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 :: Landquart 2003- kein Vergessen, kein Vergeben ::
29-01-2003 22:34
AutorIn : penner
Der Tränengaseinsatz im Landquarter Kessel ist das heisse Eisen! Die ganze Hetzkampagne gegen Oltner Bündnis, Black-Block, ZugblockiererInnen und Bern-DemonstrantInnen (die Terroristen!) sind nichts als Ablenkungsmanöver, zwecks Polizeistaat- und WEF-freundlicher Propaganda.
bevor ich zu meinen Ausführungen zum Landquarter Kessel komme, möchte ich eine Frage aufwerfen:

Wo wart ihr alle eigentlich vor dem WEF?

Komischerweise(?) tummeln sich hier auf indymedia in letzter Zeit einfach unglaublich viele SPinner. Wenn das WEF grad nicht so aktuell ist, wie jeweils in der woche nach dem grossen knall, dann interessiert ihr euch auch n Dreck dafür, was auf indymedia gepostet wird. indy.ch ist normalerweise eher eine Schlaftablette, doch im Moment wird indy.ch überflutet und zwar mit echt viel scheisse...ich frage mich schon, aus was für Bewegründen all die SPinner hier posten. Wollt ihr uns zum Pazifismus oder gar zum Parlamentarismus bekehren? Oder glaubt ihr SP-ler,Grüne usw. indymedia sei die geeignete Plattform für die Verbreitung eurer reaktionären Ideologien? Oder seid ihr Bullen, sog. Vemittler oder was auch immer, mit dem Spezialauftrag Werbung zu machen für die Akzeptanz des staatlichen Gewaltmonopols? Egal, aus welchem Grund ihr postet, für mich seid ihr die SPinner.

Wer nicht erkennt was am Sa.25.Januar03 wirklich politisch brisant war/ist, und noch immer rumheult wegen den Terroristen in Bern oder dem OB, das die Tausenden von "friedlichen" DemonstrantINNen daran gehindert hatte nach Davos zu gelangen, hat's einfach nicht gecheckt - oder arbeitet ganz bewusst für das System!

Klar, die Kontroll-Schleusen in Fideris sind das Eine und haben auch die nötige politische Aufmerksamkeit erhalten.

Das andere ist der Kessel in Landquart, der von der Schmiere eingegast wurde! (Die SPinner auf indy.ch kommen natürlich sofort wieder, und sagen, das sei nur den Chaoten zu verdanken, die sich Scharmützel mit der Polizei liefern wollten.) Tatsache ist aber, dass wegen den paar AktivitstINNen, die versuchten die Autobahn zu stürmen, zu keinem Zeitpunkt der Einsatz von Tränengas nötig gewesen wäre. Es war genügend Polizei vor Ort, zwei DEUTSCHE Wasserwerfer und zusätzlich Gummischrott. Das hätte vollauf genügt, zu verhindern, dass die Autobahn besetzt wird. Doch darum ging es den Cops ja eben offensichtlich gar nicht, sonst hätten sie auch nicht den ganzen Bahnhof mehrmals eingegast.

Es gab keinen Ort in dem ganzen verdammten Scheisskessel (rundum den Bahnhof), der nicht verseucht war mit Tränen- oder was für Gas auch immer. Keine Fluchtmöglichkeit. (Am Abend in Bern im Prinzip nochmals das Gleiche mit der Riotschule.)
WOZU DAS GANZE WOHL GUT WAR? Unbestritten war die Staatsgewalt auf eine allfällige Eskalation bestens vorbereitet. und das ist nun wiedermal die eine Seite einer Medaille...

aber die andere Seite ist, dass die Bullerei, und zwar ohne, dass es auch bloss den kleinsten Aufschrei gibt, (sogar auf indy.ch wird lieber die sog. Gewaltfrage von hinten und von vorne druchdiskutiert - sinnlos...) alle Leute gleichermassen eingegast hat. Es ist offensichtlich scheissegal, ob du ein sog. Gewaltbereiter oder ein sog. friedlicher Demonstrant bist, die Bullen wenden gleichermassen Gewalt gegen "uns" an, so im Stil von: Wir kriegen euch alle! (Das ist ja auch nix neues, schaut euch bloss mal ein Genua01-Video an, friedliche Grossdemos weitab des Blackblock gehen im Tränengas unter!)

Tränengaseinsätze sind eine sehr subtile Form von Gewalt, aber deswegen nicht weniger brutal als andere Formen von bullengewalt, z.B. Schlagstockeinsatz. Das Gas ist nicht kontrollierbar (i.S. wer soll davon getroffen werden?) und es fliesst kein Blut, trotzdem kann es schwere Verletzungen verursachen, und letztendlich killt es dich auch, wenn du nur genug davon abkriegst. Im internationalen Kriegsrecht werden Kampfgase übrigens geächtet. Infos zu Tränengas u.a. findet ihr auf www.pigbrother.info, so als Tip nebenbei.

Jaja, ich weiss, das ist alles gar nix Neues (zumindest für jene indy-userInnen die nicht erst seit Januar03 dabei sind) Nur: wenn ich so'n Typ wäre, der explizit gewaltfrei in Davos demonstrieren wollte und dafür sogar das Vehgatter in Fideris in Kauf genommen hätte (genau so wie sich Christiane Brunner und Konsorten einen Bilderbuchdemonstranten wünschten), dann würde ich im mindesten auch erwarten, dass mich die Staatsgewalt dementsprechend behandelt, also auch auf Gewalt verzichtet. Aber das hat sie in Landquart ganz bestimmt nicht getan!

Denken wir die Logik von SP, Medien und Schmiere konsequent weiter, denn laut denen hat ja das OB mit seiner Blockadepolitik verhindert, dass Tausende von "friedlichen" DemonstrantINNen nach Davos gelangen konnten und somit in Landquart stundenlang eingekesselt stecken blieben. In dem Kessel waren also Tausende von sog. gewaltfreien DemonstrantINNen. Und wenn die nun einfach "unötigerweise" eingegast werden, ist dies doch ein typischer Fall von Polizeigewalt, und zwar von politisch motivierter Polizeigewalt! Doch offenbar ist das politisch ziemlich nebensächlich, auch wenns vor ein paar Jahren z.B. im jahre 1996 noch ein richtiger SKANDAL gewesen wäre...

Doch was tun stattdessen SP, Grüne und all die systemtreuen Konsorten, die von uns ein Bekenntnis zur sog. Gewaltfreiheit verlangen??? Kein Wort verlieren sie über den brutalen Landquarter Tränengas-einsatz, nicht einmal ein Wörtchen Kritik wird laut an dieser Polizei, die grundlos tausende von friedlichen DemonstrantINNen vergast, das alles wird als völlig normal hingenommen, aber gleichzeitig werden die Leute verdammt, die die Kontrollen ablehnten und sich das Recht auf Demonstrationsfreiheit nicht nehmen liessen. Dafür wird auch weiter geschwiegen, wenn die über 1000 Leute, die folgerichtig in Bern demonstrierten, als Terroristen denunziert werden!

Ich käme mir als gewaltfreier Demonstrant echt verarscht, wenn nicht sogar verraten vor, von der SP und CO.. Denn offensichtlich setzen die sich lieber für die Mächtigen, als für meine Demonstrations-, resp. Grundrechte ein. Lieber heulen wegen ein paar 100Tausend Franken Sachschaden, als wegen 13Mio, für die Sicherheit der paar wenigen Superreichen. Die Feigheit wird nicht geortet bei den global leaders die sich im Hochsicherheitszone verbunkern, sondern bei jenen die sich wagemutig ihr Recht zu demonstrieren nicht nehmen liessen, trotz eines Grossaufgebotes von Robocops in Bern.

Und das Errschreckendste an Allem ist, dass selbsternannte Globalisierungskritiker ins genau gleiche Horn blasen, indy.ch ist das beste Beispiel hierfür. Zum glück sind immer noch genug indy-users hier, die die SPinner-Propaganda durchschauen,denn wir haben schon genug Tränengas geschluckt.

Ich möchte hier an dieser Stelle an EDOARDO PARODI erinnern. Als Freund des von italienischen Bullen ermordeten Carlo Giuliani kam er letztes Jahr am 1.Februar an die Anti-WEF-Demo nach Zürich. Einmal mehr setzte die Zürcher Stapo Tränengas im Uebermass ein, Edo sei gezielt mit dem Polizei-Kampfgas eingesprüht worden, er überlebte den nächsten Tag nicht. Eine gerichtsmedizinische Obduktion fand nicht statt, die Zürcher Stapo behauptete, dass Edo ein Junkie gewesen sei, und seit der Zürcher Stadtrat schrieb, dass der Tod Edos kein Zusammenhang mit dem Tränengas gehabt hätte, ist es still geworden darum und es ist jetzt halt einfach so, auch wenn wir nicht wissen woher der Zürcher Stadtrat das weiss? Denn die Leiche Edos wurde verbrannt, bevor eine Autopsie stattgefunden hat.

IN GEDENKEN AN EDOARDO PARODI RUFE ICH EUCH AUF GEGEN POLIZEIGEWALT STELLUNG ZU BEZIEHEN! STOPP TRAENENGAS!
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  1. Durchgeknallte Arschlöcher! — supper
  2. so einfach ist die gewaltfrage auch nicht — beatnik
  3. gemeinsames lecken der Wunden? — ...
  4. @warmduscher — Rudi
  5. @Rudi — ...
  6. re: rudi — yan
  7. Zu Edoardo Parodi — augenauf Zürich
  8. @Warmduscher und yan — Rudi
  9. @rudi — ...
  10. Nicht normal — Mad Mike
  11. @... — Rudi
  12. @Rudi
  13. @... — Rudi
  14. noch lange — mad mike
  15. Meine Worte! — Schöberli
  16. Autobahn besetzen — isb
  17. @ Rudi — aka
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