «Schnueffelpreise» wird organisert
von der «Swiss Internet User Group SIUG» [1] und vom «Archiv
Schnueffelstaat Schweiz» [2], mit Unterstuetzung des Vereins «trash.net»
[3] und der online-Gewerkschaft //syndikat [4].
Medienpartner sind die «WOZ Die Wochenzeitung» [6] und «Le
Courrier» [7]. Der Wettbewerb um die Schweizer «Big Brother Awards» 2000
und 2001 entstand in Zusammenarbeit mit dem Zuercher Kulturzentrum «Rote
Fabrik» [8]. Die Preisverleihung 2002 fand im «Casinotheater Winterthur»
statt.

Weitere Informationen -- auch ueber die GewinnerInnen der Vorjahre
-- sind unter [0] erhaeltlich.


===== Links: =====

[0]  http://www.bigbrotherawards.ch
[1]  http://www.siug.ch
[2]  http://www.raben-net.ch/ficherman/
[3]  http://www.trash.net
[4]  http://www.syndikat.ch
[5]  http://www.dachstock.ch
[6]  http://www.woz.ch
[7]  http://www.lecourrier.ch
[8]  http://www.rotefabrik.ch
[9]  http://www.privacy.org/pi/bigbrother/
[10]  http://www.bigbrotherawards.org

===== Kontakt: =====

mailto: info@bigbrotherawards.ch
 http://www.bigbrotherawards.ch

Fuer telefonische Kontakte:
Catherine Weber 031-312.40.30
Christoph Mueller 01-382.04.47 (Beantworter)

===== Fussnoten =====

[a] Bundesgesetz vom 19. Juni 1992 ueber den Datenschutz (DSG), SR 235.1
( http://www.admin.ch/ch/d/sr/c235_1.html)
[b] BuePF - «Bundesgesetz zur Ueberwachung des Post- und
Fernmeldeldeverkehrs»
(SR 780.1)  http://www.admin.ch/ch/d/sr/c780_1.html
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