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 :: Freispruch für Marco Camenisch in Italien ::
04-02-2003 15:20
AutorIn : ***
Im Marini-Prozess gegen AnarchstInnen wurden am 1. Februar die Urteile ausgesprochen. 1 Mal lebenslänglich, für 7 weitere insgesamt 95 Jahre Haft, weitere 40, darunter Marco Camenisch, wurden freigesprochen. Übersezung des Postings auf ital.
Übersetzung des Posting "Assolto Marco Camenisch"  http://www.indymedia.ch/de/2003/02/3988.shtml plus ein kleiner weiterer Beitrag, gefunden auf indymedia.it
Die Texte waren ursprünglich alle auf bürgerlichen Informationsportalen im Internet publiziert worden:

Anarchisten: einmal lebenslänglich und 7 Verurteilungen zu insgesamt 95 Jahren
(ANSA – bürgerliches Informationsportal im Internet) Rom, 1. Feb.
Das zweitinstanzliche Schwurgericht in Rom hat wegen Mitgliedschaft einer „aufständischen revolutionär-anarchistischen Organisation“* lebenslänglich über Francesco Porcu verhängt. Über weitere sieben von 46 Angeklagten wurden Strafen von insgesamt 95 Jahren ausgesprochen. Alle anderen wurden freigesprochen. Die schlimmsten Vergehen, die ihnen zur Last gelegt werden, sind „bewaffnete Bande“, „subversive Vereinigung“ und Geiselnahme. Der Generalstaatsanwalt hatte vier Mal Lebenslänglich beantragt plus Freiheitsstrafen von 270 Jahren.

Unter den Freigesprochenen ist auch Marco Camenisch
(ANSA) – Rom, 1. Februar- Unter den Freigesprochenen ist auch Marco Camenisch. Der Generalstaatsanwalt Antonio Marini hatte für ihn eine Freiheitsstrafe von 6 Jahren gefordert. Camenisch war angeklagt, Teil der „aufständischen revolutionär-anarchistischen Organisation“ von Alfredo Maria Bonanno zu sein. Diese hatte laut Anklage via Sabotageakte gegen Sachen und Personen, Geiselnahmen, Raubüberfälle und weiteres subversive Ziele gegen die demokratische Ordnung. Ausserdem, immer laut Anklage, hatte die Organisation sich durch Drucken von Flugblätter und alternativen Zeitungen der Proselytenmacherei verschrieben, alles Vergehen, die durch ihre Kontinuität verschärft wurden.
Für die Freilassung von Camenisch, 51 Jahre alt, 1991 in Cinquale (Massa Carrara) nach einer Schiesserei mit Carabinieri verhaftet und nun in der Schweiz in Haft, kämpfen seit einiger Zeit Anarchistische und die anarchistische Aufstandsbewegung. Der Schriftzug “Feuer den Zerstörern, Freiheit für Marco”, der sich laut dem Ermittlungsausschuss auf Camenisch bezieht, wurde in der Nacht des 20. Januar am Ort des Brandattentats der Gondelbahn von Abetine hinterlassen.



Aufrührerische Anarchisten - Camenisch freigesprochen

Der Urteilsspruch des zweitinstanzlichen Schwurgerichts von Rom: lebenslänglich für Francesco Porcu und Freiheitsstrafen von Insgesamt 95 Jahren für weitere 7 von 46 Beschuldigten. Unter den 46 ist auch Marco Camenisch, Symbol der Ökoterroristen von Abetone.

Rom – In der Bunkeraula von Rebibbia, hat das zweitinstanzliche Schwurgericht von Rom entschieden: Lebenslänglich für Francesco Porcu, Freiheitsstrafen von total 95 Jahren im Appellationsverfahren für sieben weitere von 46 im Angeklagten, die beschuldigt wurden, Mitglieder der revolutionär-anarchistischen Aufstandsbewegung zu sein.
Während man in der Aula das Urteil liest, werden in verschiedenen Städten Kundgebungen abgehalten.

Der Gerichtshof hat Francesco Porcu auch zur Isolation während des Tages während 18 Monaten verurteilt, Garagin Gregorian und Rose Ann Scrocco (flüchtig) zu 30 Jahren, Angela Maria Lo Vecchio zu 15, Orlando Campo zu 10, Alfredo Maria Bonanno zu 6 Jahren und 2000 Euro Busse, Giuseppe Martino und Lorenzo Ricci zu 2 Jahren und zu einer Busse von 2000 Euro.
Alle anderen Angeklagten wurden freigesprochen. Auf der Liste der 46 Angeklagten stand auch der Name Marco Camenisch, der aufgrund der Racheattentaten der Ökoterroristen auf die Gondelbahn in Abetone und der Relaisstation des RAI in Bergamo, in verschiedenen Zeitungsberichten zu Ehren kam.
Der 51-jährige Camenisch ist nach neun Jahren Haft in Italien im Gefängnis von Pfäffikon, in der Nähe von Zürich. Die ganze anarchistische Bewegung kämpft um seine Freiheit. Camenisch, Sohn eines Grenzwächters aus Graubünden, ist Symbol des Kampfes gegen „ein unersättliches System, das aus Patriarchat, Militärisierung, Industrialisierung und Kapitalismus besteht.“
Er war 1979 das erste Mal in Haft, nachdem er versucht hatte, die Kernkraftzentrale Sarelli in Bad Ragaz1) zu sabotieren. Das Urteil lautete auf 10 Jahre. Aber er schaffte es aus dem Gefängnis auszubrechen. Nur dass für diese Flucht, die auch weiteren fünf Häftlingen zur Freiheit verhalf, ein Wärter das Leben lassen musste. Und der Verdacht fiel auf den Anarchisten, der das Herz auf dem rechten Fleck hat. Untergetaucht, flieht er nach Carrara, in der Toscana. Wer ihn gekannt hat, beschreibt ihn als guten Nachbarn, der bereit ist, Holz zu hacken wenn es nötig ist oder der alten Frau bei den Einkäufen hilft. 1989 kehrt er nach Brusio, sein zu Hause zurück.
Dort wird ein Grenzwärter erschossen und Camenisch wird auch für dies angeklagt. Es folgen zwei Jahre Flucht in Italien, dann, nach einer bewaffneten Auseinandersetzung, wobei zwei Carabinieri und er Verletzt werden, die Verhaftung in Massa. Verurteilt zu 12 Jahren, wird er in die Schweiz ausgeschafft und endet im Zürcher Gefängnis. 2)

Es blieb die Anklage in Rom im Appellationsprozess gegen die aufständischen Anarchisten. Erstinstanzlich hatte das erste Schwurgericht lebenslänglich und mehrmals Strafen um die 10 Jahre gegenüber 13 Personen verhängt, andere 40 wurden wegen erwiesener Unschuld freigesprochen. Am 31. Mai 2000 wurde gegen 46 von 53 Urteilen die Berufung eingereicht.
Der zweite Generalstaatsanwalt Antonio Marini3) vermutete hinter der Kerngruppe der Organisation, bestehend aus 27 Personen, Vergehen wie „bewaffnete Bande“ und „subversive Organisation“. Die Gruppe, zu der auch Camenisch, Francesco Porcu, Gregorian Garagin dazugehöre, ist der schlimmsten Vergehen angeklagt, alle anderen hingegen seien gewöhnliche Unterstützer. Der Generalstaatsanwalt hat 4 Mal lebenslänglich sowie Freiheitsstrafen von insgesamt 270 Jahren gefordert4). Die Angeklagten sind des Raubes und der Geiselnahme mit dem Zielder Autofinanzierung angeklagt, mindestens drei der Freiheitsberaubung (Ricca, Perrini und Silocchi). Laut Anklage besteht die Gruppe aus einer Verbindung zwischen Anarchisten und sardischen Irredentisten.

Während man in Rom über die Angeklagten entschied , fanden sich vor dem schweizerischen Konsulat einige Hundert Personen ein. Viele mit einer Fahne mit einem „A“ darauf, Symbol des Anarchismus. In Flugblättern, die vor dem Konsulat verteilt wurden, forderte man die Freiheit von Marco und allen, die für eine Gesellschaft frei von Profit und Umweltverschmutzung kämpfen. Es gab viele Transparente mit Schriftzügen wie: „Die Ökoterroristen sind die Chemiefabriken, die Umweltdesaster die Gondelbahn der Opulenz“, „Eure Attentate sind die Knäste“, „Nein dem Artikel 41ff. 5), der Isolation, der Folter“.

Gleiches Vorgehen auch in Florenz, wo die Anarchisten vor der Staatsanwaltschaft demonstriert haben. Es sind so um die dreissig Personen da und wollen den Entscheid des Gerichtshofes nicht kommentieren. Sie fordern jedoch, in Rufen und auf Transparenten, die „Freiheit für Marco“.
(1. Februar, 10.27 Uhr, aktualisiert um 17:30)
aus www.ilnuovo.it - bürgerliche Zeitung im Internet

Anmerkungen und Kommentare der Übersetzung:
1) zwei Wochen nach einem Anschlag auf einen Strommasten der Nordostschweizer Kraftwerke, gab es einen Anschlag auf den Transformator der Zentrale des Wasserkraftwerkes Sarelli der Kraftwerke Sarganserland AG
2) Marco Camenisch musste seine Haftstrafe von 1991 – 2002 vollständig in Italien absitzen und wurde erst dann für einen neuen Prozess in der Schweiz nach Pfäffikon (ZH) verlegt.
3) Marini möchte Italien von antagonistischen und revolutionären Bewegungen säubern und steckt deshalb immer wieder Leute aus x-einem Grund in Präventivhaft und organisiert Anklagen in Zusammenarbeit mit der ROS (Sondereinsatzkommando). Er ermittelt auch nach wie vor im Fall Moro.
4) Marini forderte massiv höhere Strafen, als in erster Instanz ausgesprochen wurde. Dem wurde nicht ganz entsprochen. Die Haftstrafen fielen für die oben namentlich erwähnten alle härter aus, jedoch nicht im Rahmen Marinis. Dafür wurden weitere Personen freigesprochen. Auch wenn dies für die betroffenen sehr toll ist, werden auf diese weise „Superterroristen“ geschaffen.
5)Der Artikel 41 wurde ende letzten Jahres abgeändert. In diesem Artikel werden die verschiedenen Haftbedingungen formuliert. Eigentlich auf Mafia Bosse zugeschnitten, darf es nun für alle „Terroristen „ angewendet werden. So erhalten alle, die nicht mit dem Staat zusammenarbeiten verschärfte Haftbedingungen.

weitere Berichte
 http://www.ainfos.ca/A-Infos96/7/0068.html
 http://www.ainfos.ca/A-Infos97/4/0075.html

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